Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 07/2020

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Datenbanken komfortabel verwalten mit Dbeaver 7.0.5, Textpassagen schneller finden mit Grip 0.8, PDF-Dokumente bearbeiten mit Pdfscale 2.5.3, Dateiinhalte vergleichen mit Yadt 3.317.

Datenbänker

Datenbanken verwalten Sie bequem mit Dbeaver 7.0.5.

Ganz gleich, ob Web-Anwendung oder lokales Tool – viele Programme verwalten heute Daten in relationalen Datenbanken, von denen die meisten standardmäßig nur einen konsolenbasierten Client mitliefern. Als grafisches Tool unterstützt Sie das Java-basierte Dbeaver bei Entwicklung und Administration. Die Palette der unterstützten Datenbanken reicht von quelloffener Software wie MySQL, PostgreSQL und Sqlite bis hin zu kommerziellen Produkten wie Oracle, Sybase, SQL-Server und DB2. Auf der Webseite des Projekts stehen DEB- und RPM-Pakete für 64-Bit-Systeme bereit, mit denen Sie bei Bedarf sofort loslegen.

Nach dem Start öffnet Dbeaver eine übersichtliche Oberfläche mit einem Datenbank-Navigator und einer Projektverwaltung am linken Fensterrand. Im zentralen Bereich des Fensters zeigt das Tool Daten und Informationen der aktuellen Tabelle an und stellt auf Wunsch einen SQL-Editor bereit. Das Anlegen neuer Datenbankverbindungen erfolgt über das Menü Database. Hier wählen Sie den passenden Treiber aus und geben die Zugangsdaten ein. Die Software erkennt selbstständig fehlende Treiberdateien und schlägt diese zum Download vor. Je nach System lässt sich die Verbindung über einen Proxy oder via SSH tunneln. Selbst der Aufbau einer verschlüsselten Verbindung via SSL gelingt bei einigen Datenbanksystemen, wie etwa PostgreSQL oder MariaDB. Die konfigurierten Verbindungen stehen anschließend im Navigator bereit.

Durch Aufklappen des entsprechenden Knotens in der Baumansicht stellen Sie eine Verbindung her und erhalten sofort Zugriff auf Tabellen, Trigger, Indizes und Views. Wählen Sie ein Objekt durch Doppelklick zum Verarbeiten aus, zeigt das Programm dessen Struktur an. Bei Tabellen und Views haben Sie außerdem die Möglichkeit, den Inhalt zu betrachten oder ein ER-Diagramm auszugeben. Für weitere Arbeiten stellt Dbeaver einen leistungsfähigen SQL-Editor bereit, dessen Ausgabe Sie bei Bedarf im CSV-, XML- oder JSON-Format speichern.

Dbeaver 7.0.5

 

Lizenz: Apache License 2

Quelle: https://dbeaver.io

Spürhund

Mit Grip 0.8 finden Sie Textpassagen blitzschnell.

Bei der Suche nach Textmustern in einer Datei hilft in der Regel das GNU-Tool Grep. Wollen Sie mehrere Dateien oder eine ganze Verzeichnisstruktur durchsuchen, dauert es meist, bis das vollständige Ergebnis vorliegt. Mehr Tempo versprechen die Entwickler des C-basierten Programms Grip. Es sucht nicht in den Dateien selbst, sondern in einem Index, den es vorher angelegt hat. Selbst große Dateien sind für das Tool kein Problem. Beim Suchmuster geben Sie reguläre Ausdrücke an. Standardmäßig liefert Grip für alle Treffer den relativen Pfad sowie die Zeilennummer und den Inhalt der Zeile.

Die Ausgabe des vollständigen Pfads fordern Sie über den Parameter -g an. Um die Groß- und Kleinschreibung zu ignorieren, geben Sie -i an. Um auch die Zeilen im Umfeld der Treffer zu sehen, veranlassen Sie mit -A, -B und -C die Ausgabe beliebig vieler Zeilen vor oder nach dem Treffer. Mit dem Parameter -w behandelt Grip das Suchmuster als vollständiges Wort. Über --exclude und --include nehmen Sie bestimmte Dateien von der Suche aus oder berücksichtigen diese explizit. Standardmäßig bereitet das Tool die Ausgabe farblich auf, was Sie mit --color beeinflussen können.

Vor dem Einsatz von Grip müssen Sie mit dem Tool Gripgen einen Index über die zu durchsuchenden Dateien erzeugen. Diese übergeben Sie entweder als Liste in einer Textdatei oder aus der Ausgabe eines anderen Tools wie etwa Find. Alle Daten speichert Gripgen im Ordner .grip/ in dem Verzeichnis, in dem Sie es aufgerufen haben. So können Sie verschiedene Indizes anlegen. Beispiele entnehmen Sie von der Github-Seite. Eine Dokumentation oder Manpage liefert das Quellarchiv nicht mit.

Grip 0.8

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/sc0ty/grip

Formwandler

PDF-Dokumente lassen sich mit Pdfscale 2.5.3 unkompliziert überarbeiten.

Stimmen bestimmte Parameter in PDF-Dokumenten nicht, verursachte das Anpassen unter Linux bisher oft erheblichen Aufwand. Das Shell-Skript Pdfscale versucht, diese Arbeit zu erleichtern, und greift dazu im Hintergrund auf den Interpreter Ghostscript zurück. Mit dem Tool passen Sie unter anderem die Skalierung von Objekten im Dokument an oder verändern die Größe der Seiten.

Zum Skalieren geben Sie mit -s den Faktor vor; standardmäßig steht er auf 0.95, also 95 Prozent der Originalgröße. Die Seitengröße passen Sie mit -r an ein neues Format an. Eine Übersicht über alle verfügbaren Formate liefert der Parameter -p. Kombinieren Sie -r mit dem Schlüsselwort custom, haben Sie die Möglichkeit, eigene Maße vorzugeben. Ein entsprechendes Beispiel sowie weitere finden Sie auf der Github-Seite des Projekts.

Das aktuelle Format und die Skalierung fragen Sie mit -i ab. Ohne Parameter aufgerufen, nimmt Pdfscale an der übergebenen Datei nur eine Standardskalierung vor und speichert das Dokument unter einem neuen Namen. Existiert die Datei bereits, bricht Pdfscale die Verarbeitung ab. Mit -n weisen Sie das Tool an, bestehende Dateien immer zu überschreiben. Weitere Parameter ermöglichen beispielsweise die Anpassung der Auflösung von Bildern in Dokumenten oder beeinflussen die Farbwahl für den Texthintergrund. Einen grauen Texthintergrund generieren Sie mit --background-gray, wobei Sie den Grauton als Prozentwert festlegen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, starten Sie mit --dry-run einen Probelauf, bei dem Pdfscale die Anpassungen nur auflistet, nicht aber ausführt. Mit -h rufen Sie eine ausführliche Online-Hilfe auf; eine Manpage zu Pdfscale gibt es nicht.

Pdfscale 2.5.3

 

Lizenz: Freeware

Quelle: https://github.com/tavinus/pdfScale

Komparator

Mit Yadt 3.317 vergleichen Sie Dateiinhalte in einer komfortablen GUI.

Zum Vergleich von Dateiinhalten kommt oft Diff zum Einsatz, dessen Ausgabe jedoch vor allem Einsteiger eher verwirrt. Hier springt das auf Tcl/Tk basierende Yadt in die Bresche, dessen Entwickler auf der Projektseite ein 64-Bit-Binärpaket bereitstellen. Anders als GNU-Diff stellt Yadt eine grafische Oberfläche bereit, um Unterschiede optisch hervorzuheben. So können Sie bis zu drei Dateien vergleichen. Standardmäßig teilt Yadt dazu sein Fenster vertikal, um die Inhalte nebeneinander zu zeigen. Bei Bedarf wechseln Sie zu einer horizontalen Aufteilung, in der die Dateiinhalte untereinander erscheinen. In der umfangreichen Konfiguration legen Sie unter anderem die Fenstergröße beim Start sowie die Art der Fensteraufteilung fest.

Unterschiede hebt die Software farblich hervor und fügt gegebenenfalls Leerzeilen ein, um Passagen exakt nebeneinander anzuzeigen. Alternativ blenden Sie alle Leerzeilen aus. Standardmäßig hebt Yadt Zeilen mit Änderungen vollständig hervor, im Modus differences inline nur die tatsächlichen Änderungen. Über die Pfeilsymbole in der Symbolleiste springen Sie von einer Fundstelle zur nächsten. Die Symbole erreichen Sie ebenfalls über das Kontextmenü. Auf Wunsch übernimmt das Programm alle Änderungen einer Seite. Im sogenannten Merge-Window zeigt Yadt das Ergebnis an, das Sie bei Bedarf in einer neuen Datei speichern. Auf Wunsch nimmt Yadt ein automatisches Merge der Dateien beim Programmstart vor. (agr/jlu)

Yadt 3.317

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://sourceforge.net/projects/diff-yadt/

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