Software News

01.07.2005

Kurz notiert

Lange musste die Linux-Gemeinde schmoren, jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der Linux-Kongress 2005 (http://www.linux-kongress.de) findet vom 11. bis 14. Oktober in den Räumlichkeiten des Rechenzentrums der Universität Hamburg statt. Wie in den Vorjahren bestehen die ersten beiden Tage der viertägigen Veranstaltung aus Workshops und Tutorials. Der eigentliche Kongress startet erst am 13.Oktober. Wer einen Beitrag einreichen möchte, hat dazu noch bis zum 22. Juli Gelegenheit.

Wie der Projektleiter des Netfilter Frontends Shorewall (http://www.shorewall.net), Tom Eastep, jetzt bekannt gab, stellt er das Projekt in Kürze ein. Eastep begründet seine Entscheidung in einer offenen Mail damit, dass es ihm nicht gelungen sei, weitere Mitglieder für das Projekt zu gewinnen und ihm die Aufgaben in Dokumentation und Support jetzt über den Kopf wachsen. Vor dem endgültigen Ende erscheint noch eine letzte Version 2.4.0. Da der Sourcecode von Shorewall frei ist, können jene, die es regelmäßig nutzen, nötigte Änderungen selber einpflegen.

Fünf Jahre nach der Version 1.0 erschien nun Free Pascal 2.0 (http://www.freepascal.org). Bei voller Kompatibilität zu Turbo Pascal 7 und Delphi läuft es auf wesentlich mehr Plattformen als sein Vorgänger. Selbst Exoten wie MorphOS und OS/2 finden sich in der Liste. Die neue Version besitzt darüber hinaus verbesserte Komponenten für den Datenbankzugriff sowie Optimierungen beim Threading und bei Widestrings. Außerdem enthält das Paket eine textbasierte Entwicklungsumgebung. Binäre Pakete für alle Betriebssysteme stehen zum Download bereit. Eine Breitbandanbindung ist jedoch von Vorteil, da bereits das einfache RPM-Paket 10 MByte umfasst. Ein Tar-Archiv schlägt mit 27 MByte zu Buche.

Gut einen Monat nach der englischen Version steht jetzt der deutsche Acrobat Reader 7.0 (http://www.adobe.de)zur Verfügung. Die neue Version enthält eine verbesserte Formularbehandlung und wertet die vom Verfasser eines Dokuments gesetzten Verwertungsrechte besser aus. Weiterhin hat der Anwender die Möglichkeit, mit Objekten in Dokumenten zu interagieren oder direkt auf den Yahoo-Suchdienst zuzugreifen. Mit 42 MByte geriet die neue Version allerdings recht groß. Benutzer älterer Distributionen wie Debian 3.0 können sich den Download jedoch sparen: Hier läuft der neue Acrobat nicht.

Die wachsende Beliebtheit von Linux im Mobilfunk-Sektor zeigt die Ankündigung von Qualcomm (http://www.qualcomm.com), mit seinen Chipsätzen künftig das freie Betriebsystem zu unterstützen. Das Unternehmen erleichtert damit Handy-Herstellern die Umstellung. Im Augenblick beschränkt sich die Unterstützung noch auf den bereits etwas älteren Chipsatz MSM6550, der sich in über 30 verschiedenen 3G-Smartphone-Handys findet. Wann weitere Chipsätze folgen, ließ Qualcomm noch nicht verlauten.

Nach nur fünfmonatiger Entwicklungszeit wurde jetzt die Version 0.4.0 von OpenTTD (http://www.openttd.com), einem Nachbau des Klassikers Transport Tycoon Deluxe, veröffentlicht. Im Gegensatz zum Original wartet der Nachbau mit einer intuitiveren Bedienung auf und bietet in Punkto Spielkomfort eine optimierte Wegfindung für Fahrzeuge, automatische Fahrzeug-Upgrades und eine weitläufige Kartierung. Wer will, kann dank TCP/IP-Unterstützung und Master-Server im Internet gegen maximal acht Gegner antreten.

Downloads verwalten mit Urlgfe

Download-Manager gibt es zwar wie Sand am Meer, mit Urlgfe (http://urlget.sourceforge.net) verwalten Sie jetzt jedoch alle Übertragungen effizienter. Die Stärke des Programms liegt in der Gliederung der Übertragung in unterschiedliche Kategorien, die Sie als Anwender selber anlegen. Jeder Kategorie ordnen Sie ein eigenes Ablageverzeichnis sowie eventuell benötigte Anmeldedaten zu.

Außerdem bietet das Programm die Option, jeder Kategorie mehrere Proxy-Server zuzuordnen, die es sequenziell verwendet, bis der Download erfolgreich war. In großen Netzen lässt sich so der Traffic geschickt verteilen. Für einzelne Downloads dürfen Sie spezielle Proxy-Server festlegen.

Weiterhin verfügt die Software über die praktische Eigenschaft, aus einer HTML-Datei eine Liste aller Links zu generieren. Basierend auf dieser Sammlung wählen Sie bequem alle gewünschten Download-Dateien aus. Soll das Programm den Download nicht selber durchführen, exportieren Sie die Links als Wget-konforme Datei.

Urlgfe liegt zur Zeit in der Version 0.98 vor. Diese Version korrigiert eine Reihe von Fehlern und erlaubt erstmals, URLs beim Programmaufruf in der Kommandozeile direkt zu übergeben.

Urlgfe verwaltet Downloads in verschiedenen Kategorien.

Ding hilft bei der Suche im Wörterbuch

Wer regelmäßig ein Wörterbuch zu Rate zieht, für den ist das Tk-basierte Front-End Ding (http://www-user.tu-chemnitz.de/~fri/ding/) genau das Richtige: Mit seiner Hilfe suchen Sie in Wörterbüchern nach regulären Ausdrücken oder überprüfen die korrekte Schreibweise eines Begriffes. Das Programm besitzt eine eigene Deutsch-Englisch-Datenbank, die über 131 000 Begriffe kennt. Zur Rechtschreibkontrolle greift Ding hingegen auf Ispell und dessen Daten zurück.

Besonders die Interaktion mit anderen Programmen hat der Ding-Entwickler gut gelöst: Es reicht völlig, einen Begriff in einem beliebigem Fenster zu markieren und Ding prüft seine Schreibweise oder übersetzt ihn. Daneben erlaubt die Software manuelle Eingaben.

Die jetzt erschienene Version 1.4. von Ding bietet erstmals die Möglichkeit, erweiterte Einträge in der Darstellung eines Suchergebnisses zusammenzufalten und nur bei Bedarf aufzuklappen. Das verbessert die Übersicht. Darüber hinaus verwendet das Programm jetzt die UTF-8-Kodierung und besitzt ein erweitertes und korrigiertes Wörterbuch.

Selbst für den Begriff Wörterbuch kennt ding viele Übersetzungen.

Einfache Dienstüberwachung dank Status

Wenn Sie im LAN oder Internet die Verfügbarkeit verschiedener Systeme oder Dienste im Auge behalten wollen, kommt die Version 1.8.6 des Perl-Skripts Status (http://www.the-den.org/status/) sicher wie gerufen. Sie übergeben lediglich die IP-Adresse des Servers und den zu überwachenden Port, und das Programm prüft in einem 60-Sekunden-Intervall, ob der Dienst noch erreichbar ist. Die Intervalllänge lässt sich dabei beliebig anpassen.

Ein grünes Signalfeld zeigt an, dass das entfernte System noch erreichbar ist. Anderenfalls leuchtet das Signalfeld orange, und Status setzt eine Benachrichtigungs-Mail an eine vorher festgelegte Adresse ab.

Ein Manko der Software: Sie akzeptiert nur IP-Adressen und keine Domain-Namen als Zieladressen. Damit eignet sie sich nicht zum Überwachen von Web-Hosting Angeboten bei einem ISP, da diese alle dieselbe IP haben.

Angenehmerweise stellt Status seine Ergebnisse auf Wunsch online bereit. Bei entsprechender Konfiguration schreibt das Programm seine Ergebnisse in eine HTML-Datei, die es per FTP-Zugang regelmäßig auf einen Server überträgt. Auf diese Weise erkennen Sie auch von unterwegs, ob alle Rechner laufen.

Mit der Status-Tabelle sehen Sie sofort, welcher Dienst Ärger macht.

Wissen was die Stunde schlägt

Steht Ihr Rechner hinter einer restriktiven Firewall, haben Sie meist keine Möglichkeit, auf einen Zeit-Server zuzugreifen. Mit Htpdate (http://www.clevervest.com/htp/) umgehen Sie dieses Problem geschickt, indem Sie sich die aktuelle Zeit einfach von einem Webserver holen.

Das Programm nutzt die Tatsache, dass nach HTTP-Spezifikation jeder Web-Server seine Antwort auf eine Anfrage mit einem Zeitstempel versieht. Dieser Zeitstempel enthält immer die aktuelle GMT-Zeit. Basierend auf der lokal einstellten Zeitzone ermittelt die Software dann die korrekte Zeit. Damit die lokale Uhr immer richtig tickt, kann Htpdate als Dienst im Hintergrund laufen. Sie setzen die Intervalle beliebig fest, in denen es die Zeit abfragt.

Besteht kein direkter Internet-Zugang, stellt Htpdate seine Anfragen über einen Proxy-Server. Nach einer ersten Implementation in Perl liegt nun eine C-Version mit der Release-Nummer 0.8.0 vor. Sie wurde kräftig überarbeitet. Neu hinzu kam unter anderen die Möglichkeit, alle Aktionen mittels Syslog zu protokollieren sowie das zu verwendende HTTP-Protokoll festzulegen.

Mit htpdate kriegen Sie immer die korrekte Zeit – vorausgesetzt der Webserver tickt richtig.

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