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Aus EasyLinux 01/2010

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Nouveau-Treiber kommt in den Kernel 2.6.33

Gute Aussichen für alle, die eine Grafikkarte von Nvidia besitzen: Der neue Treiber Nouveau kommt in den Kernel 2.6.33 und unterstützt DRM. Nouveau ist ein hauptsächlich von Red Hat entwickelter freier Treiber mit 2D- und teilweise 3D-Support für Nvidia-Grafikkarten. Der für den 2D-Support aktuell benutzte nv-Treiber ist ziemlich alt und nutzt bei den Nvidia-Karten nur wenige Features.

Die Nouveau-Entwickler haben nun um die Aufnahme des rund 36000 Zeilen umfassenden Codes in Kernel 2.6.33 gebeten. Bislang war diese Aufnahme nicht möglich, da der Treiber zu einem sehr kleinen Teil noch aus proprietärem Code bestand. Diesen Teil (ctx_voodoo) hat das Entwicklerteam um David Airlie und Ben Skeggs jetzt in eine Firmware ausgelagert, die sich bei Bedarf (aktuelle GeForce-Karten) nachladen lässt.

Der Treiber landet vorerst in dem von Greg Kroah-Hartman verwalteten “Staging-Zweig” (als drm-nouveau-pony) und fließt voraussichtlich ein bis zwei Kernel-Versionen später in den Hauptzweig ein. Mit dem Einzug in den Kernel und der DRM-Unterstützung dürften die meisten Distributionen in Kürze auf den Nouveau-Treiber als Standardtreiber für Nvidia-Karten wechseln. Bislang enthielt nur Fedora den lange als experimentell eingestuften Treiber. (Marcel Hilzinger/hge)

[1] Quelle: http://www.phoronix.com/scan.php?page=news_item&px=Nzc5OQ

Microsoft-Tool unter GPL

Microsoft hat Mitte November 2009 mit einem Tool, das aus der Download-Version von Windows 7 ein bootbares USB-Medium oder eine DVD erstellt, die GPL verletzt. Nun hat der Konzern reagiert und das Werkzeug unter der GPL veröffentlicht.

Microsofts Open Source Community Manager Peter Galli verkündete die Veröffentlichung des Windows-7-USB-/DVD-Tools (kurz: WUDT) auf der für die Kommunikation mit der Open-Source-Welt von Microsoft eingerichteten Webseite Port 25 [1]. WUDT ist nun wieder bei Codeplex zum Download erhältlich [2].

Wie unser Nachrichtenportal LinuxCommunity.de berichtete [3], hatte WUDT in seiner ursprünglichen Form Code enthalten, der nicht von Microsoft stammt und unter der GPL steht.

Die Freigabe unter der GPL ist aus lizenzrechtlichen Gründen nicht ohne Änderungen an WUDT vonstatten gegangen. In der Urfassung hatte Microsoft dem Tool diverse für die Installation nötige Programme beigepackt, dazu zählen das .NET-Framework, IMAPI zum Brennen von DVDs und bootsect.exe, ein in Windows 7 enthaltenes Programm, das USB-Sticks bootbar macht. Die drei genannten Komponenten erfordern nun wegen ihrer unterschiedlichen Lizenzen eine separate Installation. Microsoft bietet dazu eine Hilfestellung an [4]. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://port25.technet.com/archive/2009/12/09/windows-7-usb-dvd-download-tool-released-under-gplv2.aspx

[2]http://wudt.codeplex.com/

[3]https://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Microsoft-gibt-GPL-Verletzung-zu

[4]http://store.microsoft.com/Help/ISO-Tool

Malware auf Gnome-Look.org

Beim Installieren eines Bildschirmschoners von Gnome-Look.org bemerkte ein Ubuntu-Anwender ein merkwürdiges Verhalten: Abgesehen davon, dass der Screensaver nicht in der Liste von Gnomes Bildschirmschonern auftauchte, enthielt die Software ein Skript, das einige merkwürdige Ersetzungen vornahm. Es holte unter anderem zwei Dateien namens Auto.bash und gnome.sh von einem Server und installierte sie nach /usr/bin/ bzw. /etc/profile.d/. Zugleich begann das Skript via Ping-Befehl, sehr große Pakete an einen bestimmten Server zu schicken. Vermutlich diente das Skript einer Denial-of-Service-Attacke (DOS) gegen einen anderen Server, der unter anderem Exploits für Massive Multiplayer Games wie World of Warcraft anbietet.

Der Anwender postete seine Erkentnisse in den Ubuntu-Foren [1], mittlerweile ist die Software von Gnome-Look.org verschwunden. Das Rätselraten darum, was das Skript genau macht und wie man es entfernt, setzte sich aber im Forum fort. Offenbar installiert sich das Debian-Paket unter der Bezeichnung app5552. Um die Malware mitsamt den bösartigen heruntergeladenen Skripten zu entfernen, hilft die Eingabe von

sudo rm -f /usr/bin/Auto.bash /usr/bin/run.bash /etc/profile.d/gnome.sh /usr/bin/index.php && sudo dpkg -r app5552

Generell zeigt das Beispiel einmal mehr: Wer ein sicheres System haben will, sollte keine Software außerhalb der offiziellen Paketquellen herunterladen. (Kristian Kißling/hge)

[1]http://ubuntuforums.org/showthread.php?t=1349678

Google Chrome Beta

Google hat eine erste Beta-Version des Browsers Chrome für Linux und Mac OS zum Download freigegeben. Bislang gab es für Linux nur die Open-Source-Variante Chromium.

Wie Mark Larson vom Google-Chrome-Team im offiziellen Blog mitteilt, basiert die Beta-Version auf der Codebasis der Release 4.0.249.30, bringt allerdings Support für das Video-Tag von HTML 5 mit, das in der Chromium-Variante mit gleicher Versionsnummer noch nicht funktionierte. Interessierte finden die Beta-Version für Linux auf dem Google-Server [1].

Seitdem Google den Chromium-Zweig von der offiziellen Chrome-Version abspaltete, ist bereits ein wenig Zeit vergangen, Chromium unterstützt inzwischen auch die Lesezeichen-Synchronisierung. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://www.google.com/chrome?platform=linux

Fedora 13 heißt Goddard

Die für Mitte Mai 2010 geplante Version 13 von Fedora [1] hat einen Codenamen bekommen: Aus den sieben zur Wahl stehenden Vorschlägen haben sich die Fedora-Mitglieder für den Raketenforscher Goddard [2] entschieden. Goddard gewann mit 1177 Stimmen gefolgt von Langstrom mit 1009 Stimmen und Gloriana mit 977 Stimmen.

Die Codenamen der Fedora-Versionen folgen einem Prinzip: Es muss zwischen dem aktuellen Releasenamen und dem der Vorgängerversion stets eine logische Verknüpfung geben. Bei Version 12 mit dem Codenamen Constantine und dem Vorgänger Leonidas war die Übereinstimmung, dass beides Gemeinden im USA-Staat Michigan sind; der Zusammenhang zwischen Goddard und Constantine ist, dass es auch einen Raketenforscher namens Konstantin Tsiolkovsky gab. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://fedoraproject.org/de/

[2]http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Goddard

Erste Beta-Version von KDE 4.4

Mit etwas Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Fahrplan hat das KDE-Projekt Anfang Dezember die erste Beta-Version von KDE 4.4 veröffentlicht. Sie bringt zahlreiche Detailverbesserungen an der Plasma-Oberfläche, ein komplett neues Backend (Virtuoso) für die semantische Desktopsuche mit Nepomuk und erste Anwendungen, welche den KDE-Datenverwaltungsdienst Akonadi integrieren.

Zu den Highlights der aktuellen Vorabversion gehören gruppierte Fenster, ein stark verbesserter Gerätemanager und die Integration der Netbook-Version von Plasma. Der Schnellstarter Krunner erscheint in der neuen Version am oberen Bildschirmrand, und das Batterie-Applet für die Akkuanzeige hat eine verbesserte Oberfläche erhalten. Eine neue Fensterdekoration sorgt für ein leichteres Aussehen.

Neben diesen Verbesserungen bringt KDE 4.4 auch ein paar neue Anwendungen mit. Dazu gehören die Blogger-Software Blogilo [1], das Mathematikprogramm Cantor [2] und das auf grafische Algorithmen spezialisierte Tool Rocs [3].

Details zu aktuellen KDE-Version gibt es im Announcement [4] auf der KDE-Homepage. Für einige Distributionen stehen bereits fertige Pakete bereit. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://blogilo.gnufolks.org/

[2]http://edu.kde.org/cantor/

[3]http://edu.kde.org/rocs/

[4]http://www.kde.org/announcements/announce-4.4-beta1.php

OpenSuse künftig ohne Sax2

Wer Linux erst seit ein paar Jahren nutzt, kennt das Suse Advanced X Setup Tool alias Sax vermutlich gar nicht. Es richtet die grafische Oberfläche, Touchscreens, Maus und Tastatur ein, zumindest war das seine Hauptaufgabe. Bereits in der aktuellen OpenSuse-Version 11.2 haben die Entwickler das Modul für den Maus- und Tastatur-Support aus Sax2 entfernt, da der X-Server die Konfiguration eh automatisch vornimmt. Nun soll Sax2 komplett von der Bildfläche verschwinden.

In einem Thread mit dem Titel “Die Zukunft von Sax2” [1] legt der Suse-Entwickler Egbert Eich die Gründe für den Wechsel dar. In den meisten Fällen geschehe das Setup der grafischen Oberfläche demnach automatisch; Sax zu pflegen, habe deshalb immer ein wenig Konkurrenz zur X-Server-Entwicklung bedeutet. Gebe es Bugs, die man mit Sax2 bislang unter OpenSuse behoben habe, dann sollten diese besser direkt im X-Server behoben werden. Man wolle deshalb die Entwicklung von Sax stoppen und die Energie in einen besseren X-Server investieren.

Für Novell ist der Fall damit erledigt. Das letzte Wort in der Richtung hat allerdings die Community: Da es sich bei Sax wie bei inzwischen allen OpenSuse-Programmen um komplett freie Software handelt, kann die Community bei Interesse Pakete für kommende OpenSuse-Versionen bauen. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://lists.opensuse.org/opensuse-factory/2009-12/msg00017.html

Ubuntu-Schulzimmer

Ubuntus Community Manager Jono Bacon arbeitet an einer kleinen Anwendung, die das Mitmachen bei den Online-Trainings des Projekts erleichtern soll. Ubuntu führt regelmäßig Aktionen wie die Ubuntu Developer Week (UDW) durch. Mit Online-Lektionen zu Themen wie Launchpad, Bazaar und Software-Paketierung sollen sie Interessierten den Einstieg in die aktive Ubuntu-Entwicklung ermöglichen.

Die Trainings finden in Form von IRC-(Chat-)Sitzungen statt, die nach einem im Wiki veröffentlichten Zeitplan über die Bühne gehen. Jono Bacon hat nun den Stundenplan zusammen mit zwei IRC-Fenstern in eine einzige Anwendung namens Lernid verpackt: Ein Kanal gehört dem Referenten, der andere dient den Teilnehmern zum freien Chatten. Dazu hat der Entwickler Python und das Kommunikations-Framework Telepathy verwendet.

Lernid ist in einem frühen Entwicklungsstadium und soeben als Snapshot 0.2 erschienen. Unter anderem gibt es noch Probleme mit Internationalisierung und Lokalisierung, doch schon in der nächsten Version soll es Lernid in 27 Sprachen geben. Lernid ist unter GPL (Version 3) lizenziert und hat eine eigene Launchpad-Seite [1]. Daneben lässt es sich aus Jono Bacons persönlichem PPA-Archiv installieren. Wie das geht, beschreibt er in einem Blogeintrag [2]. (Mathias Huber/hge)

[1]http://www.launchpad.net/lernid

[2]http://www.jonobacon.org/2009/12/01/lernid-0-2-released/

KDE-Marketing

Das KDE-Projekt will nun auch namentlich aus seinem Ursprung als “K Desktop Environment” herauswachsen und wartet deshalb mit einer Reihe neuer, gut klingender Namen auf. Die Marketing-Arbeitsgruppe beschloss, das Projekt neu zu benennen [1] und damit neu zu definieren. Als erstes verlagert sich die Betonung vom KDE-Desktop auf die KDE-Community, denn die bringt mehr hervor als die Desktop-Umgebung. Als zweiter Entschluss soll der Name “KDE” zukünftig so eingesetzt werden, dass er auch die Anwendungen und Ergebnisse ziert, die nicht zur Desktopumgebung im engeren Sinne gehören. Schließlich will das Software-Projekt zukünftig den Namen “K Desktop Environment” vollständig aus seinem Wortschatz streichen: Diese ursprüngliche Bedeutung des Kürzels KDE sei inzwischen “vieldeutig und überflüssig, wahrscheinlich sogar missverständlich” geworden. Der neue Name “KDE Software Compilation” soll zukünftig deutlich machen, dass hinter KDE mehr steckt, als nur eine Desktopumgebung.

Was zukünftig alles unter dem Dach “KDE” lebt, teilt das Projekt in drei Produkttypen ein: Die “KDE Applications” umfassen etwa Amarok, Dolphin oder Kdevelop. Dazu zählen aber auch zusammenfassende Projekte wie Koffice oder Kontact, die ihrerseits eigentlich aus Unterprojekten bestehen (Koffice unter anderem aus Kword und Krita, Kontact beispielsweise aus Kmail und Korganizer).

Der “KDE Workspace” umfasst die bisherige Desktopumgebung, also den KDE-Plasma-Desktop, sowie den Neuzugang KDE Plasma Netbook. Auch künftige Anpassungen der Rechner-GUI finden hier ihren Platz. Schließlich ist die “KDE Platform” Sammelbecken für alles, was man für den KDE-Einsatz braucht, etwa Bibliotheken, Managementtools und Layer.

Die Umbenennungen haben noch nicht umfassend Einzug in die KDE-Dokumentation gehalten; so verwendete etwa die Projektwebseite bei Redaktionsschluss immer noch die Bezeichnung “K Desktop Environment”, lediglich im News-Bereich folgen auf die ältere Ankündigung zu KDE 4.3 entsprechende Nachrichten zu “KDE Software Compilation 4.3.4” und der 4.4 Beta. (Anika Kehrer/Hans-Georg Eßer/hge)

[1]http://dot.kde.org/2009/11/24/repositioning-kde-brand

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