Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 05/2018

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Partitionierungswerkzeug Gparted 0.31.0, Desktop-Suchmaschine Searchmonkey 3.2.0, Terminal-Multiplexer Tmux 2.7, Netzwerksniffer Wireshark 2.4.5.

Tranchiermesser

Das Partitionieren von Festplatten geht mit GParted 0.31.0 einfach von der Hand.

Möchten Sie den Speicherplatz einer Festplatte auf mehrere Einhängepunkte verteilen, müssen Sie den Datenträger partitionieren. Dabei löst das grafische Tool GParted spartanische textbasierte Tools wie Fdisk oder Cfdisk ab. Es fungiert als Gtk2-basierte Benutzeroberfläche für die Bibliothek Libparted, die auch im Konsolen-Tool Parted zum Einsatz kommt. In GParted löschen Sie mit wenigen Mausklicks eine Partition oder erstellen eine neue. Außerdem lassen sich Partitionen auf der Festplatte verschieben und bei Ext3/4 in der Größe verändern. Letzteres gelingt bei Exoten wie Reiser4 oder JFS nicht.

GParted unterstützt den Funktionsumfang gängiger Dateisysteme wie Ext2/3/4, FAT oder NTFS vollständig. Hinter den Kulissen kommen dabei bewährte GNU-Tools wie Btrfs-tools, E2fsprogs oder Mtools zum Einsatz. Eine Übersicht aller verfügbaren Funktionen je Dateisystem finden Sie unter dem Menüpunkt Dateisystemunterstützung. Partitionen gängiger Dateisysteme kann GParted beim Erstellen auch gleich formatieren. Dabei prüft es sie auf defekte Blöcke und setzt bei Bedarf Partitionsmarker wie boot oder hidden. Das Tool zeigt auch Meta-Informationen zur verwendeten Festplatte an, wie die Anzahl der Sektoren oder Zylinder.

Im Gegensatz zu anderen Werkzeugen nimmt GParted einzelne Änderungen nicht sofort vor, sondern notiert sie in einer Art Jobliste. So können Sie alle Arbeitsschritte in Ruhe prüfen und starten dann zu einem geeigneten Zeitpunkt durch einen Klick auf Anwenden den Job. Gparted führt dann alle Schritte sequenziell aus und hält sowohl Änderungen als auch Fehlermeldungen in einem separaten Ergebnisprotokoll fest.

GParted 0.31.0

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://gparted.org

Wühlaffe

Die Suche nach Dateien und Textmustern geht mit Searchmonkey 3.2.0 flink von der Hand.

Das Aufspüren von Texten im Dateisystem artet schnell zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen aus. Klassische Helfer wie GNU Grep liefern zwar schnell viele Ergebnisse, aber in oft unübersichtlicher Form. Das Java-Tool Searchmonkey dagegen bietet eine klar strukturierte Oberfläche, in der Sie die Suchparameter zusammenstellen. Eine Dokumentation oder Online-Hilfe fehlen dem Tool allerdings.

Am rechten Fensterrand geben Sie Suchparameter wie zu durchforstende Ordner, Dateinamen oder Namensmuster an. Für Letztere dürfen Sie Wildcards einsetzen, für Textmuster in Dateien auch reguläre Ausdrücke. Binärdateien ignoriert das Tool bei der Standardsuche ebenso wie die Schreibweise von Dateinamen. Zum weiteren Eingrenzen einer Suche legen Sie maximale Dateigrößen fest oder geben ein Zeitintervall für die letzte Änderung an. Standardmäßig durchsucht Searchmonkey auch versteckte Dateien und verfolgt symbolische Links. Das stellen Sie gegebenenfalls über die Suchoptionen ab. Dort lässt sich zudem die Suchtiefe in Verzeichnisbäumen begrenzen.

Treffer listet Searchmonkey übersichtlich mit allen relevanten Metadaten auf, unter anderem mit dem vollständigen Pfad sowie Dateigröße, Inhaltstyp und Modifikationszeitpunkt. Unten im Fenster stellt es nach jedem abgeschlossenen Suchlauf eine kleine Suchstatistik zusammen. So erkennen Sie sofort, wie viele Dateien das Tool kontrolliert hat und wie oft es fündig wurde. Über Reiter wechseln Sie von der Statistik zur Trefferansicht. Der Reiter Vorschauansicht zeigt den Inhalt der in der Trefferliste markierten Datei an.

Searchmonkey 3.2.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: http://searchmonkey.embeddediq.com

Multiplikator

Der Terminal-Multiplexer Tmux 2.7 sieht sich als aktuellere Alternative zum klassischen GNU Screen.

Neben der Möglichkeit, auf der Konsole oder via SSH parallel in mehreren Terminalfenstern zu arbeiten und schnell dazwischen zu wechseln, bietet der Terminal-Multiplexer Tmux noch weitere interessante Funktionen. Zum Start einer Sitzung rufen Sie Tmux ohne Parameter auf. Es erzeugt dann eine neue Session und öffnet darin die virtuelle Konsole 0. Das Tool nummeriert später alle weiteren virtuellen Konsolen durch, sodass Sie über die jeweilige Nummer schnell in ein bestimmtes Exemplar gelangen. Am unteren Fensterrand erscheint eine Statuszeile, in der Sie unter anderem die Nummer der aktiven Konsole und die Gesamtanzahl der offenen Konsolen erkennen.

Mit [Strg]+[B][C] öffnen Sie eine weitere virtuelle Konsole, der Tmux automatisch die nächste freie Nummer zuordnet. Mit [Strg]+[B],[Ziffer] wechseln Sie in die entsprechende Konsole. Ein Stern hinter der Nummer in der Statusleiste kennzeichnet die aktive Konsole. Um in einer virtuellen Konsole mehrere Anzeigen zu kombinieren, teilen Sie sie horizontal oder vertikal auf. Bei SSH-Verbindungen trennen Sie sich mit [Strg]+[B][D] von allen aktiven Tmux-Sitzungen. Die Programme in den virtuellen Konsolen laufen trotzdem weiter, sodass Sie sich später mit dem Aufruf tmux attach wieder damit verbinden und weiterarbeiten können.

Alle interaktiven Funktionen erreichen Sie über Tastenkürzel mit dem Präfix [Strg]+[B]; so fördert [Strg]+[B][Umschalt]+[ß] eine Übersicht aller Tastenkürzel zutage. In der Konfigurationsdatei ~/.tmux.conf passen Sie die Tastenkürzel nach Belieben an, fügen eigene Einträge hinzu und erweitern bei Bedarf die Statuszeile um Informationen wie Systemauslastung oder Rechnernamen.

Tmux 2.7

 

Lizenz: BSD

Quelle: https://github.com/tmux/tmux

Paketschnüffler

Mit Wireshark 2.4.5 nehmen Sie den Netzwerkverkehr gründlich unter die Lupe.

Stockt der Traffic im LAN oder brechen Verbindungen ab, hilft eine Analyse des Netzwerkverkehrs bei der Diagnose. Dazu schneidet der leistungsfähige Sniffer Wireshark alle Pakete mit, nachdem Sie ihn mit Root-Rechten gestartet haben. Im Hintergrund schaltet er dann die Netzwerkkarte in den Promiscuous-Mode und nutzt für seine Arbeit die Funktionen der Pcap-Bibliotheken.

Das Tool fischt auf Wunsch über ausgeklügelte Filterfunktionen bestimmte Protokolle oder Rechner aus einem Mitschnitt heraus. So enthält die Symbolleiste beispielsweise Menüeinträge zur Analyse von VoIP-Sessions oder Wireless-Daten aus Bluetooth-Verbindungen. Sie dürfen zudem eigene Filter festlegen und so den Datenverkehr auf verschiedenen Protokollebenen filtern. Die erfassten Datenpakete listet Wireshark nach Zeitstempel sortiert auf. Jeder Eintrag enthält Quell- und Zieladresse, das verwendete Protokoll, die Paketgröße sowie rudimentäre Paketinformationen. Unterhalb der Paketliste erscheinen detaillierte Informationen zum jeweiligen Paket, wie dessen Inhalt und diverse Protokollflags und Prüfsummen.

Anhand besonders interessant erscheinender Datenpakete ermitteln Sie über den Menüpunkt Analyse | Folgen alle weiteren Pakete der zugehörigen Verbindung, die Wireshark dann in einem separaten Fenster samt ihrer Inhalte anzeigt. Bei nicht verschlüsselten Verbindungen lassen sich hier schon oft Fehlerquellen ausmachen. Neben Wireshark selbst enthält das Quellarchiv noch weitere nützliche Tools wie Tshark, Mergecap, Text2cap, Capinfo oder Rawshark. Diese Konsolenwerkzeuge dienen speziellen Zwecken, wie etwa dem Mitschnitt der Rohdaten, und eignen sich für den Einsatz in eigenen Skripten.

Wireshark 2.4.5

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://www.wireshark.org

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