Neues Rund um Linux

Aus LinuxUser 05/2009

Neues Rund um Linux

Aktuelles

FrOSCon: Call for Papers

Für die vierte Anwender- und Entwicklerkonferenz FrOSCon (http://www.froscon.de) am 22. und 23. August an der Fachhochschule Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin rufen die Veranstalter zum Einreichen von Vortragsvorschlägen auf. Organisiert wird die Konferenz vom FrOSCon e. V., der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Linux/Unix User Group Sankt Augustin. Zu den Schwerpunktthemen zählen “Freie Software”, “Cloud Computing” und “Open Hardware”. Für die deutschsprachige Java-Community gibt es zur Froscon eine eigene Subkonferenz.

Was die Rubrik “Open Hardware” betrifft, verstehen die Veranstalter unter anderem Themen wie das Beagle-Board nebst freier Software für Netbooks und Handys als passend. Beim Cloud Computing interessieren Software für das Management großer Infrastrukturen, daneben gilt auch Software as a Service als interessant. Generell sind aber Beiträge zu allen Open-Source-Themen willkommen, wie beispielsweise Betriebssysteme, Entwicklung, Administration, Sicherheit, rechtliche Fragen, Desktops und Bildung.

Die Frist für das Einreichen der Vorschläge läuft noch bis zum 23. Mai, ein eigenes Frontend auf der FrOSCon-Website (http://cfp.froscon.org/) dient der Themenabgabe. Das Programmkomitee der Veranstaltung wählt dann die Beiträge aus.

RadioTux feiert achten Geburtstag

Nicht wenige dachten an einen Aprilscherz, als am am 1. April 2001 Steffen Zoernig und Ingo Ebel ankündigten, ein Linux-Radio machen zu wollen. Doch das Projekt RadioTux (http://radiotux.de) war ernst gemeint, und mittlerweile beteiligten sich bereits viele Menschen an RadioTux, das sich als offenes und freies Projekt versteht.

Bis heute halten sich die Macher an die Themen von damals und verbreiten Informationen zu Linux und Open Source. So entstanden unter anderem Sendungen mit John “Maddog” Hall, Klaus Knopper, Hans Reiser, Marc Shuttleworth, Richard Stallman und vielen anderen bekannten und auch weniger bekannten Linux-Aktivisten. Daneben sendet RadioTux seit einigen Jahren live von wichtigen Linux-Veranstaltungen, wie dem LinuxTag, den Chemnitzer Linux-Tagen oder der FrOSCon

Pünktlich zum 8. Geburtstag hat sich RadioTux einen frischen Internet-Auftritt geleistet. Dort finden Sie auch gesamte Archiv des freien Linux-Radios (http://archiv.radiotux.de/sendungen/), die aktuellen Podcasts sowie alle Informationen zum Projekt.

OpenOffice 3.1 mit vielen Verbesserungen

Die Release 3.1 von OpenOffice (http://www.openoffice.org) bringt gegenüber der Version 3.0 nicht nur mehr als 1000 Bugfixes mit, sondern enthält darüber hinaus auch zahlreiche Verbesserungen im Detail (http://wiki.services.openoffice.org/wiki/Features). Für den internationalen Einsatz am wichtigsten dürfte dabei die komplettierte Erweiterung für so genannte RTL-Sprachen (“right to left”) sein: OpenOffice unterstützt jetzt auch bei allen Dialogen und Bedienelementen Sprachen, die wie Arabisch oder Hebräisch von rechts nach links geschrieben werden.

Aber auch, wer nicht regelmäßig mit Nahost korrespondiert, profitiert von der neuen Version. So gibt es in Open Office 3.1 erstmals Kantenglättung (Antialiasing), das die Darstellung von Grafiken verbessert. Beim Verschieben per Drag & Drop erscheinen Grafiken nun zudem als “Schatten”, also als schwach gezeichnete Variante ihrer selbst, was die genaue Positionierung erleichtert. Markierungen im farbigen Text stellt die Software nun nicht mehr nur invertiert dar, sondern mit dunkelblauer Schrift auf hellblauem Hintergrund, was die Lesbarkeit der markierten Passagen erhöht.

Neben den gewohnten Unterstreichungen gibt es nun auch die Möglichkeit, Überstreichungen einzusetzen, was den Einsatz im Bereich der Geistes- und Naturwissenschaften erleichtert. In den Anmerkungen zu Texten können Korrektoren zudem einander antworten und so umstrittene Passagen besser diskutieren. In Open Office Calc lassen sich Tabellenblätter nun per Doppelklick umbenennen, und hier ebenso wie in Draw und Impress gibt es einen praktischen Zoom-Slider, mit dem Sie die Ansicht bequem und stufenlos skalieren

Auch ein komfortabler Locking-Mechanismus findet endlich Einzug in die Büro-Software. Dieser verhindert, dass verschiedene Personen über ein Netzwerk zeitgleich auf dasselbe Dokument zugreifen und ihre Änderungen gegenseitig überschreiben. Open Office 3.1 sperrt die Dokumente nicht nur unabhängig von der genutzten Plattform, sondern gibt auch Informationen darüber, wer das Dokument zur Zeit bearbeitet. Mehr Details und aufschlussreiche Screenshots bietet ein Artikel bei OOoninja.com (http://www.oooninja.com/2009/01/openofficeorg-31-new-features.html).

Gibt es nach den bereits eingetretenen Verzögerungen keine weiteren Schwierigkeiten mehr beim Release, können Sie OpenOffice 3.1 bereits herunterladen, wenn Sie diese Ausgabe in Händen halten: Der zu Redaktionsschluss verfügbare Release-Plan sah die Veröffentlichung für den 15. April vor. Hält der Termin, so finden Sie OpenOffice 3.1 aber auch auf der Heft-DVD der nächsten Ausgabe 06/2009.

Das neue OpenOffice 3.1 bietet jetzt auch in der grafischen Oberfläche vollen Support für Sprachen, die von rechts nach links geschrieben werden. (Bild: Oooninja.com)

Das neue OpenOffice 3.1 bietet jetzt auch in der grafischen Oberfläche vollen Support für Sprachen, die von rechts nach links geschrieben werden. (Bild: Oooninja.com)

Personas: Neue Haut für den Firefox

Die Mozilla Labs haben eine neue Spielwiese namens “Personas” veröffentlicht (http://www.getpersonas.com), über die Sie den Webbrowser optisch an die eigenen Vorlieben anpassen. Über Skins bemalen Sie dazu die Symbolleisten des Browsers mit beliebigen Bildern.

Damit das klappt, installieren Sie zunächst per Mausklick die Personas-Erweiterung. Anschließend dürfen Sie sich auf der Personas-Webseite einen Skin aussuchen. Dabei genügt es bereits, die Maus über ein Vorschaubild im Bereich Gallery auf der Personas-Website zu schieben, damit sich das Bild in der Symbolleiste ändert. Sagt Ihnen die neue Optik zu, klicken Sie einmal auf das Motiv, um es zu installieren.

Kreative Nutzer basteln sich binnen Minuten in Gimp eine eigene Persona (http://www.getpersonas.com/store/demo_create.html). Die lässt sich wahlweise auch veröffentlichen, indem Sie sich im Bereich Create your own der Personas-Website anmelden. Dazu dürfen die hochgeladenen Bilder aber die Größe von 300 KByte nicht überschreiten. Mittlerweile gibt es schon hunderte von Personas, täglich werden es mehr.

Mit der Personas-Extension passen Sie das Aussehen von Firefox im Handumdrehen an den eigenen Geschmack an – entweder per vorgefertigtem Skin oder mit einer Eigenkreation.

Mit der Personas-Extension passen Sie das Aussehen von Firefox im Handumdrehen an den eigenen Geschmack an – entweder per vorgefertigtem Skin oder mit einer Eigenkreation.

Skripten mit der Bash 4.0

Der “Advanced Bash Scripting Guide” hat ein wichtiges Update erfahren: Version 6.0 behandelt erstmals Bash 4.0. Das Dokument von Mendel Cooper umfasst mittlerweile 361 Code-Beispiele und entspricht nach Angabe des Autors einem gedruckten Buch von rund 960 Seiten. Cooper bezeichnet den Guide nicht nur als Tutorial für das Shell-Scripting, sondern auch als Einführung in grundlegende Programmiertechniken wie beispielsweise Rekursion.

Die jüngste Version demonstriert unter anderem den Einsatz von assoziativen Arrays, eine Neuerung in der Ende Februar veröffentlichten Bash 4.0. Als Beispiel dazu dient eine Adressdatenbank. Als weitere Features der neuen Bash zeigt Cooper die erweiterte Syntax für Case-Strukturen, die Verwendung paralleler Prozesse mit coproc sowie das neue Built-In mapfile, das den Inhalt einer Textdatei in ein Array einliest. In einer kritischen Anmerkung zum Schluss des Bash-4.0-Abschnitts stellt Cooper allerdings die Sinnfrage: Braucht eine Shell wirklich so viele neue Features? Seiner Meinung nach sollte der Kommandozeileninterpreter eher schlank sein und nur die für die Mehrheit der Benutzer wichtigen Funktionen bereitstellen.

Der “Advanced Bash Scripting Guide” steht beim Linux Documentation Project in den Formaten Text, HTML, Postscript und PDF zum Download bereit (http://www.tldp.org/guides.html).

HP-Ultrathin mit leistungsstarker AMD-CPU

Mit so genannten “Ultrathin Notebooks” auf Basis seiner Yukon-Plattform will AMD eine neue Marktnische erschließen: eine leistungsfähige, günstige Alternative zu den teuren Ultraportables. Der Preis eines solchen Ultrathin liegt zwar grob doppelt so hoch wie der typischer Atom-Netbooks, es kommt aber bei ähnlicher Leistung deutlich günstiger als herkömmliche Ultraportables.

Als ersten Vertreter der neuen Klasse hat HP jetzt das Pavilion dv2-1000 vorgestellt, als dessen Herz ein mit 1,6 GHz getakteter AMD-Prozessor des Typs Neo MV-40 fungiert. Dabei handelt es sich um einen vollwertigen Athlon-64 der K8-Generation mit 512 KByte L2-Cache und integriertem Speichercontroller. Mit 15 Watt TDP schluckt er allerdings deutlich mehr Strom als aktuelle Atoms (2,4 Watt) oder der Core2 ULV (10 Watt). Zur Akkulaufzeit des mit 1 GByte RAM und einer 320-GByte-Festplatte ausgestatteten Systems wollten HP und AMD bei der Vorstellung dann auch keine Angaben machen.

Das 2,3 Zentimeter flache und 1700 Gramm leichte Pavilion dv2-1000 ist deutlich größer als ein Netbook, bietet dafür aber auch einen 12,1-Zoll-Screen mit 1280 x 800 Pixeln Auflösung und LED-Hintergrundbeleuchtung sowie eine angenehme Tastatur. HP offeriert das dünne Pavilion wahlweise mit ATI-Xpress-1250-Chipsatzgrafik oder mit dem vollwertigen Grafikchip ATI HD 3410, der dann auf 512 MByte Videospeicher zugreifen kann. Verbindung ins Netzwerk nimmt der Ultrathin via Gigabit-Ethernet oder das integrierte 802.11b/g-WLAN-Chip auf. An Anschlüssen bringt er einen HDMI-Ausgang, VGA, drei USB-2.0-Buchsen und einen Speicherkarten-Slot mit.

Das HP Pavilion dv2-100 gibt es in schwarzem oder weißem Design mit aufgedruckten Muster zum Einstiegspreis von 599 Euro ab sofort im Handel. Der erwähnte dedizierte Grafikchip sowie ein als Zubehör erhältliches externes optisches USB-Laufwerk schlagen jeweils mit 100 Euro Aufpreis zu Buch.

Erster Vertreter einer neuen Geräteklasse: Beim HP Pavilion dv2-1000 handelt es sich um ein "Ultrathin", eine Kreuzung aus Netbook und Ultraportable.

Erster Vertreter einer neuen Geräteklasse: Beim HP Pavilion dv2-1000 handelt es sich um ein “Ultrathin”, eine Kreuzung aus Netbook und Ultraportable.

Adobe Reader 9.1 mit Tabs

Adobe bietet seinen PDF-Reader jetzt auch für Linux in der Version 9.1 an. Sie beseitigt unter anderem eine Sicherheitslücke und bringt diverse neue Features mit (http://blogs.adobe.com/acroread/2009/03/adobe_reader_91_for_linux_and.html). Unter anderem kann man nun mehrere PDFs in Tabs ansehen, die sich auch in unabhängige Fenster verschieben lassen. Zudem startet der Reader nun schneller und soll sich intuitiver bedienen lassen.

Auch am Druck-Dialog haben die Entwickler gearbeitet: Er unterstützt nun Adobes Farbmanagement und druckt Dokumente gezielt als Bilder. Eine grafische Oberfläche verschafft zudem Zugriff auf sämtliche Optionen, die der Druckertreiber anbietet. Obendrein funktioniert das Drucken jetzt auch über die Kommandozeile, auf der der Reader nun auch PDFs als Input-Stream akzeptiert.

Ein neuer Deinstaller entfernt bei Bedarf das Gesamtpaket wieder von der Festplatte. Den brauchen aber nur Anwender, die sich die 48 MByte große BIN-Datei von Adobes Webseite installieren. Die Downloadseite (http://get.adobe.com/de/reader/otherversions/) bietet den Reader auch in Form von DEB- und RPM-Paketen an, die Sie bequem über den Paketmanager installieren.

Der neue Acrobat Reader 9.1 stellt die Dokumente in Tabs dar und bietet stark verbesserte Druckfunktionen.

Der neue Acrobat Reader 9.1 stellt die Dokumente in Tabs dar und bietet stark verbesserte Druckfunktionen.

Kurz notiert

Das soziale Musikportal Last.fm (http://www.last.fm) bot bislang weltweit Nutzern einen uneingeschränkten Zugriff auf sein Internetradio-Angebot. Nun sollen alle Nutzer außerhalb der USA, Englands und Deutschlands 3 Euro im Monat zahlen. Mit seinen 30 Millionen Besuchern monatlich arbeitet Last.fm in Amerika, Deutschland und England wohl kostendeckend, nicht aber im Rest der Welt.

Der Pinguin Tux muss für die Dauer des Kernel-Release 2.6.29 dem neuen Linux-Maskottchen Tuz weichen, einem tasmanischen Beutelteufel (http://www.taslug.org.au/uploads/tuz.png). Damit will Linus Torvalds auf das drohende Aussterben dieser seltenen Spezies aufmerksam machen.

Details zu dem spektakulären Server-Einbruch bei Fedora vom August letzten Jahres, bei dem der Angreifer den Paketsignierungsschlüssel erbeutet und manipulierte OpenSSH- und RPM-Pakete untergeschoben hatte, hat das Fedora-Projekt jetzt veröffentlicht. Im entsprechenden Bericht (https://www.redhat.com/archives/fedora-announce-list/2009-March/msg00010.html) finden sich eine Chronologie der Ereignisse und eine Analyse der Attacke.

Red Hat hat das Geschäftsjahr 2008 mit einem gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent auf auf 652,5 Millionen US-Dollar gesteigerten Umsatz abgeschlossen. Beim Gewinn konnte das Unternehmen aufgrund höherer Ausgaben für Sales, Marketing und Entwicklung im selben Zeitraum nur von 76,7 auf 78,7 Millionen Dollar zulegen.

Nachdem Wikimedia (http://wikimedia.de) bereits im Dezember über 100.000 Fotos aus dem Bundesarchiv erhielt, überlässt nun auch die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden der Wikipedia-Mutter rund 250.000 Fotos der Deutschen Fotothek unter einer Creative-Commons-Lizenz.

Die Free Software Foundation hat das Creative-Commons-Projekt (http://creativecommons.org) für seine Gemeinnützigkeit und den Postfix-Erfinder Wietse Venema (http://www.porcupine.org/wietse/) für seinen Beitrag zu freier Software ausgezeichnet. Richard Stallman übergab die Preise auf der Linux-Konferenz Libre Planet, die am 21. und 22. März im Harvard Science Center des amerikanischen Cambridge stattfand.

Ende März haben die Entwickler fast zeitgleich Mono 2.4 (http://www.mono-project.com) und die dazugehörige IDE Monodevelop 2.0 ((http://www.monodevelop.com)) veröffentlicht. Das neue Mono bringt laut Projekt deutliche Verbesserungen bei Stabilität und Performance sowie einen bis zu 15 Prozent reduzierten Speicherverbrauch.

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