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Buchtipp

Bücher

01.09.2007

Essen fassen!

Das englische Wort Geek bezeichnete im Mittelalter Menschen, die auf den Jahrmärkten lebendigen Tieren den Kopf abbissen, sagt Wikipedia. Geht es um Formen ungewöhnlicher Nahrungsaufnahme, scheinen moderne Stubenhocker und Streber nicht nur dem Namen nach von diesen traditionellen Fahrensleuten abzustammen. Allerdings grenzt die Behauptung, dass Geeks überhaupt etwas Essbares zu sich nehmen, das nicht aus einer Pizzaschachtel stammt, schon fast an üble Nachrede.

Mela Eckenfels und Petra Hildebrandt haben sich mit ihrem "Kochbuch für Geeks" der Mission verschrieben, das Essverhalten der diesbezüglich stark retardierten Gruppe zu verändern. Als gedrucktes Zeugnis dieser Mission liegt ein vergnüglich zu lesendes Kochbuch vor, dass zielgruppengerecht ganz weit unten ansetzt: Das Zimmer neben dem Serverraum, das du noch nie betreten hast, ist die Küche, und die kreisrunden Flächen heißen Herdplatten. Oder so ähnlich.

Wer schon einmal Nahrung zubereitet hat, darf diese Seiten getrost überblättern und sich stattdessen den eigentlichen Rezepturen zuwenden. Die sind weitgehend maschinenlesbar, mithin also ebenfalls zielgruppenaffin, und gehen kreativ mit Kochutensilien ("Brot aus der Pfanne") und Zutaten ("Mohrenkopftorte mit Schokoküssen") um. Fehlt noch der zweite Band, der sich mit dem Verhalten von Geeks bei plötzlichem Einfall von Sonnenlicht beschäftigt. Aber bis der erscheint, vergnügen wir uns zunächst mit der Lektüre dieses Werkes und dem Nachkochen der interessanten Rezepte.

Infos

Mela Eckenfels & Petra Hildebrandt

Das Kochbuch für Geeks

O'Reilly, 2007

ISBN: 978-3-89721-462-0

222 Seiten, 15,90 Euro

http://www.oreilly.de

Früh übt sich

Eigentlich ist Linux gar nicht schwer. Das zumindest behauptet der Autor Walter Harrichhausen in seinem Buch "Suse Linux 10.x für Kids". Dort beschreibt er speziell für Kinder und Jugendliche die Installation, Konfiguration und die wichtigsten Anwendungen in Suse 10.1.

Ganz auf die jungen Computernutzer im Schulalter abgestimmt, arbeitet der Autor mit leicht verständlichen und übersichtlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie vielen Abbildungen. Dabei kommen auch schwierige Themen nicht zu kurz, wie etwa das Anpassen des BIOS, das Partitionieren der Festplatte oder die Installation der Grafikkartentreiber für 3D-Anwendungen.

Der Installation und Konfiguration widmet Harrichhausen die meisten Seiten. Das ist auch gut so, denn ein schlecht eingestelltes System sorgt meistens für frustrierende Erlebnisse im Alltag. Darüber hinaus wirft er einen Blick auf wichtige Programme zum Briefeschreiben, fürs Internet, zum Bearbeiten von Bildern, für den Videoschnitt und einfach zum Spielen.

Der Autor stellt dem Linux-Neuling bei seiner Reise in das Pinguinland zwei Begleiter zur Seite: Nele und Timm reiten schon länger auf dem Suse-Chamäleon und kennen sich daher gut mit Linux aus. Hund Buffy hilft auch schon mal mit wichtigen Hinweisen sowie Tipps und Tricks. Ungeachtet dessen ist die Unterstützung der Kids durch einen computererfahrenen Erwachsenen sicherlich von Vorteil.

Der Blick in das genau 400 Seiten starke Buch (inklusive Suse 10.1 auf DVD) lohnt sich übrigens auch für ältere Linux-Einsteiger, denn Linux ist tatsächlich nicht schwer. Noch leichter geht's mit diesem Buch!

Infos

Werner Harrichhausen

Suse Linux 10.x für Kids

BHV, 2006

ISBN: 3-8266-1628-6

400 Seiten, 19,95 Euro

http://www.bhv-buch.de

Kniffelige Rezeptsammlung

Wie war denn das noch mal genau mit dem Parsen der Ausgabe eines Kommandos ohne Zwischenspeichern in einer Datei? Irgendwie geht's – aber wie genau, dass kommt bei kaum einem aus der Hüfte geschossen. Selbst alte Unix-Hasen grübeln hin und wieder über dem einen oder anderen Skript-Problem. Abhilfe schafft hier das "Bash Cookbook", eine umfangreiche Sammlung von praktischen Codeschnipseln. Hier finden sich Lösungen für alltägliche und nicht ganz alltägliche Fragestellungen, die beim Programmieren in der Bash immer mal wieder auftauchen.

Das rund 600 Seiten starke Buch geht dabei pragmatisch vor: Lieber leicht lesbaren Code schreiben, statt mit ebenso kunstvollen wie komplexen Konstrukten glänzen. Nur so ist nach Ansicht der Autoren gesichert, dass man auch anderthalb Jahre und drei Projekte später noch versteht, was man seinerzeit eigentlich programmiert hat. Auch Laien fällt so die Entschlüsselung des Codes leichter.

Wie für die anderen Rezeptsammlungen aus Hause O'Reilly gilt auch für dieses Buch: Einzelne Beiträge stehen immer für sich. Für die Kapitel geben die Autoren jedoch immer ein Oberthema vor. Die reichen von einfachen Kommandostapeln bis hin zu komplexen arithmetischen Vergleichen. Um nicht immer die selben Verfahren zu erläutern, verweisen die Rezepte bei Bedarf auf andere Beiträge.

Wie die Autoren selbst betonen, deckt die Sammlung sicher nicht jedes Problem ab. Oft braucht es ein wenig Gehirnschmalz, um das Rezept an ein eigenes Problem anzupassen. Jedoch finden sich hier eben die richtigen Hinweise, die einem schnell über eine kleine Denkhürde hinweg helfen. Da schadet es auch nichts, dass die Motivation für ein Rezept manchmal etwas gekünstelt wirkt. (Andreas Bohle, Thomas Pelkmann, Karsten Reich/agr)

Infos

Carl Albing, JP Vossen, Cameron Newham

Bash Cookbook

O'Reilly, 2007

ISBN: 978-0-596-52678-9

598 Seiten, 49,99 US-Dollar

http://www.oreilly.de

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Infos zur Publikation

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LinuxUser 03/2012

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