Neue Software

Aus EasyLinux 01/2010

Neue Software

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor; auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise.

Audacity: Audiodateien kostenfrei aufgepeppt

Wer unter Linux Audiodateien nachbearbeiten möchte, kommt am kostenfreien und quelloffenen Audio-Editor Audacity (Abbildung 1) nicht vorbei. Das Programm entspricht in seiner Funktionsvielfalt nahezu kommerzieller Konkurrenz wie Wavelab, und besitzt ebenso wie dieses eine Plug-in-Schnittstelle zum Integrieren zusätzliche Effektmodule.

Doch eignet sich das Programm nicht nur dazu, Audiodateien zu entrauschen und von Knacksern zu befreien. Dank seiner Mehrspurfähigkeit mischen Sie damit auch mehrere Musiktitel untereinander ab und blenden den Titelanfang- und das Ende ein und aus.

Abbildung 1: Das Audiobearbeitungsprogramm Audacity überzeugt nicht nur durch seine Mehrspurfähigkeit, sondern auch durch eine Vielzahl von Effekten und Nachbearbeitungsfunktionen.

Abbildung 1: Das Audiobearbeitungsprogramm Audacity überzeugt nicht nur durch seine Mehrspurfähigkeit, sondern auch durch eine Vielzahl von Effekten und Nachbearbeitungsfunktionen.

Opera: Der Mitmach-Browser

Opera versprach bereits lange vor der Veröffentlichung, das Internet mit ihrem neuen Browser 10.10 (Abbildung 2) neu erfinden zu wollen. Das Konzept, das sich die Norweger dafür erdachten, ist in der Browserszene in der Tat bislang einzigartig: Die Software verfügt nämlich über einen integrierten Webserver, der es Ihnen ermöglicht, lokale Dateien mit anderen über das Internet zu teilen. Dafür enthält der Browser Module für verschiedene Aufgaben, etwa ein Fotoalbum, ein Audioplayer oder einen virtuellen Nachrichtenspeicher namens Fridge. Das Webmodul ermöglicht es Ihnen, lokale Webseiten anzubieten, mit File Sharing stellen Sie Dateien zum Download bereit. Um die Inhalte unabhängig von der eigenen IP-Adresse und Anbindung für andere erreichbar zu machen, bietet Opera einen Proxy-Server an, über den Interessierte Ihre Dateien unter der URL des Schemas http://benutzername.operaunite.com erreichen.

Neben den fest installierenten Modulen stellt Opera noch dutzende weitere zum Download bereit, die Sie ähnlich wie Firefox-Plugins über einen Install-Button dem Browser hinzufügen.

Abbildung 2: Dank eines integrierten Webservers ermöglicht es die neue Version Opera jetzt, lokale Inhalte unkompliziert im Netz zur Verfügung zu stellen.

Abbildung 2: Dank eines integrierten Webservers ermöglicht es die neue Version Opera jetzt, lokale Inhalte unkompliziert im Netz zur Verfügung zu stellen.

Jalbum: Zeig her Deine Bilder

Wer fotografiert, möchte seine Bilder auch anderen zeigen. Was eignet sich dafür besser als das Internet. Anwender, die ihre Bilder nicht Diensten wie Picasa oder Flickr anvertrauen möchten, sondern nach einer individuelleren Lösung suchen, finden im javabasierten Programm Jalbum (Abbildung 3) das richtige Werkzeug dafür.

Es verfügt von Hause aus über fünf verschiedene Skins, die nicht nur das Aussehen sondern auch die Funktionen des zukünftigen Albums bestimmen. Dutzende weitere stehen auf der Webseite zum Download bereit. Eine Editierfunktion erlaubt es Ihnen, jedes dieser Module im Detail auf Ihre Wünsche anzupassen. Jalbum stellt kostenfrei 30 MByte Webspeicher bereit, auf den Sie Ihr Album mit einem Mausklick hochladen können. Reicht der Platz nicht, bietet der Hersteller für 19 Euro pro Jahr ein GByte zusätzlich zum Kauf an. Verfügen Sie über einen eigenen Webserver, tragen Sie im Uploadmodul alternativ Ihren eigenen FTP-Server ein, auf den die Software das Album hochlädt.

Abbildung 3: Das javabasierte Tool Jalbum erlaubt Ihnen das einfache Erstellen und Veröffentlichen von Fotoalben.

Abbildung 3: Das javabasierte Tool Jalbum erlaubt Ihnen das einfache Erstellen und Veröffentlichen von Fotoalben.

Jajuk: Mehr als nur Musik hören

Wer einen großen Musikbestand sein eigen nennt, benötigt eine Software, mit der er ihn in den Griff bekommt. Hier bietet sich das auf Java basierte Jajuk (Abbildung 4) an. Nach dem Festlegen des Muskiverzeichnisses indiziert das Programm den Inhalt samt Unterverzeichnissen, und schreibt die Metadaten in eine Datenbank. Zukünftige Suchläufe nach bestimmten Künstlern oder Titeln dauern entsprechend nur noch wenige Sekunden.

Doch das ist nur ein Bruchteil der Funktionalität des Programms. Neben lokalen Dateien spielt es auch Webstreams ab und bringt bereits eine stattliche Sammlung von Webradioadressen mit. zu angespielten Titeln zeigt Jajuk neben dem Album-Cover auch den Songtext an. Eine Statistikfunktion unter anderem darüber Auskunft, Aus welchen Musikrichtungen sich Ihre Musiksammlung zusammensetzt, wie viel Platz sie belegt und aus wie vielen Titeln sie besteht.

Abbildung 4: Der auf Java basierende Audioplayer Jajuk verwaltet dank einer integrierten Datenbank auch große Musiksammlungen mühelos.

Abbildung 4: Der auf Java basierende Audioplayer Jajuk verwaltet dank einer integrierten Datenbank auch große Musiksammlungen mühelos.

Mozilla Thunderbird 3.0: Mail 2.0

Beinahe zweieinhalb Jahre vergingen seit dem Erscheinen der letzten Major Release 2.0 von Thunderbird – Mitte Dezember erblickte endlich die finale Version 3.0 (Abbildung 5) das Licht der Welt. Vorweg: Das Warten hat sich gelohnt. Der neue Mail-Client wurde nicht nur im Detail verbessert, ihm wurden auch eine ganze Reihe neuer Features spendiert. Allen voran die vom Browser Firefox abgekupferte Tab-Funktion, die es Ihnen ermöglicht, Mails, Verzeichnisse und Suchläufe in neuen Unterfenstern zu öffnen. Apropos Suche: Hier vollführte das Programm einen wahren Quantensprung im Vergleich zum Vorgänger. Grund dafür ist, dass Thunderbird sämtliche Mails in einer Datenbank indiziert, und die Suche danach damit erheblich beschleunigt. So zeigt die Übersichtsseite bereits nach wenigen Sekunden alle Treffer an, sortiert diese nur chronologisch und bietet diverse Ein- und Auschlusskriterien.

Insgesamt wirkt das komplette Programm frischer, aufgeräumter und performanter als sein Vorgänger. Die Migration Thunderbird-2.0-Konten in die neue Version bereitete im Test keinerlei Probleme. Beachten Sie: Die finale Version von Thunderbird 3.0 erschien erst nach der DVD-Produktion, weswegen die Heft-DVD nur den Release-Kandidaten enthält. (Thomas Leichtenstern/tle)

Abbildung 5: Die neue Version des Mail-Clients bringt neben der Tab-Funktion eine erheblich verbesserte Suche mit.

Abbildung 5: Die neue Version des Mail-Clients bringt neben der Tab-Funktion eine erheblich verbesserte Suche mit.

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