Grafische Find-Alternative Catfish 1.4.13, Systemlast im Blick mit Monitorix 3.12.0, Peek 1.5.1 filmt Desktop-Bereiche ab, vielseitiger Texteditor Xcoral 3.48.
Fundbüro
Als komfortable grafische Find-Alternative präsentiert sich Catfish 1.4.13.
Nicht immer findet sich auf der Festplatte eine gesuchte Datei auf Anhieb. Erfahrene Anwender greifen dann zu Find, um den Verzeichnisbaum zu durchstöbern. Catfish bietet eine Alternative mit grafischer Oberfläche auf Basis von Gtk3. Das Tool stammt aus dem XFCE-Fundus, läuft aber unabhängig von der Desktop-Umgebung. Zwar enthalten viele Distributionen ältere Catfish-Versionen, doch erst die neueren unterstützen die Gnome Shell sowie Wayland und korrigieren eine Reihe von Fehlern. Die Installation aus den aktuellen Quellen ist schnell erledigt.
Sie rufen Catfish ohne Parameter auf, wobei die Software beim ersten Aufruf eine Konfigurationsdatei im Verzeichnis .config/catfish/ anlegt. In der Kopfzeile des Fensters wählen Sie das zu durchsuchende Verzeichnis aus, in der Eingabezeile geben Sie das Suchmuster an. Über das Konfigurationssymbol rechts blenden Sie Filter ein oder passen die Ausgabe des Suchergebnisses an. Es besteht die Möglichkeit, versteckte Dateien anzuzeigen oder im Inhalt von Dateien zu suchen. Bei den Optionen dürfen Sie zwischen zwei Layout-Formaten wählen und in den erweiterten Einstellungen bestimmte Verzeichnisse von der Suche ausnehmen. Standardmäßig sind /dev sowie virtuelle Verzeichnisse vom Typ GVFS ausgeschlossen.
Zu jeder gefundenen Datei gibt Catfish die Dateigröße, den Pfad und das Bearbeitungsdatum an. Bei vielen Treffern grenzen Sie die Ausgabe über die Wahl des Dateityps ein. Alternativ reduzieren Sie das Ergebnis anhand des Bearbeitungszeitpunkts; hier dürfen Sie ein Zeitfenster vorgeben. Catfish besticht durch Geschwindigkeit und eine intuitive Bedienung. Auf der Projektseite des Tools findet sich eine einfache Dokumentation.
Kontrolleur
Mit Monitorix 3.12.0 behalten Sie die Systemlast im Webbrowser im Blick.
Um auf dem Rechner die CPU-Last und den aktuellen Datendurchsatz zu überwachen, greifen viele Anwender zu Top und Netstat. Möchten Sie den Verlauf der Parameter verfolgen oder den aktuellen Status im Webbrowser betrachten, brauchen Sie ein Programm wie Monitorix. Die Perl-basierte Software erfasst die relevanten Daten und bereitet sie grafisch auf. Die Projektseite hält Pakete für die gängigsten Distributionen bereit, alternativ installieren Sie das Tool aus den Quellen. Seit Version 3 verfügt Monitorix über einen eigenen HTTP-Server, der die Oberfläche auf Port 8080 bereitstellt. Falls Sie in der Konfiguration unter /etc/monitorix/monitorix.conf nichts anderes vorgeben, bindet er sich nur an die lokale Schnittstelle. Ein Einsatz mit gängigen Webservern wie Nginx gelingt mithilfe eines CGI-Skripts.
Ebenfalls in der Konfigurationsdatei legen Sie fest, welche Dienste und Daten das Programm im Auge behält. Die erfassten Daten liegen im Verzeichnis /var/lib/monitorix/ als RRD-Dateien, auf deren Basis sich tägliche, wöchentliche, monatliche oder jährliche Auswertungen erzeugen lassen. Standardmäßig zeigt das Tool eine Gesamtübersicht aller Daten an; auf der Startseite dürfen Sie die Anzeige auf Einzelaspekte wie Netzwerkstatistik oder CPU-Last einschränken. Die Datenerfassung erfolgt über Perl-Module. Auf der Projektseite finden Sie eine entsprechende Übersicht sowie eine umfangreiche Dokumentation. Parameter in der Konfigurationsdatei legen fest, welche Module Monitorix ausführt; deren Einstellungen erläutert die Dokumentation.
Kameramann
Mit Peek 1.5.1 erzeugen Sie komfortable Screencasts von Bildschirmausschnitten.
Peek dient dazu, zu Schulungs- oder Beweiszwecken nur einen bestimmten Bereich einer Benutzeroberfläche abzufilmen. Es bietet zwar nicht den Funktionsumfang kommerzieller Screencast-Lösungen, doch während andere Open-Source-Tools meist den ganzen Bildschirm aufnehmen, können Sie sich hier auf einen Ausschnitt konzentrieren. Ältere Versionen liegen in den Repos vieler Distributionen, die aktuelle Version kompilieren Sie aus den Quellen. Das Tool nutzt die Gtk3-Bibliotheken für die Oberfläche und greift zum Aufzeichnen auf Ffmpeg und Gstreamer zurück.
Sie starten Peek ohne Parameter, woraufhin sich ein durchscheinendes Fenster öffnet, das Sie über den aufzunehmenden Bereich schieben. In der linken oberen Ecke wählen Sie das Format für die Aufnahme aus, wobei GIF, APNG, WebM und MP4 zur Auswahl stehen. Um die Aufnahme zu beginnen, klicken Sie auf das ausgewählte Format. Ein Countdown kündigt nun den bevorstehenden Start der Aufnahme an. Der Format-Button verwandelt sich in einen Stop-Schalter, mit dem Sie die Aufnahme später beenden. Standardmäßig öffnet Peek danach einen Dialog zum Speichern.
Während der Aufzeichnung dürfen Sie unter dem transparenten Bereich weiter arbeiten und die Fenstergröße verändern. Standardmäßig nimmt Peek 10 Bilder pro Sekunde auf, bei Bedarf passen Sie diese Rate in der Konfiguration an. Hier stellen Sie außerdem die Länge des Countdowns ein oder schließen den Mauszeiger von der Aufnahme aus. Über die Kommandozeilenparameter -s und -p starten Sie die Aufnahme einer aktiven Peek-Instanz oder beenden sie – ideal für komplexere Szenarien.
Schreibmaschine
Der einfache Editor Xcoral 3.48 bietet viele Funktionen einer IDE.
Um Textdateien zu bearbeiten, bevorzugen die meisten Anwender schlichte Editoren wie Nano oder Vi. Mit Xcoral steht ein ebenso einfaches Werkzeug bereit, das aber einige Funktionen großer IDEs im Sortiment hat. Obwohl es auf eine lange Entwicklungsgeschichte zurückblickt und immer noch aktiv entwickelt wird, fehlt Xcoral in den Repos der aktuellen Distributionen – Sie müssen es aus den Quellen kompilieren.
Xcoral unterstützt zwar keine Reiter, öffnet aber jede Datei in einem eigenen Fenster. Die grafische Oberfläche wirkt etwas altbacken, bietet jedoch über die Symbolleiste schnellen Zugriff auf alle wichtigen Funktionen inklusive eines Syntax-Highlightings. Das Verwalten der einzelnen Fenster und die Suche in Dateien erfolgen mittels eines Ausklappmenüs. Hinter dem Bibliothekssymbol verbirgt sich eine umfangreiche Online-Hilfe, in der Sie schnell alle wichtigen Funktionen nachschlagen.
Über die Programmier-Utilities fügen Sie Codefragmente und Vorlagen in die aktuelle Datei ein, etwa via Shell-Title einen vollständigen Header für Shell-Skripte. Dabei setzt Xcoral das Datum automatisch, Sie brauchen nur noch den Dateinamen und die Beschreibung nachzutragen. Selbst die GPLv2-Lizenzbedingungen integriert das Tool auf Wunsch. Mit den LaTeX-Utilities stellen Sie Elemente des Satzsystems zusammen; für Hobby-Webdesigner stehen ähnliche Funktionen für HTML-Dokumente bereit. C-Code testen Sie mit einem integrierten ANSI-C-Interpreter, dessen Leistungsfähigkeit eine beiliegende Türme-von-Hanoi-Simulation demonstriert. (jlu)








