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© Michael Ilgner, fotolia.de

Verwaltungstalent

Bilderverwaltung

Ordnung ist das halbe Leben – und die andere Hälfte? Zumindest was die Verwaltung der eigenen Bildersammlung angeht, können Sie sich jetzt beruhigt zurücklehnen und den Job an Googles Picasa abtreten.

Google durchforstet nicht nur das Netz und die Landkarten dieser Erde, sondern mit der richtigen Software auch die Fotos auf Ihrem Rechner. Picasa [1] organisiert und sortiert die Bildersammlung, bietet einfache Bildbearbeitungsfunktionen, erstellt Diavorführungen, Collagen, Filme und Geschenk-CDs, übermittelt Bilder zu Picasa-Webalben und Blogs und vieles mehr.

Ein EasyLinux-Artikel aus dem Jahr 2006 stellte Version 2.2 der Bilderverwaltung vor [2]. Sie finden ihn auf der Heft-DVD. Hier besprechen wir die aktuelle Betaversion 3.0 und stellen vor allem neue Funktionen und Features im Vergleich zum Vorgänger heraus. Pakete für Ihre Distribution finden Sie auf der Picasa-Downloadseite [3].

Ordnung im Handumdrehen

Der Bildverwalter legt im Bereich Grafik der Startmenüs einen Eintrag an. Alternativ öffnen Sie das Programm über Eingabe von picasa in ein Schnellstart- oder Terminalfenster. Beim ersten Aufruf müssen Sie den Lizenzbedingungen zustimmen – Picasa ist zwar kostenlos, aber keine freie Software. Über Next und I agree geht's weiter. Die vorliegende Betaversion ist komplett auf Englisch, die Option zur Sprachauswahl ist im Einrichtungsdialog ausgegraut. Ältere Versionen lagen bereits in verschiedenen Sprachen vor, daher ist anzunehmen, dass die finale Version auch wieder Deutsch spricht.

Picasa fackelt nicht lange und durchsucht das komplette Home-Verzeichnis nach Bilddateien. Eine Abfrage, welche Bereiche das Programm durchforsten soll, findet hier nicht statt. Je nach Menge der Grafikdateien dauert der erste Import eine Weile. Picasa sucht in der Voreinstellung nach den Formaten JPEG, TIFF, BMP, PSD, PNG und RAW-Formaten (CRW, NEF usw.). Um auch GIF und TGA mit einzubeziehen, öffnen Sie aus dem Menü Tools den Dialog Options und gehen dort zum Reiter File Types. Per Klick in die jeweilige Checkbox wählen Sie Grafikformate an und ab.

Während Google für Windows-Anwender eine native Version der Fotoverwaltungssoftware bereitstellt, setzen die Linux- und Mac-OS-X-Versionen auf die Laufzeitumgebung Wine. Daher passt Picasa vom Look & Feel her nicht zu den Desktopumgebungen. Das lässt sich aber verschmerzen, zumal das Programm es ermöglicht, die verwendeten Schriften zu konfigurieren. Sind Ihnen die voreingestellten Schriftarten zu klein oder pixelig, passen Sie diese über den Dialog Picasa Font Settings an. Den öffnen Sie über den Eintrag Picasa Font Settings aus der Grafikabteilung des Startmenüs. Unter Screen Resolution erhöhen oder verringern Sie die Auflösung, und auf dem Reiter Menu Font richten Sie die Schriftart und -größe für die Picasa-Menüs ein. Eine Vorschaufunktion am unteren Bildschirmrand hilft beim Einstellen (Abbildung 1). Bestätigen Sie nach Abschluss Ihre Wahl über OK und starten Sie Picasa neu.

Abbildung 1: Picasa erlaubt das Feinjustieren der Menüschriften und das Anpassen an die eigene Bildschirmauflösung.

Gut organisiert

Im linken Abschnitt des Hauptfensters organisiert Picasa Ihre Bilder in Alben und Ordnern (Abbildung 2). Dabei entsprechen die Ordner (Bereich Folders) den tatsächlichen Verzeichnissen auf Ihrer Festplatte. Änderungen an diesen wirken sich auf die entsprechenden Verzeichnisse aus. Kopieren Sie beispielsweise in der Bilderverwaltung eine Datei von einem Ordner in einen anderen, führt Picasa diese Aktion auch auf der Festplatte aus. Im Gegensatz dazu sind Alben "virtuelle" Ordner und nur in Picasa vorhanden. Wenn Sie Fotos aus einem Album löschen oder verschieben, bleiben die ursprünglichen Dateien davon unberührt.

Abbildung 2: Bilder ziehen Sie bequem per Drag & Drop zwischen Ordnern und Alben hin und her.

Ihr Home-Verzeichnis durchsucht Picasa in der Voreinstellung kontinuierlich nach neuen Bildern. Über den Folder Manager nehmen Sie weitere Ordner in diese Liste auf. Darin schließen Sie auch gezielt Unterverzeichnisse aus oder stellen ein, dass Picasa einen Ordner nur einmal scannt.

Den Folder Manager erreichen Sie über das Menü Tools oder über File / Add Folder to Picasa. Links im Dialogfenster finden Sie in einer Baumstruktur sämtliche Verzeichnisse (Abbildung 3). Über die Checkboxen rechts daneben kennzeichnen Sie einen Ordner zum einmaligen Scannen (Scan Once), schließen ihn von der Indizierung aus (Remove from Picasa) oder scannen ihn immer nach neuen Bildern (Scan Always). Sobald Sie auf OK klicken, durchforstet die Bildverwaltung neu hinzugefügte Ordner. Landet, während sie mit Picasa arbeiten, ein neuer Schnappschuss in einem Verzeichnis, welches das Programm immer scannt, blendet es ein kleines Pop-up-Fenster ein, das auf den Import hinweist.

Abbildung 3: Über den Folder Manager (Ordnerverwalter) legen Sie fest, welche Verzeichnisse Picasa nach neuen Bildern durchforstet.

Über View / Folder View wählen Sie zwischen verschiedenen Ansichtsmodi für den linken Navigationsbereich aus. Sie entscheiden hier, ob die Ordner in einer Baumstruktur (Tree View) erscheinen und ob Picasa sie nach dem Erstellungsdatum (Creation Date), den letzten Änderungen (Recent Changes), der Größe (Size) oder dem Namen (Name) sortiert.

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Infos zur Publikation

Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift EasyLinux.

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