Neues rund um Linux

Aus LinuxUser 05/2010

Neues rund um Linux

Aktuelles

Mit “Lucid Lynx” durchstarten in Berlin

Am 1. Mai veranstaltet die Anwendergruppe “Ubuntu Berlin” (http://www.ubuntu-berlin.de) in der Bundeshauptstadt eine Release-Party für Ubuntu 10.04 “Lucid Lynx”. Das Open-End-Event findet ab 16 Uhr in den Räumen des Berliner c-base e.V. in der Rungestraße 20 statt, der Eintritt ist frei.

Das geplante Programm umfasst neben einer Einführung in die Neuerungen von “Lucid Lynx” auch Vorträge zu KDE 4, Einstiegshilfen für Linux-Neulinge sowie eine Talkrunde mit sogenannten Lightning Talks, also Kurzvorstellungen von aktueller Software und den Features der jüngsten Ubuntu-Version.

Neben preiswerten Getränken und Snacks offerieren die Veranstalter gegen einen geringen Unkostenbeitrag auch frisch gebrannte CDs und USB-Sticks mit “Lucid Lynx”. Bei der Installation auf dem mitgebrachten Laptop kann man sich bei Bedarf vor Ort helfen lassen, auch ein Internetzugang per WLAN steht zur Verfügung.

Songbird-Projekt stellt Linux-Support ein

Songbird sieht sich als iTunes-Ersatz und baut auf Firefox als Grundgerüst auf. Damit hat das Projekt auch Erfolg – allerdings ab sofort nicht mehr unter Linux: Das Team hinter dem Musikverwaltungsprogramm hat sich entschlossen, den Linux-Support einzustellen. Das Projekt möchte sich in Zukunft auf die zwei Betriebssysteme Windows und Mac OS konzentrieren, um sich besser auf die anstehenden technischen Herausforderungen wie den für die nächste Version anstehenden Video-Support konzentrieren zu können (http://tinyurl.com/lu1005-songbird). Aktuell nutzen nach den Statistiken des Songbird-Teams knapp 80 Prozent der Anwender den Player mit Windows, jeweils rund 10 Prozent mit Linux und Mac OS X.

Neuer Linux-Webserver Monkey HTTP Daemon

Mit Version 0.10.0 des Monkey HTTP Daemon (http://www.monkey-project.com) hat Anfang April ein neues Webserver-Leichtgewicht die Open-Source-Bühne betreten. Der HTTP/1.1-konforme Dienst soll primär statische Inhalte rasch und effizient ausliefern, Anfragen nach dynamischen Inhalten gibt er bei Bedarf an andere Server weiter. Der Monkey-Server unterstützt virtuelle Hosts, lässt sich über ein Plugin namens Cheetah verwalten und unterstützt über ein Security-Plugin sicherheitsrelevante Beschränkungen. Weiter Informationen sowie einen Quelltext-Tarball zum Download finden Sie auf der Homepage des Monkey-Projekts.

Softmaker veröffentlicht Office 2010

Am 1. April hat die deutsche Softwareschmiede Softmaker Software ihre kommerzielle Bürosuite Softmaker Office 2010 veröffentlicht. Das Paket umfasst eine zu Microsoft Office 2007 kompatible Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationssoftware. Mit Word, Excel und Powerpoint geschriebene Dateien sollen sich mit Softmaker Office öffnen und wieder speichern lassen, ohne dass Inhalte oder Formatierungen verlorengehen. Auch Office-2007-Dokumente mit Passwortschutz bearbeitet die Suite. Die Anwendungen verwalten mehrere Dokumente in eigenen Dokumentenreitern, integrieren sich laut Hersteller nahtlos in die Desktops KDE und Gnome und kooperieren mit Cups.

Die in die Textverarbeitung integrierten Duden-Nachschlagewerke “Deutsches Universalwörterbuch” und “Großes Fremdwörterbuch” lassen sich direkt konsultieren, ohne die Anwendung dafür verlassen zu müssen. Neu sind vier ebenfalls integrierte Langenscheidt-Taschenwörterbücher für die Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Eine Vollversion von Softmaker Office 2010 mit 3 Nutzungslizenzen für private und geschäftliche Nutzung kostet 69,95 Euro.

Für Anwender zwischen den Welten: Die Linux-Bürosuite Softmaker Office 2010 (hier die Tabellenkalkulation Planmaker) verarbeitet laut Hersteller problemlos DOCX- und XSLX-Dokumente aus der Microsoft-Welt.

Für Anwender zwischen den Welten: Die Linux-Bürosuite Softmaker Office 2010 (hier die Tabellenkalkulation Planmaker) verarbeitet laut Hersteller problemlos DOCX- und XSLX-Dokumente aus der Microsoft-Welt.

Gnome 2.30 erschienen

Mit der Veröffentlichung von Gnome 2.30 halten diverse Verbesserungen und Änderungen Einzug in den GNU-Desktop. Unter den Neuerungen findet sich endlich auch ein geteilter Ansichtsmodus für den Dateimanager Nautilus, den die Entwickler bislang starrsinnig verweigerten. Das Kommunikationstool Empathy kann nun auch Dateien versenden, die IRC-Funktion versteht jetzt die Befehle /join und /nick. Zudem wurde die Benutzerverwaltung an mehreren Stellen überarbeitet: So lassen sich Konten im neuen Dialogfenster schneller anlegen, durch eine Kooperation mit PolicyKit entfällt der Entsperren-Knopf beim Verwalten von Benutzern und Diensten. Der Webbrowser Epiphany verfügt wieder über eine Druckvorschau und reagiert auf Rechtsklick in eine Website mit dem Dialog zum Herunterladen und Speichern von Objekten. Mehr über die Änderungen verraten die Release Notes unter http://tinyurl.com/lu1005-gnome230.

Festplattengehäuse und Dock mit USB 3.0

Lindy (http://www.lindy.de) hat zwei USB-3.0-fähige SATA-Festplattengehäuse und eine ebensolche HDD-Docking-Station auf den Markt gebracht. Der Hersteller verspricht für die Geräte eine treiberlose Installation unter Linux ab Kernel 2.6.31. Die Disk-Cases in Ausführungen für 2,5- und 3,5-Zoll-HDDs lassen sich ohne Werkzeuge durch Öffnen der Blende mit passenden Festplatten bestücken. In die Einschübe der hotplug-fähigen Docking-Station passen beide Plattenformate. Das 3,5-Zoll-Gehäuse (48 Euro) und die Docking-Station (50 Euro) liefert Lindy mit externem Netzteil, das 2,5-Zoll-Gehäuse (39 Euro) lässt sich via USB-3.0-Kabel speisen.

Funktionieren treiberlos auch mit Linux: USB-3.0-Festplattengehäuse und Docking-Station von Lindy.

Funktionieren treiberlos auch mit Linux: USB-3.0-Festplattengehäuse und Docking-Station von Lindy.

Unigine Heaven Benchmark 2.0 für Linux

Wer die Leistung seiner Grafikkarte unter verschiedenen Betriebssystemen vergleichen wollte, fand dazu bislang kaum Software. Dem hilft jetzt der neue “Heaven”-Benchmark von Unigine ab: Der unter Windows und Mac OS X längst zu den Klassiker zählende 3D-Leistungstest unterstützt in der neuesten Version auch Linux. Hinter der 3D-Firma Unigine (http://unigine.com), die sich mit Realtime-3D-Anwendungen beschäftigt, steht eine Gruppe russischer Entwickler mit Open-Source-Wurzeln. Der als Download rund 250 MByte großen Unigine-Benchmark läuft nur auf relativ aktuellen Grafikkarten vernünftig: Bei ersten Tests in der Redaktion mit einer Radeon 3200 Mobile erreichten wir mit den bestmöglichen Einstellungen gerade mal 0,9 Frames/s. Zudem funktioniert “Heaven” in den meisten Fällen nur mit den proprietären Treibern von ATI/AMD respektive Nvidia.

Verrät viel Liebe zum Detail: Der Unigine-3D-Grafikbenchmark ist jetzt auch für Linux verfügbar.

Verrät viel Liebe zum Detail: Der Unigine-3D-Grafikbenchmark ist jetzt auch für Linux verfügbar.

Desktop Summit 2011 in Planung

Nach dem erfolgreichen gemeinsamen Desktop Summit 2009 und getrennten Veranstaltungen in 2010 möchten KDE und Gnome ihre Desktop-Konferenzen 2011 wieder zusammen abhalten. Anders als 2009 auf Gran Canaria sollen Akademy und Guadec dann nicht nur parallel am selben Ort, sondern als integrierte Konferenz stattfinden. Dazu suchen der KDE e.V. und die Gnome Foundation nun einen Austragungsort in Europa, der Platz und Infrastruktur für rund 1000 Teilnehmer bieten kann. Bewerbungen kann man bis zum 15. Mai 2010 einreichen, Details zu den Anforderungen finden sich auf den entsprechenden Homepages von KDE (http://tinyurl.com/lu1005-akademy) und Gnome (http://tinyurl.com/lu1005-guadec). In diesem Jahr finden die Hauptkonferenzen von KDE und Gnome separat statt. Den Anfang macht die Akademy vom 3. bis 10. Juli in Tampere (Finnland), die Guadec findet etwas später in Den Haag statt (24. bis 30. Juli).

5 Jahre Task Coach: Version 1.0.0 erschienen

Task Coach, ein GPLv3-lizenziertes Programm zur Verwaltungen von Todo-Listen unter Linux, Mac OS und Windows, ist in Version 1.0.0 erschienen. Das Release zum fünften Geburtstag des Projekts bringt als Neuerung eine Kalenderansicht der Aufgaben. Die in Python geschrieben GUI-Anwendung verwaltet Aufgaben und deren Unterpunkte, kann diese als Liste oder Baum darstellen und nach zahlreichen Eigenschaften sortieren. Zur Datenspeicherung kommt ein eigenes XML-Format zum Einsatz, als Export-Formate gibt es zudem HTML, CSV und für den Kalender Ical. Daneben unterstützt Task Coach Attachments und Notizen. Auf der Task-Coach-Homepage (http://www.taskcoach.org) gibt es weitere Informationen sowie Binär- und Quelltextpakete zum Download.

Der Aufgabenmanager Task Coach läuft unter vielen Betriebssystemen und erlaubt es, Aufgaben flexibel in Unterpunkte aufzuteilen.

Der Aufgabenmanager Task Coach läuft unter vielen Betriebssystemen und erlaubt es, Aufgaben flexibel in Unterpunkte aufzuteilen.

KURZ NOTIERT

Anfang April hat das X.org-Projekt (http://www.x.org) die Version 1.8.0 des freien X-Servers freigegeben. Die wesentliche Änderung: Er bevorzugt nun bei der Geräteverwaltung Udev statt HAL. Im Oktober sollen der Nachfolger 1.9 sowie das komplette X.org-Fenstersystem 7.6 erscheinen.

Als Bugfix-Release hat KDE Anfang April KDE SC 4.4.2 veröffentlicht (http://tinyurl.com/lu1005-kde442). Unter anderem sollen mögliche Abstürze in Plasma, Dolphin und Okular der Vergangenheit angehören, der Audioplayer KRunner bringt die GUI nicht mehr zum Einfrieren.

Der freie Debugger des GNU-Projekts, GDB (http://www.gnu.org/software/gdb/), unterstützt in der neuen Version 7.1 die gleichzeitige Fehlersuchen in mehreren Programmen. Daneben bringt er eine verbesserte Unterstützung für Python und C++ sowie das Remote-Debugging des Linux-Kernels mit.

Mit dem Projekt Testpilot (https://mozillalabs.com/testpilot/) versucht Mozilla Informationen über die Nutzung des Browsers Firefox zu sammeln. Das Browser-Plugin hat nun in der Version 1.0 Alpha-Status erreicht. Der Anwender kann selbst bestimmen, an welchen Studien er sich beteiligen möchte, und auch die gesammelten Daten in Echtzeit einsehen, versprechen die Entwickler.

Die freie Umsetzung des SSL- und TLS-Protokolls liegt jetzt als Major-Release OpenSSL 1.0.0 vor (http://www.openssl.org). Gegenüber der Vorgängerversion 0.9.8n haben die Entwickler zahlreiche Fehler bereinigt und auch einige neue Features ergänzt.

Mark Fidelman hat sich mit der Aufgabe beschäftigt, den öffentlichen Einfluss von Persönlichkeiten aus der Open-Source-Welt aufzuschlüsseln. Herausgekommen ist die Rangliste der Most Powerful Voices (http://tinyurl.com/lu1005-mpv). Tim O’Reilly belegt dort mit weitem Abstand Platz 1, Linus Torvalds landet abgeschlagen dahinter.

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