Desktop-Umgebung XFCE 4.16 im Überblick

Aus LinuxUser 03/2021

Desktop-Umgebung XFCE 4.16 im Überblick

© bigtunaonline, 123RF

Behutsam erneuert

Die frisch vorgestellte XFCE-Version 4.16 erhält einen frischen Anstrich sowie wichtige neue Funktionen.

Totgesagte leben länger – so könnte das zentrale Motto des XFCE-Projekts [1] lauten: Über Jahre hinweg war es ziemlich still um die von vielen Nutzern geschätzte Desktop-Umgebung. Die Version 4.14 folgte der Version 4.12 mit satten viereinhalb Jahren Abstand.

Ganz so viel Zeit haben sich die Entwickler diesmal nicht gelassen. Quasi als Geschenk unterm Weihnachtsbaum veröffentlichten die Entwickler im Dezember 2020 die Version 4.16 des alternativen Desktops. Die ist freilich kein radikaler Rewrite, sondern wartet mit vielen Verbesserungen im Detail auf (Abbildung 1). LinuxUser geht der Sache auf den Grund und sieht nach, was sich gegenüber der Vorversion geändert hat, wer von neuen Funktionen profitiert, und wie Anwender XFCE 4.16 sinnvoll beziehen.

Abbildung 1: XFCE 4.16 kommt mit eher behutsamen grafischen Änderungen einher – die große Ausnahme von dieser Regel bilden neue Icons.

Abbildung 1: XFCE 4.16 kommt mit eher behutsamen grafischen Änderungen einher – die große Ausnahme von dieser Regel bilden neue Icons.

Bedarf ist da

Dass XFCE nicht als verwaistes Projekt im Orkus der Geschichte landete, ist ein großes Glück. Schon 1996 waren die ersten Versionen von XFCE schließlich mit dem Ziel angetreten, als funktionaler Desktop jene Nutzer anzusprechen, denen Gnome oder KDE zu hektisch und zu ressourcenintensiv waren.

Als Nachbau des klassischen Unix-Desktops Fvwm legte XFCE von Anfang an stets größten Wert darauf, rank und schlank und wieselflink zu sein. Der Anspruch gilt bis heute, und die Fronten haben sich seit den ersten XFCE-Tagen kaum verändert: Die Mehrheit der Linux-Nutzer greift nach wie vor zu einem der “großen” Desktops mit viel Blingbling und opulenten grafischen Effekten.

Und selbstverständlich gibt es noch immer die Nutzer, die ihre Grafikkarte nicht für aufwendige und im Prinzip unnötige Desktop-Effekte arbeiten lassen wollen. Für die gilt XFCE mittlerweile als Quasi-Standard: Mehr noch als etwa Cinnamon von Linux Mint besitzt XFCE einen exzellenten Ruf als universelles, leichtgewichtiges Desktop-Environment. In der Version 4.16 stellen die Entwickler der Umgebung einmal mehr klar, dass auch sie selbst sich in eben jener Nische sehen.

Neue Icons

Gerade weil XFCE es in Sachen Spezialeffekten eher ruhig angehen lässt, haftet XFCE-Releases traditionell der Ruf an, langweilig zu sein. Tatsächlich haben die Entwickler sich in den vergangenen Jahren stets eher auf bessere Performance und mehr nützliche Funktionalität konzentriert, statt die Optik von XFCE zu polieren.

XFCE 4.16 unterscheidet sich als erstes XFCE-Release seit Langem allerdings ganz deutlich und schon auf den ersten Blick vom Vorgänger. Dafür gingen die Entwickler endlich ein Problem an, das ihnen seit Jahren wie Kaugummi an der Sohle haftete: die nicht sonderlich ansehnlichen XFCE-Icons. Für sie gab es zumindest bis dato in XFCE keinen zentralen Verantwortlichen.

Das Ausmaß dieses Problems erschließt sich erst dann wirklich, wenn man sich das XFCE-Entwicklungsmodell vor Augen hält. Was der Anwender als XFCE-Desktop wahrnimmt, entspricht eher einer Sammlung vieler verschiedener Werkzeuge. Das Panel, das Menü, das zu XFCE gehörende Terminal und das obligatorische Konfigurationswerkzeug sind streng genommenen voneinander unabhängige Komponenten, die lediglich im Hintergrund auf dieselben Bibliotheken zugreifen. Für diese unterschiedlichen Komponenten zeichnen in vielen Fällen auch andere Entwickler verantwortlich.

XFCE folgt freilich nicht als einziges Projekt diesem Entwicklungsschema. Auch die Einzelteile von Gnome oder KDE entstehen unabhängig voneinander. Beide Projekte wissen allerdings aus langer Erfahrung, dass eine einheitliche Erscheinung des Desktops dazugehört und der Umgebung eine professionelle Note verleiht. Bei XFCE hingegen waren bislang die Entwickler der einzelnen Komponenten für deren Gestaltung inklusive der Icons selbst zuständig.

In XFCE 4.16 haben die Entwickler sich aufgerafft und einen Leitfaden für die einheitliche optische Erscheinung des Desktops auf die Beine gestellt. Der macht recht strikte Vorgaben, indem er etwa die Anzahl der nutzbaren Farben reduziert und die Form von Icons bis ins Detail vorschreibt. Der Mühe Lohn ist ein vollständig renoviertes Icon-Set, das in XFCE 4.16 zum ersten Mal eine wirklich einheitliche Optik des Desktops ermöglicht.

Beim XFCE-Panel oder im Startmenü wirkt sich das gar nicht so drastisch aus. Hier finden sich in erster Linie Anwendungsprogramme, deren Icons anderen Designvorgaben folgen. Deutlich bemerkbar macht sich der Vorher-Nachher-Effekt vielmehr beim Konfigurationsdialog von XFCE: Wo zuvor Kraut und Rüben herrschten, besticht der Dialog nun durch eine klare Formgebung und reduzierte farbliche Erscheinung (Abbildung 2). Das gilt zumindest für die XFCE-eigenen Module. Konfigurationsmodule, die nicht direkt zu XFCE gehören, kommen noch mit ihren alten Icons daher. In Summe tut die Symbol-Frischzellenkur dem Desktop dennoch erkennbar gut.

Abbildung 2: Der Konfigurationsdialog von XFCE 4.16 hat eine bessere Suche und stellt die neuen Icons besonders gut heraus.

Abbildung 2: Der Konfigurationsdialog von XFCE 4.16 hat eine bessere Suche und stellt die neuen Icons besonders gut heraus.

Reduzierte Farben

Dazu trägt zweifelsohne auch die bereits erwähnte reduzierte Anzahl an Farben bei. Wer optische Komponenten (“Artwork”) für XFCE 4.16 fabrizieren möchte, muss sich in Zukunft auf eine Palette von 40 Farben und Schattierungen beschränken. Dazu gehören Abstufungen der Grundfarben Rot, Gelb und Blau ebenso wie die Komplementärfarben Grün und Violett.

Schattierungen von Schwarz und Braun runden das Angebot der XFCE-Farben ab. In Summe unterscheiden die Farben sich damit gar nicht groß von jenen, die bei XFCE schon bisher Usus waren. Neu ist, dass nun auch festgelegt wurde, in welchen Schattierungen und Kombinationen die Farben zum Einsatz kommen dürfen.

Mehr Überblick

Beim Dialog zur Konfiguration des Desktops sticht nicht nur die bessere Übersichtlichkeit sofort ins Auge. Auf der To-do-Liste der Entwickler stand auch die Suchfunktion im Konfigurationswerkzeug von XFCE. Bisher durchforstete sie lediglich die Namen der einzelnen Konfigurationsmodule nach Begriffen.

In XFCE 4.16 durchstöbert der Dialog nun auch die Beschreibungen in den .desktop-Dateien, die zu den jeweiligen Programmen gehören. Sie enthalten in aller Regel einen kurzen Fließtext, der die Funktion des Programms beschreibt, und sind mithin deutlich auskunftsfreudiger als der blanke Name der Anwendung. Konfigurations-Plugins in XFCE, von denen es je nach Setup oft 20 oder mehr gibt, lassen sich also in Zukunft viel schneller und effizienter aufspüren.

MIME-Einstellungen

Ein großes Ärgernis in früheren XFCE-Versionen waren die konkurrierenden Einstellungen für MIME-Typen und Bevorzugte Anwendungen. MIME, das ältere System, legt beispielsweise anhand der Dateiendung fest, mit welchem Programm ein bestimmter Dateityp zu öffnen ist. Endet der Name einer Datei auf zum Beispiel .txt, kommt der Editor an die Reihe. XFCE pflegte MIME-Einstellungen bislang im eigens dafür eingerichteten MIME-Typ-Editor.

Komplementär dazu bot XFCE allerdings auch den Dialog für Bevorzugte Anwendungen. Den hatte die Umgebung von anderen Desktops und Systemen übernommen, um Nutzern einen schnellen und komfortablen Weg zu bieten, die Standardanwendungen für bestimmte Tätigkeiten festzulegen. Mittels Bevorzugte Anwendungen legte der Anwender bisher etwa fest, dass er als Webbrowser Chrome und als E-Mail-Client Thunderbird nutzen möchte.

Das Problem: Zum Teil decken der MIME-Editor und der Dialog für bevorzugte Anwendungen dasselbe Funktionsschema ab, sind im System aber an unterschiedlichen Stellen verankert. Abhängig davon, ob ein Programm sich also an MIME-Einstellungen oder die bevorzugten Anwendungen hält, passieren beim Klick auf eine HTML-Datei unterschiedliche Dinge. In der Vergangenheit trieb diese Inkonsistenz immer wieder eigentlich begeisterte XFCE-Nutzer zur Weißglut.

XFCE 4.16 kommt nun mit einer neuen Funktion Standardanwendungen (Abbildung 3) daher, die den alten MIME-Dialog und den früheren Dialog Bevorzugte Anwendungen vereint. Wählen Sie hier als Webbrowser Mozilla und als E-Mail-Client Thunderbolt aus, öffnet XFCE beim Klick auf entsprechende Dateien stets dasselbe Programm. Was nach einer unbedeutenden Neuerung klingt, reduziert den Nervfaktor im Alltag ganz erheblich.

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Abbildung 3: Der Dialog Standardanwendungen ersetzt die alten Konfigurationswerkzeuge für MIME-Typen und “bevorzugte Anwendungen”.

Multi-Monitor-Setups

Mit einer weiteren Neuerung reagierten die Entwickler auf das flehentliche Bitten der Anwender, die XFCE auf Multi-Monitor-Setups mit unterschiedlichen Auflösungen betreiben. Das kommt im Alltag gar nicht so selten vor.

Viele Laptops arbeiten mit einem Full-HD-Bildschirm, lassen sich aber mit einem externen 4K-Display sinnvoll ergänzen. Die UHD-Auflösung entspricht allerdings viermal so vielen Pixeln wie 1080p. Während sich bei XFCE auf einem Full-HD-Desktop also sämtliche Icons und Schriften gut erkennen lassen, sehen sie auf einem UHD-Display so klein aus, dass man sie nur noch mit Adleraugen lesen kann.

Sowohl Windows als auch MacOS unterstützen deshalb seit Jahren die Skalierung von Bildschirminhalten pro Monitor. Im genannten Beispiel würde der Desktop etwa auf dem 4K-Display den Skalierungsfaktor 2 anwenden, um die Inhalte dort in Relation zur Auflösung gleich groß darzustellen wie auf dem Full-HD-Display.

Die großen Linux-Desktop-Umgebungen taten sich damit hingegen lange Zeit schwer. In X.org steht mittlerweile immerhin eine Funktion namens Xrandr zur Verfügung, die eine Skalierbarkeit grundsätzlich unterstützt. Die jeweilige Desktop-Umgebung muss jedoch in der Lage sein, diese X-Erweiterung sinnvoll zu nutzen. In XFCE 4.16 haben die Entwickler das endlich im vollen von X.org unterstützten Umfang eingebaut.

Im Konfigurationsdialog für den Monitor findet sich in XFCE 4.16 deshalb nun das neue Feld Skalierung, das die Werte 1x, 1.5x, 2x sowie Benutzerdefiniert zur Auswahl stellt. Sie legen den Faktor dabei stets pro Display fest, verschiedene Monitore dürfen unterschiedliche Skalierbarkeitsfaktoren bekommen. Die Zeiten absurd großer Anzeigen auf Displays mit geringer Auflösung oder unleserlicher Mini-Schrift auf UHD-Panels sind mit XFCE 4.16 deshalb endlich vorbei (Abbildung 4).

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Abbildung 4: Der Konfigurationsdialog für Displays in XFCE 4.16 erlaubt nun, den Bildschirminhalt per Xrandr individuell zu skalieren.

Aufgemöbeltes Panel

Massiv überarbeitet haben die Entwickler auch das XFCE-Panel. Es entspricht quasi der Keimzelle, aus der XFCE insgesamt hervorging. Bis heute nimmt die in der Standardkonfiguration am oberen Bildschirmrand angebrachte Leiste eine zentrale Rolle auf dem Desktop ein. Zumindest, falls der Anwender sie nicht per Autohide-Funktion künftig automatisch vom Bildschirm verschwinden lässt, wenn er sie gerade nicht braucht: Genau diese Funktion haben die Entwickler in XFCE 4.16 dem Panel spendiert.

Ebenfalls neu ist das Plugin Status Tray, das sowohl die klassischen System-Tray-Icons als auch Tray-Icons unterstützt, die dem Status-Notifier-Standard von Freedesktop.org [2] folgen. Wer gern mit einem dunkel eingefärbten Desktop arbeitet, freut sich zudem darüber, dass das XFCE-Panel nun auch einen Dark Mode kennt, wie man ihn zum Beispiel bei Smartphones vorfindet.

Power-Management

Ein komplett neues Design hat der Dialog der Desktop-Umgebung für das Steuern der Energieeigenschaften erhalten. Wie jeder Desktop, der etwas auf sich hält, bietet XFCE die Möglichkeit, abhängig vom Energiestatus des Geräts eine Vielzahl von Aktionen auszulösen.

Ein Batteriebetrieb des Laptops in Kombination mit einer geringen Restlaufzeit des Akkus führt dann etwa dazu, dass der Desktop die Bildschirmhelligkeit – ein chronischer Stromfresser auf mobilen Geräten – radikal herunterregelt. Auch die Frage, wann das System Displays und Laufwerke wie SSDs oder HDDs in den Ruhezustand versetzen soll, spielt eine Rolle.

Grundsätzlich bietet XFCE einen eigenen Dialog, der dem Nutzer die Konfiguration dieser Details unter einer Oberfläche ermöglicht – zumindest in der Theorie, denn der bisherige Konfigurationsdialog für das Power-Management durfte als optischer Totalschaden gelten. Der Versuch, die Optionen für Betrieb am Netzteil und Betrieb per Batterie in tabellarischer Form in einen einzigen Dialog zu verpacken, war den Entwicklern spektakulär misslungen.

XFCE 4.16 bringt nun Ordnung in das Chaos und führt unterschiedliche Registerreiter für den Netz- und den Batteriebetrieb ein. Der Dialog präsentiert sich dadurch sehr viel übersichtlicher als zuvor, obgleich mehr Mausklicks anfallen. Im Test war die Arbeit mit dem neuen Power-Management-Editor von XFCE 4.16 jedenfalls merklich komfortabler als mit dem Vorgänger und seiner tabellarischen Übersicht.

Hardware

Eine echte Komfortfunktion liefern die Entwickler schließlich in Form der Erweiterung des Dialogs Über XFCE. Für normale Endanwender hat die Art der CPU, der verbaute Arbeitsspeicher oder der verfügbare SSD-Platz in den vergangenen Jahren zunehmend weniger Bedeutung. Daten landen stattdessen oft in der Cloud, und selbst günstigere Prozessoren genügen für sämtliche Alltagsaufgaben. Wer doch einmal im Detail wissen muss, welche Hardware den eigenen Rechenknecht eigentlich antreibt, musste sich diese Information oft mühsam zusammensuchen.

Mit Nutzern in solchen Situationen zeigen die Entwickler in XFCE 4.16 etwas Mitleid. Im Dialog Über XFCE finden Sie ab sofort nicht mehr nur die Infos über die XFCE-Version oder die beteiligten Autoren. Der Registerreiter System verrät darüber hinaus auch die grundlegenden Leistungsparameter des Systems – vorrangig Art und Leistung der verbauten CPU, RAM-Größe und verbaute Grafikkarte sowie die Distribution und den Hostnamen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Im Dialog <span class="ui-element">&Uuml;ber XFCE</span> gibt es nun eine &Uuml;bersichtsseite, die auch die wichtigste Hardware des Hosts auflistet.

Abbildung 5: Im Dialog Über XFCE gibt es nun eine Übersichtsseite, die auch die wichtigste Hardware des Hosts auflistet.

Upgrade

Wer nach den Beschreibungen in diesem Artikel Lust auf XFCE 4.16 bekommen hat, dem steht in den meisten Fällen noch etwas Handarbeit bevor. Für die gängigen Distributionen wie Ubuntu, OpenSuse und Fedora ist die neueste Ausgabe der Desktop-Umgebung schlicht noch etwas zu jung. Zumindest offiziell liegt XFCE 4.16 diesen Distributionen jedenfalls noch nicht bei. Selbst für Linux Mint, das Anfang Januar in Version 20.1 erschien, kam XFCE 4.16 zu spät.

Unmöglich ist die Integration der neuen Desktop-Umgebung aber trotzdem nicht. Wer etwa mit OpenSuse arbeitet, findet auf Opensuse.org Repos mit XFCE 4.16 sowohl für “Leap” als auch für “Tumbleweed”; eine Anleitung dazu liefert die Dokumentation [3]. Aus den zusätzlichen Paketquellen lässt sich das aktuellere XFCE unmittelbar per Zypper oder YaST auf das System holen.

Nicht so rosig sieht es bei Fedora aus: Die Distribution setzt erfahrungsgemäß weniger stark auf externe Repositories als die anderen Systeme, und bis Redaktionsschluss war ein Drittanbieter-Repo mit XFCE 4.16 für Fedora nicht verfügbar. Dessen Nutzer müssen im schlimmsten Fall bis zur Veröffentlichung von Fedora 34 warten, die für April ansteht. Die Version soll laut Projekt dann XFCE 4.16 im Schlepptau haben.

Mehr Glück hat, wer auf Ubuntu oder dessen Derivate setzt, wie etwa Linux Mint. Ein eigenes PPA [4] enthält alle Pakete für XFCE 4.16 und lässt sich sowohl auf “Focal” wie auf “Groovy” einsetzen. Es funktioniert entsprechend auch auf Linux Mint 20.1, das unter der Haube mit dem Paket-Set von Ubuntu 20.04 arbeitet.

Fazit

Grundsätzlich funktioniert die Entwicklung von Desktops heute anders als noch vor zehn Jahren. Während es Projekten wie Gnome oder KDE früher wichtig war, alle paar Jahre komplett neue Desktop-Releases vorzustellen, die die aktuellste und beste Technik nutzen sollten, geht die Entwicklung heute merklich gemächlicher vor sich. Das Motto lautet Evolution statt Revolution: Statt den Desktop alle paar Jahre völlig umzugestalten und Nutzer zur Umgewöhnung zu zwingen, geschehen Änderungen eher graduell.

XFCE verfolgt dieses Prinzip bereits viel länger als die Shooting-Star-Konkurrenz, und vielleicht am konsequentesten. Die behutsamen Neuerungen in Version 4.16 verdeutlichen das Prinzip. Wer XFCE 4.14 oder XFCE 4.12 gewohnt ist, der findet sich auch in XFCE 4.16 ohne Probleme und ohne steile Lernkurve schnell zurecht. Die invasivste optische Änderung, die neuen Icons in XFCE selbst, dürften aber nur für die wenigsten Nutzer Grund zur Klage bieten. Die darüber hinaus vorgestellten Änderungen sind eher behutsam und verbessern punktuell die Benutzererfahrung in einzelnen Bereichen. Ein Update von XFCE 4.14 auf 4.16 kann man XFCE-Fans also wärmstens ans Herz legen. (cla/jlu)

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