Was ist bloß los mit den Linux-Distributoren? Kaum einer schafft es noch, die eigene Distribution termingerecht fertigzustellen. Neben Ubuntu und Suse hatte auch Red Hat [1] den Veröffentlichungstermin der Community-Distribution Fedora Core verschoben. Am 20. März war es endlich soweit, die ISO-Images fanden ihren Weg auf die weltweiten Mirror-Server.
Neues Logo, neues Glück
Nach dem Booten überrascht Fedora mit einem neuen "Artwork", das neben der blubbernden Blasenoptik auch das neue Fedora-Logo enthält: ein symmetrisches "f", das über einem blauen Unendlichkeitszeichen liegt. Beides ist eingebettet in eine Art Sprechblase, die nach der Idee der Logo-Schöpfer für die Stimme der Community steht. Ähnlich soll das f neben Fedora auch Freedom (Freiheit) bedeuten [2]. Das alles kann man wohl als Versuch verstehen, zumindest über das Logo-Design die Offenheit des Fedora-Projekts zu kommunizieren, die Red Hat nach Ansicht vieler bisher vermissen ließ.
Abgesehen von der Optik hat sich im Fedora-Installer nichts Wesentliches geändert. Mit einer grafischen Oberfläche führt er durch die übersichtliche Installation, die neben der konventionellen Partitionierung auch die Verwendung logischer Volumes mit LVM anbietet. Privatanwender sollten davon jedoch absehen, wenn es keinen speziellen Grund gibt, LVM zu benutzen.
Installation oder Upgrade
Hat der Installer die Pakete auf die Festplatte kopiert, bleiben noch einige abschließende Schritte. Dazu zählen die Einrichtung von Firewall und SELinux, das Anpassen von Datum und Uhrzeit sowie der Soundkarten-Test. Alte Fedora-Releases lassen sich in der Regel ohne Neu-Installation auf Core 5 updaten. Mehr Informationen dazu finden sich im LinuxUser-Artikel zu Fedora Core 4 [3].
Nach dem ersten Booten begrüßt ein ebenfalls optisch aufgemöbelter Gnome-Login-Manager den Fedora-Benutzer. Den Login-Prozess selbst haben die Entwickler etwas beschleunigt. Als Standard-Desktop kommt in Fedora Gnome 2.14 zum Einsatz, KDE-Fans können ihren Lieblings-Desktop in Version 3.5 installieren. Die Neuerungen in Gnome 2.14 stellt ein eigener Artikel in diesem Heft vor.
Weitere Neulinge auf dem Desktop sind die Paket-Manager-Frontends Pup und Pirut. Warum Red Hat gleich zwei Tools zu einem ähnlichen Zweck beilegt, erschließt sich nicht ohne Weiteres. Pup kümmert sich jedenfalls eher um System-Updates, während Pirut sich auf das Installieren und Entfernen von Software im Allgemeinen konzentriert. Beide benutzen das darunter liegende Yum-Paketmanagement, das sich wiederum auf RPM stützt.



