Text ausschneiden mit Columscut 3.1, Datenflüsse beobachten mit Etherape 0.9.19, Notizen komfortabel erstellen mit Feathernotes 0.8.0, Webseiten generieren mit Nikola 8.1.2.
Schnittmeister
Mithilfe von Columscut 3.1 zerlegen Sie Texte nach komplexen Mustern.
Wer aus Dateien oder einem Datenstrom bestimmte Passagen herausschneiden möchte, der greift meist auf das bewährte GNU Cut zurück. Die Alternative Columscut (Ccut), auf der Kommandozeile als cc im Einsatz, besticht unter anderem durch zusätzliche Funktionen. Die gängigen Distributionen enthalten Columscut noch nicht, sodass Sie das Tool aus den Quellen kompilieren müssen. Das Quellarchiv liefert alles Notwendige inklusive Manpage mit.
Cut und Columscut gleichen sich weitgehend, denn die Ccut-Entwickler haben zahlreiche Parameter des Originals übernommen. Das verkürzt das Einarbeiten und erleichtert den Austausch der Tools in Skripten. Die Unterschiede stecken im Detail. So bietet Ccut etwa die Möglichkeit, in einem Aufruf mehrere Feldtrenner zu definieren. Die Trenner übergeben Sie dazu mit dem Parameter -d beim Aufruf als Liste, die Sie in Anführungszeichen setzen. Als Zeichen dürfen Sie dabei Escape-Sequenzen wie \t oder \n verwenden. Auf diese Weise trennen Sie nach nach Tabulatoren oder Zeilenumbrüchen. Um die Ausgabe übersichtlicher zu gestalten, blenden Sie über -T alle Zeilen aus, die den Spaltentrenner nicht enthalten.
Anders als beim klassischen Cut klappt mit Ccut das Trennen nach Zeichenketten. Sie geben dazu die gewünschten Zeichen mit dem Parameter -D an. Enthält dieser String ein Leerzeichen, empfiehlt es sich, ihn in Anführungszeichen zu setzen. Dazu bietet das Tool seit Kurzem extra den Parameter -E, dessen Einsatz ansonsten dem von -D entspricht. Sie dürfen die beiden Parameter jedoch nicht mit dem klassischen -d in einem Aufruf kombinieren. Weitere Beispiele finden Sie unter anderem im Github-Repository des Projekts.
Flusskontrolle
Mit Etherape 0.9.19 analysieren Sie, welche Datenmengen über das Netz laufen.
Welche Verbindungen existieren eigentlich gerade im Netzwerk? Die Antwort auf diese Frage liefern unter Linux zahlreiche Konsolen-Tools. Bevorzugen Sie ein Werkzeug mit einer grafischen Oberfläche, greifen Sie zu Etherape. Das Programm zeigt die Verbindungen zwischen einzelnen Rechnern als Graph an. Zum Überwachen des Datenverkehrs greift die Software auf die bewährte Bibliothek Libpcap zurück. Die so erfassten Daten visualisiert sie in Echtzeit in einer GTK3-basierten Oberfläche. In der Konfigurationsdatei des Tools legen Sie dabei fest, ob sie den gesamten Datenverkehr oder entweder ein- oder ausgehende Verbindungen erfasst.
Wie viel Datenvolumen jeweils über die Leitung geht, zeigt das Tool mittels der Dicke der Linien der jeweiligen Verbindung an. Die Farbe signalisiert, welches Protokoll dabei zum Einsatz kommt. Die aktuelle Zuordnung entnehmen Sie der Legende in der Oberfläche, haben aber die Möglichkeit, diese anzupassen. Das Programm aktualisiert die Anzeige in regelmäßigen Intervallen, deren Dauer Sie ebenfalls über die Einstellungen steuern. In der alternativen tabellarischen Ansicht teilt Etherape den Datenverkehr nach Rechnern und Protokollen auf. So sehen Sie auf einen Blick, welcher Rechner die meisten Daten übertragen hat und welches Protokoll am intensivsten im Einsatz ist.
Wollen Sie die erfassten Daten weiterverarbeiten, exportieren Sie sie als XML-Datei. Da Etherape das PCAP-Format unterstützt, haben Sie außerdem die Möglichkeit, mit Wireshark oder Tcpdump die aufgezeichneten Daten zu analysieren – sehr praktisch, wenn Sie die Verbindungen noch einmal in Ruhe durchsehen möchten.
Zettelkasten
Im digitalen Zettelkasten Feathernotes 0.8.0 erfassen Sie komfortabel Notizen.
Tools zum Erfassen und Verwalten von Notizen sind unter Linux zahlreich vorhanden und integraler Bestandteil jeder besseren Benutzeroberfläche. Mit dem kompakten Tool Feathernotes steht nun eine weitere Alternative bereit. Obwohl das Programm auf die Qt-Bibliotheken zurückgreift, sehen die Entwickler es als unabhängige Alternative. Nach dem Start öffnet Feathernotes eine übersichtliche Benutzeroberfläche: Am linken Rand finden Sie eine Liste aller Einträge aus einer Datei, in der Mitte sehen Sie den Inhalt der ausgewählten Notiz. Hier nehmen Sie weitere Einträge oder Änderungen vor.
Die Oberfläche bietet außerdem rudimentäre Funktionen einer Textverarbeitung: Sie dürfen Textstellen kursivieren, unter- oder durchstreichen sowie die Textfarbe verändern. Das Programm kennt außerdem drei verschiedene Größen für Überschriften und ermöglicht das Ausrichten von Absätzen. Bei Bedarf bauen Sie Bilder, Tabellen oder HTML-Code in die Notizen ein. Aufzählungen unterstützt das Tool jedoch nicht. Funktionen wie Suchen und Undo erleichtern das Editieren. Wollen Sie in einer Notiz einen weiteren Eintrag einfügen, nutzen Sie dazu [Strg]+[N] (vor dem aktuellen Eintrag) und [Strg]+[M] (danach). Feathernotes nennt diese Einträge Geschwister. Mit [Strg]+[Umschalt]+[N] legen Sie eine untergeordnete Notiz an.
Auf diese Weise entsteht eine Baumstruktur, durch die Sie mit den Pfeiltasten navigieren. Bei umfangreichen Notizen empfiehlt es sich, einzelne Zweige zur besseren Übersicht einzuklappen. Das Programm speichert alle Notizen in einem XML-Format ab, ein Export als HTML-Datei ist ebenfalls möglich. Die einzige Hürde: Sie müssen das Tool selbst aus den Quellen kompilieren.
Seitengenerator
Das Framework Nikola 8.1.2 hilft beim Bauen und Verwalten statischer Webseiten.
Die meisten Web-Frameworks setzen heute auf dynamische Inhalte, obwohl oft eine statische Präsentation ausreicht. Wer beim Erstellen einer statischen Webseite auf den Komfort eines Frameworks nicht verzichten möchte, greift zum in Python implementierten Nikola. Da nicht alle Distributionen es in der aktuellen Version enthalten, lohnt sich die Installation aus den Quellen. Es benötigt für seine Aufgabe zahlreiche Module, die die Dateien requirement.txt und requirement-extra.txt im Quellcode-Archiv beschreiben. Mithilfe des Python Package Installer (PIP) installieren Sie die notwendigen Module schnell nach.
Nikola eignet sich nicht nur für Webseiten, sondern auch für Blogs oder Bildergalerien. Es bietet einen großen Funktionsumfang, wie etwa Syntax-Highlighting für die gängigsten Programmiersprachen. Inhalte von bestehenden Plattformen wie WordPress integriert Nikola über Import-Routinen. Zum Einrichten eines neuen Projekts rufen Sie das Programm mit dem Parameter init auf. Ein rudimentäres Assistenzsystem erfasst dann wichtige Daten wie das Verzeichnis für Dokumente, die Namen des Autors und der Seite, die Sprache, die E-Mail-Adresse und die spätere URL. Mit dem Unterbefehl new_page erzeugen Sie den Rahmen für eine neue Seite. Vorher müssen Sie jedoch ins angegebene Dokumentenverzeichnis wechseln. Kombinieren Sie den Befehl new_page mit dem Parameter -e, öffnet Nikola den Standardeditor.
Mit build setzt das Framework den fertigen Auftritt zusammen, mit deploy übertragen Sie die Daten auf den Webserver. Wollen Sie den Inhalt lieber in einem Github-Repository bereitstellen, nutzen Sie stattdessen github_deploy. Mit serve starten Sie eine rudimentäre Webserver-Engine, um die Seiten noch vor dem Ausrollen zu inspizieren. Bei längerem Betrieb einer Webseite ist der Parameter orphan interessant: Mit seiner Hilfe spüren Sie verwaiste Seiten auf, zu denen kein Link mehr existiert – ideal, um Ordnung zu schaffen. (agr)








