Im Anfang war der Prompt
Einführung in die Shell – Teil 1
Andere Anwendungen starten
Viele Anwender nutzen ein dauerhaft geöffnetes Terminalfenster einfach dazu, schnell durch Eingabe eines Programmnamens eine bestimmte Anwendung zu starten, ohne sich durch die Hierarchie des Startmenüs zu hangeln. Das funktioniert aber nur, wenn Sie die exakte Schreibweise des Programmnamens (oder zumindest dessen erste Buchstaben) kennen. Wollen Sie etwa das Officepaket OpenOffice starten, könnte der Programmname auf Ihrem Linux-System ooffice oder soffice (in Anlehnung an die Herkunft des Programms von StarOffice) lauten. Probieren Sie ruhig beide Varianten in der Shell aus: Wenn Sie die richtige erwischt haben, wird OpenOffice starten. Bei vielen anderen Programmen funktioniert eine konsequente Kleinschreibung des Namens, so ist gimp etwa die richtige Wahl, um das Grafikprogramm Gimp zu starten.
In der Shell können Sie nach einem solchen Programmstart allerdings nicht weiter arbeiten – sie ist blockiert, bis Sie das aufgerufene Programm beenden. Das können Sie vermeiden, indem Sie beim Aufruf ein kaufmännisches Und-Zeichen (&) hinter den Programmnamen setzen. Schreiben Sie in der Shell also
gimp &
erscheint sofort nach dem Abschicken des Kommandos wieder der Shell-Prompt, und Sie können die Shell weiter verwenden (Abbildung 2). Mehr Informationen hierzu finden Sie in einem älteren EasyLinux-Artikel zum Job-Management in der Shell [2].
Mal als "root"
Für manche Aufgaben benötigen Sie Administratorrechte – etwa, wenn Sie eine der Linux-Konfigurationsdateien im Verzeichnis /etc/ in einem Editor bearbeiten möchten. Mit einfachen Benutzerrechten erhalten Sie bei entsprechenden Versuchen nur die Fehlermeldung, dass Sie die Datei nicht verändern dürfen (Abbildung 3). In der Shell werden Sie mit einem einfach Kommando zum Administrator – welches Kommando das ist, hängt von der Linux-Distribution ab:
- Unter OpenSuse und Mandriva Linux verwenden Sie das Kommando
su(substitute user: Benutzer ersetzen), das Sie nach dem Abschicken auffordert, das Root-Passwort (also das Passwort des Systemverwaltersroot) einzugeben. - Unter Ubuntu geben Sie stattdessen
sudo suein und müssen nun Ihr eigenes Passwort eingeben, weil Ubuntu kein Root-Passwort vergibt und stattdessen dem ersten angelegten Benutzer erlaubt, Systemverwaltungsaufgaben zu übernehmen.
Jetzt ändert sich der Prompt: Anstelle des bisher angezeigten Dollar- oder Größerzeichens erscheint eine Raute, welche die neu erworbenen Root-Rechte anzeigt. Alle Befehle, die Sie jetzt ausführen, laufen mit Maximalrechten. Damit verändern Sie Konfigurationsdateien, installieren oder löschen Software, (de)aktivieren das Netzwerk und vieles mehr. Um die Root-Rechte wieder abzugeben, verwenden Sie entweder das Kommando exit oder drücken (schneller) einfach [Strg]+[D].



