Inzwischen bieten diverse Hersteller das professionelle Rohdatenformat auch in Kameras der unteren Preisklasse an. Welches Werkzeug für Sie das richtige ist, um sie zu bearbeiten und zu konvertieren, zeigt der Test.
Wer sich ernsthaft mit digitaler Fotografie beschäftigt, stößt früher oder später auf das Thema RAW. Der englische Begriff bedeutet soviel wie roh oder unbearbeitet, was das RAW-Format relativ gut beschreibt: Es durchläuft nämlich so gut wie keine kamerainternen Filter, sondern gibt das Bild so wieder, wie es der Sensor der Kamera erfasst.
Zwar bieten praktisch alle Kamerahersteller die passenden RAW-Konverter für ihre Produkte an, aber entweder sind sie nur für Windows und Mac OS erhältlich oder sehr teuer. Wer seine RAW-Bilder dennoch unter Linux bearbeiten möchte, hat die Auswahl zwischen diversen kostenlosen Konvertern; drei davon stellt der Artikel vor. Doch zunächst zeigt Ihnen ein kleiner Exkurs die Vor- und Nachteile des RAW-Formats.
Mit Format
Bis vor Kurzem war das Speichern von Bildern im RAW-Format in erster Linie digitalen Spiegelreflexkameras vorbehalten. Prinzipiell kann das jedoch jede Kamera, die Hersteller bauten die Funktion nur aus Marketinggründen nicht in günstigere Modelle ein. Nach und nach kommen aber auch im unteren Preissegment immer mehr Bridge- und Kompaktkameras auf den Markt, die diese Funktion unterstützen und sie damit der großen Masse zur Verfügung stellen. Umso wichtiger ist es für den Anwender, die Vor- und Nachteile des Formats zu kennen.
Eine RAW-Datei besteht in der Regel aus dem Bild im TIFF-Format und einer Textdatei, welche die Metadaten enthält. Darüber hinaus enthalten viele Rohdatenaufnahmen auch ein Bild im JPEG-Format, das die Kamera und Bildbearbeitungsprogramme zur Vorschau verwenden. Um Platz zu sparen, komprimieren einige Hersteller die Bilder verlustfrei mit Werkzeugen, die ähnlich wie Zip oder Linux’ gzip arbeiten. Die Bildbearbeitungssoftware liest die Einstellungen in der enthaltenen Textdatei aus und wendet sie bei der Anzeige und beim Konvertieren in andere Formate auf die Aufnahme an. Da die Originaldateien dabei immer unverändert bleiben, tragen sie auch den Beinamen “digitale Negative”, die RAW-Konverter heißen entsprechend “digitale Dunkelkammern”.
Einer der Hauptvorteile des Rohdatenformats begründet sich in seiner Fähigkeit, wesentlich mehr Bildinformationen zu speichern als beispielsweise JPEG. Während dieses nur maximal 256 Helligkeitsstufen pro Farbkanal aufnimmt (8 Bit), speichert RAW, je nach Art, bis zu 16384 davon (14 Bit). Zwar sind die meisten Wiedergabemedien, etwa handelsübliche Monitore, nicht in der Lage, diese Helligkeitsstufen in vollem Umfang anzuzeigen, beim Nachbearbeiten erweisen sich die zusätzlichen Bildinformationen aber als unschätzbarer Vorteil. Sie erlauben nämlich das nachträgliche Anpassen der Helligkeit von RAW-Bilder um bis zu zwei Blendenstufen, ohne dass störende Artefakte auftreten.
Dateien im JPEG-Format durchlaufen bei der Aufnahme in der Kamera eine Reihe von Filtern, etwa um das Rauschen zu reduzieren, die Farbsättigung zu erhöhen oder den Tonwert des Bildes anzupassen. Diese Modifikationen schreibt die Kamera direkt in das Bild. Wurde die Aufnahme beispielsweise mit einem falsch eingestellten Weißabgleich erstellt, ist es beinahe unmöglich, das Bild vollständig zu rekonstruieren. Anders beim RAW-Datenformat: Hier bleibt das Bild als solches unverändert, sämtliche Einstellungen schreibt die Kamera in die Metadatenfelder der Aufnahme. Das erlaubt umfangreiche nachträgliche Änderungen am Bild, ohne dass die Qualität darunter leidet.
Einer der Hauptnachteile von Rohdatenbildern ist, dass die Hersteller eigene Formate verwenden, die nicht zueinander kompatibel sind. Darüber hinaus statten sie häufig auch neue Modelle mit veränderten Formaten aus und stellen die Unterstützung nicht mehr vertriebener Modelle ein. Das hat zur Folge, dass Anwender unter Umständen nach zehn Jahren ihre Bilder nicht mehr “entwickeln” können, weil es keine Software mehr gibt, die es könnte. Abhilfe schafft hier das Konvertieren der Aufnahmen ins zwischenzeitlich allgemein anerkannte und offene DNG-Format von Adobe [1]. Wie so oft stellt die Firma die benötigte kostenfreie Software nur für Windows und Mac OS zum Download bereit, die Windows-Version lässt sich jedoch mit Wine installieren und starten.
Des Weiteren belegen RAW-Dateien wesentlich mehr Speicherplatz als JPEG-Bilder, die selbst bei voller Auflösung oftmals nicht einmal die Hälfte benötigen.
Picasa
Seit einigen Jahren bietet Google das Bildverwaltungsprogramm Picasa [2] (Abbildung 1) an. Die für Linux zum Download angebotene Version bringt eine eigene Wine-Umgebung mit, in der die Windows-Software startet. Derzeit steht die Betaversion 3 in englischer Sprache zum Download bereit. Diese erwies sich im Test jedoch als stabil und fehlerfrei. Die von Google angedachte Hauptaufgabe für Picasa ist das Verwalten lokal gespeicherter Bilder. Was nur wenige wissen: Das Programm kennt nicht nur generische Formate wie GIF, JPEG, PNG, sondern auch die RAW-Formate der meisten Kamerahersteller.
Picasa: Bildverwaltung
Entsprechend seiner Ausrichtung bietet das Programm eine Vielzahl von Funktionen, um große Bildbestände übersichtlich zu verwalten. In der Grundeinstellung durchsucht Picasa die Ordner des Home-Verzeichnisses. Um neue hinzuzufügen, rufen Sie den Menüpunkt File / Add folder to Picasa auf. Dann öffnet sich ein neues Fenster, das die Verzeichnisstruktur des Rechners anzeigt. Alle mit einem Kreuz markierten Ordner ignoriert die Software, die mit dem grünen Haken durchsucht sie nur einmal. Verzeichnisse mit dem Augensymbol überwacht Picasa laufend auf Veränderungen.
Um die Bilder einer angeschlossenen Kamera oder SD-Karte zu importieren, klicken Sie auf den Button Import. Ein Klick auf Select Device öffnet eine Liste der angeschlossenen Geräte, aus der Sie das gewünschte auswählen. Im nächsten Schritt zeigt das Fenster alle auf dem Speichermedium enthaltenen Bilder und lässt Sie auswählen, welche es importieren soll. Nach dem Bestätigen der Auswahl mit Import selected oder Import all erscheint ein neues Fenster, in dem Sie neben dem Speicherort eine Beschreibung der Bilder eingeben.
Der Import von RAW-Dateien geht zügig und ohne Komplikationen vonstatten. Picasa erkannte im Test 64 von 68 Formaten der verschiedenen Hersteller und ist damit das Schlusslicht im Testfeld. Der Import des generischen DNG-Formats bereitete keinerlei Probleme.
Bereits beim Import erzeugt die Software Vorschauansichten der Fotos, die Sie im Hauptfenster sehen. Picasa überrascht dabei mit ihrer sehr hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit. Befindet sich das Bild auf der lokalen Festplatte, dauert der Import in den meisten Fällen weniger als eine Sekunde. Das Programm bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Bilder zu sortieren, z. B. nach Aufnahmedatum, Größe oder Name.
Picasa: Bildbearbeitung
Ein Doppelklick auf das gewünschte Bild öffnet es im Bearbeitungsmodus. Dieser stellt jedoch vergleichsweise wenig Funktionen zur Verfügung. So können Sie damit zwar Helligkeit und Farbtemperatur anpassen, Werkzeuge zum Korrigieren von Objektivverzerrungen oder Farbsäumen in kontrastreichen Aufnahmen fehlen jedoch. Schmerzlich vermisst haben wir auch eine Funktion, die das Bildrauschen reduziert. Sehr gut gefiel uns hingegen das Anpassen des Bildausschnitts (Crop). Hier bietet die Software eine Reihe vorgegebener Formate wie 4:3, A4 oder 9×13 (Abbildung 2).
Um den Ausschnitt zu vergrößern oder zu verkleinern, fassen Sie den Rahmen mit der Maustaste an, halten sie gedrückt und ziehen. Zum Verschieben des Ausschnitts bewegen Sie den Mauszeiger in den Rahmen und ziehen ihn bei gedrückter Maustaste an die gewünschte Position. Auch besitzt das Programm eine Funktion zum Ausrichten des Horizonts (Straighten). Über einen Schieberegler richtet es das Bild in beide Richtungen um maximal zehn Grad aus. Fortschrittliche Funktionen, etwa das Ausrichten an einer gezogenen Linie, wie sie RawTherapee bietet, fehlen allerdings.
Sämtliche Anpassungen speichert Picasa zunächst in einer Textdatei namens Picasa.ini, die es im Verzeichnis, das auch das Bild enthält, speichert. Die Änderungen wendet die Software erst nach einem Klick auf den Button Save to Disk an, der über dem Ordner immer dann erscheint, wenn Sie eine Aufnahme darin geändert haben. In diesem Fall verschiebt die Software das Originalfoto ins Unterverzeichnis Originals und erstellt eine Kopie mit den neuen Einstellungen.
Um Abzüge der Bilder zu exportieren, wählen Sie zunächst die gewünschten an und klicken danach auf das Icon Export in der unteren Leiste. Picasa bietet als Zielformat jedoch lediglich JPEG an. Der Schieberegler neben Resize to: erlaubt Ihnen die Größenanpassung der Bilder von 320 bis 1600 Pixeln. Die Größe frei anzugeben, ist allerdings nicht möglich.
Beim Auslesen und Speichern von EXIF und IPTC-Metadaten zeigt Picasa deutliche Schwächen. Während es nur sehr wenige Informationen zu den Aufnahmeumständen des Bildes preisgibt, erlaubt es zur Verschlagwortung lediglich die Eingabe von Stichworten. Weiterführende Angaben sind nicht möglich.
Gerade bei umfangreicheren Bildkorrekturen erweist sich eine History-Funktion als außerordentlich nützlich. Zwar bietet Picasa eine solche an, allerdings erlaubt sie nur, die Bearbeitungsschritte in der Reihenfolge der Änderungen rückgängig zu machen. Eine Auflistung, wie sie beispielsweise RawTherapee bietet, fehlt.
Picasa: Fazit
Wer schnell und unkompliziert RAW-Bilder bearbeiten und konvertieren möchte und auf die erweiterten Funktionen eines “echten” RAW-Konverters verzichten kann, ist mit Picasa bestens bedient.
RawTherapee
Das Ein-Mann-Projekt von Gábor Horváth namens RawTherapee [3] (Abbildung 3) erfreut sich seit dem Erscheinen des Programms vor etwa zwei Jahren bei vielen Anwendern größter Beliebtheit – verspricht das Programm doch eine unter Linux bislang unerreichte Funktionsvielfalt kombiniert mit einer einfachen Bedienung. Wie viele Projekte aus diesem Dunstkreis verwendet auch RawTherapee DCRaw [4] als Arbeitsgrundlage. Auf der Projektseite steht die aktuelle Version 2.4.1 für Windows und Linux zum Download bereit. Die Linux-Version finden Sie samt Installationsanleitung zusätzlich auf der Heft-DVD.
RawTherapee: Verwaltung
Während Picasa ausgewählte Ordner selbständig indiziert, gilt es mit RawTherapee, den Ordner mit den gewünschten Bildern manuell anzusteuern und zu öffnen. Die enthaltenen Fotos erscheinen danach als Thumbnails in einem kleinen Vorschaufenster. Das dauert speziell beim ersten Einlesen aber wesentlich länger als bei Picasa. Beim erneuten Öffnen ruft das Programm die Vorschaubilder aus dem Cache auf, was deutlich schneller vonstatten geht. Von den 68 getesteten RAW-Dateien unterschiedlicher Hersteller und Modelle erkannte das Programm 66. Die Größe der Miniaturansichten stellen Sie über Klicks auf die Lupensymbole in der Bedienleiste darüber ein. Ärgerlich und zuweilen zeitraubend ist, dass das Programm keine Unterordner berücksichtigt, sondern nur die Bilder anzeigt, die sich im jeweiligen Verzeichnis befinden. Als überaus nützlich erweist sich hingegen das Bewertungssystem, das es Ihnen bereits bei der ersten Durchsicht ermöglicht, gute Bilder zu markieren. Klicken Sie danach auf einen der fünf Sterne über dem Vorschaufenster, blendet das Programm alle anders oder unbewerteten aus. Allerdings fehlt eine Funktion, die z. B. alle Bilder mit mindestens drei Sternen anzeigt. Klicken Sie auf den Button Einstellungen, öffnet sich ein Filterdialog, in dem Sie die Anzeige von Bildern z. B. auf eine bestimmte verwendete Kamera oder einen ISO-Wert eingrenzen. Bei allen Filtern gilt die gleiche Einschränkung wie bei der Darstellung: Das Programm berücksichtigt lediglich im Verzeichnis liegende Aufnahmen.
Über den Reiter Metadata oben rechts im Fenster erreichen Sie die Ansicht der im Bild enthaltenen EXIF-Daten. Hier gibt sich RawTherapee sehr gesprächig und zeigt ausnahmslos alle Zusatzinformationen an, die das Bild enthält. Der Reiter IPTC führt Sie zum Metadateneditor, in dem Sie das Bild mit Zusatzinformationen versehen können. Das Programm stellt dafür deutlich mehr Felder als Picasa zur Verfügung und lässt damit die Eingabe einer umfassenden Beschreibung zu. Was RawTherapee allerdings fehlt, ist eine Suchfunktion, die es erlauben würde, Bilder anhand der eingegebenen Zusatzinformationen aufzuspüren. Ebenfalls verzichtet das Programm auf eine Möglichkeit, mehrere Bilder auf einmal mit einer Beschreibung zu versehen, womit das Verschlagworten gerade bei größeren Bildbeständen zu einer sehr mühseligen Angelegenheit wird.
RawTherapee: Bearbeitung
Seine eigentlichen Stärken spielt RawTherapee aber beim Bearbeiten von Bildern aus. Hier stellt es, gut sortiert, eine Fülle von Funktionen zur Verfügung. Diese erreichen Sie, nach Themen sortiert, in der rechten Spalte neben dem Hauptfenster. Um die Helligkeit abzugleichen, bietet das Programm neben den Standards wie Helligkeit und Kontrast die Kompression von Helligkeitswerten im Bild. Damit erreichen Sie das Angleichen zu heller oder zu dunkler Partien im Bild, ohne andere Bereiche zu beeinflussen. Beinahe obligatorisch gehört die Luminanzkurve zur Ausstattung. Sie ermöglicht es, ähnlich einem Audio-Equalizer, über das komplette Helligkeitsspektrum bestimmte Bereiche anzuheben oder abzusenken.
Für den Weißabgleich steht neben den Optionen Kamera und Automatisch auch Benutzerdefiniert zur Verfügung. Ist das aktiviert, wählen Sie mit der Pinzette einen weißen oder grauen Bildbereich aus und klicken darauf. Die Schieberegler darunter erlauben den Feinabgleich. Der Kanal-Mixer ermöglicht es, jeden Farbkanal separat anzupassen, und unterteilt jeden davon noch einmal in drei Farben. Gegen flaue Bilder hilft die Farbverstärkung, mit der Sie die Sättigung erhöhen.
Gerade Kompaktkameras neigen bei schlechten Lichtverhältnissen zu erhöhtem Bildrauschen. Diesem begegnet RawTherapee mit einem funktionsreichen Rauschfilter. Doch sollten Sie damit vorsichtig umgehen, da es andernfalls zu aquarellartigen Verzeichnungen des Bilds kommt. Auch zum nachträglichen Schärfen bringt das Programm das passende Modul mit, welches das von Picasa gemessen an den Einstellmöglichkeiten bei Weitem übertrifft. Selbst in der Profiklasse nicht selbstverständlich sind Werkzeuge zur nachträglichen Korrektur von Objektivfehlern. So gleicht das Programm sowohl Verzerrungen, die vornehmlich bei Weitwinkelaufnahmen auftreten, aus und korrigiert so genannte chromatische Aberrationen: Dabei handelt es sich um meist blaue Farbsäume an kontrastreichen Kanten.
Ähnlich wie Picasa verfügt RawTherapee über einen Schieberegler, um ein Bild auszurichten. Allerdings erlaubt das Programm auch die freie Eingabe des Winkels und stellt darüber hinaus als Hilfsmittel eine Leitlinie zur Verfügung, an der sich das Bild nach dem Ziehen automatisch ausrichtet. Zum Wählen des Bildausschnitts bietet das Programm neben der freien Eingabe einige vorgegebene Formate wie 16:9 an. Um den Ausschnitt im Bild zu verschieben, wählen Sie zunächst das Hand-Werkzeug, drücken [Umschalt] und ziehen den Ausschnitt bei gedrückter Maustaste an die gewünschte Position. Als Orientierungspunkte dienen verschiedene Masken, etwa Goldener Schnitt oder Harmonischer Schnitt.
Als sehr praktisch erweist sich die History (Abfolge der Änderungen): Sie protokolliert sämtliche Bearbeitungsschritte und lässt Sie zu einem beliebigen wechseln. Als Ausgabeformate bietet das Programm neben dem obligatorischen JPEG auch TIFF und PNG an.
RawTherapee: Fazit
RawTherapee erweist sich als wahrer Allrounder mit Schwächen bei der Bildverwaltung. Den umfangreichen Bildbearbeitungsfunktionen stehen eine fehlende Suchfunktion sowie eine umständliche Verschlagwortung der Bilder gegenüber.
UFRaw
Ähnlich wie Adobe Camera RAW bietet UFRaw [5] sein Konvertierungswerkzeug sowohl als Stand-alone-Version als auch als Plug-in für Gimp [6] an. Wie RawTherapee verwendet das Programm als Grundlage DCRaw. Im Gegensatz zu RawTherapee reduziert sich seine Funktion allerdings auf das Bearbeiten und Konvertieren der Rohdatenformate. Im Test war UFRaw das einzige Programm, das alle 68 Rohdaten öffnen konnte. Lediglich ein Bild aus der neuen Olympus E620 stellte es erheblich zu dunkel dar. Mit dem UFRaw-Paket installieren Sie gleichzeitig ein Kommandozeilentool namens ufraw-batch. Wie der Name verrät, ermöglicht es das Konvertieren von mehreren Bildern auf einmal, ist jedoch für ungeübte Nutzer sehr schwierig zu bedienen.
UFRaw: Verwaltung
UFRaw eignet sich in erster Linie zum Umwandeln einzelner Dateien. Eine Bildveraltung, wie sie die beiden anderen Kandidaten enthalten, fehlt komplett. Zum Öffnen rechtslicken Sie auf das gewünschte Bild im Dateibrowser des Systems, wählen aus dem Kontextmenü Öffnen mit… aus, und tippen darin ufraw. Da das Programm zumindest unter OpenSuse bei der Installation keinen Eintrag im Startmenü anlegt, starten Sie das Programm selbst mit der Eingabe von ufraw im Schnellstartfenster ([Alt]+[F2]). Allerdings erscheint dadurch lediglich ein Dateibrowser (Abbildung 4), in dem Sie das gewünschte Bild anwählen. Zwar ist es möglich, mehrere Bilder auszuwählen, jedoch öffnet UFRaw die folgenden erst nach dem Schließen des vorhergehenden. Sowohl als Gimp-Plug-in als auch als Stand-alone-Version fehlt UFRaw eine Bildvorschau, was die Auswahl erheblich erschwert. Anders als die anderen Testteilnehmer öffnet UFRaw ausschließlich RAW-Dateien. Werkzeuge zum Bearbeiten oder Ergänzen der IPTC-Einträge fehlen dem Programm ebenso wie eine Such- oder Filterfunktion.
UFRaw: Bearbeitung
Etwas umständlich ordnet UFRaw die Einstellungen für den Helligkeits- und Kontrastabgleich an. Während der stets präsente Schieberegler für die Helligkeit leicht zu finden ist, verbirgt sich die Kontraststeuerung zusammen mit dem Regler zum Einstellen der Farbsättigung im Reiter Correct luminosity, saturation (Abbildung 5). Den Weißabgleich erreichen Sie in der Rubrik White Balance. Sie bietet neben automatischen Korrekturen auch manuelle Einstellmöglichkeiten. Wie bei den anderen Prüflingen fahren Sie dafür mit dem Pinzettenwerkzeug auf einen neutralen Bereich im Bild und bestätigen die Auswahl mit einem Mausklick. Allerdings übernimmt die Software die Änderung erst nach einem nochmaligen Klick auf das Pinzettenwerkzeug.
Zwar enthält die Software ein recht brauchbares Werkzeug zum Auswählen von Bildbereichen, eine Funktion, die ein schiefes Bild geraderücket, fehlt jedoch. Dafür bietet UFRaw eine Rauschunterdrückungsfunktion, die zwar nur das Einstellen der Intensität zulässt, aber durchaus brauchbare Ergebnisse liefert. Funktionen zum nachträglichen Schärfen der Bilder fehlen aber genauso wie Werkzeuge zum Korrigieren von Abbildungsfehlern. Dafür enthält die Applikation diverse Funktionen, um Farbbilder in Schwarz-weiß-Aufnahmen umzuwandeln.
Mehr an die Profiliga unter den Anwendern richtet sich die Möglichkeit, unterschiedliche Farbprofile für verschiedene Aufgaben, etwa Input oder Display, anzugeben. An Ausgabenformaten unterstützt die Software JPEG, PNG, TIFF sowie das etwas angestaubte PPM.
UFRaw: Fazit
UFRaw ist sicherlich eine brauchbare und sinnvolle Ergänzung für Gimp, als Stand-alone-Variante eignet es sich aber nicht zuletzt wegen der fehlenden Verwaltungsfunktionen lediglich für Anwender, die hin und wieder ein Bild umwandeln möchten.
Was für wen?
Wenn Sie ein Werkzeug suchen, mit dem Sie RAW-Dateien auf möglichst unkomplizierte Weise in Standardformate umwandeln können, finden Sie in Picasa das richtige Programm. Es besitzt die besten Verwaltungsfunktionen aller getesteten Programme, beschränkt sich dafür aber bei der Bildbearbeitung aufs Wesentliche. Einige Funktionen wie eine Rauschunterdrückung oder die Korrektur von Objektivfehlern würden den Programm gut zu Gesicht stehen. Damit wartet hingegen RawTherapee auf. Es bietet von allen Programmen die meisten Bearbeitungsfunktionen, kann aber in der Bildverwaltung nicht mit Picasa mithalten. So zeigt das Programm beispielsweise keine Bilder aus Unterordnern an und erlaubt auch nicht das gleichzeitige Verschlagworten mehrerer Dateien. Des weiteren fehlt ihm eine Funktion, die nach den eingegebenen Bildbeschreibungen sucht. UFRaw bringt keinerlei Bildverwaltungsfunktionen mit und eignet sich darum nur zum gelegentlichen Bearbeiten einzelner RAW-Dateien. Allerdings haben Picasa und RawTherapee auch deutlich mehr Bearbeitungsfunktionen.
RAW-Converter im Vergleich
| Programmname: | Picasa 3.0 | RawTherapee 2.4.1 | UFRaw 0.15 | |||||||||||||||||||||||||||
| URL: | http://picasa.google.de | http://rawtherapee.com | http://ufraw.sourceforge.net | |||||||||||||||||||||||||||
| Unterstützte RAW-Formate: | ||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Canon (19) | 19 | 19 | 19 | |||||||||||||||||||||||||||
| Nikon (18) | 17 | 16 | 18 | |||||||||||||||||||||||||||
| Pentax (4) | 4 | 4 | 4 | |||||||||||||||||||||||||||
| Fuji (4) | 4 | 4 | 4 | |||||||||||||||||||||||||||
| Olympus (9) | 9 | 9 | 9 | |||||||||||||||||||||||||||
| Sony (4) | 4 | 4 | 4 | |||||||||||||||||||||||||||
| Panasonic (9) | 6 | 9 | 9 | |||||||||||||||||||||||||||
| Adobe DNG (1) | 1 | 1 | 1 | |||||||||||||||||||||||||||
| Gesamt: 68 | 64 | 66 | 68 | |||||||||||||||||||||||||||
| Ausgabeformate: | JPEG | JPEG, TIFF (8/16 Bit), PNG (8/16 Bit) | JPEG, TIFF (8/16 Bit), PNG (8/16 Bit), PPM (8/16 Bit) | |||||||||||||||||||||||||||
| Bearbeitungsfunktionen: | ||||||||||||||||||||||||||||||
| History/Undo | ja (eingeschränkt) | ja | nein | |||||||||||||||||||||||||||
| Weißabgleich | ja | ja | ja | |||||||||||||||||||||||||||
| Kontrast/Helligkeit | ja (eingeschränkt) | ja | ja | |||||||||||||||||||||||||||
| Rauschfilter | nein | ja | ja | |||||||||||||||||||||||||||
| Bildausrichtung | ja (eingeschränkt) | ja | nein | |||||||||||||||||||||||||||
| Objektivfehlerkorrektur | nein | ja | nein | |||||||||||||||||||||||||||
| Nachschärfen | ja (eingeschränkt) | ja | nein | |||||||||||||||||||||||||||
| Tonwertkurve | nein | ja | ja | |||||||||||||||||||||||||||
| Ausschnittvergrößerung | ja | ja | ja | |||||||||||||||||||||||||||
| Vergrößerungslupe | nein | ja | nein | |||||||||||||||||||||||||||
| Sonstiges: | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Einstellungen auf andere Bilder übertragen | nein | ja | nein | |||||||||||||||||||||||||||
| Stapelverarbeitung | ja | ja | (ja) | |||||||||||||||||||||||||||
| Über/Unterbelichtungsindikator | nein | ja | ja | |||||||||||||||||||||||||||
| Verwaltung: | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Verschlagwortung (IPTC) | ja (eingeschränkt) | ja | nein | |||||||||||||||||||||||||||
| Bewertungsfunktion | ja | ja | nein | |||||||||||||||||||||||||||
| Suchfunktion | ja | nein | nein | |||||||||||||||||||||||||||
| Filterfunktion | ja | ja | nein | |||||||||||||||||||||||||||
| EXIF-Anzeige | ja (eingeschränkt) | ja | ja (eingeschränkt) | |||||||||||||||||||||||||||
| Farbmanagement | nein | ja | ja | |||||||||||||||||||||||||||
| Vorschau (Thumbnails) | ja | ja | nein | |||||||||||||||||||||||||||
Glossar
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DNG-Format
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Ziel von Adobe ist es, mit DNG (Adobe Digital Negative) ein herstellerübergreifendes Format zu schaffen, das die Unwägbarkeiten der derzeitigen Insellösungen der Hersteller umgeht. Einige Kamerahersteller wie Pentax oder Samsung setzen es bereits in ihren Kameras ein.
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EXIF und IPTC
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EXIF steht für “Exchangeable Image File Format”. EXIF-Daten landen zusammen mit Informationen nach dem IPTC-NAA-Standard im Metadatenbereich verschiedener Bildformate, etwa RAW, JPEG und PNG. Während EXIF-Daten Informationen über die Aufnahmeverhältnisse und die Kamera vorhalten, speichern IPTC-Daten die vom Benutzer eingegebene Bildbeschreibung.
Infos
[1] Adobe DNG Converter: http://www.adobe.com/de/products/dng/
[2] Picasa: http://picasa.google.de
[3] RawTherapee: http://www.rawtherapee.com
[4] DCRaw: http://www.areca-backup.org
[5] UFRaw: http://ufraw.sourceforge.net
[6] Gimp: http://www.gimp.org
