Aktuelle Hardware

Aus LinuxUser 02/2011

Aktuelle Hardware

Ausgepackt

Festplattengehäuse mit eSATA und USB 3.0

Von Raidon erreicht uns das erste Gerät mit eSATA und USB-3.0-Schnittstelle, das externe Gehäuse Geartank GT1640-1S-SB3 für eine Festplatte im 3,5-Zoll-Format. Das Fehlen einer eSATA-Schnittstelle war der Hauptkritikpunkt beim großen USB3-Peripherie-Test in LU 08/2010, da der Anwender in Systemen ohne USB 3.0 auf das sehr langsame USB 2.0 zurückgreifen muss. Wer sich ein USB-3.0-Gerät zulegt, der hat es gerne schnell – mobile Geräte kommen jedoch auch an älteren Systemen zum Einsatz, die meist keine USB-3.0-Schnittstelle, dafür aber oft eSATA haben. Im Handel ist das Geartank GT1640-1S-SB3 kaum teurer als reine USB-3.0-Geräte.

Hier schaffen Geräte wie das GT1640-1S-SB3 Abhilfe. Das Gehäuse verfügt nicht nur einen USB-3.0-Anschluss (abwärtskompatibel zu USB 2.0), sondern auch über einen eSATA-Port. Dieser ist sogar als eSATA II (auch “3G” für 3 GBit/s genannt) für Durchsatzraten jenseits der 150 MByte/s ausgelegt. Beim Test mit einer Intel-Postville-SSD ließ sich die volle Geschwindigkeit erzielen, etwa 170 MByte/s sowohl via eSATA als auch USB 3.0. Geschwindigkeiten jenseits von 130 MByte/s bleiben allerdings SSD-Festplatten vorbehalten, die im 2.5-Zoll-Formfaktor daherkommen und sich daher zwar ins Geartank GT1640-1S-SB3 stecken, dort aber nicht verschrauben lassen.

Das den Schlafmodus beherrschende GT1640-1S-SB3 nutzt einen ASM1051-Chip von AS Media. Das lüfterlose Gerät führt die Wärme über das Aluminiumgehäuse ab. Es ist als Tray ausgeführt, in den man die Platte wie in einem RAID montiert, um sie mit einem Handgriff wechseln zu können. Für Einzelplatten erscheint das Konzept etwas übertrieben. Entgegen der Angaben auf der Webseite, dass das GT1640-1S-SB3 Platten bis zu 2 TByte Kapazität unterstützt, kommt der Chip selbst prinzipiell auch mit größeren Platten zurecht.

Geartank GT1640-1S-SB3

Hersteller: Raidon

Produkt: Externes Festplattengehäuse

Preis: ca. 70 Euro

Anschlüsse: eSATA/USB 3.0

Lieferumfang: Gehäuse, Standfuß, Netzteil, eSATA/USB3-Kabel

Webseite: http://www.raidon.com.tw/content.php?sno=0000094&p_id=70

Wertung

Raidons GT1640-1S-SB3 ist das ideale Gehäuse für Anwender, die maximale Festplattengeschwindigkeit in allen Umgebungen wollen.

Neuer Black-Edition-Quadcore von AMD

AMD betreibt Produktpflege und stellt als neues Topmodell der Vierkern-Serie nun den Phenom II X4 970 Black Edition mit 3,5 GHz Taktrate vor. AMD will von Großabnehmern für den Chip 185 US-Dollar, 14 Dollar mehr als für den mit 3,4 GHz getakteten Phenom II X4 965 BE. Außer der angehobenen Taktrate bleibt beim X4 970 BE ansonsten alles beim alten. Wie bei allen “Black Editions” lässt sich der Taktmultiplikator frei einstellen. Unser Testmodell weist den bekannten “Deneb”-Kern vom Januar 2009 auf.

Da sich außer dem Takt nichts ändert, fällt auch die Performance entsprechend aus: Die 2,9 Prozent mehr Takt setzt der X4 970 BE im LUbench-CPU-Test in eine Mehrleistung von 2,7 Prozent zum Vorgänger X4 965 BE um (546 statt 532 Punkte). Damit bewegt sich der Phenom II X4 970 BE in der selben Leistungsklasse wie der 11 US-Dollar teurere, aber deutlich stromsparendere Core i7 750 von Intel (550 Punkte). Mit einem Idle/Last-Delta von 127 Watt benötigt der 970 BE (125 Watt TDP) interessanterweise etwas weniger Strom als der 965 BE (140 Watt TDP), der unter Volllast auf allen vier Kernen noch 156 Watt mehr verbrauchte als im Leerlauf. AMD hat seinen Fertigungsprozess inzwischen weiter optimiert: Schon der Sechskern-Phenom X6 1090T war nur mit 125 Watt spezifiziert. Zum Vergleich: Intels Core i7 750 hat nur 75 Watt Delta (95 Watt TDP).

Phenom II X4 970 Black Edition

Hersteller: AMD

Produkt: CPU

Spezifikationen: Sockel AM2+/AM3, K10-Architektur, L2/L3-Cache 512 KByte/6 MByte , Strukturbreite 45nm, TDP 125 Watt

LUbench-Punkte (Ubuntu 9.04, 64 Bit): 546

Webseite: http://tinyurl.com/phenomx4-970be

Wertung

Der Phenom II X4 970 Black Edition bietet zwar nur einen Hauch mehr Leistung als der Vorgänger, schluckt dafür aber deutlich weniger Strom und kostet auch kaum mehr.

Hybrid-Festplatte mit SSD-Cache

Bei Seagates neuer Momentus-XT-Serie handelt es sich um eine normale Festplatte mit 500, 320 oder 250 GByte Plattenspeicher, die zusätzlich 4 GByte SSD-Speicher (SLC-NAND) integriert. Der SSD-Lesecache puffert automatisch oft gelesene Dateien (beispielsweise beim System- oder Programmstart), sodass diese mit SSD-Geschwindigkeit zur Verfügung stehen. Anders als der nur unter Windows nutzbare Hybrid-Vorgänger Momentus XP arbeitet die Momentus XT auf Blockebene und funktioniert daher mit allen Datei- und Betriebssystemen. Im Test stoppten wir die Bootzeit von Ubuntu 10.10 mit automatisch startendem OpenOffice Writer, Calc und Impress sowie Gimp, Shotwell (mit 550 Bildern), PiTiVi und Firefox. Während eine 3,5-Zoll-Barracuda-Festplatte dafür 36 Sekunden benötigte, brauchte eine Intel-SSD des Typs X25-V lediglich 18 Sekunden. Die sehr leise Momentus XT lag jedoch nur knapp dahinter: Beim ersten Start, bei dem der SSD-Cache noch nicht griff, benötigte sie noch 42 Sekunden. Der zweite Start dauerte noch 27 Sekunden, beim dritten vergingen nur noch 21 Sekunden. Auch die Zugriffszeit beschleunigte sich für im Cache vorgehaltene Blöcke von 17,6 auf nur noch 0,4 Millisekunden. Der für System wie Anwender völlig transparente Hybrid-Ansatz funktioniert auch in vielen anderen Szenarien, in denen SSDs brillieren, etwa beim Kompilieren, kleinen Datenbanken oder Webservern mit statischen Dateien. Die Seagate Momentus XT präsentiert sich als ideale Wahl für alle, die mit SSD liebäugeln, aber weder Kompromisse bei der Plattengröße eingehen noch Unsummen zahlen wollen.

Momentus XT 500 GB

Hersteller: Seagate

Produkt: 2,5-Zoll-Festplatte

Preis: ca. 120 Euro

Spezifikationen: 500 GByte HDD, 4 GByte SSD, 32 MByte Cache, 7200 U/min, SATA II/3G, Lesen 102 MByte/s (Hdparm) Schreiben 81 MByte/s (Nautilus)

Webseite: http://tinyurl.com/lu1210-momentus-xt

Wertung

Die Hybridplatte Momentus XT bietet in vielen Fällen SSD-Performance und viel Platz zum erschwinglichen Preis.

Quad-Interface-Festplatte

Platten mit vielen Anschlüssen sind schwer zu finden – Lacie und Onnto sind die bekanntesten Hersteller. Eine der seltenen Quad-Interface-Platten erreicht uns vom altehrwürdigen Speichermedien-Hersteller Verbatim, der seit einiger Zeit auch Festplatten im Programm führt. Die nur “Quad-Interface External Hard Drive” genannte Platte mit einer Kapazität von 1 TByte kommt mit vielen Kabeln: eSATA, Firewire 400, Firewire 800, USB 2.0 und sogar das in vielen Laptops verbaute 4-Pin-Firewire 400 (auch als iLink bezeichnet) legt Verbatim bei. Die Platte bietet das Maximum an Anschlüssen: USB 2.0, eSATA, Firewire 400 und zweimal Firewire 800 für den Festplattenbetrieb in Reihe. Das integrierte Netzteil macht die mit Standfuß gelieferte Platte allerdings deutlich größer und schwerer als andere. Der kleiner integrierter Lüfter versieht seinen Dienst beinahe geräuschlos, das wertig wirkende gebürstete Gehäuse aus eloxiertem Aluminium wird selbst unter Last nur handwarm. Im Geschwindigkeitstest überzeugt die Verbatim-Platte mit Lesegeschwindigkeiten von 32 MByte/s für USB 2.0, 39 MByte/s für Firewire 400, 76 MByte/s für Firewire 800 und 102 MByte/s für eSATA. Einziger Kritikpunkt, der allerdings auch für die Konkurrenz gilt: Es gibt kein USB 3.0. Der Preis wirkt für eine 1-TByte-Platte hoch, erscheint für eine Quad-Interface-HDD allerdings angemessen; Leergehäuse hierfür kosten meist rund 50 bis 60 Euro.

Quad-Interface External Hard Drive

Hersteller: Verbatim

Produkt: 3,5-Zoll-Festplatte

Preis: ca. 110 Euro

Spezifikationen: 1 TByte, 1,46 kg, Lesegeschwindigkeit: 32 MByte/s USB 2.0, 39 MByte/s FW400, 76 MByte/s FW800, 102 MByte/s eSATA

Webseite: http://tinyurl.com/verbatim-quad

Wertung

Verbatims Quad-Interface-Festplatte lässt sich an jeden Rechner anschließen und bietet überzeugende Performance.

Schneller Doppelkern

Mit dem Core i5 670 beschleunigt Intel seine Doppelkerne leicht. Die Spezifikationen sind bis auf die Taktrate identisch mit dem in LU 04/2010 getesteten Core i5 661, der Core i5 670 hat jedoch eine nur mit 733 MHz getaktete GPU und somit eine TDP von lediglich 73 Watt (Core i5 661: 900-MHz-GPU, 83 Watt). Die 4,2 Prozent mehr Taktrate setzt der Core i5 670 mit 3,8 Prozent Mehrleistung im LUbench-CPU-Test recht gut um und erreicht dort 486 Punkte (Core i5 670: 468 Punkte). Diese schmale Mehrleistung lässt sich Intel jedoch satt vergolden: Der Core i5 670 kostet stolze 45 Prozent mehr als der Core i5 661 (284 statt 196 US-Dollar in 10000er-Stückzahlen). Fürs selbe Geld gibt es auch schon einen (jedoch GPU-losen) Core i7 860 mit 2,8 GHz Taktrate, vier Kernen und Hyperthreading. Selbst für Singlethread-Software, die von hohem Takt lebt, raten wir eher zum günstigeren Core i5 661.

Core i5 670 3,47 GHz

Hersteller: Intel

Produkt: Prozessor

Preis: ca. 250 Euro (Tray), 300 Euro (boxed)

Spezifikationen: 3,47 GHz, Doppelkern, Hyperthreading, Turbo bis 3,73 GHz, Sockel LGA1156, L2/L3-Cache 2×256 KByte/4 MByte, TDP 73 W, integrierte GMA-HD-Grafik (733 MHz)

LUbench-Punkte (Ubuntu 9.04, 64 Bit): 486

Webseite: http://tinyurl.com/lu-corei5-670

Wertung

Schneller Takt, exorbitanter Preis: Intels neuer Core i5 670 ist für die gebotene Leistung zu teuer.

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