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Distribits

01.02.2008

Click-n-Run für Ubuntu

Der amerikanische Distributor Linspire (http://www.linspire.com) hat sein Software-Installationsprogramm Click-n-Run (CNR) in einer ersten Beta-Version für Ubuntu Linux (http://www.ubuntu.com) 7.04 und 7.10 vorgestellt. Mit CNR versucht Linspire, Paketverwaltung und Software-Installation unter Linux zu vereinheitlichen. Dabei funktioniert es als Aufsatz auf das eigentliche Paketmanagement. CNR ermöglicht die Installation und Deinstallation von Programmen, wobei es mit Paketen im RPM- und DEB-Format zusammenarbeitet.

Um CNR zu nutzen, benötigen Sie die Clientsoftware. Anschließend wählen Sie die gewünschten Programme über die Website http://cnr.com aus und installieren sie mit einem Klick. Die Grundfunktionalität von CNR steht kostenlos bereit. Wer sich – ebenfalls kostenlos – registriert, erhält Zugang zu den Foren. Für 50 US-Dollar pro Jahr erhalten Sie zusätzlich Zugriff auf kommerzielle Software, wobei diese teilweise noch extra zu bezahlen ist.

Nach Linspire und der freien Linspire-Variante Freespire (http://www.freespire.org) sowie Ubuntu sollen CNR-Clients für Debian, Fedora und OpenSuse folgen. Einen Termin für die Freigabe des Ubuntu-Clients nennt Linspire allerdings ebenso wenig wie einen Zeitplan für die anderen Varianten.

Neuigkeiten von Ubuntu

Die Entwickler von Ubuntu (http://www.ubuntu.com) haben die zweite Alpha-Version von Ubuntu 8.04 "Hardy Heron" zum Ausprobieren bereit gestellt. Die wichtigsten Änderungen sind X.org 7.3, das sich ohne Eingriffe des Benutzers weitgehend selbst konfiguriert, Kernel 2.6.24-RC5, der die neuesten Stromsparfunktionen auch für 64-Bit-Systeme zur Verfügung stellt, und das von vornherein aktivierte PulseAudio.

Die Entwickler von Kubuntu (http://www.kubuntu.org) haben beschlossen, aus Kubuntu 8.04 keine Version mit Long Term Support (LTS) zu machen. Kubuntu-Entwickler Jonathan Riddell erläuterte, dass KDE 4 als Desktop zum Einsatz käme und der sei für eine Version mit LTS nicht stabil genug. Kubuntu bietet in der aktuellen Alpha KDE 4 RC2 als Alternative zum standardmäßig aktivierten KDE 3.5.8 an. Die Entwickler ersetzten außerdem KMenu durch Tasty Menu und passten das Bedienkonzept des Systems den Standards von Freedesktop.org an.

Die aktuelle Testversion von Ubuntu 8.04 steht auf zahlreichen Spiegelservern für 32- und 64-Bit-Systeme zum Download bereit. Auch die Ubuntu-Varianten Xubuntu (http://www.xubuntu.org) mit XFCE-Desktop und Fluxbuntu mit Fluxbox sowie Edubuntu (http://www.edubuntu.org) liegen in aktuellen Alpha-Versionen vor.

Ubuntu mit Enlightenment kombiniert

Mit Geubuntu 7.10 (http://geubuntu.intiliux.com steht die erste Ubuntu-Variante mit Enlightenment (http://www.enlightenment.org) als Desktop bereit. Neben Enlightenment enthält Geubuntu eine Reihe von Gnome-Komponenten, der Name Geubuntu steht denn auch für das Trio Gnome, Enlightenment und Ubuntu. Als Windowmanager kommt eine aktuelle Version von Enlightenment E17 zum Einsatz, der für grafischen Effekte nicht auf die 3D-Beschleunigung der Grafikkarte zurückgreift. Das ermöglicht auf älteren Rechnern Effekte wie Transparenzen oder animierte Fensteraktionen. Geubuntu eignet sich laut Aussage der Entwickler auch für virtuelle Maschinen.

Die grafische Oberfläche zeigt sich sehr sorgfältig gestaltet. Zwei Themes – Moonlight und Sunshine – sind bereits vorinstalliert. Zwischen diesen schalten Sie i, laufenden Betrieb problemlos um. Geubuntu kommt als installierbare Live-CD daher und lässt sich ohne weiteres aus dem Ubuntu-Fundus mit Software ergänzen. Sie finden das System auf der DVD-Edition dieser LinuxUser-Ausgabe, einen Testbericht lesen Sie dort im DVD-Teil.

Geubuntu kommt mit einem sorgfältig zusammengestellten Enlightenment-Desktop daher.

Linux-Varianten für EeePC und Classmate

Die taiwanesische Firma Linpus Technologies hat mit Linpus Linux 9.4 Lite (http://www.linpus.com) eine Distribution speziell für kleine Mobilcomputer wie den EeePC (http://event.asus.com/eeepc/microsites/en/index.htm) von Asus oder den Classmate PC (http://www.intel.com/intel/worldahead/classmatepc/) von Intel herausgebracht. Aber auch auf alter Hardware verrichtet das System flink seinen Dienst.

Die Entwickler trimmten das System auf geringen Speicher- und Ressourcenverbrauch. Die Oberfläche lässt sich auch auf den in Zwerglaptops verbauten 7-Zoll-Bildschirmen noch bedienen. Linpus Lite braucht zur Installation 512 MByte auf einem Laufwerk, als Minimum an Arbeitsspeicher nennt der Hersteller 128 MByte.

An Sprachen unterstützt das System neben Chinesisch auch Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch, Support für weitere Sprachen ist geplant. Dank der vollständigen Unicode-Unterstützung von Linpus fällt die Anpassung recht leicht. Unter der selbstgestrickten Oberfläche verrichten Programme wie Firefox, Evolution und OpenOffice – allesamt in nicht mehr ganz taufrischen Versionen – ihren Dienst.

Linpus 9.4 Lite ist kostenlos und nur über den Server des Herstellers herunterzuladen. Der geht angesichts der Last zuweilen in die Knie, sodass man mit längeren Wartezeiten beim Download rechnen muss.

Sidux für Auge und Ohren

Unter dem Namen Myrinix (http://www.myrinix.com) gibt es einen Ableger von Sidux (http://sidux.com) mit dem Schwerpunkt Multimedia und insbesondere Video. Myrinix enthält die notwendige Software, um einen Server zum Streamen im heimischen Netz aufzusetzen. Zum Verteilen der Daten nutzt das System die Technik von NX. Diese hilft auch beim Aufsetzen laufwerkloser Rechner zum Betrachten von Multimedia-Inhalten und zum Surfen im Netz.

Das System unterstützt unter anderem die Videoformate MPEG1/2/4, DIVX, AVI, WMF, Quicktime, Real-Movie und die Audioformate MP3, WAV, OGG und Realaudio, ohne dass man Codecs nachinstallieren muss. Da das System auf Sidux basiert, lassen sich Programme aus den Pools von Sidux oder Debian "Sid" problemlos nachzuziehen.

Vector Linux mit Deluxe-Version

Die Desktop-Distribution Vector Linux (http://www.vectorlinux.com) ist in Version 5.9 erschienen. Vector Linux basiert auf Slackware 12 (http://www.slackware.com) und bringt mit Kernel 2.6.22.14, X.org 7.3, XFCE 4.4.2, Firefox 2.0.0.11, Opera 9.5 Beta1 und Seamonkey 1.1.7 moderne Software auf die Festplatte. Aktuelle Versionen von Abiword und Gnumeric liegen für die Büroarbeit bei.

Neben der frei verfügbaren Version "Standard Final Gold" gibt es noch eine kostenpflichtige Variante, die sich "Deluxe" nennt. Zum Preis von 27 US-Dollar umfasst sie neben dem Installationsmedium zusätzlich eine Bonus-CD mit weiterer Software sowie ein gedrucktes Handbuch. Bei dieser finden Sie KDE 3.5.8 als Desktop, OpenOffice 2.3.1 als Büropaket und mit Gimp 2.4, Amarok und Blender einige Reihe Multimedia-Anwendungen. Die Deluxe-Version bekommen Sie im Online-Shop von Vector Linux, die Gold-Variante liegt auf der Homepage und einigen Spiegelservern in Form eines einzelnen CD-Images bereit.

Das auf Slackware 12 basierende Vectorlinux 5.9 bringt moderne Software auf die Festplatte.

Kurz notiert

Die Entwickler von Debian (http://www.debian.org) haben mit Debian 4.0 r2 das zweite Update der aktuellen Version der Distribution bereitgestellt. Debian 4.0 r2 enthält alle seit Veröffentlichung von Debian 4 herausgebrachten Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen. Wer sein System immer auf dem aktuellen Stand gehalten hat, braucht diese Version nicht, sie ist vielmehr für Neuinstallationen gedacht.

Das Sidux-Projekt (http://sidux.com) hat Sidux 2007-04.5 freigegeben, eine aktualisierte Zwischenversion der Distribution. Das Live-System Sidux basiert auf Debian "Sid". Die aktuelle Version enthält einige Verbesserungen, die für das kommende Sidux 2008-1 in Arbeit sind, vor allem beim Hardwaresupport. Das System befindet sich auf dem Stand von Debian "Sid" vom 26. Dezember 2007. Der SMP-Kernel trägt die Versionsnummer 2.6.23.12 und enthält gegenüber den Standard-Kerneln von Debian eine verbesserte Unterstützung für WLAN-Geräte.

Warren Woodford hat die Debian-basierte Distribution Simply Mepis 7.0 (http://www.mepis.org) fertig gestellt und zum Download freigegeben. Nach einem kurzen Ausflug zu Ubuntu kehrte Warren Woodford wieder zu Debian als Grundlage des Systems zurück und präsentiert ein aktuelles, übersichtliches Desktop-System mit KDE 3.5.8 als Desktop, einem Kernel in Version 2.6.22.14, OpenOffice 2.3, Firefox 2.0.0.11 und Thunderbird 2.0.0.5. Für Ton und Bild sorgen Amarok 1.4.7 und MPlayer 1.0rc1. Simply Mepis richtet sich in erster an Einsteiger und Anwender, die ein einfach zu installierendes System haben möchten.

Der Red-Hat-Clone CentOS (http://www.centos.org) steht in Version 5.1 bereit. Er basiert auf den freien Quellen von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und bringt darum die gleichen Verbesserungen wie RHEL 5.1. Das Dateisystem Ext3 unterstützt jetzt Partitionen bis 16 TByte, die Entwickler integrierten den Hypervisor Xen und verbesserten den Support für RAID-Controller und Netzwerkkarten. An die Energieverwaltung haben die Entwickler ebenfalls Hand angelegt. CentOS verhält sich kompatibel zu RHEL und erfährt wie dieses sieben Jahre Support. Das System steht auf der Projekthomepage zum Download bereit, wobei die Entwickler darum bitten, zum Download Bittorrent zu benutzen, um den Server nicht zu überlasten.

Der amerikanische Distributor Red Hat (http://www.redhat.com) hat den Release des für Entwicklungs- und Schwellenländer gedachten Red Hat Global Desktop (http://www.redhat.com/rhel/desktop/compare) ein weiteres Mal verschoben. Als neuen Termin nennt das Unternehmen nun "Anfang 2008". Red Hat Global Desktop soll als System für Firmen und Regierungsorganisationen in Entwicklungsländern dienen und basiert auf Red Hat Enterprise Linux. Als Grund für die Verzögerung nennen die Entwickler Schwierigkeiten, Lizenzen für das Mitliefern von Codecs zum Abspielen von Multimedia-Inhalten zu bekommen.

Die Entwickler von OpenSuse (http://www.opensuse.org) haben die erste Alpha-Version des kommenden OpenSuse 11 zum Download bereit gestellt. Sie basiert auf Kernel 2.6.24-rc4 und X.org 7.3. Zusätzlich zu KDE 3.5.8 enthält sie auch eine aktuelle Entwickler-Version von KDE 4. GCC ist in Version 4.3.0 dabei, Gimp in Version 2.4, YaST trägt die Versionsnummer 2.16. Einen Termin für das Release von OpenSuse 11 steht noch nicht fest, die aktuellen Entwicklerversionen finden sich auf dem OpenSuse-Server.

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