Erste Beta von KDE 4.2 erschienen
Unter dem Codenamen “Caterpillar” – zu deutsch: Raupe – ist Ende November die erste Beta-Version von KDE 4.2 erschienen. Damit beginnt der öffentliche Testzyklus für KDE 4.2, das nach derzeitigem Planungsstand noch im Lauf des Januars fertig werden soll.
Mit der Beta halten viele von KDE 3 gewohnte und beim Nachfolger bislang schmerzlich vermisste Fähigkeiten wieder Einzug in den K-Desktop – wenn auch manchmal in ungewohnter Verkleidung, wie beim “Desktop Folder View”: Mit seiner Hilfe lassen sich nun wieder Icons an festen Plätzen auf der Bedienoberfläche ablegen. Die Einträge in der Taskbar kann man gruppieren und mehrzeilig anordnen, und das Panel macht im Autohiding-Modus bei Nichtgebrauch die Bildschirmoberfläche frei. Sämtliche Desktopeffekte inklusive der Taskumschalter haben die Entwickler gründlich überarbeitet, einige neue sind hinzugekommen.
Auch auf Anwendungsseite hat sich einiges getan. So erhielten der Dateimanager Dolphin und der Webbrowser Konqueror neue Features, das komplett neue System zur Druckkonfiguration bringt aus KDE 3 bekannte und beliebte Funktionen zurück. Völlig neu ist auch die Energieverwaltungskomponente Powerdevil. Eine ausführliche Zusammenstellung aller Neuerungen und Verbesserung bietet das Release Announcement unter http://www.kde.org/announcements/announce-4.2-beta1.php. Was sich darüber hinaus bis zur finalen Release von KDE 4.2 noch alles tun soll, zeigt der Feature-Plan unter http://techbase.kde.org/Schedules/KDE4/4.2_Feature_Plan
Möchten Sie einen ersten Blick auf die neuen Fähigkeiten von KDE 4.2 werfen, dann lohnt sich ein Blick auf die KDE-Four-Live-Website (http://home.kde.org/~binner/kde-four-live/). Dort hält der OpenSuse-Entwickler Stephan Binner eine passende Live-CD als ISO-Image zum Download bereit.

Bringt etliche aus KDE 3 bekannte und beliebte Funktionen zurück: Die Beta 1 (“Caterpillar”) von KDE 4.2, das bereits im Januar als Final erscheinen soll.
Freie Fahrt für findige Programmierer
Mit einem skurrilem Youtube-Video wirbt die Nokia-Tochter Qt Software, das ehemalige Trolltech, derzeit für den Qt-Entwicklerwettbewerb “Pimp my Widgets” (http://trolltech.com/developer/pimp-my-widgets-developer-contest). Bei dem Wettbewerb stehen einfache, aber geschmacklose Templates etwa für einen Webbrowser oder einen Bildbetrachter zur Auswahl, die die Teilnehmer als UI-Dateien herunterladen, direkt im Qt-Designer öffnen und nach Lust und Laune verschönern können.
Einsendeschluss ist der 31. Dezember. Die Beiträge mit Quelltext und kompiliertem Widget müssen unter der GPL stehen, und die Entwickler müssen selbst ein 30-Sekunden-Video ihres neuen schillernden Widgets einreichen. Gewinnen soll derjenige, der die Qt-Features am umfassendsten einsetzt, einen echten Nutzen mit seinem Widget-Design generiert, kreativ ist, plattformübergreifend programmiert und last not least den spektakulärsten Beitrag komponiert.
Als Hauptpreis winkt ein ausgewachsener Segway i2 Personal Transporter, die drei Nächstplatzierten erhalten je ein Internet-Tablet Nokia N810. Als Trostpreise verspricht Qt Software 100 “Pimp-my-Widgets”-T-Shirts.

Hacker mögen’s bequem: Als Hauptpreis des Wettbewerbs “Pimp my Widget” von Qt Software winkt ein Segway i2 Personal Transporter.
Videoeditor Kdenlive 0.7 für KDE 4
Der nicht-lineare Open-Source-Videoeditor Kdenlive (http://kdenlive.org) ist Mitte November in Version 0.7 für KDE 4 erschienen – das erste Kdenlive-Release für den neuen K-Desktop. Die neue Version bringt einige Verbesserungen gegenüber der letzten KDE-3-Ausgabe des Videoeditors mit.
So integriert sich die Software integriert sich nun besser in die Oberfläche: Es gibt mehr Meldungen an den Anwender, eine Fortschrittsanzeige für Jobs und Anmerkungen im semantischen Desktop Nepomuk. Der Umgang mit der Timeline beschleunigt sich durch neu implementierten Code für die Kommunikation mit dem MLT-Video-Framework merklich. Kdenlive bezieht sein Rohmaterial aus verschiedenen Quellen, wie (H)DV-Kameras (auch AVCHD) und Webcams sowie vom Bildschirm.
Beim Schnitt können Sie nun auch mehr Übergänge und Effekte zurückgreifen. Die Plugins von Frei0r unterstützt der Editor ebenfalls besser. Fehltritte lassen sich rückgängig machen, eine History erleichtert die Reise in die Vergangenheit. Nicht zuletzt funktioniert das Video-Rendering nun komplett getrennt von anderen Anwendungen: So können Sie sich anderen Aufgaben zuwenden, während Kdenlive sich um das Rendering kümmert.
Benutzer von Debian, Mandriva und OpenSuse haben es derzeit am leichtesten, Kdenlive 0.7 sofort auszuprobieren: Für diese Distributionen gibt es bereits fertige Binärpakete. Nutzer anderer Linuxe müssen den Quellcode noch selbst übersetzen. Dabei hilft der Kdenlive Builder Wizard. Nähere Infos zu den Binaries und einen Link zum Wizard finden Sie unter http://kdenlive.org/user-manual/installing-kdenlive.

Der Video-Editor Kdenlive integriert sich in Version 0.7 perfekt in KDE 4 und bringt zudem zahlreiche Verbesserungen mit.
OpenOffice wird schicker, telefoniert nach Hause
Mit dem Projekt “Renaissance” (http://wiki.services.openoffice.org/wiki/Renaissance) will das OpenOffice-Team mittelfristig dafür sorgen, dass die freie Bürosuite eine neue, schickere und besser benutzbare Oberfläche erhält. Viele Nutzer hielten das jetzige User Interface für veraltet, überfrachtet und zu komplex; für neue Benutzer weise es kaum einen Reiz auf, begründet Frank Loehmann, der Leiter des OOo User Experience Project (OOo UX), die Notwendigkeit von “Renaissance”. Im Dreisprung erforschen – entwerfen – bewerten wolle man deshalb allmählich eine neue Bedienoberfläche entwickeln. Mit schnellen Ergebnissen, so Loehmann, sei aber nicht zu rechnen – die neue GUI kommt wohl nicht mehr mit der 3er-Serie von OOo.
Zunächst einmal will man die Gewohnheiten und Erwartungen der Benutzer bei der Bedienung der Bürosuite eingehend erforschen. Fürs erste geschieht das per Fragebogen (http://surveys.services.openoffice.org/surveys/), aber schon in einer der nächsten Versionen soll OpenOffice dazu ein integriertes Auswerte-Plugin mitbringen, das Daten über die Nutzungsgewohnheiten der OpenOffice-Anwender sammelt und anonymisiert an das Projekt sendet. Details zu dieser “OOo User Feedback Extension”, die man ab OpenOffice 3.1 direkt mit dem Büropaket ausliefern will, beschreibt eine Präsentation auf der “Renaissance”-Website (http://wiki.services.openoffice.org/wiki/Renaissance:Presentations).
Debian booten in 14 Sekunden
Eine Anleitung auf der englischsprachigen Admin-Community “Debian Administration” beschreibt, wie sich Debian auf einem Asus EeePC 901 schneller booten lässt (http://www.debian-administration.org/articles/620). Der Autor Phil Endecott erzielt mit seinen Methoden eine Boot-Zeit von 14 Sekunden. Endecott stellt im Artikel zahlreiche Programme und Maßnahmen vor, die den Debian-Bootprozess deutlich beschleunigt. Einiges ist EeePC-spezifisch, vieles lässt sich aber auf andere Linux-Rechner übertragen. Dazu zählen etwa das Entfernen alle nicht genutzten Dienste, das Verwenden eines Kernels mit Zeitspar-Patches und einkompilierten Treibern sowie der Verzicht auf Udevs Detektionsvorgang. Passende Konfigurationsdateien und Skripte sowie erläuternde Boot-Diagramme bietet Endecott zum Download an.
Führungswechsel bei Mandriva
Der französische Linux-Distributor Mandriva (http://www.mandriva.com) hat einen neuen Chef: Hervé Yahi übernimmt den Posten als Chief Executive Officer (CEO) von Francois Bancilhon. Laut der offiziellen Ankündigung qualifizierte sich Yahi für den Posten vor allem durch seine Erfahrung mit Restrukturierung, Sanierung und Unternehmenszusammenschlüssen. Mandriva, das seit geraumer Zeit mit finanziellen Schwierigkeiten kämpft, fuhr trotz der prekären Finanzlage in letzter Zeit mit dem Zukauf von Conectiva, EdgeIT und Linbox einen Expansionskurs.
HAL für Atheros-WLAN-Karten ist Open Source
Der Entwickler Sam Leffler hat den bisher proprietären HAL-Code der WLAN-Treiber für Atheros-Karten als Open Source veröffentlicht. Das Hardware Abstraction Layer (http://madwifi-project.org/wiki/About/HAL) war bislang der einzige proprietäre, ausschließlich binär vertriebene Bestandteil der Madwifi-Treiber für WLAN-Karten mit Atheros-Chip. Die Treiber selbst sind dual unter BSD-Lizenz und GPLv2 lizenziert. Nun hat Leffler den Code unter der Open-Source-Lizenz der ISC veröffentlicht. Gleichzeitig endet die Vereinbarung mit dem Hersteller Atheros, der der Entwickler die Informationen über die Hardware verdankte. In Zukunft soll seine Umsetzung des HAL als Referenz-Implementierung dienen. Der Code ist im Subversion-Archiv des FreeBSD-Projekts erhältlich. Er kommt für die Linuxtreiber Ath5k und Ath9k zum Einsatz.
KDE 4.1.3 freigegeben
Das KDE-Projekt hat Anfang November das Release 4.1.3 (http://www.kde.org/info/4.1.3.php) seines Linux-Desktops veröffentlicht. Im Vordergrund des Updates stehen Fehlerbeseitigung und Produktpflege: So hat der Dateimanager Dolphin zwei Absturzursachen weniger, die HTML-Rendering-Engine KHTML erfuhr eine ganze Reihe von Überarbeitungen. Gleiches gilt für den Instant-Messenger Kopete und eine weitere stattliche Reihe von KDE-Anwendungen.
Kurz notiert
Der IT-Rat der Bundesregierung hat beschlossen, das offene Dokumentenformat ODF in der Bundesverwaltung schrittweise einzusetzen (http://tinyurl.com/lu0901-02202). Spätestens ab 2010 sollen alle Behörden des Bundes in der Lage sein, ODF-Dokumente zu empfangen und zu versenden, zu lesen und auch zu bearbeiten.
Die auf TV- und Audio-Peripheriegeräte spezialisierte Firma Terratec hat eine Übersichtsseite zur Linux-Unterstützung ihrer Geräte online gestellt. Unter http://linux.terratec.de finden sich Links zu den einzelnen Treibern. Die Liste der unterstützten Geräte umfasst neben DVB-T-Sticks auch einige externe Firewire-Soundkarten aus dem semiprofessionellen Bereich.
Der für sein Wal-Mart-PC-Linux gOS bekannte Hersteller Good OS (http://www.thinkgos.com) hat Cloud vorgestellt, einen stark abgestrippten Linux-Kernel, der in einen integrierten Browser bootet. Dort findet der Nutzer dann nach wenigen Sekunden Bootzeit vorkonfigurierte Favoriten wie Google, Yahoo und die Microsoft-Suche Live. Optional soll Cloud auch in ein Windows-System booten können.
Die freie Linux-Distribution OpenSuse soll ab Version 11.1 ohne durchzuklickende EULA (Endanwender-Lizenzvereinbarung) auskommen – künftig weist die Distribution die User nur noch dezent auf die Lizenz hin (http://tinyurl.com/lu0901-02201). Gleichzeitig soll die Installations-DVD nur noch solche Software umfassen, die man auch frei weiterverteilen darf.
Im Gran Canaria Desktop Summit (http://www.grancanariadesktopsummit.org) auf der gleichnamigen spanischen Insel bündeln die Gnome- und KDE-Entwickler vom 3. bis 11. Juli 2009 ihre Entwicklerkonferenzen Guadec und Akademy
Auf der Red Hat Developer Liste hat Entwickler Jon Stanley angekündigt, dass der Support für Fedora 8 am 7. Januar 2009 endet. Danach gibt es weder weitere Updates und Bugfixes noch neue Builds – Zeit also zum Umstieg auf das am 25. November erschienene Fedora 10.




