GNU Emacs 30.1 läuft auf Android

GNU Emacs 30.1 läuft auf Android

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GNU Emacs 30.1

Das neue Major-Release des altehrwürdigen Texteditors bringt zahlreiche kleine Verbesserungen mit. Emacs 30.1 läuft erstmals läuft auf Android-Systemen, unterstützt jetzt selbst das JSON-Format und behebt kritische Sicherheitslücken.

Trotz des Punkts in der Versionsnummer handelt es sich bei Emacs 30.1 um ein Major-Release, das durchweg nur kleinere Neuerungen einführt – die aber in extrem hoher Zahl. So wiegt die Textdatei mit einer Liste aller Änderungen über 122 KByte.

Android und Touchscreens

Die größte augenfällige Neuerung ist die Unterstützung von Android. Wer den Texteditor für diese Plattform selbst erstellen möchte, benötigt dazu das aktuelle Android NDK, das Android SDK und einen passenden Java-Compiler.

Deutlich verbessert haben die Emacs-Entwickler den Umgang mit Touchscreens: Der Texteditor erkennt die meisten Gesten und überführt sie in die passenden Maus- oder Gestenereignisse. Obendrein verstehen viele Pakete die Touchscreen-Eingaben besser, darunter Dired und Custom.

Innere Werte

Emacs beherrscht den Unicode-Standard 15.1 – aktuell ist allerdings schon die Version 16. Um JSON-Dokumente kümmert sich der Texteditor ab sofort selbst und benötigt somit nicht mehr die Hilfe der Bibliothek „libjansson“. Damit entfällt gleichzeitig der jetzt obsolete „configure“-Parameter „–with-json“, während in Emacs die Abfrage „json-available-p“ nie mehr den Wert Nil zurückgibt.

Die beiliegende Datei „emacsclient.desktop“ integriert Emacs in verschiedene Desktop-Umgebungen unter Linux. Mit der Version 30.1 meldet sich Emacs über diese Konfigurationsdatei auch als Standardanwendung für das „org-protocol“ an. Dieses gestattet eine schnelle Übernahme von Lesezeichen, Notizen und Links via „emacsclient“.

Interessant ist auch die Option „trusted-content“: Mit ihrer Hilfe legt man Dateien und Verzeichnisse fest, denen Emacs bedingungslos vertraut. Der Texteditor führt dann den Code in diesen Dateien auch ohne explizite Rückfrage aus.

Inkompatibilitäten und Sicherheit

Emacs 30.1 bricht an einigen Stellen die Kompatibilität zur vorherigen Version 29.4. Unter anderem gab es Änderungen an den Tree-Sitter Modes, den „*Completions*“-Puffer, „completion-auto-help“ und der Verarbeitung von Maus-Events. Der Network Security Manager warnt zudem in weiteren Fällen.

Abschließend stopft Emacs 30.1 einige kritische Sicherheitslücken. Das Emacs-Team empfiehlt daher dringend ein Update auf die neue Version. Zu den behobenen Problemen zählen insbesondere die Möglichkeit für eine Shell Injection (CVE-2025-1244) und die Codeausführung via Flymake (CVE-2024-53920).

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