Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 07/2019

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Serverzertifikate überprüfen mit Cert 0.13.0, DNS-Abfragen nachverfolgen mit Dnstrace 0.1.1, Quellcode-Syntax hervorheben mit Highlight 3.51, Videos aus Portalen herunterladen mit Piko 0.4.8.

Kontrolleur

Mithilfe von Cert 0.13.0 überprüfen Sie die Validität von TLS-Zertifikaten.

Spätestens seit Let’s Encrypt liefern viele Webseiten die Daten nur noch HTTPS-verschlüsselt aus, die Verbreitung selbst signierter Zertifikate nimmt stetig ab. Mit dem in Go geschriebenen Tool Cert prüfen Sie, ob eine Webseite ein Zertifikat und damit verschlüsselte Kommunikation anbietet. Sie beziehen Cert als Binärpaket von der Github-Seite des Projekts. Für eine einfache Abfrage übergeben Sie ihm beim Aufruf die zu prüfende Domain als FQDN, die Angabe einer IP-Adresse führt zu einer Fehlermeldung. Läuft der Webserver auf der zu prüfenden Seite nicht auf dem Standard-Port 443, müssen Sie den verwendeten Port beim Aufruf mit einem Doppelpunkt an den FQDN anfügen.

Cert ermittelt die zugehörige IP-Adresse und zeigt die Zertifikatsdaten an, darunter auch Gültigkeitszeitraum, Aussteller und Common Name. Unter dem Eintrag SANs können Sie sehen, für welche weiteren FQDNs (meist Subdomains) das Zertifikat ebenfalls gilt. Um mehrere Webseiten zu prüfen, übergeben Sie diese beim Aufruf als Liste. Cert prüft standardmäßig nicht nur den Hostnamen, sondern auch die Zertifizierungskette. Die fehlt selbst signierten Zertifikaten, sodass das Tool hier mit einer Fehlermeldung die Arbeit einstellt. Mit dem Parameter -k überspringt Cert diese Prüfung und liefert auch für solche Zertifikate den Aussteller und die Gültigkeitsdauer.

Die Ausgabe der Informationen erfolgt zeilenweise; für eine tabellarische Ausgabe geben Sie mit dem Parameter -f md Markdown als Ausgabeformat vor. Zur automatisierten Weiterverarbeitung stellt Cert die Daten alternativ auch im JSON-Format bereit.

Cert 0.13.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/genkiroid/cert

Spurensucher

Fehlern bei der DNS-Abfrage kommen Sie mit Dnstrace 0.1.1 auf die Spur.

Ließen sich früher noch alle Systeme in der hosts-Datei des Rechners hinterlegen, kommt man heutzutage ohne DNS-Server nicht mehr aus. Stockt die Namensauflösung, kommen Sie der Ursache mit Dnstrace schnell auf die Spur, das Sie als Binärpaket von der Github-Seite des Tools laden. Um den DNS-Eintrag zu einem FQDN zu ermitteln, geben Sie diesen beim Aufruf als Parameter an. Dnstrace fragt dann als Erstes bei einem der Root-DNS-Server im Internet an, der die Anfrage zu einem DNS-Server des jeweiligen NIC delegiert. Von dort aus geht sie an den zuständigen DNS-Server weiter, der schließlich den zugehörigen DNS-Eintrag ausgibt.

Dabei unterstützt Dnstrace Anfragen im EDNS-Format, was größere Datenpakete ermöglicht. Die Kommunikation erfolgt wie gewohnt via UDP; über den Schalter -tcp stellen Sie die Anfrage via TCP. Wollen Sie nicht alle Abfrageschritte nachvollziehen, unterdrücken Sie mit -ignoresub die Unterabfragen. Sofern Sie nichts anderes angeben, ermittelt Dnstrace immer den A-Eintrag zur jeweiligen Adresse. Suchen Sie dagegen beispielsweise den MX-Eintrag des Mailservers zu einer Domain, geben Sie beim Aufruf den Query-Befehl MX mit. Eine Übersicht aller verfügbaren Parameter erhalten Sie mit dem Parameter -h über die Online-Hilfe. Eine kurze Beschreibung samt Anwendungsbeispiel liefert außerdem die Github-Seite des Tools.

Dnstrace 0.1.1

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/dkorunic/dnstrace

Textmarker

Mit Highlight 3.51 bereiten Sie Quellcode übersichtlich auf.

Highlight geht Ihnen beim Aufbereiten von Quellcode in zahlreiche Ausgabeformate wie RTF, LaTeX, HTML oder XHTML zur Hand. Um den aufbereiteten Code nicht als Satzformat, sondern in der Konsole auszugeben, verwenden Sie Ausgabeformat ansi oder xterm256. Die aktuelle Version kommt mit über 200 Programmiersprachen und deren Dialekten zurecht, identifiziert die jeweiligen Schlüsselwörter der verwendeten Sprache und hebt sie farblich hervor. Das Tool erkennt sogar, wenn der übergebene Quellcode eine Mischung verschiedener Programmiersprachen enthält, und wählt jeweils das passende Highlighting. Bei Sprachen wie C oder Java formatiert Highlight auf Wunsch den Quellcode neu und rückt dabei die Zeilen passend ein.

Strukturen für neue Sprachen lassen sich ebenso leicht hinzufügen wie alternative Farbgebungen. In den Farbmustern von Highlight geben Sie Schlüsselwörter als feste Zeichenkette oder regulären Ausdruck an. Auf der Projektseite finden Sie eine Anleitung und Beispiele für den Aufbau eigener Sprachdefinitionen. Viele Distributionen führen ältere Highlight-Versionen im Repository, sodass Sie das Tool nur dann aus den Quellen kompilieren müssen, wenn sie Unterstützung für neuere Programmiersprachen benötigen. Die Konfiguration von Highlight erfolgt komplett über Kommandozeilenparameter, deren Bedeutung die Manpage näher erläutert.

Highlight 3.51

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.andre-simon.de/doku/highlight/en/highlight.php

Saugroboter

Videos und Bilder laden Sie mit Piko 0.4.8 schnell und einfach aus Portalen herunter.

Der einfache Media-Downloader Piko lädt Videos und Bilder von Portalen wie Twitter, Imgur, Facebook oder 4Chan herunter. Sie beziehen das Tool als 64-Bit-Binärpaket direkt von Github. Um etwa einen Clip von Youtube herunterzuladen, geben Sie Piko dessen URL in einfache Anführungszeichen gesetzt beim Aufruf mit. Die Übertragung startet sofort, die Datei landet im aktuellen Verzeichnis. Ein einfacher Fortschrittsbalken zeigt dabei Datendurchsatz und geschätzte Übertragungsdauer an. Sofern Sie nicht mit --format etwas anderes bestimmen, wählt Piko als Dateinamen den Titel und als Dateierweiterung das Medienformat.

Mit --discover aufgerufen, ermittelt Piko lediglich die Metadaten der Datei und zeigt mögliche Einstellungsoptionen sowie die aktuelle Standardeinstellung an. Über den Parameter --option passen Sie bei Bedarf die Übertragungseinstellungen von Piko an, verändern die Qualität des Downloads oder übertragen nur die Tonspur eines Videos. Die Dokumentation des Tools fällt allerdings spärlich aus: Neben der Github-Seite mit nur wenigen Beispielen steht lediglich über -h eine kurze Online-Hilfe zur Verfügung, eine Manpage sucht man vergebens. (jlu)

Piko 0.4.8

 

Lizenz: LGPLv3

Quelle: https://github.com/mlvzk/piko

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