Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 06/2025

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Log-Betrachter Lazyjournal 0.7.7, Backup-Werkzeug Rclone 1.69.1, Lesezeichen-Manager Tempesta 0.0.77, Aufgabenplaner Tui-todo 0.0.12, Konsolen-Dashboard Wtf 0.43.0.

Striptease

Mit Lazyjournal 0.7.7 navigieren Sie bequem durch Protokolldateien.

Linux protokolliert eine Vielzahl an Systeminformationen in den unterschiedlichsten Dateien und Verzeichnissen. Wollen Sie hier nicht den Überblick verlieren, greifen Sie auf ein Tool wie das Go-basierte Lazyjournal zurück. Binärpakete stehen auf der Github-Seite des Projekts zur Verfügung.

Als reines Konsolenwerkzeug eignet sich die Software zum Einsatz über Remote-Verbindungen. Ohne Parameter aufgerufen, öffnet die Applikation eine einfache, auf Curses basierende Oberfläche. Am linken Rand listet Lazyjournal alle auf dem Rechner befindlichen Protokollquellen auf. Als Quellen stehen nicht nur die klassischen Logfiles wie Syslog oder Auth zum Abruf bereit, Sie greifen damit auch auf Protokollinformationen von Massenspeichern in der Unit-Übersicht zu. Starten Sie das Programm mit Administrator-Rechten, liest es bei Bedarf auch Logs aus Docker-Containern aus. Die Ausgabe erfolgt jeweils im mittleren Bereich des Konsolenfensters. Die Kopfzeile der Oberfläche erlaubt es Ihnen, einen Filter anzugeben, um die Ausgabe einzuschränken. Auch die Unit-Übersicht lässt sich damit begrenzen. Lazyjournal aktualisiert seine Ausgabe alle fünf Sekunden. Wünschen Sie ein anderes Intervall, geben Sie es beim Aufruf mit -u an. Die Anzahl der ausgegebenen Protokollzeilen legen Sie über die Option -t fest. In der Grundeinstellung zeigt das Tool die letzten 100 000 Zeilen an.

Für eine einfache Audit-Übersicht über das System geben Sie beim Start den Schalter -audit an. Die Applikation listet die Daten in der Konsole auf und beendet sich anschließend. Eine Beschreibung aller Funktionen finden Sie auf der Github-Seite des Projekts. Alles in allem erweist sich Lazyjournal als sinnvolle Unterstützung für alle, die auf einem System bequem in den Protokollinformationen navigieren möchten.

lazyjournal 0.7.7

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/Lifailon/lazyjournal

Turbolader

Mit Rclone 1.69.1 übertragen Sie Daten im Handumdrehen in Cloudspeicher.

Das Angebot an Cloudspeicheranbietern wuchs in den letzten Jahren massiv. Entsprechende Dienste erfreuen sich großer Beliebtheit, dient die Cloud doch oft als zentraler Speicher oder externes Backup-Ziel. Mit Rclone transferieren Sie Ihre Daten schnell in den Cloudspeicher. Ältere Versionen der Go-basierten Software finden sich in den Repositories vieler Distributionen, das aktuelle Release steht als Binärpaket zum Herunterladen bereit.

Neben klassischen Zugriffsmethoden wie HTTP, SFTP, CIFS und WebDAV unterstützt Rclone gezielt mehr als 80 Speicheranbieter. Dazu zählen neben Platzhirschen wie AWS, Azure und Dropbox deutsche Provider wie Ionos und Hetzner. Daneben sind Interaktionen mit eigenen Cloudlösungen wie Seafile, MinIO und Nextcloud möglich. Eine Übersicht aller Varianten und die jeweils unterstützten Funktionen finden Sie auf der Github-Seite. Den zu verwendenden Cloudspeicher legen Sie beim Aufruf mit der Anweisung config fest. Das Tool aktiviert einen einfachen Installationsassistenten, der beim Einrichten hilft. Nach Abschluss der Konfiguration übertragen Sie mit copy Daten in den Speicher. Ein Inhaltsverzeichnis liefert der Unterbefehl ls. Mit Anweisungen wie delete und rmdir entfernen Sie Dateien und Verzeichnisse aus dem Cloudspeicher. Die Direktiven sync und bisync gleichen den lokalen und cloudbasierten Speicher miteinander ab. Mit mount binden Sie die in der Cloud lagernden Daten in den lokalen Verzeichnisbaum ein.

Eine Übersicht aller verfügbaren Befehle und Funktionen erhalten Sie mit -h. Außerdem steht auf der Github-Seite eine umfassende Dokumentation zur Verfügung. Mit jeder Version halten neue Funktionen und weitere unterstützte Anbieter Einzug, Updates lohnen sich also.

Rclone 1.69.1

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/rclone/rclone

Merkzettel

Mit Tempesta 0.0.77 verwalten Sie Bookmarks unabhängig vom Webbrowser.

Lesezeichen bieten seit jeher die beste Möglichkeit, die Adressen interessanter Webseiten zu speichern. Viele Anwender möchten ihre Bookmarks gern unabhängig vom verwendeten Browser verwalten. Wer dabei auf eine cloudbasierte Lösung verzichten möchte, greift zum Rust-basierten Tool Tempesta. Die Entwickler der relativ jungen App haben sich vom konsolenbasierten Passwortmanager Pass inspirieren lassen. Das Github-Repository bietet Binärpakete der Software an.

Vor dem ersten Einsatz gilt es, das Werkzeug mit dem Unterbefehl init aufzurufen. Die Software startet daraufhin einen Einrichtungsassistenten. Hier wählen Sie das Verzeichnis zum Sichern der Lesezeichen und legen fest, ob Sie es über Git abgleichen möchten. Außerdem richten Sie auf diesem Weg eine automatische Vervollständigung für die Shell ein. In der Grundeinstellung speichert Tempesta die Lesezeichen unter $HOME/.bookmark-store/, wo es mit jedem neuen Bookmark eine Verzeichnisstruktur aufbaut. Ein neues Lesezeichen legen Sie mit dem Unterbefehl add an, gefolgt vom Speicherort und der URL. Der Speicherort kann aus einem Dateinamen und einem Verzeichnis bestehen. Dabei achtet das Tool darauf, Dateien nicht zu überschreiben. Tempesta speichert die Bookmarks als TOML-Datei, die außer der jeweiligen URL auch ein Tag enthalten kann. Eine Übersicht über alle Lesezeichen liefert der Unterbefehl list. Kombiniert mit einer Pfadangabe lässt sich die Ausgabemenge einschränken. Möchten Sie Lesezeichen bearbeiten oder aktualisieren, verwenden Sie dazu die Unterbefehle edit und update, mit remove löschen Sie Bookmarks.

Zwar ist Tempesta noch sehr jung, bringt aber schon jetzt eine Menge Potenzial mit. Eine Beschreibung aller Befehle finden Sie auf der Github-Seite des Projekts.

Tempesta 0.0.77

 

Lizenz: All rights are reserved

Quelle: https://github.com/x71c9/tempesta

Sachbearbeiter

Mit Tui-todo 0.0.12 verwalten Sie Ihre Aufgaben übersichtlich in der Konsole.

Gilt es, viele Tasks und Projekte gleichzeitig zu verwalten, läuft man schnell Gefahr, den Überblick zu verlieren. Möchten Sie Ihre Aufgaben lieber in der Konsole statt mit einer bunten Benutzeroberfläche organisieren, ist die Go-basierte Applikation Tui-todo vielleicht das Richtige für Sie. Das Projekt stellt Binärpakete für eine Reihe von Systemen zur Verfügung, darunter für Linux, MacOS und Windows. Als Plattformen unterstützt es dabei x86 und ARM.

Sie rufen Tui-todo ohne weitere Parameter auf. Die Applikation öffnet eine rudimentäre, auf Curses basierende Oberfläche. In der Kopfzeile wählen Sie zwischen den Ansichten Open, Doing, Done und All. Die Wahl erfolgt über die Ziffer vor der Statusangabe. Mit der Tastenkombination [Strg]+[N] öffnen Sie ein Eingabeformular für neue Einträge. Jede Aufgabe umfasst einen Titel, eine Beschreibung, ein oder mehrere Schlagwörter, ein Fälligkeitsdatum sowie eine Priorität. Mit der Tabulatortaste blättern Sie durch die einzelnen Bereiche des Formulars. Die Software legt den fertigen Eintrag in der SQLite-Datei todo.sql im Verzeichnis $HOME/.local/tui-todo/ ab. In der Übersichtsanzeige listet Tui-todo die Aufgaben nach Priorität mit Titel, Beschreibung und Fälligkeit auf. Mit [Strg]+[E] bearbeiten Sie Aufgaben nachträglich, [Strg]+[D] entfernt einen Eintrag. Mithilfe des Shortcuts [Strg]+[S] ändern Sie den Bearbeitungsstatus. Die Priorität hebt das Tool dabei farblich hervor.

Eine Übersicht aller Tastenkürzel finden Sie auf der Github-Seite des Projekts. Hier gibt es auch eine einfache Beschreibung. Durch seine einfache Struktur eignet sich Tui-todo auch für den Einsatz via SSH. Das noch junge Tool befindet sich in der aktiven Entwicklung, ein Blick darauf lohnt sich.

Tui-todo 0.0.12

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/martijnspitter/tui-todo

Kommandobrücke

Mit Wtf 0.43.0 stellen Sie ein individuelles Dashboard auf der Konsole zusammen.

Dashboards haben sich als beliebte Lösung etabliert, wenn es darum geht, Informationen aus verschiedenen Quellen an einem Ort übersichtlich zusammenzuführen. Geben Sie einer lokalen Lösung gegenüber einem webbasierten Dashboard den Vorzug, dann sollten Sie sich das in Go geschriebene Werkzeug Wtf unbedingt näher ansehen. Es bündelt Informationen aus verschiedenen Quellen strukturiert in einem Konsolenfenster. Das Projekt stellt in seinem Github-Repository fertige Binärpakete zum Herunterladen bereit.

Beim ersten Aufruf legt Wtf eine Standardkonfiguration im YAML-Format in der Datei $HOME/.config/wtf/config.yml an. Der Inhalt lässt sich gegebenenfalls als Vorlage für eine eigene Konfiguration nutzen. Über die Option -c geben Sie bei Bedarf beim Aufruf eine alternative Konfigurationsdatei an. Den Inhalt des Dashboards legen Sie über Module fest, von denen die Software mehr als 60 verschiedene Exemplare anbietet. Die Palette reicht von der Ausgabe der aktuellen Hacker News über Jenkins-, Jira- und Kubernetes-Statusmeldungen bis hin zu Aktieninformationen oder URL-Checks. Möchten Sie Sicherheitsinformationen im Blick behalten, nutzen Sie dazu das Security-Modul, das Benutzer, Firewall, WLAN, und DNS im Auge behält.

Eine ausführliche Dokumentation der Software inklusive Beschreibungen aller Module finden Sie auf der Projektseite. Der Bereich Entwicklung beschreibt außerdem, wie Sie im Bedarfsfall eigene Module erstellen. Alles in allem bietet die Applikation eine gute Alternative, die wenige Ressourcen benötigt und auch in einer Remote-Sitzung schnell agiert. Die Entwicklung von Wtf stagniert derzeit etwas, was der Leistungsfähigkeit der Software aber keinen Abbruch tut. (Uwe Vollbracht/tle)

Wtf 0.43.0

 

Lizenz: MPL 2.0

Quelle: https://github.com/wtfutil/wtf

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