Buchtipp

Aus LinuxUser 11/2004

Buchtipp

Linux im Büro

“Linux im Büro” – das klingt auf den ersten Blick nach einem erneuten Buch mit Tipps und Tricks zu OpenOffice und Konsorten. Und dann prangt auf dem Cover auch noch die Aufschrift “Start ohne Vorwissen”. Ein Blick in den Inhalt lehrt einen aber besseres. Zwar stehen tatsächlich OpenOffice, Mozilla und Gimp im Vordergrund, allerdings sind sie eingebunden in ein Konzept, dass den Leser Schritt für Schritt von der Windows- in die Linux-Welt begleitet.

Autor Michael Kofler ist kein Unbekannter in der Linux-Szene. Er vermittelt seit vielen Jahren mit einem umfassenderen Werk, welche Möglichkeiten in einem Linux-System stecken. Obwohl er also auf eine Vielzahl von fertigen Texten zurückgreifen könnte, erweckt das vorliegende Buch nicht den Eindruck einer Auskopplung.

Mit dem einführenden Kapitel lernt der Leser, wie es um die Unterschiede zwischen einem Linux und einem Windows-System bestellt ist. Im Vordergrund steht dabei die Desktop-Oberfläche KDE, da diese mit ihren Funktionen den Anwender gut unterstützt und in Deutschland derzeit noch am weitesten verbreitet ist.

Kapitel 2 widmet sich den Grundlagen, denn zur ordentlichen Dateiablage ist es nicht unerheblich zu wissen, wie das Dateisystem von Linux funktioniert, wie Wechselmedien eingebunden oder CDs gebrannt werden. Ein kleiner Abschnitt gibt dem interessierten Leser einen tieferen Einblick in das System; für das Verständnis des ganzen Buches notwendig ist er aber nicht.

Die restlichen Kapitel widmen sich dann den einzelnen Anwendungsgebieten der Büroarbeit. Hier beschreibt Kofler detailreich und mit vielen wertvollen Tipps, wie sich die Arbeit unter Linux einfacher gestalten lässt.

Die Kapitel des Buches bauen nicht aufeinander auf. Das heißt, als Umsteiger ist es nicht notwendig, das ganze Buch durchzuarbeiten, um einen Linux-PC sinnvoll einzusetzen. Der Teil 6 genießt eine Ausnahmestellung, da er sich Windows- und Hardware-Emulationen widmet, deren Einsatz immer dann gefragt ist, wenn eine entsprechende Fachanwendung nicht unter Linux verfügbar ist.

Insgesamt liegt mit “Linux im Büro” ein Buch vor, dass Einsteigern hilft, Linux effizienter zu nutzen und erfahrenen Anwender noch den einen oder anderen Trick vermittelt, ohne sich dabei im Office-Dschungel zu verirren.

Info

Titel: Linux im Büro

Autor: Michael Kofler

Verlag: Markt & Technik

ISBN: 3-8272-6782-X

Preis: 24,95 Euro

URL: http://www.mut.de

Samba-Server

Gerade kleinere Betriebe oder Vereine liebäugeln schon seit längerem mit dem Einsatz von Samba als Server im Netzwerk. Ressourcenschonend, keine Lizenzkosten und hohe Stabilität gehören zu den Hauptargumenten für die freie Software, die als File- und Drucker-Server arbeitet. Aber entsprechend Betriebsgröße und Mitgliederzahl ist meist keine Vollzeit-IT-Kraft vorhanden, die sich um die Wartung oder Konfiguration kümmert. Mit dem Buch “Samba-Server für kleinere und mittlere Netze” bekommt der Hobby-Administrator nun eine Lektüre im handlichen Format.

Das Buch von Michael Niedermair und Thomas Stallinger hangelt sich von der einfachen Verzeichnisfreigabe bis hin zum Single-Sign-On-Szenario mittels LDAP. Dabei bauen die Autoren auf immer dem gleichen Netzwerk (kleines Firmennetz mit Außendienstmitarbeiter) auf und erweitern die Funktion des zentralen Servers Schritt für Schritt.

Der unkundige Anwender kann diese Schritt leicht nachvollziehen, wenngleich das Buch auf die etwas eigenwillige Mischung aus Suse und Knoppix als verwendete Distribution aufsetzt. Ein Live-CD für den Desktop-Bereich ist normalerweise nicht unbedingt Mittel der Wahl für einen Netzwerk-Server.

Im Detail behandelt das Buch die Freigabe von Laufwerken und Druckern inklusive Konfiguration der Windows-Rechner, die Verwendung von Samba als Primary Domain Controller sowie den Einsatz eines LDAP-Server zur Authentifizierung für Windows- und Linux-Clients. Damit deckt es bei weitem alle Anforderungen ab, die für die oben genannten Einsatzgebiete denkbar sind. Sollte doch noch Fragen offen bleiben, bietet eine Liste von weiterführender Literatur sowie von Quellen im Internet dem Leser erste Hinweise zur Lösung.

Der geringe Umfang und das eingängige Beispiel erleichtern auch dem unvorbelasteten Leser den Einstieg in die Thematik. Einige grundsätzliche Kenntnisse sind jedoch von Vorteil, zumal sich das Buch manchmal etwas ungenau ausdrückt. Da ist Transferdenken beim Leser gefragt.

Info

Titel: Samba-Server

Autor: Michael Niedermair/Thomas Stallinger

Verlag: Franzis Verlag

ISBN: 3-7723-7534-0

Preis: 19,95 Euro

URL: http://www.franzis.de

LinuxUser 11/2004 KAUFEN
EINZELNE AUSGABE
ABONNEMENTS
TABLET & SMARTPHONE APPS
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:

Hinweis: Dieser Artikel ist älter als ein Jahr, enthaltene Informationen sind möglicherweise veraltet.

0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben