Drahtlose Linux-Thinclients
Der Hersteller Wyse (http://www.wyse.de) bietet eine Reihe von Thinclients für den Drahtlos-Betrieb an. Die aktualisierte V-Serie besitzt einen eingebauten WiFi-Adapter, der die Standards 802.11b und g unterstützt und WEP, WPA sowie WPA2 beherrscht, außerdem Authentifizierung per EAP und TKIP mit RC4-Verschlüsselung.
Neben Ausführungen mit Windows CE und Windows XP Embedded gibt es mit dem Drahtlos-Modell V50 auch ein Linux-Gerät. Es ist mit einem Via-C3-Prozessor sowie mit 128 MByte Flash und 256 MByte RAM ausgestattet. Als Betriebssystem kommt Wyse V6 Linux auf Basis von Kernel 2.6 zum Einsatz. Der Thinclient greift über X-Windows, RDP 5.2 oder das Citrix-Protokoll ICA 8.0 auf serverbasierte Anwendungen zu. Einzelne Programme wie den Firefox-Browser oder MPlayer führt der Rechner lokal aus. Zur zentralen Verwaltung der Clients kommt die Software Wyse Device Manager zum Einsatz.
Die Grafikkarte des Geräts bewältigt bei 24-Bit-Farbe eine maximale Auflösung von 1280 mal 1024 Pixeln. Der Thinclient besitzt außerdem einen 10/100 Ethernet-Adapter, drei USB-Ports, zwei serielle und ein parallele Schnittstelle sowie einen PCMCIA-Kartenschacht. Tastatur und Maus sind im Lieferumfang enthalten, im Betrieb mit angeschlossener Peripherie nimmt der Rechner laut Hersteller rund 17 Watt Leistung auf. Inklusive 16 Prozent Mehrwertsteuer kostet ein Gerät rund 600 Euro.

Drahtloser Linux-Arbeitsplatz: Wyse hat seinen neuen Thinclients einen eingebauten WiFi-Adapter spendiert, hier die Linux-Ausführung V50.
Navigieren mit Nokia 770
Navicore bedient mobile Endgeräte wie Handys und PDAs mit Navigationssoftware. Neuester Spross bei den unterstützten Geräten ist das Linux-basierte WLAN-Tablet Nokia 770. Mitte November soll der Verkauf des Navigations-Kits beginnen. Es besteht aus der Software, einer GPS-Maus, einem Ladekabel und einer Speicherkarte. Wahlweise liefert der Hersteller (http://www.navicoretech.com/Consumer/de_DE/productshome/)im großen Bündel auch das Nokia-Gerät mit. Software und GPS-Empfänger mit Kfz-Ladekabel sollen rund 200 Euro kosten, für das Komplettpaket mit Nokia 770 steht der Preis noch nicht fest.
Dem auf die Navigationssoftware vertrauenden Benutzer steht über die WLAN-Fähigkeiten des Nokia-Geräts eine zusätzliche Informationsquelle zur Verfügung: Ist das 770 mit dem Web verbunden, holt sich die Software Navicore Personal 2007 zum Beispiel Points-of-Interest (POI) und sonstige touristische Informationen aus dem Web. Software-Updates, Bugfixes, Wetterdienst und – in näherer Zukunft – auch TMC-Pro-Informationen nennt Navicore als weitere Annehmlichkeiten des Features. Der Traffic Message Channel (TMC) ermöglicht dem mit dem Tablet reisenden Zeitgenossen das Umfahren von Staus. Im Offline-Betrieb, was während einer Fahrt wahrscheinlich ist, lassen sich die aus dem Web gewonnenen Informationen zwischenspeichern.
Linux-Glascockpit für Sportflugzeuge
Mit RTLinuxPro von FSMLabs (http://www.fsmlabs.com) läuft das Glascockpit EFIS/One des US-Avionik-Herstellers Blue Mountain Avionics (http://www.bluemountainavionics.com). Das Kürzel EFIS steht für Electronic Flight Instrument System.
EFIS/One kombiniert auf einem kompakten 10,4-Zoll-Display alle für den Flugbetrieb notwendigen Instrumente, darunter Fahrt- und Höhenmesser, Kompass, künstlicher Horizont, Navigation und Triebwerkskontrolle. Ein ausgefeiltes 12-Kanal-GPS bietet gleichzeitig eine auf das Luftfahrzeug zentrierte 3D-Karte der Umgebung, die Geländeteile und Hindernisse auf oder über der aktuellen Flughöhe rot darstellt. Das integrierte Solid-State-AHRS (Attitude and Heading Reference System) sorgt für zuverlässige Fluglagedaten. EFIS/One kann daneben als Flugplanungs- und Flugdatenrechner dienen und bringt einen digitalen Autopiloten samt Flughöhenregelung und ILS-Capture mit.
Bei RTLinuxPro handelt es sich um eine kommerzielle Spielart der ursprünglich an der Universität von New Mexico entwickelten Echtzeit-Kernelerweiterung RTLinux. Zusammen mit GNU- und Eclipse-basierten Werkzeugen ist es für eine ganze Reihe von Embedded-Architekturen verfügbar. RTLinuxPro kombiniert einen POSIX-kompatiblen Echtzeit-Kernel mit einem Embedded-Linux-Client. Im Fall von EFIS/One läuft die Kombination auf einem kompakten Rechner mit AMD-Geode-CPU. Das EFIS/One-Bundle aus Software, Tageslichtdisplay und Bordrechner samt Zubehör und 12 Monate Support schlägt mit 16?870 US-Dollar zu Buche.

Tux am Steuerknüppel: Das Glascockpit EFIS/One von Blue Mountain Avionics setzt als Systemsoftware das Embedded-Linux RTLinuxPro ein.
WLAN-Router im Entwurfs-Modus
Der WLAN-Standard IEEE 802.11n ist noch nicht offiziell verabschiedet. Das hindert die Hersteller wie gewohnt nicht daran, Hardware anzubieten, die der Entwurfsversion (“Draft-N”) entspricht. Dazu gehören auch der Wireless-Router NGB-415 von Zyxel (http://www.zyxel.de) und der Xtreme-N-Router von D-Link (http://www.dlink.com/products/?pid=530).
Beide Geräte nutzen das 802.11n-Prinzip “Multiple Input Multiple-Output” (MIMO) und verteilen damit ein- und ausgehende Datenströme auf drei Antennen, was nach übereinstimmenden Herstellerangaben Übertragungsraten von bis zu 300 Mbit/s ermöglicht.
Während beim D-Link-Gerät alle drei Antennen je nach Bedarf abnehmbar sind, lässt sich beim Zyxel-Router nur eine abstöpseln. WEP und WPA2 sorgen für Sicherheit. Der aufgebohrte N-Standard verspricht laut D-Link im (unwahrscheinlichen) besten Fall eine 14fach schnellere Übertragung und ein um den Faktor sechs gesteigerte Reichweite der Geräte. Vor allem in der häuslichen Umgebung ist die erhöhte Reichweite nicht nur vorteilhaft, weil das WLAN-Netz für eine erweiterte Nachbarschaft sichtbar ist und damit die Gefahr für Angriffe steigt. Die Router integrieren neben den Verschlüsselungsprotokollen jeweils SPI-Firewalls (Stateful Packet Inspection).
Mit den Draft-N-Geräten hält allerdings auch eine proprietäre Featuritis Einzug, mit der Linux-Benutzer nichts anfangen können: Das Zyxel-Gerät etwa lässt sich mit der Windows-Connect-Now-Technologie konfigurieren. Der D-Link-Router bringt einen Installations-Wizard mit, der via mitgelieferter CD nur mit Windows funktioniert – selbst das als kompatibel genannte Mac OS X kann mit der Software nichts anfangen. Dass bei Zyxel zudem Internet Explorer 6 und höher als Systemvoraussetzung nennt, relativiert der Hersteller: Das Gerät sei Linux-kompatibel und mit Firefox konfigurierbar, heißt es auf Anfrage.
D-Link verbindet Mobilfunk und WLAN
Mit dem V-Click bringt Hersteller D-Link Anfang nächsten Jahres ein Mobiltelefon auf den Markt, das als Triband-Handy in die GSM-Netze (900/1800/1900 MHz) funkt und als Dual-Mode-Gerät nebenbei auch WLAN-Netze und damit Voice-over-IP nicht verschmäht. Benutzer profitieren, je nach Provider, bei letzterem Modus von günstigeren Internet-Tarifen beim Telefonieren. Über den integrierten Opera-Browser ist zudem das Surfen im Web möglich, soweit das kleine Farbdisplay (176 x 220 Pixel) die Seiten darstellt. Ein Mail-Client dient dem Fan mobiler Kommunikation überdies zu Übermittlung und Empfang von Nachrichten. D-Link verspricht, dem Gerät keinerlei Sperren aufzuerlegen (“unlocked”) womit das rund 600 US-Dollar teure Gerät mit jeder SIM-Karte nutzbar sein sollte.
Damit das funktional aufgerüstete Handy nicht mit zu großem Stromhunger an den Akkuressourcen nagt, lässt sich die WLAN-Funktion auch deaktivieren. Fünf Stunden Sprechzeit im GSM-Modus und zwei Stunden im WLAN-Betrieb nennt der Hersteller (http://www.dlink.com) als machbar. Dem Benutzer stehen 24 MByte-Speicher frei zur Verfügung. Telefonbuch (300 Einträge), Kalender (100 Einträge mit je 160 Zeichen) und Aufgaben (100 Einträge) runden den Funktionsumfang ab. Das Gerät ähnelt Mobiltelefonen, die von einem französischen Provider Neuf als Twin vermarktet wurde. Das Twin basiert auf Trolltechs Qtopia. D-Link macht zur Software keine Angaben.
Kommerzielle DVD-Abspielsoftware für Linux
LinDVD (http://www.intervideo.com/jsp/LinDVD.jsp), die kommerzielle Abspielsoftware für CSS-geschützte Video-DVDs, kam bisher nur in der Unterhaltungselektronik und auf versteckten Partitionen von Multimedia-PCs zum Einsatz. Nun können auch Linux-Desktop-Anwender damit Filme ansehen: Mandriva http://www.mandriva.com legt das Programm den Kaufversionen seiner neuen Distribution Mandriva Linux 2007 bei.
Daneben gibt es den Player auch einzeln zu kaufen – zumindest fast einzeln, denn die Lizenzbedingungen gestatten nur den Vertrieb mit Hardware, die das Macrovision-Kopierschutz-Flag respektiert. Die Firma Markus Graf bietet die Software daher auf CD im Bündel mit einer Billig-Grafikkarte an. Das Paket ist unter http://www.pseudonym.org für 39 Euro zu bestellen. Kunden, die auf die Hardwarebeigabe verzichten möchten, spenden sie gleich über den Verkäufer an Open-Source-Projekte. Das mitgelieferte Installationsskript eignet sich unter anderem für die 32- und 64-Bit-Versionen von Suse Linux 10.1 und Ubuntu 6.06.





