Aktuelle Software

Aus LinuxUser 08/2010

Aktuelle Software

Angetestet

Mit gPodder Podcasts einfach verwalten

Pod- und Netcasts gibt es heute wie Sand am Meer und zu fast jedem Thema. Wer bei dieser Flut nicht den Überblick verlieren möchte, braucht ein Tool wie gPodder: Das Python-Programm unterstützt den Hörer beim Verwalten und Download seiner Podcast-Quellen. Schon beim ersten Aufruf bietet es eine Liste mit einer Podcast-Auswahl an, in der Sie Ihre Favoriten nur markieren müssen. Falls Sie bereits ein Benutzerkonto bei gPodder.net haben, beziehen Sie von dort eine Auswahl von Casts. Sofern Sie von einer anderen Podcast-Verwaltung zu gPodder wechseln, können Sie Podcasts auch als OPML-Datei importieren. Findet sich der gewünschte Podcast in keiner der genannten Quellen, geben Sie die zugehörige URL direkt im Abonnement-Menü von gPodder an. Die ausgewählten Podcasts zeigt das Tool mitsamt Favicon am linken Fensterrand in einer übersichtlichen Liste an. In mittleren Fensterbereich führt es die einzelnen Episoden des aktuellen Casts auf. Je nach gewählter Ansicht zeigt gPodder alle, nur die heruntergeladenen oder nur die noch nicht abgespielten Episoden an. Neue Episoden kennzeichnet das Programm mit einem Sternchen. Neben dem Namen einer Episode zeigt gPodder auch die Dateigröße und den Tag der Veröffentlichung an. Standardmäßig prüft es in 20-Minuten-Intervallen alle Podcasts-Quellen auf neue Episoden, in der Konfiguration erhöhen Sie den entsprechenden Zeitraum jedoch auf bis zu 12 Stunden. Hier legen Sie auch festlegen, ob gPodder neue Episoden sofort herunterladen oder lediglich zur Download-Liste hinzufügen soll. Eine Download-Liste verwaltet alle Episoden, die zum Download anstehen. Standardmäßig lädt gPodder einen Podcast nach dem anderen herunter, optional dürfen Sie die Downloads aber auch parallelisieren. Eine Bandbreitenlimitierung sorgt dann dafür, dass dabei auch andere Tools noch auf die Internetanbindung zugreifen können.

gPodder 2.6

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://gpodder.org/

Wertung

Wer viele Podcasts konsumiert, behält mit gPodder garantiert den Überblick.

Gwcalc – Wcalcs neue Kleider

Wie der Name bereits ahnen lässt, handelt es sich bei Gwcalc um eine grafische Oberfläche für den Kommandozeilen-Taschenrechner Wcalc. Der unterstützt zahlreiche mathematische Operationen und zeichnet sich unter anderem durch eine flexible Funktionseingabe aus. Besonders letzteres will Gwcalc mit seiner GTK-basierten Oberfläche nachbilden. Das Layout der Gwcalc-Oberfläche unterscheidet zwischen den drei Modi Light, Normal und Programmer. Im Light-Modus stellt Gwcalc lediglich eine Eingabezeile bereit, in die Sie Funktionen eintragen. Die Normal-Betriebsart wartet mit einem Zehnertastenblock auf, im Programmer-Modus kommen dann noch Tasten für vordefinierte Variablen hinzu. Für das Anlegen solcher Variablen stellt Gwcalc zwar ein eigenes Eingabefenster bereit, das aber in der aktuellen Version noch nicht funktioniert. Ähnliches gilt laut Readme-Datei auch für die Formular-Historie und temporäre Variablen. Von diesen Einschränkungen abgesehen, bietet Gwcalc jedoch sämtliche Funktionen und Konstanten von Wcalc. Die Palette reicht von Arcsinus über Exponential-Funktionen und Logarithmen bis zur Quadratwurzel. Bei den Konstanten beherrscht das Tool neben mathematischen Konstanten wie Pi auch Werte aus den Bereichen Atomphysik, Physik, Chemie und Elektromagnetismus. Sowohl die Funktionen als auch die Konstanten erreichen Sie nur in der Eingabezeile über das rechte Mausmenü – eine gerade für neue Anwender wenig intuitive Methode. Einen einfach zugänglichen Eintrag in den Pulldownmenüs sucht man dagegen vergebens. Dafür lässt sich allerdings die Genauigkeit der Nachkommastellen kinderleicht variieren: Mittels eines Schiebereglers passen Sie deren Anzahl 0 bis 135 an. Darüber hinaus lässt sich über das Output-Menü der Anzeigemodus zwischen binärer, dezimaler, hexadezimaler und oktaler Darstellung variieren. Das Konfigurationmenü bietet weitere Optionen, wie beispielsweise das Einstellen des Rundungsverhaltens oder das Festlegen der Kommaseparatoren für die dezimale Darstellung. Auch die in Gwcalc verwendete Schriftart wechseln Sie hier aus.

Gwcalc 0.3.3

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://jcoppens.com/soft/gwcalc/index.en.php

Wertung

Gwcalc fasst die Fähigkeiten des Kommandozeilen-Taschenrechners Wcalc in einer GTK-Oberfläche zusammen.

GNU Source-highlight peppt den Quellcode auf

Falls Sie schon einmal Codebeispiele oder Quelltexte auf einer Webseite publiziert haben, kennen Sie das Problem: Schlichtes Einbinden in eine HTML-Datei liefert nicht das gewünschte, übersichtliche Ergebnis. Das Tool GNU Source-highlight unterstützt Sie beim Aufbereiten von Quellcode, sodass er im Browser genauso strukturiert erscheint wie in einer Entwicklungsumgebung. Das Kommandozeilenprogramm erkennt zum Beispiel selbstständig die im Quelltext verwendete Programmiersprache und setzt die Schlüsselwörter farblich ab. Source-highlight unterscheidet dabei zwischen über 102 Sprachen von Ada bis XML und wertet selbst Log-Dateien optisch auf. Eine vollständige Liste aller unterstützten Sprachen liefert der Parameter --lang-list. Sofern Sie nicht anderes vorgegeben, erzeugt GNU Source-highlight standardmäßig eine HTML-Datei. Auf Wunsch erzeugt es aber auch Dateien in den Formaten XHTML, LaTeX, Javadoc oder Docbook. Den von GNU Source-highlight generierten HTML-Code übernehmen Sie direkt in eine HTML-Datei oder einen Wiki-Eintrag. Möchten Sie das Ergebnis dagegen als eigenständiges Dokument verwenden, teilen Sie GNU Source-highlight dies über den Schalter --doc mit. Weitere Parameter erlauben es zudem, das Ergebnis besser an den vorgesehenen Webauftritt anzupassen. So besteht die Möglichkeit, eigene Kopf- und Fußzeilen als Datei zu übergeben oder eine alternative CSS-Datei festzulegen. Auf Wunsch lassen sich auch die Tabulatorweite variieren oder eine Zeilenummerierung aktivieren. Möchten Sie nicht der kompletten Quelltext bearbeiten, begrenzen Sie über den Parameter --line-range oder durch reguläre Ausdrücke die Aktivität des Tools auf bestimmte Codeblöcke. Ausführliche Beispiele zum korrekten Gebrauch der einzelnen Parameter finden Sie im Online-Manual von GNU Source-highlight. Hier erfahren Sie auch, wie Sie lang-Dateien zur Unterstützung neuer Programmiersprachen anlegen.

GNU Source-highlight 3.1.4

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.gnu.org/software/src-highlite/

Wertung

Mit GNU Source-highlight bereiten Sie einzelne Codefragmente oder komplette Quelltexte bequem für die Präsentation im Netz auf.

Synbak, ein Backup-Wrapper für alle

Wer sich bei der Datensicherung nicht mit einer Vielzahl unterschiedlicher Backup-Tools herumschlagen möchte, greift auf Wrapper-Programme wie Synbak zurück: Das Tool bietet eine einheitliche Schnittstelle für das Sicherung verschiedenster Datenquellen. Die Palette reicht dabei von der einfachen Dateisicherung mittels Tar und Rsync über das Erstellen von Datenbank-Dumps für MySQL, LDAP, Oracle oder PostgreSQL bis hin zum Spiegeln eines Webservers via Wget. Sofern Sie nichts anderes vorgegeben, sichert Synbak in ein lokales Verzeichnis. Darüber hinaus schreibt es auf Wunsch auch auf Wechselmedien wie Bandlaufwerke oder DVD-Brenner. Dabei unterstützt es automatische Medienwechsel, falls die Hardware diese Option bietet. Den Ablauf eines Backups steuern Sie über Konfigurationsdateien und Kommandozeilenparameter. Damit eignet sich Synbak hervorragend für automatisierte Sicherungen über einen Scheduler wie Cron. Um das jeweilige Backup optimal an das zu sichernde System anzupassen, erstellen Sie für jedes System und jede Backup-Methode eine individuelle Konfigurationsdatei. Diese legt Synbak nach Sicherungsmethoden geordnet im Verzeichnis ~/.synbak ab. Dabei erleichtert eine Blanko-Vorlage das Erstellen einer eigenen Konfiguration. Das FAQ-Dokument im Quellarchiv von Synbak gibt außerdem zahlreiche Konfigurationshinweise. Existiert für ein zu sicherndes System keine Konfigurationsdatei, greift das Tool auf seine Standardkonfiguration zurück. Nach jedem Backup erzeugt das Synbak außerdem eine HTML-Datei, die den Sicherungsreport enthält. Dieser lässt sich beispielsweise auf einem Web-Server hinterlegen und somit zentral einsehen. Auf Wunsch verschickt Synbak darüber hinaus den Report auch per E-Mail – in der Standardkonfiguration erfolgt dies nur, falls ein Fehler auftritt.

Synbak 1.3.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.initzero.it/products/opensource/synbak/

Wertung

Synbak stellt eine einheitliche, bestens für Automatisierungszwecke geeignete Schnittstelle für alle wichtigen Datensicherungswerkzeuge bereit.

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