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Gnome-News

01.09.2007

Hier spielt die Musik

Unter Linux stehen zahlreiche Mediaplayer zur Auswahl. Mit Aqualung (http://aqualung.sourceforge.net/) tritt jetzt ein neuer Vertreter des Genres auf den Plan, der das Zeug zu einer herausragenden Stellung hat.

Ursprünglich ausschließlich für Linux entwickelt, gibt es den Player mittlerweile auch für andere Unix-Plattformen (etwa FreeBSD) und sogar Windows. Das Programm verarbeitet alle gängigen Input-Formate und kommt mit dem Abspielen klassischer Audio-CDs ebenso klar wie mit Musik-Streams aus dem Internet. Als Audio-Formate unterstützt Aqualung OGG, MP3, FLAC WavPack, WMA, WAV, AIFF und MOD, um nur einige zu nennen. Dazu müssen freilich die entsprechenden Codecs auf dem System vorhanden sein. Als Ausgabesystem können wahlweise ALSA oder OSS dienen. Selbst eine Unterstützung für den Audio-Server Jackit implementierten die Entwickler.

Besonders interessante Möglichkeiten bietet Aqualung beim Umgang mit Playlists: Im Gegensatz zu vielen anderen Playern kann es mehrere davon gleichzeitig laden und in Tabs anordnen. Dieses Verhalten schauten die Entwickler von gängigen Webbrowsern ab. Darüber hinaus hat der Anwender die Möglichkeit, seine Audiodateien in "Stores" zu verwalten. Bei einem solchen "Musikladen" handelt es sich schlicht um eine XML-Datei, die alle Tracks eines angegebenen Verzeichnisses nach Interpret, Album und Titel indiziert und verwaltet. Der Player stellt diese in einer Baumstruktur dar und erleichtert dem Anwender außerdem mit einer effizienten Routine die Suche nach bestimmten Stücken.

Aqualung erschien jetzt in der Version 0.9beta8, die neben anderen Neuerungen erstmals die Tab-Verwaltung für Playlisten einführt – ein Update lohnt sich also.

aqualung-002.png

Mit "Musikläden" hilft Aqualung dem Anwender bei der Verwaltung umfangreicher Audio-Archive.

Fröhliches Tauschen mit Gnutella

Wer Gnutella für einen Brotaufstrich hält, hat vermutlich mit Internet-Tauschbörsen wenig am Hut. Alle anderen dürfte hingegen das Tauschprogramm Gtk-gnutella (http://gtk-gnutella.sourceforge.net) interessieren.

Es implementiert die aktuelle Version des Gnutella-Protokolls und ermöglicht dem Anwender durch seine grafische Oberfläche, im Gnutella-Netzwerk bequem nach Dateien zu suchen oder selbst Dateien bereitzustellen. Mit Hilfe von Filterregeln lässt sich dabei die Masse der Suchergebnisse in geordnete Bahnen lenken. Wird der Benutzer fündig, markiert er die gewünschte Quelle und startet den Download.

Da es sich bei Gnutella um ein Peer2Peer-Protokoll handelt, stellt der Anwender seine Downloads sofort wieder für Dritte zur Verfügung und kann darüber hinaus auch eigene Dateibereiche zum Herunterladen freigeben. Damit Gnutella-Verbindungen dabei nicht die gesamte Breitbandanbindung in Anspruch nehmen, bietet Gtk-gnutella die Möglichkeit, Grenzwerte für den Umfang des ein- und ausgehenden Datenverkehr festzulegen.

Acht Monate nach der letzten stabilen Version erschien jetzt die Version 0.96.4. Sie behebt zahlreiche Fehler und bietet unter anderem einen verbesserten Spam-Schutz, optimiertes Drag & Drop sowie das Wiederaufnehmen abgebrochener Downloads. Darüber hinaus beherrscht Btk-gnutella nun die Berechnung von Tigertree-Hashwerten und unterstützt Head-Pings, was zu einem besseren Downloadverhalten führt.

gtkgnutella-002.png

Das Angebot im Gnutella-Netz ist vielfältig – mit Gtk-gnutella lässt es sich leichter überschauen.

OpenMoko-Handy jetzt im Webshop

Nachdem im Juni bereits die ersten 200 Geräte des OpenMoko-Handys Neo 1973 von FIC produziert und an ausgewählte Linux-Entwickler geliefert wurden, kann nun jeder über die neueröffnete Website http://www.openmoko.com ein Neo 1973 bestellen.

Das Gerät wird in den beiden Ausführungen Base und Advanced angeboten und ist für 300 respektive 450 Euro zu haben. Zum Lieferumfang gehören in der Base-Version neben Handy und Ladegerät auch ein Headset, ein USB-Kabel und eine 512-Mb-SD-Karte. Die Advanced-Ausgabe liefert darüber hinaus einen Zusatzakku, eine zweite SD-Karte sowie weitere Kabel und Werkzeuge in einem Koffer mit.

Beide Angebote richten sich allerdings immer noch primär an Entwickler. Erst im Oktober will OpenMoko wirklich massenmarkttaugliche Geräte in breiter Front vermarkten. Diese sollen dann auch über einen Grafikbeschleuniger und WLAN verfügen. Damit werden die Geräte aber auch 150 Euro teurer als die jetzt angebotene erste Serie.

openmoko.png

Das Neo 1973 können Sie jetzt auf der OpenMoko-Website bestellen.

Kurz notiert

Nach mehrjähriger Entwicklungsphase und zahlreichen Zwischenversionen gibt es nun mit Version 2.2.0 wieder ein stabiles Release der Gnome-Entwicklungsumgebung Anjunta Devstudio. Es behebt zahlreiche Fehler, die zu Abstürzen oder Hängern führten, und bringt daneben auch eine Reihe von Neuerungen mit. Dazu zählen die Textkomplettierungs-Option im GtkSourceView-Editor, ein erweitertes Vorlagensortiment im Projekt-Wizard und ein überarbeitetes Profiling-Plugin, das für bestimmte Profile gesetzte Optionen beibehält. Zudem passten die Entwickler das Benutzerhandbuch und die FAQ an die neuen Funktionen an.

Fachautor Mike MacCana hat in seinem Blog VentureCake 10 Verbesserungen für Gnome (http://www.venturecake.com/10-ideas-to-improve-gnome/) angemahnt. Seine Liste beginnt mit dem Vorschlag, die Bindung an das Akronym GNU Networking Object Modelling Enviroment fallen zu lassen und die offizielle Schreibweise von GNOME nach Gnome zu ändern: Den meisten Anwendern sei der Bezug zum Akronym ohnehin nicht geläufig. Die restlichen Vorschläge sind dagegen weitaus praxisorientierter und reichen vom bewegten Desktop-Hintergrund über die Hervorhebung neuinstallierter Programme in den einzelnen Menüs bis hin zu einer Xkill-Variante für Gnome. Ob und welche Vorschläge es zur Umsetzung schaffen, muss sich zeigen.

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