Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 02/2026

Aktuelle Software im Kurztest

© Valentina Sabelskaia / 123RF.com

Angetestet

Abläufe steuern mit Cmdx 2.0.2, Dateien vergleichen mit Diffsitter 0.9.0, Dateiinhalte ausgeben mit Gat 0.25.6, Anklopfen am IP-Port via Knockr 0.4.0, Diensteverfügbarkeit testen mit Tcping 2.7.1, statische Webseiten bauen mit Zola 0.21.0.

Starthilfe

Mit Cmdx 2.0.2 führen Sie ohne Shell-Skripte Programme und Befehle reproduzierbar aus.

Um Programme oder Befehle reproduzierbar auszuführen, schreiben erfahrene Anwender meist ein Shell-Skript. Wer keine Skriptsprache beherrscht, dem gibt das Go-basierte Tool Cmdx die Möglichkeit, eine Ausführungsumgebung zu konfigurieren und ein Programm in immer derselben Umgebung zu starten. Das Github-Repository des Projekts stellt Binärpakete zur Verfügung. Dort finden Sie außerdem eine umfassende Funktionsbeschreibung sowie verschiedene Anwendungsbeispiele. Die Konfiguration erfolgt über eine Datei im YAML-Format. Mit dem Parameter --init aufgerufen, erzeugt Cmdx die Datei .cmdx.yaml als Konfigurationsvorlage, die Sie für Ihre Zwecke anpassen. Die Konfiguration erwartet Cmdx immer im aktuellen Verzeichnis, alternativ geben Sie mit -c eine andere Konfigurationsdatei vor. In der Konfiguration legen Sie den auszuführenden Task fest, wobei dieser seinerseits mehrere Tasks enthalten kann. Für jeden davon geben Sie einen eindeutigen Namen, Timeout-Werte und Umgebungsparameter an. Der Konfigurationseintrag scripts: enthält das auszuführende Programm oder den Befehl. Eine Übersicht aller Tasks in der Konfigurationsdatei liefert der Parameter --list. Um einen bestimmten Task einer Konfiguration auszuführen, geben Sie dessen Namen beim Aufruf als Parameter an. Erfordert der Aufruf weitere Parameter, ergänzen Sie sie wie üblich hinter dem Task-Namen. Anwendungsbeispiele finden Sie auf der Github-Seite des Projekts. Cmdx erlaubt es, selbst komplexe Arbeitsabläufe abzubilden. So kann ein Task verschiedene Sub-Tasks enthalten, die beim Aufruf nach Bedarf aktiviert werden. Möchten Sie Aufgaben reproduzierbar abarbeiten, ohne dafür ein Skript zu schreiben, sollten Sie sich Cmdx genauer ansehen. Eine längere Einarbeitungsphase ist allerdings unvermeidlich.

Cmdx 2.0.2

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/suzuki-shunsuke/cmdx

Der kleine Unterschied

Mit Diffsitter 0.9.0 vergleichen Sie Quellcode und Dateien der verschiedensten Formate.

Um den Inhalt von zwei Textdateien zu vergleichen, nutzen viele Anwender das bewährte GNU-Tool Diff. Doch es gibt Alternativen wie das Rust-basierte Diffsitter, das besonders den Vergleich von Quellcode erleichtern will. Sie müssen das Tool nicht selbst kompilieren, sondern können auf eines der Binärpakete aus dem Github-Repository zurückgreifen. Dort finden Sie auch eine Reihe von Anwendungsbeispielen sowie eine Erklärung zur Integration von Diffsitter in die lokale Git-Umgebung. Eine einfache Onlinehilfe erhalten Sie mit dem Parameter -h. Rufen Sie das Programm mit dem Unterbefehl list auf, zählt es alle unterstützten Programmiersprachen auf. In der aktuellen Version kommt es mit 17 populären Sprachen zurecht, darunter C, C#, Go, Rust und Typescript. Aber auch Konfigurationsformate und Satzsprachen wie JSON oder Markdown kennt das Tool. Die Applikation erkennt selbstständig die verwendete Programmier- oder Satzsprache, alternativ geben Sie mit -t ein Format vor. Im nächsten Schritt erzeugt sie einen sinnvollen Vergleich und bereitet die Ausgabe farblich auf. Bevorzugen Sie eine monochrome Ansicht, deaktivieren Sie mit --color die farbenfrohe Ausgabe. Die aktuelle Standardkonfiguration erhalten Sie beim Aufruf mit dem Parameter dump-default-config. In eine Datei umgeleitet, lässt sie sich als Vorlage für eigene Anpassungen verwenden. Mit -c laden Sie dann ihre Konfiguration beim Aufruf. Standardmäßig liegt die Konfiguration in der Datei $HOME/.config/diffsitter/config.json. Für die Integration in die genutzte Shell erzeugt Diffsitter mit dem Unterbefehl gen-completion eine Vervollständigungskonfiguration, die Sie bei Bedarf in die Shell einbinden. Damit stellt Diffsitter eine interessante Alternative zum bewährten Diff dar.

Diffsitter 0.9.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/afnanenayet/diffsitter

Zeig’s mir!

Das Tool Gat 0.25.6 gibt wie Cat Dateiinhalte in der Konsole aus – nur besser aufbereitet.

Um den Inhalt von Textdateien in der Konsole auszugeben, nutzen die meisten Anwender das GNU-Tool Cat. Dessen Ausgabe fällt allerdings schlicht und monochrom aus. Das Go-basierte Tool Gat sieht sich als Alternative zum Klassiker. Auf der Github-Seite stehen Binärpakete zum Herunterladen bereit. Für eine schnelle Anzeige übergeben Sie die auszugebende Datei als Parameter beim Aufruf. Anhand der Dateierweiterung erkennt das Tool, um welche Art Textdatei oder Quellcode es sich handelt, und passt das Syntax-Highlighting entsprechend an. Mit dem Parameter -l geben Sie eine der aktuell über 250 unterstützten Programmier- oder Satzsprachen explizit vor. Eine Übersicht dazu finden Sie auf der Github-Seite oder beim Aufruf mit dem Parameter --list-langs. Sollte die App eine Sprache nicht unterstützen, schalten Sie sie mit -p in den sogenannten Pretty-Modus, in dem sie versucht, die Ausgabe optisch aufzubereiten. Neben Syntax-Highlighting bietet die Software verschiedene Ausgabeformate. In der Grundeinstellung erfolgt die Ausgabe im Format Terminal256 (256 Farben). Die Alternativen Terminal16 und Terminal8 reduzieren das Farbspektrum. Darüber hinaus stehen auch 60 verschiedene Farb-Themes zur Verfügung. Die Palette reicht von Borland und Emacs über Github bis hin zu Vim oder Visual Code. Der Parameter --list-themes zeigt eine Vorschau aller Themes, sodass Sie sich ein Bild machen können. Planen Sie, den Inhalt einer Datei im Web zu präsentieren, erzeugen Sie mit --format html eine HTML-Page. Daneben bietet das Tool als Ausgabeformate JSON und SVG an. Die Software sieht sich als Alternative zu Cat und punktet besonders bei der Darstellung. Andere Cat-Funktionen wie eine Zeilennummerierung fehlen allerdings. Mit -h erhalten Sie eine Onlinehilfe, die Github-Seite bietet zahlreiche Anwendungsbeispiele.

Gat 0.25.6

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/koki-develop/gat

Vorher anklopfen

Mit Knockr 0.4.0 übermitteln Sie einen Anklopfcode, der den Zugang zu einem Dienst freischaltet.

Wer Dienste mittels Zugangskontrolle extern erreichbar macht, sieht sich schnell mit zahlreichen Brute-Force-Angriffen und Portscans konfrontiert, erzeugt von Scan-Bots, die unaufhörlich nach neuen Opfern Ausschau halten. Ein Anklopfcode für die Firewall kann helfen, Blockaden des Systems zu verhindern und es für legitime Nutzer weiter erreichbar zu halten. Hier erweist sich das Go-basierte Knockr als nützlicher Helfer. Musste man frühere Versionen noch selbst kompilieren, finden sich auf Github jetzt Binärpakete für alle relevanten Betriebssysteme und Plattformen. Knockr führt als Client ein sogenanntes Port Knocking aus. Dabei baut es in einer vorgegebenen Reihenfolge Verbindungen zu mehreren Ports auf einem Zielsystem auf und beendet sie sofort wieder. Der Verbindungsaufbau erfolgt optional via TCP oder UDP. Welches Protokoll das Programm verwendet, legen Sie mit dem Parameter -n beim Aufruf fest. Die Firewall des Zielsystems erkennt das Verbindungsmuster und erzeugt eine Regel, die Verbindungen des anklopfenden Systems auf einen vorgegebenen Zielport zulässt. Standardmäßig pausiert Knockr zwischen jedem Verbindungsaufbau 100 Millisekunden. Die Pausenlänge variieren Sie mit -d. Um an einem System anzuklopfen, übergeben Sie Knockr als Parameter die IP-Adresse oder den FQDN sowie die Portnummern in der Reihenfolge, in der das Tool sie abklopfen soll. In der Standardausgabe verfolgen Sie den Fortschritt sowie die Rückgabemeldungen der einzelnen Ports. Für die Integration in Skripte bietet das Tool mit -s einen Silent-Modus, der die Ausgabe unterdrückt. Alles in allem ist Knockr ein praktischer Client für Port Knocking. Eine Onlinehilfe steht mit -h zur Verfügung, Anwendungsbeispiele finden Sie auf der Github-Seite des Projekts.

Knockr 0.4.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/mwyvr/knockr

Hintertürchen

Mit Tcping 2.7.1 prüfen Sie die Verfügbarkeit eines entfernten Systems ohne das oft geblockte ICMP-Protokoll.

Um ein entferntes System auf Erreichbarkeit zu prüfen, greifen viele Anwender zum altbewährten GNU Ping. In der Praxis kommt es jedoch häufig vor, dass Firewalls oder andere Netzkomponenten ICMP-Pakete blockieren. Genau hier setzt das Go-basierte Tool Tcping an. Es steht in zahlreichen Varianten vorkompiliert im Github-Repository bereit. Da das Tool eine aktuelle Libc6-Version voraussetzt, empfiehlt sich für den Einsatz auf älteren Systemen die statisch kompilierte Variante. Um die Verfügbarkeit eines entfernten Systems zu testen, geben Sie beim Aufruf entweder den vollständigen Domainnamen oder die IP-Adresse des Ziels an. Zusätzlich legen Sie einen beliebigen TCP-Port fest, auf dem auf der Zielseite ein Dienst erreichbar ist. Es kommt lediglich darauf an, dass der Port Verbindungen annimmt. Die Ausgaben von Tcping orientieren sich konzeptionell an denen von Ping, sind jedoch übersichtlicher gestaltet. Erfolgreiche Antworten stellt Tcping in Grün dar, ausbleibende Rückmeldungen in Rot. Wie Ping sendet auch Tcping kontinuierlich Anfragen, bis Sie den Vorgang manuell abbrechen. Mit -c legen Sie alternativ eine feste Anzahl von Versuchen fest. Zum Archivieren oder zur Weiterverarbeitung der Ergebnisse stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Mit --db speichert die App die Ausgaben in einer von Ihnen angegebenen SQLite-Datenbank. Mit dem Schalter --csv erzeugen Sie eine CSV-Datei, --j stellt die Ausgabe im JSON-Format bereit. Der Schalter -D ergänzt jede Zeile um einen Zeitstempel, -r definiert die Anzahl der Verbindungsversuche vor einem Abbruch. Soll die Verbindung über eine bestimmte Netzwerkschnittstelle erfolgen, geben Sie diese hinter -I an. Weitere Optionen nennt die Onlinehilfe (-h), etliche Beispiele stellt die Projektseite auf Github bereit. Ein Blick darauf lohnt sich in jedem Fall.

Tcping 2.7.1

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/pouriyajamshidi/tcping

Eleganter Auftritt

Mit Zola 0.21.0 erzeugen Sie mit wenig Aufwand statische Webseiten.

Webauftritte mit statischem Inhalt kommen wieder in Mode. Mit dem Rust-basierten Zola steht ein einfaches Framework bereit, das Sie beim Erstellen statischer Inhalte unterstützt. Im Github-Repository finden Sie Binärpakete. Ohne Parameter aufgerufen, liefert Zola eine schlichte Onlinehilfe mit den wichtigsten Befehlen. Zum Einrichten eines neuen Projekts rufen Sie es mit dem Befehl init auf, gefolgt vom Namen des zu erzeugenden Webprojekts. Die App startet einen rudimentären Konfigurationsassistenten, der Sie durch die Erstellung des Seitengerüsts führt. Als Erstes möchte Zola die URL wissen, unter der die Seite später erreichbar sein soll. Im weiteren Verlauf legen Sie die Nutzung des CSS-Präprozessors Sass fest, aktivieren das Syntax-Highlighting und legen einen Suchindex an. Danach erzeugt das Programm eine Verzeichnisstruktur und legt darin die Konfiguration im TOML-Format ab. Besteht bereits eine Verzeichnisstruktur mit dem Projektnamen, bricht das Tool den Einrichtungsprozess ab. Während es Vorlagen für Themes und für Sass in gleichnamigen Ordnern hinterlegt, erwartet es den Inhalt der Seite in Form von Markdown-Dateien im Verzeichnis content/. Zusätzliche Inhalte wie Bilder oder Javascript-Elemente platziert es ebenfalls dort. Eine Anleitung zum Erstellen eines Webauftritts finden Sie auf der Zola-Projektseite. Ob die Software aus den angegebenen Informationen einen Webauftritt generieren kann, prüfen Sie durch den Aufruf mit dem Befehl check. Mit build erzeugt das Tool die eigentliche Seite aus den Template- und Markdown-Dateien. Um sich einen Überblick über den Webauftritt zu verschaffen, starten Sie Zola mit dem Befehl serve als rudimentären Webserver. Alles in allem bietet die App eine handliche Möglichkeit zum Erstellen statischer Webseiten mit Markdown. (Uwe Vollbracht/tle)

Zola 0.21.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/getzola/zola

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