Dateideduplizierer Czkawka 10.0.0, GPG-Key-Manager Gpg-tui 0.11.1, SSH-Verbindungsmanager Sshpilot 2.8.6, Wetter-App Stormy 0.3.3, Web-Dashboard Heimdall 2.7.4, Backup-Suite Kopia 0.21.1.
Saubermann
Mit Czkawka 10.0.0 entfernen Sie platzfressende Dubletten auf einfache Weise.
Egal, wie groß die Festplatte oder SSD ist, irgendwann platzt sie doch aus allen Nähten. Oft liegt das an zahlreichen platzfressenden Dateiduplikaten. Beim Auffinden solcher Dubletten hilft das Rust-basierte Tool Czkawka. Sie müssen es nicht selbst kompilieren, da das Projekt auf Github zahlreiche Binärpakete bereitstellt. Neben einem reinen Kommandozeilen-Tool bieten die Entwickler auch eine Variante mit grafischer Oberfläche an, die auf GTK4 basiert. Für Rechner ohne das GTK4-Framework steht unter dem Namen Krokiet eine auf Slint basierende Spielart zur Verfügung. Den Verzeichnisbaum, in dem das Tool nach Dubletten suchen soll, geben Sie beim Aufruf als Parameter an. Mit dem Unterbefehl dup leiten Sie die Suche nach Dubletten ein. Soll Czkawka auch leere Verzeichnisse entfernen, nutzen Sie den Unterbefehl empty-directories. Besonders Multimediadateien wie Bilder, Musik oder Videos beanspruchen viel Platz. Czkawka bietet mit den Unterbefehlen image, video und music eigene Vergleichsroutinen. Musikdateien vergleicht die Software dabei anhand ihrer Tags. Defekte Dateien spüren Sie mit broken auf. Das Tool liefert mit --help eine einfache Onlinehilfe, die auch Anwendungsbeispiele für die einzelnen Befehle anzeigt. Zum Archivieren der Ergebnisse geben Sie nach -f eine Ausgabedatei an. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, Dateien oder Verzeichnisse vom Vergleich auszuschließen und die Suchmethode anzupassen. Mit --dry-run gelingt vorab ein folgenloser Testlauf. Alles in allem bietet die Applikation eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten, um Dubletten aufzuspüren, und lässt sich ideal in eigene Skripte integrieren. Haben Sie es lieber bequemer, greifen Sie auf eine der grafischen Versionen zurück.
Schlüsseldienst
Mit Gpg-tui 0.11.1 verwalten Sie komfortabel Ihre GPG-Schlüssel auf der Konsole.
GNU Privacy Guard oder kurz GPG ist für viele Anwender das Mittel der Wahl, wenn es um das Verschlüsseln und Signieren von E-Mails oder Dateien geht. Auf der Kommandozeile ist das Verwalten der Schlüsselsammlung und Erzeugen neuer Schlüssel aber mitunter umständlich. Hier will das Rust-basierte Gpg-tui Abhilfe schaffen. Nutzen Sie die Software auf einem 64-Bit-PC, können Sie auf ein Binärpaket von Github zurückgreifen, für andere Plattformen müssen Sie das Tool selbst kompilieren. Ohne Parameter aufgerufen, wertet die App die in $HOME/.gnupg/ abgelegten Keys aus und zeigt sie in einer einfachen Curses-Oberfläche an. Damit eignet sich Gpg-tui auch für das Verwenden in Remote-Verbindungen. Die Steuerung erfolgt komplett über Tastenkürzel. Eine Übersicht dazu finden Sie auf der Github-Seite des Projekts. Bevorzugen Sie eine andere Zuordnung, passen Sie das Mapping in einer TOML-basierten Konfigurationsdatei an. Im Github-Repository von Gpg-tui finden Sie eine Beispielkonfiguration, die sich als Vorlage eignet. In der Oberfläche des Programms navigieren Sie mit den Pfeiltasten durch die Schlüsselliste. Das Drücken der Eingabetaste über einem Key öffnet ein Menü, in dem Sie zwischen verschiedenen Funktionen wählen. So können Sie beispielsweise Schlüssel exportieren, importieren oder an einen Schlüsselserver übertragen. Auch das Erzeugen neuer Schlüsselpaare ermöglicht die App. Gpg-tui zeigt zu jedem Key nur die wichtigsten Daten an; über die Zifferntasten erweitern Sie die Detailanzeige. Mit dem Befehl :help gelangen Sie in die Onlinehilfe, die weitere Informationen zu den einzelnen Funktionen bietet und sie bei Bedarf sofort ausführt. Insgesamt präsentiert sich Gpg-tui als guter Helfer für alle, die ihre GPG-Keys bequemer verwalten möchten.
Telefonbuch
Mit Sshpilot 2.8.6 verwalten Sie SSH-Verbindungen auf bequeme und übersichtliche Weise.
Benutzen Sie parallel mehrere SSH-Verbindungen, geht schnell die Übersicht verloren. Das GUI-Frontend Sshpilot hilft, mehrere Verbindungen zu verwalten. Das Python-basierte Tool greift im Hintergrund auf den Standard-OpenSSH-Client und auf Sshpass zurück, die deshalb beide installiert sein müssen. Sie richten die Software wahlweise von Hand ein oder greifen auf ein DEB- oder RPM-Paket auf Github zurück. Am linken Fensterrand listet die Software alle konfigurierten Verbindungen auf. Durch einen Klick auf eine davon öffnen Sie die gewünschte Connection. Ist in der Verbindungskonfiguration kein Schlüssel hinterlegt, fragt Sshpilot nach dem Passwort. Nach erfolgreicher Anmeldung öffnet sich ein Reiter mit dem Terminal des Remote-Systems. Sie können mehrere Verbindungen gleichzeitig offenhalten und zwischen ihnen wechseln. Neue Connections legen Sie über das Konfigurationssymbol links unten im Fenster an. Jede Verbindung erhält einen eindeutigen Namen. Außerdem tragen Sie Hostname und Port, einen Benutzer und eine Authentifizierungsmethode ein. Bei letzterer wählen Sie zwischen einem Passwort, das Sie gleich hinterlegen können, und einem Schlüssel. Daneben besteht die Möglichkeit, für Verbindungen eine Port- und eine X.org-Weiterleitung einzurichten. Neben dem Konfigurationssymbol finden Sie ein Wolken-Icon, über das Sie Dateiübertragungen starten. In den globalen Einstellungen der Software passen Sie neben dem Erscheinungsbild globale SSH-Parameter wie Timeouts für die Verbindungen oder Keepalive-Intervalle an.
Wetterfrosch
Das Tool Stormy 0.3.3 hält Sie über das Wetter auf dem Laufenden.
Wollen Sie wissen, wie das Wetter wird, brauchen aber keine detaillierte meteorologische Auskunft, dann ist das Terminal-Tool Stormy das richtige für Sie. Sie müssen das Go-basierte Werkzeug nicht selbst kompilieren, es stehen diverse Binärpakete auf Github zum Abruf bereit. Um das aktuelle Wetter an einem Ort zu erfahren, geben Sie dessen Namen mit dem Parameter -city beim Aufruf an. Dabei müssen Sie die englische Schreibweise der Stadt verwenden, falls diese von der einheimischen abweicht. Zwar kennt Stormy deutsche Schreibweisen wie München oder Köln, für Rom jedoch gilt es, Rome anzugeben. Die Software zeigt Daten wie Bewölkung, Temperatur, Windstärke, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck an. Mit -compact erhalten Sie eine kompakte Anzeige der Werte ohne Legende. Bei Temperatur und Windgeschwindigkeit wechseln Sie mit dem Schalter -units zwischen metrischen und angelsächsischen Einheiten. Seine Daten erhält Stormy von der Plattform Open-Meteo. In der Konfigurationsdatei der App können Sie für die Variable provider stattdessen auch OpenWeatherMap als Datenquelle vorgeben. Die Konfiguration erlaubt es darüber hinaus, einen Live-Modus zu aktivieren und die farbige Ausgabe abzuschalten. Die ASCII-Art-Wettersymbole bezieht die Software von der Plattform Wttr.in. Konfigurations- und Anwendungsbeispiele finden Sie auf der Github-Seite des Projekts. Alles in allem ist Stormy ein sympathisches kleines Tool, das sich auch zur Integration in eigene Skripte oder als Banner beim System-Login eignet.
Sammelstelle
Mit Heimdall 2.7.4 behalten Sie selbst gehostete Webdienste bequem im Griff.
In Firmen wie in heimischen Netzwerken sind mittlerweile zahlreiche webbasierte Dienste im Einsatz. Wer sich nicht alle internen URLs merken möchte, um auf die jeweiligen Dienste zuzugreifen, für den bietet die Dashboard-Lösung Heimdall eine gute Alternative. Sie betreiben das PHP-basierte Dashboard wahlweise mit einem vorhandenen Webserver oder in einem Docker-Container. Letzteres geht in der Regel am einfachsten und schnellsten. Der Docker-Container stellt sowohl einen HTTP- als auch einen HTTPS-Zugang mit selbst signiertem Zertifikat zur Verfügung. Beim ersten Webzugriff nach der Installation legt das Tool einen Admin-Benutzer ohne Passwort an. Es verteilt Kacheln mit den Links zu den jeweiligen Diensten gleichmäßig im Dashboard, am unteren rechten Fensterrand finden Sie die Einstellungsmöglichkeiten. Über den Konfigurationspunkt Applikationsliste legen Sie neue URLs an. Ein Dienst lässt sich wahlweise als Webseite oder Applikationstyp anlegen. Das Tool kennt zahlreiche Anwendungen wie Adguard, Kodi, Immich oder AVM und hinterlegt direkt das passende Symbol in der Dashboard-Kachel. Sie müssen nur noch die URL eintragen und eine Beschreibung hinterlegen. Für Anwendungen verwenden Sie optional ein eigenes Symbol, bei Webseiten ist das zwingend. Standardmäßig hängt Heimdall die Kachel an das Dashboard. Das lässt sich bei Bedarf unterbinden, sodass der Dienst lediglich in der Applikationsübersicht erscheint. Es besteht die Möglichkeit, weitere Benutzer anzulegen, von denen jeder sein eigenes Dashboard bekommt. Die Vergabe eines Passworts und die Eingabe bei der Anmeldung unterstützt die App nur mit einer HTTPS-Verbindung. Platzbedingt können wir hier nicht alle Funktionen des etablierten Web-Dashboards vorstellen, ein eigener Blick darauf lohnt sich.
Datenbunker
Mit Kopia 0.21.1 erstellen Sie im Handumdrehen Backups Ihrer Daten und stellen sie ebenso einfach wieder her.
Mit Kopia steigt eine weitere Datensicherungslösung in den Ring, die ein schnelles und sicheres Backup und Restore verspricht. Sie müssen das Go-basierte Tool nicht selbst kompilieren, auf Github stellt das Projekt diverse Binärpakete bereit. Die App sichert die Daten wahlweise unterhalb eines lokalen Einhängepunkts oder im Netz. Dabei unterstützt Kopia nicht nur die gängigen Cloud-Anbieter wie Google, AWS oder Azure, sondern bedient dank Rclone-Unterstützung auch eigene Netzwerkspeicher. Darüber hinaus unterstützt es WebDAV und SFTP. Sie können mit Kopia sogar einen eigenen Repository-Server betreiben, auf den das Tool die Daten TLS-verschlüsselt überträgt. Vor einem Backup legen Sie mit dem Unterbefehl repository create einen Speicherplatz für das Repository fest, etwa in einem lokalen Pfad. Während des Einrichtens vergeben Sie das Passwort für den Zugriff auf das Repo und für die Datenverschlüsselung. Wie lange Kopia gesicherte Dateien vorhält, legt es über eigene Standard-Retentions fest. Die passen Sie bei Bedarf mit policy set an. Mit dem Unterbefehl snapshot create, gefolgt vom zu sichernden Verzeichnis, legen Sie die initiale Sicherung an. Je nach Größe dauert das einige Minuten. Das Tool hält Sie derweil mit Statusausgaben auf dem Laufenden. Rufen Sie den Befehl erneut auf, erzeugt Kopia nur eine inkrementelle Sicherung. Eine Übersicht aller vorhandenen Backups liefert snapshot list. Neben dem Inhalt zeigt die App für jedes Objekt eine individuelle Hash-ID an. Mit ihr können Sie gezielt auf ein Objekt zugreifen. Der Unterbefehl ls zeigt den Inhalt eines Snapshots an. Mithilfe der Erweiterung mount binden Sie einzelne Snapshots ein und greifen direkt auf deren Inhalte zu. Eine ausführliche Dokumentation ist auf der Github-Seite verlinkt. (Uwe Vollbracht/tle)










