Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 03/2021

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Cat-Alternative Bat 0.17.1, Konsolen-Dateimanager Nnn 3.5, schlanker Editor O 2.3.5, Befehlskorrektor Thefuck 3.30.

Guckloch

Mit Bat 0.17.1 werfen Sie einen schnellen Blick in eine Datei.

Den Inhalt von Textdateien zeigen Anwender oft mit Cat in der Konsole an, dem aber Fähigkeiten wie ein Syntax-Highlighting fehlen. Hier springt das Rust-basierte Tool Bat in die Bresche, für das auf Github fertige Binärpakete bereitstehen.

Rufen Sie es lediglich mit dem Dateinamen als Parameter auf, entscheidet Bat selbstständig, welches Highlighting erforderlich ist, und gibt den Dateiinhalt seitenweise aus. Mit dem Parameter -P deaktivieren Sie diese Funktion. Bat nummeriert die Zeilen der Ausgabe und gibt den Dateinamen in der Kopfzeile aus. Über -p erzwingen Sie eine unformatierte Ausgabe. Mit -l geben Sie ein bestimmtes Syntax-Highlighting vor; -L liefert eine Übersicht aller unterstützten Sprachen. Das Tool bringt außerdem mehrere Themes mit, die Sie über --theme explizit einsetzen. Mit dem Parameter --style beeinflussen Sie die Aufteilung der Seite.

Der Schalter -A weist Bat an, alle nicht druckbaren Sonderzeichen wie Tabulatoren oder Zeilenumbrüche als sichtbare Zeichen auszugeben – ideal, wenn Sie nach Fehlern in der Formatierung des Quellcodes fahnden. Um bei großen Dokumenten nur einen bestimmten Ausschnitt einzusehen, wählen Sie mit -r den Inhalt zwischen zwei Zeilennummern aus. Die Online-Hilfe rufen Sie mit -h ab, daneben liefert das Binärpaket eine Manpage mit. Weitere Beispiele und eine Übersicht, welche Distribution bereits eine Bat-Version im Repository vorhält, finden Sie auf der Github-Seite des Projekts.

Bat 0.17.1

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/sharkdp/bat

Navigator

Mit Nnn 3.5 navigieren Sie komfortabel durchs Dateisystem.

Viele Konsolenarbeiter verwalten ihre Dateien ebenfalls über Befehle im Terminal. Dabei bietet Nnn etwas mehr Bedienkomfort, ohne dabei die Systemressourcen zu belasten. DEB- und RPM-Archive finden Sie im Github-Repository. Als Posix-konformes Tool greift Nnn nicht auf die Ncurses-Bibliotheken zurück und läuft außerdem auf vielen Unix-Derivaten.

Rufen Sie den Dateimanager ohne Parameter auf, zeigt er den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses an. Zum Verwalten eines anderen Verzeichnisses übergeben Sie den Pfad beim Aufruf. Die Navigation erfolgt über die Pfeiltasten: Mit den [Cursor-links]+/[Cursor-rechts] steigen Sie in der Verzeichnisstruktur auf beziehungsweise ab. Die Kopfzeile zeigt den aktuellen Pfad, wobei Ziffern den Zugriff auf verschiedene Panels ermöglichen, die Sie über Eingabe die jeweilige Nummer in den Vordergrund holen. Die Panels dürfen dabei unterschiedliche Positionen in der Verzeichnisstruktur enthalten – ideal, wenn Sie Verzeichnisse vergleichen oder gleichzeitig verwalten möchten.

Die Fußzeile zeigt Zeitstempel und Rechte des aktuell gewählten Eintrags an. Den Inhalt eines Verzeichnisses zeigt das Programm standardmäßig nur mit Namen an, für eine detaillierte Ausgabe verwenden Sie den Parameter -d. Um in umfangreichen Verzeichnissen die Übersicht zu behalten, filtern Sie bei Bedarf mit -g die Einträge, auch mithilfe regulärer Ausdrücke. Zum Bearbeiten von Textdateien greift Nnn auf den in der entsprechenden Umgebungsvariable hinterlegten Editor zurück.

Nnn 3.5

 

Lizenz: BSD-2 Clause

Quelle: https://github.com/jarun/nnn

Spartaner

Der gertenschlanke Editor O 2.3.5 eignet sich auch für den Raspberry Pi.

Wer sich weder für Emacs noch Vim erwärmen kann, aber einen schlanken Editor sucht, sollte einen Blick auf O werfen. Er erfordert zwar etwas Einarbeiten, läuft aber auch auf schwachbrüstigen Systemen wie dem RasPi gut. Das Go-basierte Tool findet sich im AUR, Nutzer anderer Distributionen greifen auf die Binärpakete im Github-Repository zurück. Neben der ausführbaren Datei enthält das Paket noch Lizenztext und Manpage. Eine Konfiguration ist nicht erforderlich; das Programm besitzt auch keine Kommandozeilenparameter. Es erwartet beim Aufruf zwingend den Pfad zu einer Datei, andernfalls bricht es mit einer Fehlermeldung ab. Neben dem Pfad dürfen Sie die Nummer der Zeile übergeben, in die die Software den Cursor beim Aufruf platziert.

O bietet ein rudimentäres Syntax-Highlighting und leistet auch beim Verfassen und Bearbeiten von Markdown-Dokumenten gute Dienste. Die Github-Seite liefert zudem ein Beispiel, wie Sie Commit-Nachrichten für Git direkt bearbeiten. Sie steuern den spartanisch wirkenden Editor komplett via Tastatur. Mit [Strg]+[G] blenden Sie eine Statuszeile am unteren Fensterrand ein, über [Strg]+[T] exportieren Sie die geöffnete Datei als PDF. Für unterstützte Programmiersprachen bietet O außerdem die Möglichkeit, mit [Strg]+[Leer] direkt den Compiler aufzurufen. Die aktuelle Version unterstützt über zehn Programmiersprachen, neben populären wie C++, Go, Rust, Python und Lua auch Exoten wie Odin, Kotlin oder Crystal. Eine Übersicht aller verfügbaren Optionen finden Sie auf der Github-Seite.

O 2.3.5

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/xyproto/o

Korrektor

Bei Tippfehlern erspart Thefuck 3.30 so manche Verbalinjurie.

Selbst routinierten Anwendern unterlaufen in der Konsole des Öfteren Tippfehler. Besser, man gibt dann das Kommando erneut ein, als den fehlerhaften Befehl aus der Shell-Historie zu fischen. Hier hilft künftig ein beherztes Fluchen und das Python-Tool Thefuck, kurz fuck. Es ermittelt die letzte Eingabe in der jeweiligen Shell, wertet diese Anhand seiner Regeln aus, und bietet eine korrigierte Alternative an.

Sie müssen Thefuck aus den Quellen installieren, wobei sich jedoch die Abhängigkeiten mit einer aktuellen Python-3-Version, den Entwicklerbibliotheken, dem Installer Pip und den Setuptools-Modulen in Grenzen halten. Nach der Installation integrieren Sie Thefuck über eval $(thefuck --alias) in die Konfigurationsdatei der verwendeten Shell. Es unterstützt neben gängigen Shells wie Bash oder Zsh auch weniger bekannte Kandidaten wie Tcsh oder Fish.

Vertippen Sie sich anschließend erneut, geben Sie einfach fuck ein. Das Tool schlägt mögliche korrekte Befehlsfolgen vor, durch die Sie mit dem Cursor navigieren. Den gewünschten Befehl aktivieren Sie über [Eingabe]. Liefert Thefuck keinen sinnvollen oder nicht den gesuchten Befehl, verlassen Sie die Auswahl mit [Strg]+[C]. Rufen Sie das Werkzeug mit dem Parameter -y auf, führt es automatisch den ersten Befehl aus, den das Regelwerk ermittelt.

Einen Einblick in besagtes Regelwerk erhalten Sie auf der Github-Seite des Tools. Hier finden sich eine Vielzahl von Befehlsinterpretationen. Auch distributionsspezifische Befehle für Paketmanager pflegen die Entwickler. Das Github-Repository liefert außerdem eine rudimentäre Anleitung zum Anlegen eigener Regeln. (agr)

Thefuck 3.30

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/nvbn/thefuck

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