Aufmacher

Automatisches Freistellen mit Gimp und Inkscape

Ausschneider

Das mühselige Hantieren mit Pfaden und Lassos ist Vergangenheit: Siox extrahiert beinahe automatisch beliebige Bereiche aus Pixelgrafiken.

Das Freistellen von Bildelementen zählt zu den alltäglichen Aufgaben beim Bearbeiten von Digitalfotos. Meist geht es darum, einzelne Bildelemente getrennt von den anderen in Helligkeit, Kontrast oder Farbe zu verbessern. Freisteller benötigt man auch, um Collagen aus Fotos zu erstellen, bei denen sich Objekte aus verschiedenen Bildern zu einem neuen Kunstwerk zusammenfügten.

Schon im vordigitalen Zeitalter gab es diese Freisteller: Beim Belichten arbeitete der Fotograf unter anderem mit Masken aus Karton, die einzelne Bildteile abdeckten oder freiließen. Dieses Prinzip hat sich in der Digitalfotografie erhalten – allerdings mit wesentlich vielfältigeren Möglichkeiten, einzelne Komponenten freizustellen. So können Sie Bildteile ebenso anhand ihrer Randlinien voneinander abgrenzen wie über ähnliche Farb- oder Helligkeitswerte.

Doch das Freistellen fällt nicht immer leicht: Gerade bei Objekten mit diffusem Rand artet es gern zu echter Fummelei aus, ohne dass das Ergebnis letztendlich befriedigt. Spezielle Freistellerwerkzeuge versprechen, dem Menschen diese lästige Arbeit abzunehmen. Eins davon ist Siox, eine Entwicklung des Zentrums für Digitale Medien an der Freien Universität in Berlin. Siox steht für "Simple Interactive Object Extraction". Das Prinzip ist ebenso leicht zu verstehen, wie schwer zu realisieren: Statt die mitunter sehr verzweigten Konturen eines Objekts mühsam mit einem Auswahlwerkzeug zu maskieren, um es aus dem Ursprungsbild herauszulösen, markieren Sie mit Siox ein Objekt nur noch grob, um es von seinem Hintergrund abzuheben. Das kleine Programm gibt es als Plugin für die Bildbearbeitung Gimp ab Version 2.2 sowie das Vektorgrafikprogramm Inkscape.

Siox einrichten

Um Siox in Gimp 2.2 oder höher als Plugin zu nutzen, laden Sie die bereits fertig übersetzte Datei von der Projekt-Homepage herunter, wo Sie sie im Abschnitt Plugin for Gimp 2.2 als Binärdatei siox4gimp finden. Kopieren Sie die Datei nach .gimp-2.2/plug-ins in Ihrem Home-Verzeichnis oder für eine systemweite Installation nach /usr/lib/gimp/2.0/plug-ins. Setzen Sie gegebenenfalls noch mittels sudo chmod a+x siox4gimp oder über die entsprechende Funktion des Dateimanagers das Execute-Flag, damit Gimp das Plugin beim nächsten Start automatisch einbinden kann.

Wenn Sie Siox mit dem Vektorgrafikprogramm Inkscape nutzen möchten, müssen Sie erfreulicherweise gar nichts tun; Siox gehört bei den aktuellen Versionen des Programms bereits zum Lieferumfang.

Bildvoraussetzungen

SIOX arbeitet mit allen RGB(A)-Bildern, also Grafiken mit RGB-Farbraum plus Alpha-Kanal für die Transparenz, nicht aber mit Graustufenbildern. Grafiken mit indizierten Farben, zum Beispiel weboptimierte GIFs, müssen Sie vor dem Freistellen mit Siox nach RGB konvertieren. In Gimp klicken Sie dazu auf Bild | Modus und wählen dort RGB aus.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Farbenspiel
    Die aktuelle Entwicklerversion des Bildbearbeitungsprogramms Gimp 2.3.13 enthält zahlreiche neue Features und Werkzeuge. Welche das sind und wem sie nützen, verrät dieser Artikel.
  • Neues Gewand
    Die populäre und leistungsstarke Bildbearbeitungsprogramm Gimp erschien unlängst in einer neuen stabilen Version. Wir zeigen, welche zusätzlichen Funktionen das Programm mitbringt und was sich sonst noch geändert hat.
  • Effizienter arbeiten mit GIMP
    Die Gimp-Tipps bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. In dieser Ausgabe zeigen wir, wie Sie ansprechende Fotomontagen erstellen. Alle Tipps beziehen sich auf die aktuelle Gimp-Version 2.3.14, die wir in der letzten Ausgabe vorgestellt haben.
  • Pixel-Kunst
    Drei Jahre Wartezeit haben sich gelohnt: Mit Version 2.4 legt Gimp bei Usability und Funktionsumfang deutlich zu.
  • Apfel-Collage - Freistellen
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 04/2017: SPEZIAL-DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...