Unsere Tipps und Tricks zu Gimp verwandeln jeden Anfänger in einen Profi in Sachen Bildbearbeitung.
Der recht komplexe Funktionsumfang des Kurvenwerkzeugs schreckt auf den ersten Blick viele Anwender ab. Wer sich jedoch mit dem Tool vertraut macht, der lernt die Vorteile schnell zu schätzen – vor allem, weil man dadurch digitalen Fotos oft den letzten Schliff verleihen kann. Unsere Gimp-Tipps zeigen, wie Sie damit im Handumdrehen diverse Farbkorrekturen vornehmen.
Kurve einblenden
Um das Kurvenwerkzeug anzuwenden, öffnen Sie es über das Menü Farben | Kurven. Werkzeuge, die Sie oft benutzen, gehören jedoch in den Werkzeugkasten. Von dort rufen Sie es dann einfach über einen Klick auf das passende Symbol auf. Falls Sie mit den Vorgabeeinstellungen arbeiten, müssen Sie das Kurvenwerkzeug für den Werkzeugkasten aktivieren.
Dazu rufen Sie den Einstellungsdialog für den Werkzeugkasten über Bearbeiten | Einstellungen auf. Dort öffnen Sie den Bereich Werkzeugkasten und suchen dann im Abschnitt Konfiguration der Werkzeuge das Werkzeug Kurven heraus. Klicken Sie auf das Augen-Symbol (Abbildung 1) und dann auf OK, um die Einstellungen zu speichern.

Abbildung 1: Sie aktivieren das Kurvenwerkzeug über den Einstellungsdialog für den Werkzeugkasten. Dadurch erhalten Sie bei Bedarf schnellen Zugriff. Generell lassen sich hier Werkzeuge jederzeit ein- und ausblenden.
Nun findet sich das Symbol Farbkurven korrigieren im Werkzeugkasten wieder, sodass Sie das Werkzeug von dort schneller als über das Menü aufrufen können.
Farbverschiebungen
Lust auf mehr Farbe? Wer langweilige Motive mit bunten Farben und Kontrasten aufpeppen möchte, der freut sich unter Umständen über folgenden Tipp: Wir zeigen, wie Sie eine als Cross-Entwicklung bekannte Verschiebung der Farben mit den Farbkanälen des Kurvendialogs erzeugen.
Öffnen Sie das Foto, das Sie korrigieren wollen, über Datei |Öffnen im Bildmenü oder mit [Strg]+[O]. Aktivieren Sie mit einem Mausklick das Kurvenwerkzeug, und rufen Sie dann den Einstellungsdialog des Tools auf. Dazu klicken Sie auf das zu bearbeitende Bild.
Bevor Sie starten, überprüfen Sie, ob die Vorschau aktiv ist und der Kurventyp auf Weich steht. Für Einsteiger empfiehlt es sich, mit der bereits aktivierten Option Kurven nach Wahrnehmung anpassen zu arbeiten.
Beginnen Sie, indem Sie den Wert für den Kanal Rot auswählen. Sie sehen im Dialog eine Hilfslinie, die von links unten nach rechts oben verläuft. Ein Mausklick auf den Bearbeitungsbereich erstellt einen Ankerpunkt, den Sie bei Bedarf entlang der Hilfslinie bewegen, indem Sie die Maustaste halten. Ziehen Sie ihn über die Hilfslinie, hellt sich der Kanal auf. Positionieren Sie ihn unterhalb, dunkelt das den Kanal ab. Probieren Sie es aus – Sie können nichts falsch machen: Ein Klick auf Zurücksetzen stellt die Standardeinstellung jederzeit wieder her.
Für den roten Farbkanal setzen Sie entlang der Farbkurve zwei Ankerpunkte. Verschieben Sie diese mithilfe der Maustaste, sodass eine deutliche S-Kurve entsteht (Abbildung 2). Für die nächste Farbverschiebung wechseln Sie den Kanal auf Grün. Erzeugen Sie hier mit den eben beschriebenen zwei Ankerpunkten eine etwas schwächere S-Kurve, die der roten Kurve ähnelt.

Abbildung 2: Mithilfe der Kurve verändern Sie helle und dunkle Farbbereiche, indem Sie die entsprechenden Bereiche anheben oder absenken. Der Effekt hängt dabei davon ab, wie stark die mit Ankerpunkten erzeugte S-Kurve ausfällt.
Für die letzte Kurvenanpassung wechseln Sie in den blauen Kanal. Hier gehen Sie umgekehrt vor: Ziehen Sie diesmal den linken Ankerpunkt in den Bereich oberhalb der Hilfslinie, was den dunkleren Bereich anhebt. Den rechten Ankerpunkt bewegen Sie leicht in den Bereich unterhalb der Hilfslinie. Das Ergebnis sollte in etwa wie die Kurven in Abbildung 3 aussehen. Nun aktivieren Sie die Option Ansicht teilen, sodass der rechte Bereich das ursprüngliche Bild und der linke die Auswirkung der Änderungen zeigt.

Abbildung 3: Der als Cross-Entwicklung bekannte Effekt verleiht dem Bild im rechten Bereich die Aufmerksamkeit, die es verdient, um nicht gleich im digitalen Mülleimer zu landen.
Sie dürfen jeden einzelnen Kanal nachjustieren, falls das Ergebnis nicht ganz Ihren Wünschen entspricht. Passt alles, schließen Sie das Bearbeiten über einen Klick auf OK ab.
Einstellungen speichern
Je intensiver Sie sich mit dem Kurvenwerkzeug beschäftigen, desto mehr Zeit verbringen Sie damit, optimale Ergebnisse zu erzielen. Haben Sie eine Einstellung gefunden, die Sie des Öfteren verwenden, empfehlen wir Ihnen, diese für spätere Einsätze als Vorlage zu speichern: Dann wenden Sie quasi auf Knopfdruck denselben Effekt auf andere Bilder an.
Öffnen Sie dazu den Dialog Farbkurven korrigieren, und justieren Sie die gewünschten Parameter. Bevor Sie jedoch über OK die Anpassungen auf das Bild anwenden, klicken Sie neben dem Auswahldialog Einstellungen auf das Plus-Symbol. Im folgenden Dialog Die aktiven Einstellungen als Voreinstellung speichern tragen Sie einen aussagekräftigen Namen für die Einstellungen ein. Bestätigen und schließen Sie den Dialog über OK. Die Voreinstellungen stehen nun über das Ausklappmenü Einstellungen unter dem vergebenen Namen bereit.
Rechts neben dem Plus-Symbol befindet sich das Symbol, über das Sie Einstellungen verwalten. Mit einem Klick darauf gelangen Sie zum Dialog Gespeicherte Einstellungen verwalten. Hier löschen Sie beispielsweise die gespeicherten Einstellungen, die Sie nicht mehr benötigen oder die Sie nur zu Testzwecken angelegt haben.
Farben invertieren
In der Fotografie bezeichnet der Vorgang des Invertierens das Umkehren einer Farbe: Aus Schwarz wird Weiß oder aus Gelb Blau und umgekehrt. Der folgende Tipp zeigt, wie Sie mit dem Kurvenwerkzeug aus Gimp die Farben eines Bilds invertieren.
Dazu öffnen Sie über Farben | Kurven den Dialog Farbkurven korrigieren für das zu bearbeitende Foto. Ziehen Sie den linken Ankerpunkt der Hilfslinie nach oben in die linke Ecke und den rechten nach rechts unten. Das Ergebnis sieht dann so aus wie in Abbildung 4. Beenden Sie den Vorgang über einen Klick auf OK.

Abbildung 4: Mit dem Kurvenwerkzeug erhöhen Sie nicht nur die Kontraste in einem Bild, Sie erzeugen damit außerdem coole Effekte wie etwa das Umkehren von Farben. Im Beispiel sind die Werte für Farbe und Dichte eines Fotos einfach ins Negative umgekehrt.
Glossar
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Cross-Entwicklung
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Begriff aus der analogen Fotografie. Hierbei entwickeln Sie einen Positivfilm als Negativfilm oder umgekehrt. Daraus resultieren farbenfrohe, übertrieben bunte Bilder mit harten Kontrasten, die aus jedem faden Fotomotiv wieder einen echten Blickfang machen.




