Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 04/2023

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Datenkomprimierer Lz4 1.9.4, Notizverwalter Cherrytree 0.99.54, Grep-Alternative Ripgrep 13.0.0, Datensicherer Borgbackup 1.2.3.

Packstation

Die moderne Gzip-Alternative Lz4 1.9.4 komprimiert Daten im Handumdrehen.

Lz4, eine moderne Alternative zu Gzip, läuft auf zahlreichen unixoiden Plattformen. Viele Distributionen führen ältere Releases des Werkzeugs in ihren Repositories, die aktuelle Version müssen Sie selbst aus den Quellen kompilieren. Sie verbessert unter anderem die Dekompressionsgeschwindigkeit auf ARM64-CPUs und bietet die Möglichkeit, beim Entpacken die Prüfsummenerzeugung zu überspringen. Die Symlinks Lz4cat und Unlz4 vereinfachen das Anzeigen und Entpacken von Archiven.

Alle wichtigen Einstellungen treffen Sie über Aufrufparameter, deren Belegung dem von anderen Kompressionswerkzeugen bekannten Muster entspricht. Um eine Datei schnell zu komprimieren, geben Sie Lz4 beim Aufruf lediglich deren Namen als Parameter mit. Lz4 legt die komprimierte Variante mit der Dateierweiterung .lz4 im selben Verzeichnis wie das Original ab, die Ausgangsdatei bleibt dabei erhalten. Umgekehrt behält Lz4 bei der späteren Dekompression die komprimierte Variante ebenfalls bei. Soll das Tool die Originaldatei nach erfolgreicher (De-)Kompression entfernen, geben Sie ihm den Parameter -rm mit auf den Weg. Im Gegensatz zu anderen Packern überschreibt Lz4 keine bereits vorhandenen Dateien, sofern Sie das nicht über den Parameter -f erzwingen.

Wie bei den meisten Kompressionsprogrammen können Sie auch bei Lz4 eine Kompressionsdichte zwischen 1 und 9 wählen. In der Vorgabe nutzt das Programm eine schnelle Kompression mit geringer Verdichtung. Höhere Kompressionsraten benötigen mehr Rechenzeit und Systemressourcen. Um mehrere Dateien in einem Rutsch zu verarbeiten, rufen Sie Lz4 mit dem Parameter -m auf. Kombinieren Sie das mit dem Schalter -r, bezieht das Werkzeug alle Dateien einer kompletten Verzeichnisstruktur mit in den Kompressionslauf ein.

Lz4 1.9.4

 

Lizenz: GPLv2, BSD

Quelle: https://github.com/lz4/lz4

Zettelwirtschaft

Mit Cherrytree 0.99.54 verwalten Sie Ihre Notizen auf komfortable Weise.

Das leistungsfähige GUI-Tool Cherrytree hilft beim Erfassen und Verwalten von Notizen. Einige Distributionen führen ältere Versionen des Programms in ihren Repositories. Auf der Github-Seite des Projekts finden Sie Binärpakete für aktuelle Distributionen sowie eine Anleitung, um Cherrytree aus dem Quellen zu übersetzen.

Mit der Software verwalten Sie Ihre Notizen in einer übersichtlichen Baumstruktur. Die Einträge können hier beliebig verzweigen und lassen sich auch sortieren. Jede Notiz fungiert als sogenannter Node, dem Sie bei Bedarf beliebig viele Unterknoten zuordnen können. Bei der Eingabe des Node-Texts, also der eigentlichen Notiz, stehen Ihnen die von Textverarbeitungen her bekannten Formatierungsoptionen zur Verfügung. Dabei können Sie in Sachen Schriftarten und Textsatz aus dem Vollen schöpfen. Darüber hinaus bietet das Tool auch die Möglichkeit, Objekte wie Tabellen, Bilder, LaTeX-Schnipsel oder Codeblöcke in die Notizen zu integrieren. Für Code beherrscht Cherrytree dabei sogar ein Highlighting der Schlüsselbegriffe. Alternativ lassen sich auch ganze Verzeichnisse mit HTML- oder Markdown-Dateien einbinden. Zudem kann Cherrytree Notizen aus anderen Tools wie Zim, Notepad, Mempad, RedNotebook oder Gnote zu übernehmen.

Ein Klick auf eine URL in der Notiz öffnet die zugehörige Webseite sofort im Standard-Browser des Systems. Lesezeichen ermöglichen außerdem den schnellen Zugriff auf beliebige Einträge. Das Programm speichert die Notizen wahlweise als SQLite-Datei oder im XML-Format und sichert sie auf Wunsch per Passwort. Für das Weiterverarbeiten in anderen Anwendungen unterstützt Cherrytree den Export nach HTML, PDF und ins Reintextformat.

Cherrytree 0.99.54

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/giuspen/cherrytree/

Fundbüro

Das praktische Ripgrep 13.0.0 kombiniert die Fähigkeiten von Grep und Find.

Um mehrere Dateien nach einem Suchbegriff zu durchstöbern, kombinieren die meisten Anwender Grep und Find. Dazu bietet das Rust-basierte Ripgrep nun eine Alternative. Einige Distributionen enthalten bereits ältere Ausgaben des Tools. Für die aktuelle Version können Sie auf Binärpakete im Github-Repository zurückgreifen.

Für eine einfache Suche im aktuellen Verzeichnis übergeben Sie dem Tool beim Aufruf das Suchmuster als Parameter. Um die Suche auf ein einzelnes Verzeichnis zu beschränken, nennen Sie Ripgrep den vollen Pfad. Normalerweise sucht es schreibweisenabhängig, was Sie bei Bedarf mit dem Schalter -i unterbinden. Reguläre Ausdrücke geben Sie mit dem Parameter -e an. Mit -z aufgerufen durchsucht Ripgrep auch komprimierte Dateien. Die gefundenen Treffer listet es in der Standardausgabe auf, wobei es das Ergebnis nach Dateinamen sortiert und die Treffer im inhaltlichen Kontext mit Zeilennummer aufführt. Wie bei Grep können Sie mit den Parametern -B und -A festlegen, wie viele Zeilen vor und nach dem Treffer das Tool zusätzlich mit ausgibt. Ripgrep bereitet die Ergebnisse außerdem farblich auf: Den Suchbegriff hebt es rot hervor, die Zeilennummer grün. Der Dateiname erscheint in dezentem Lila. Mit den Parametern --colors und --color passen Sie das Farbschema dem eigenen Geschmack an.

Standardmäßig zeigt Ripgrep nur die Dateien an, die das gesuchte Muster enthalten; mit -v invertieren Sie dieses Verhalten. Ripgrep bietet darüber hinaus zahlreiche Optionen, mit denen Sie die Ausgabe von Leerzeichen anpassen oder die Maximallänge der Ausgabezeilen begrenzen. Ein Blick in die Manpage lohnt, alternativ steht über -h auch eine Online-Hilfe zur Verfügung.

Ripgrep 13.0.0

 

Lizenz: Public Domain, MIT

Quelle: https://github.com/BurntSushi/ripgrep

Hauptsicherung

Mit Borgbackup 1.2.3 sichern Sie Ihre Daten schnell und effizient.

Das leistungsfähige Borgbackup macht die regelmäßige Datensicherung zum Kinderspiel. Das Tool findet sich in der Repos vieler Distributionen, für die aktuelle Version stehen auf Github Binärpakete bereit. Lediglich RasPi-Jünger müssen zum Compiler greifen. Die aktuelle Version bietet neue Optionen zum Erstellen einer Sicherung und unterstützt beim Einbinden von Archiven ins Dateisystem nun auch Pyfuse3.

Vor der ersten Sicherung erzeugen Sie mit dem Unterbefehl init ein Backup-Repository. Die Verschlüsselungsmethode dafür, etwa Blake2b oder SHA256, legen Sie hinter -e fest. Mit none erzwingen Sie stattdessen eine unverschlüsselte Sicherung. Dient ein Remote-System als Sicherungsziel, geben Sie neben dem Zielverzeichnis auch den FQDN des Ziels und einen Benutzernamen für die Anmeldung an. Die Syntax entspricht dabei der eines SCP-Aufrufs, da Borgbackup im Hintergrund auf SSH zurückgreift. Nach dem Erzeugen des Backup-Repos legen Sie mit dem Unterbefehl create eine Sicherung an. Zur Deduplizierung spaltet das Tool die Dateien in Blöcke einheitlicher Größe auf und prüft, ob diese bereits im Repository vorliegen. Auf diese Weise erkennt es doppelte Datenblöcke auch dann, wenn die Quelldatei zwischenzeitlich verschoben oder umbenannt wurde. Darüber hinaus unterstützt Borgbackup gängige Kompressionsverfahren wie Zlib, Zstd oder Lz4, um den Speicher auf dem Zielsystem optimal zu nutzen.

Weitere Funktionen ermöglichen das Prüfen des Backup-Repositories, das Löschen einzelner Sicherungen oder einen Vergleich mit dem aktuellen Zustand. Hilfe und Anwendungsbeispiele finden Sie auf der Projektseite und in der Online-Hilfe, die Sie mit -h aufrufen. (Uwe**Vollbracht/jlu)

Borgbackup 1.2.3

 

Lizenz: BSD

Quelle: https://github.com/borgbackup/borg

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDF
LinuxUser 04/2023 KAUFEN
EINZELNE AUSGABE
ABONNEMENTS
TABLET & SMARTPHONE APPS
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:

Hinweis: Dieser Artikel ist älter als ein Jahr, enthaltene Informationen sind möglicherweise veraltet.

0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben