Florian Dufour mischt recht dreist zwei erfolgreiche Actionspiele. Das kostenlose Ergebnis ist überaschenderweise ein Geschicklichkeitsspiel mit karger Pixeloptik, in dem Zeit eine große Rolle spielt.
In SUPERHOTline Miami steuert der Spieler aus der Vogelperspektive einen kleinen blauen Helden, der schlicht sämtliche roten Gegner ausschalten muss. Dazu kann der blaue Mann jeden Gegner mit der Faust K.O. schlagen oder aber mit einer Waffe aus der Distanz ins Jenseits schicken. Die roten Gegner lassen sich das natürlich nicht gefallen und schießen zurück, sobald der Held in ihr Blickfeld gerät. In SUPERHOTline Miami gibt aber eine kleine Besonderheit: Die Zeit läuft nur dann, wenn sich der blaue Held bewegt.

Die Gegner bewegen sich nur, wenn man sich selbst beweg. Deshalb kann man dem roten Typen in aller Ruhe einen Faustschlag versetzen, ihm die Waffe klauen …
Stopptrick
Sobald der Held stehen bleibt, halten auch seine Gegner inne. Abgefeuerte Kugeln fliegen allerdings langsam weiter. Man kann folglich nicht beliebig lange untätig stehen bleiben. Des Weiteren hat jede Waffe nur eine endliche Anzahl Schuss. In einigen Leveln startet der Held sogar komplett ohne Pistole. Dann hilft es nur, einen Gegner mit einem Faustschlag auszuschalten und seine Waffe an sich zu nehmen oder aber sich eine zufällig auf dem Boden liegende Pistole zu schnappen.

… und dann die anderen Gegner nach und nach unter Beschuss nehmen, während man deren Kanonenkugeln ausweicht.
SUPERHOTline Miami kennt zwei verschiedene Waffentypen: Während die Pistole immer nur genau eine Kugel abfeuert, schießt das Schrotgewehr gleich eine ganze Salve. Beide besitzen zudem eine kurze Nachladezeit, der Held muss folglich zwischen zwei Schüssen einen kurzen Moment warten. Konnte man in einem Level sämtliche Gegner eliminieren, geht es in einem neuen Level von vorne los. Derzeit bringt das Spiel sechs Level mit, der Entwickler verspricht jedoch Nachschub.

Dieser Level gehört schon zu den anspruchsvolleren: Während man versucht die Waffe zu ergattern, nehmen gleich mehrere Gegner den blauen Helden von oben unter Beschuss.
Klaubacke
Wie der Name des Spiels bereits andeutet, nimmt SUPERHOTline Miami Anleihen an den Spielen Superhot [2] und Hotline Miami [3]. Von Superhot hat Florian Dufour den Zeitlupen-Mechanismus übernommen, aus Hotline Miami lediglich die Aufsicht und die Pixeloptik. Anders als Hotline Miami ist SUPERHOTline Miami nicht übermäßig brutal.
Florian Dufour hat das Spiel in nur einer Nacht und zwei weiteren Tagen programmiert. Das Ergebnis steht unter [1] kostenlos zum Download bereit. Dort kann man SUPERHOTline Miami auch direkt im Browser spielen. Die Linux-Version muss man auf der Festplatte lediglich entpacken, dann das Skript superhotlinemiami ausführbar machen und es starten. In unseren Tests blieb die Linux-Version zunächst beim Start hängen. Ein Abbruch via [Strg+C] und ein Neustart brachten das Spiel jedoch auf den Bildschirm.

In den späteren Leveln kommen zahlreiche weitere Gegner hinzu. Dieser Level ist jedoch nicht ganz so schwierig, wie er auf den ersten Blick erscheint.
Fazit
Das Spielprinzip von SUPERHOTline Miami ist extrem simpel, die Grafik karg und pixelig. Zudem gibt es bislang nur sechs Level. Und dennoch fesselt das Spiel an den Bildschirm. Das Zeitlupen-Konzept aus Superhot funktioniert auch hier in der Aufsicht. SUPERHOTline Miami fordert damit sowohl Geschicklichkeit als auch Köpfchen. Wer einfach stupide drauf los rennt, wird von den übermächtigen Gegnern direkt erschossen. Der Schwierigkeitsgrad steigt zudem langsam an. Bleibt zu hoffen, dass Florian Dufour sein Spiel weiter ausbaut und ihm neben zusätzlichen Leveln auch noch weitere Waffen, Gegnertypen und Umgebungen spendiert.
SUPERHOTline Miami
| Bezugsquelle: | http://albatr.itch.io/superhotline-miami |
| Entwickler: | Florian Dufour |
| Lizenz: | Eigene (Closed Source) |
| Preis: | Kostenls |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://albatr.itch.io/superhotline-miami
[2] Superhot:
http://superhotgame.com/
[3] Acht günstige Spiele aus dem Ubuntu Software Center, Tim Schürmann: „Spiel, Spaß, Spannung“, LinuxUser 10/2013,
https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/LinuxUser/2013/10/Acht-guenstige-Spiele-aus-dem-Ubuntu-Software-Center/%28language%29/ger-DE






