Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 10/2021

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Einfache Editor-Alternative Dte 1.10, SQLite einfach administrieren mit SQLite_bro .11.1, TLS nachrüsten mit Stunnel 5.60, Datendurchsatz im Blick mit Vnstat 2.7.

Schnellschreiber

Mit Dte 1.10 editieren Sie Dateien auf die Schnelle.

Jede Distribution hat eine Fülle an Editoren im Sortiment, von Giganten wie Emacs bis zu Zwergen wie Micro. Der kompakte und schnelle Dte greift für seine einfache Oberfläche auf die Ncurses-Bibliotheken zurück und wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Vi und Nano. Einige Distributionen führen ältere Versionen des Tools in ihren Repos, die aktuelle Fassung kompilieren Sie selbst aus den Quellen.

Die zu bearbeitenden Dateien geben Sie beim Aufruf als Parameter an. Bei mehreren Dateien öffnet das Programm jede in einem nummerierten Reiter. Über die Nummer in Verbindung mit der Meta-Taste wechseln Sie zum jeweiligen File. Die Fußzeile zeigt die Position des Cursors und die aktuelle Zeichenkodierung an. Mit [Alt]+[Umschalt]+[.] öffnen Sie eine Eingabezeile. Hier nutzen Sie interne Befehle wie save, wsplit, filter oder blkdown sowie gegebenenfalls externe Befehle. Einige Kommandos lassen sich über Tastenkürzel erreichen, eine Übersicht dazu finden Sie in der Manpage. Die Bedienung fällt leicht, sobald Sie die Tastenkürzel einmal verinnerlicht haben. Mit dem Befehl bind definieren Sie eigene Kürzel.

Die aktuelle Version bringt neue Befehle wie blkdown, blkup, delete-line oder exec-open mit. Über das Kommando macro erstellen Sie kombinierte Kommandos und verwenden diese wieder. Daneben bringt die aktuelle Version zusätzliche Parameter für bestehende Funktionen mit. Lisp-Programmierer dürfen sich außerdem über Syntax-Highlighting freuen.

Dte 1.10

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://github.com/craigbarnes/dte

Datenjongleur

SQLite-Datenbanken verwalten Sie unkompliziert mit SQLite_bro 0.11.1.

Suchen Sie eine Software mit grafischer Oberfläche zum Verwalten von SQLite-Dateien, liegen Sie mit SQLite_bro genau richtig: Das kompakte Python-Programm bietet eine einfache Möglichkeit, um einen Blick auf die Daten und Strukturen zu werfen. Die Oberfläche der Software ist schlicht und übersichtlich, die Anzahl der integrierten Funktionen überschaubar. Da die gängigen Distributionen das kleine Projekt bislang ignorieren, müssen Sie das Tool aus den Quellen installieren.

Die zu analysierende SQLite-Datei übergeben Sie entweder mit dem Parameter -db beim Aufruf oder laden sie später. Über das Skriptfeld im oberen Bereich wenden Sie bei Bedarf beliebige SQL-oder DML-Statements auf die Datenbankelemente an. Das Ergebnis erscheint im Bereich Results. Sqlite_bro legt für jedes Statement einen eigenen Reiter an. Über die Baumstruktur am linken Rand navigieren Sie in den Master-Tabellen von SQLite selbst sowie den Tabellen und Indizes der jeweiligen Datenbank.

Für jede Tabelle bietet das Programm einen Definitionseintrag, der das SQL-Statement enthält, mit dem Sie die Tabelle erzeugen. Wählen Sie eines der Tabellenfelder im Baum aus, stellt das Tool ein Select-Statement zusammen, das den Inhalt der gesamten Tabelle in Results ausgibt. Über Funktionen in der Symbolleiste importieren oder exportieren Sie einzelne Tabellen als CSV-Datei. Der Export der gesamten Datenbank in SQL-Statements ist ebenfalls möglich. Benötigen Sie einen größeren Funktionsumfang, greifen Sie besser auf Tools wie SQLitebrowser zurück.

SQLite_bro 0.11.1

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/stonebig/sqlite_bro

Schlüsseldienst

Der Wrapper Stunnel 5.60 macht Programme unkompliziert TLS-fähig.

Dank TLS gehört verschlüsselte Kommunikation heute zum Standard. Dennoch gibt es zahlreiche Tools und Dienste, die das Protokoll nicht unterstützen. Oft handelt es sich dabei um spezielle, oft schwer zu ersetzende Tools. Hier springt der Wrapper Stunnel in die Bresche, den Sie in die Kommunikation zwischen Client und Dienst einbinden. Er nimmt verschlüsselte Datenpakete entgegen und reicht diese unverschlüsselt an den jeweiligen Client oder Dienst weiter und umgekehrt. Damit bewegen sich unverschlüsselte Pakete allenfalls im lokalen Netz. Das Tool blickt auf eine lange, aktive Entwicklung zurück und findet sich in älteren Versionen bereits in den meisten Distributionen.

Stunnel lässt sich sowohl auf Clients als auch auf Servern einsetzen. Über die Datei /etc/stunnel/stunnel.conf konfigurieren Sie die Software. Dort legen Sie die verwendeten Schlüsseldateien ab und geben an, auf welchen Ports das Tool eingehende Pakete entgegennimmt oder versendet. Wollen Sie Stunnel als Dienst ausführen, legen Sie außerdem einen Benutzer und eine Gruppe fest, mit deren Rechten das Tool nach dem Start läuft. Auf Wunsch bleibt Stunnel als Dienst im Vordergrund.

Parameter zum Optimieren der TLS-Unterstützung legen Sie ebenso in der Konfiguration ab wie Parameter für verschiedene Dienste. Jeden davon kennzeichnen Sie durch einen eindeutigen Namen. Der Abschnitt enthält Daten wie Quell- und Ziel-Port mit passenden Adressen sowie die Zertifikate. Außerdem legen Sie fest, ob Stunnel an diesem Port als Client oder Dienst agiert und welcher Timeout gilt.

Stunnel 5.60

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://www.stunnel.org/

Datenzähler

Mit Vnstat 2.7 behalten Sie den Datendurchsatz im Netz im Blick.

Mit Vnstat erfassen Sie Durchsatzraten von Netzwerken. In einigen Distributionen steht das Programm in den Repos bereit, die neueste Version liegt als Quellcode vor. Die Software überwacht nicht selbst den Datenverkehr, sondern greift auf die Statistiken des Kernels aus den Verzeichnissen /proc und /sys zurück. Sie fasst die Daten zusammen und legt sie nach Schnittstellen geordnet als Binärdatei in /var/lib/vnstat/ ab. Mit dem Parameter -u aufgerufen, aktualisiert Vnstat diese Daten. Es stellt außerdem einen Dienst bereit, der die Binärdateien eigenständig aktuell hält. Für einen schnellen Blick auf den aktuellen Datendurchsatz stellt Vnstat mit dem Parameter -l einen Live-Modus bereit, in dem es den Durchsatz in einer Statuszeile ausgibt. Weitere Parameter entnehmen Sie der Online-Hilfe oder der Manpage.

Skripte zur Integration in Init-Systeme wie SysVinit, Upstart oder Systemd finden Sie im Quellarchiv. Die systemweite Konfiguration erfolgt über die Datei /etc/vnstat, individuelle Einstellungen legen Sie unter .vnstatrc im Home-Verzeichnis ab. Das Quellarchiv enthält dazu ein Beispiel. In der Konfiguration geben Sie relevante Einstellungen vor wie das Verzeichnis für die Binärdaten, die Schnittstellen, das Datumsformat oder die maximale Bandbreite. Letztere versucht das Programm selbstständig zu ermitteln. Aus den erfassten Daten generiert Vnstat bei Bedarf in regelmäßigen Intervallen einen Bericht. Das Layout dafür passen Sie ebenfalls in der Konfiguration an. Mit vnstati bietet das Tool außerdem die Möglichkeit, aus den Reports eine Bilddatei zu erzeugen. Der Quellcode enthält zudem CGI-Skripte, mit denen Sie die Bilddateien in eine Webseite integrieren.

Vnstat 2.7

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://humdi.net/vnstat/

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDF
LinuxUser 10/2021 KAUFEN
EINZELNE AUSGABE
ABONNEMENTS
TABLET & SMARTPHONE APPS
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:

Hinweis: Dieser Artikel ist älter als ein Jahr, enthaltene Informationen sind möglicherweise veraltet.

0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben