Linux Mint 9 “Isadora” macht in Ubuntu
Clement Lefebvre hat Version 9 seiner auf Ubuntu basierenden Distribution Linux Mint zum Download freigegeben. Die neue Version wartet mit zahlreichen Detailverbesserungen auf. Durch den Wechsel auf Ubuntu 10.04 bringt Linux Mint 9 (http://www.linuxmint.com) den Kernel 2.6.32, Gnome 2.30 und X.org 7.4 mit. Zu den wichtigsten Neuerungen gehört der von Lefebvre programmierte Software-Manager, der sich optisch stark an das Software-Center von Ubuntu anlehnt, aber auch Bewertungen und Kurzbeschreibungen der einzelnen Programme unterstützt. Linux Mint 9 alias “Isadora” enthält zudem ein Backup-Tool, das auf Wunsch auch die Paketzusammenstellung speichert. Die meisten übrigen Änderungen beschränken sich auf Detailverbesserungen und Arbeiten am Aussehen von Linux Mint: So bringt Linux Mint 9 ein neues Set von Hintergrundbildern mit, das die Mint-Community zusammengestellt hat. Die aktuelle Version ist wie üblich das Release mit Gnome-Desktop, das Sie als 32- und 64-Bit-Version auch auf der Heft-DVD zu dieser Ausgabe finden. Daneben gibt es auch Varianten mit KDE 4 und XFCE als Oberfläche.
Grml 2010.04 “Grmlmonster” mit neuen Boot-Optionen
Grml (http://grml.org), die auf Debian basierende Distribution für Kommandozeilenbenutzer und Sysadmins, ist seit Anfang Mai in der Version 2010.04 alias “Grmlmonster” erhältlich. Der Softwarestand entspricht nun dem von Debian “Unstable” zum 24. März 2010. Das neue Grml verwendet Kernel 2.6.33.2 zuzüglich einiger Patches, beispielsweise für Ndiswrapper, OpenAFS und SquashFS. Das Frequency-Scaling für CPUs haben die Entwickler jetzt für alle Rechner aktiviert, nicht nur für Laptops. Daneben führten sie eine Reihe neuer Boot-Möglichkeiten ein: Eine VNC-Option nimmt Benutzername und Passwort entgegen und startet gleich beim Booten einen VNC-Dienst mit diesen Einstellungen. Aus einem HA-Setup stammt die robustere Konfiguration für das Booten vom Netzwerk, die mehrere Netzwerkkarten unterstützt. Nähere Informationen dazu finden Sie im Grml-Blog (http://tinyurl.com/lu1007-grml). Außerdem gibt es Neues in der verwendeten Z-Shell, den distributionseigenen Skripten und dem Build-System für selbstgemachte Live-CDs (http://tinyurl.com/lu1007-grml-chg). Grml 2010.04 steht für 32- und 64-Bit-CPUs in verschiedenen Ausstattungen zum freien Download bereit. Auf der Heft-DVD zu dieser Ausgabe finden Sie die 32- und 64-Bit-Versionen in Vollausstattung, die auch mit einer schicken grafischen Oberfläche aufwarten.
Yoper Linux 2010 “Dresden” spät, aber gut
Mit einer Verzögerung aufgrund einer verlängerten RC-Phase ist Anfang Mai Yoper Linux 2010, Codename “Dresden”, erschienen. Die völlig unabhängig von anderen Linux-Derivaten auf Quellcode-Basis entwickelte Distribution aus Neuseeland wartet in der neuesten Version mit einem aktuellen Kernel 2.6.33 und X.org 1.7.6 auf. Außerdem bringt das für i686-Prozessoren optimierte Yoper Linux 2010 im Paket kernel-bfs einen von Ken Colivas entwickelten, speziell für den Desktop-Einsatz optimierten alternativen CPU-Scheduler mit. “Dresden” steht auf der Website des Projekts (http://yoper-linux.org) in Versionen mit KDE 3, KDE 4, LXDE und XFCE zum Download bereit, daneben finden sich in den Repositories der Distribution unter andere auch die schlanken Window-Manager Fluxbox und Openbox. Die Yoper-Variante mit dem beliebten Lightweight-Desktop LXDE finden Sie bootfähig auch auf der Heft-DVD dieser Ausgabe.

Schlankes Desktop-System auf unabhängiger Code-Basis: Yoper Linux 2010 “Dresden” (hier in der LXDE-Variante).
Ubuntu Studio 10.04 für Medienschaffende
Bei Ubuntu Studio (http://ubuntustudio.org) handelt es sich um einen offiziellen Ableger der südafrikanischen Distribution, der sich vor allem an Grafiker, Musiker und Videofilmer wendet. Dies zeigt sich zum Beispiel an den vor allem für die Musikproduktion unverzichtbaren Low-Latency- und Realtime-Kernel-Varianten, welche die Distribution anbietet. Daneben setzt sie in Sachen Tonproduktion auf den Audioserver Jack. Auf Anwendungsseite erweist sich Ubuntu Studio als wahres Schatzkästlein für Medienschaffende, das alle nur erdenkbaren Werkzeuge für die Audio/Video- und Grafikproduktion mitbringt. Die neueste, auf “Lucid Lynx” aufsetzende Version Ubuntu Studio 10.04 hat unter anderem die neuesten Versionen von Aeolus, Ardour, Audacity, Blender, Fontforge, Hydrogen, Incscape, Kino, LMMS, Musescore und Scribus an Bord. Auf der Heft-DVD zu dieser Ausgabe finden Sie sowohl die 32- als auch die 64-Bit-Variante der Distribution als Alterate-Install-Medium.

In einer recht düsteren Oberfläche wartet Ubuntu Studio 2010 mit einem wahren Schatzkästlein an Applikationen für Grafiker, Musiker und Videofilmer auf.
Puppy Linux 5.0 ist “Lucid Puppy”
Das neueste Release der Mini-Live-Distribution Puppy Linux (http://www.puppylinux.com) bedient sich in Sachen Binärpaketen ganz unverfroren im Ubuntu-10.04-Fundus und macht daraus kein großes Geheimnis: Sein Codename lautet “Lupu”, was schlicht für “Lucid Puppy” steht. Auch das Wallpaper weist auf die afrikanische Verwandtschaft hin. Basierend auf Kernel 2.6.33.2 und X.org 1.7.6, bringt es als Alternativ zum klassischen Paketmanager nun Quickpet mit, eine Art Puppy-Appstore. Darüber ziehen Sie schnell beliebte Anwendungen aus allen Bereichen nach oder aktualisieren das Puppy-System per Mausklick. In der First Run Configuration, in der Sie nach dem Start unter anderem Lokalisierung, Zeitzone und Tastaturlayouts anpassen, weist einen kleinen Bug auf: Änderungen scheinen erst einmal keine Auswirkungen zu haben. Die Neueinstellungen funktionieren aber trotz der optisch verwirrenden Darstellung des Konfigurationsfensters, das nach wie vor die alten Werte anzeigt. Bei Gefallen bannen Sie die superschlanke Distribution – das ISO umfasst lediglich 130 MByte – über die Anwahl des install-Icons auf die Platte. Sie finden “Lucid Puppy” sowohl bootfähig als auch als ISO auf der Heft-DVD dieser Ausgabe.

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München statt Hongkong, DE_de statt EN_us: Die ansonsten tadelloseFirst Run Configuration von Puppy 5.0 täuscht gerne durch Falschangaben.Arch Linux 2010.05 veröffentlicht
Das auf der Basis von Quelltexten erstellte Arch Linux (http://www.archlinux.org) setzt auf Rolling-Releases, aktualisiert seine Software also fortlaufend ohne Release-Wechsel. Von Zeit zu Zeit veröffentlicht das Projekt Snapshot-Medien zur Installation, die sich auch als Live-CDs einsetzen lassen – so etwa im Mai das Release Arch Linux 2010.05 mit Kernel 2.6.33.4-1, Glibc 2.11.1-3 und dem Paketmanager Pacman 3.3.3-5. Die Basisinstallation erfolgt im Text-Modus und setzt ein Minimalsystem ohne grafische Benutzeroberfläche auf. Dieses ergänzen Sie dann über den Paketmanager Pacman je nach Gefallen um weitere Binärpakete. Ein spezielles Image der Distribution, das sich gleichermaßen zum Aufsetzen von 32- und 64-Bit-Systemen eignet, finden Sie auf der Heft-DVD zu dieser Ausgabe.
Kurz notiert
Ubuntu 10.10 “Maverick Meerkat” soll nach derzeitigem Planungsstand statt Ende Oktober bereits am 10.10.2010 erscheinen und auf Btrfs als Standard-Dateisystem sowie Google Chrome als Browser setzen (http://tinyurl.com/lu1007-meerkat).
Als Release-Datum für Fedora 14 steht derzeit der 26. Oktober in der Roadmap des Projekts. Der Nachfolger des gerade erschienenen Fedora 13 “Goddard” wird den Codenamen “Laughlin” tragen (http://tinyurl.com/lu1007-laughlin).
Kurz vor Redaktionsschluss hat Mandriva die ursprünglich für 3. Juni geplante Veröffentlichung von Mandriva 2010.1 verschoben. Die Ankündigung, die Version erschiene etwas später “in neuen Kleidern, aber im alten Geist” (http://tinyurl.com/lu1007-mandriva) sorgte für hochgezogene Augenbrauen, steht Mandriva doch gerüchteweise zum Verkauf. Als mögliche Käufer gelten unter anderem Novell, Linagora und Lightapp.
Die pädagogisch konzeptionierte und optisch vom Gewohnten abweichende Linux-Plattform Sugar ist als USB-Stick-Version 3.0 (“Mirabelle”) erschienen. Die Sugar-Taschenversion erfuhr dabei ein Update auf die jüngste Sugar-Version 0.88 und kann sich jetzt auch via GSM ins Netz verbinden (http://tinyurl.com/lu1007-sugar).
Das erste Release der Mobile-Distribution von Intel und Nokia, Meego 1.0 (http://meego.com), beschränkt sich auf den Support von Atom-Netbooks und des Nokia N900. Die Meego-Entwickler planen von nun an regelmäßige Releases im Sechsmonats-Zyklus, Meego 1.1 dürfte demnach noch im Oktober erscheinen und soll dann Touchscreens unterstützen.
Ähnlich wie Juxlala hat sich der Ubuntu-Ableger Qimo auf Vorschulkinder spezialisiert. Unter einem XFCE-Desktop mit großen Panel und leicht klickbaren Symbolen vereint das neue Qimo 2.0 zahlreiche Lernspiele, unter anderem die Suiten Gcompris und Childsplay sowie Tuxtype und Tuxpaint (http://tinyurl.com/lu1007-qimo).






