Das Live-System Tails erlaubt das anonyme Surfen im Internet über das Tor-Netzwerk. Die neue Version 7.8 schmeißt Thunderbird von Bord – wer den E-Mail-Client benötigt, muss ihn ab sofort manuell nachinstallieren. Diese Maßnahme hat allerdings einen triftigen Grund.
In der Regel erscheint eine neue Tails-Version kurz nach der Veröffentlichung einer neuen Firefox-Version. Damit stellen die Tails-Entwickler sicher, dass stets ein aktueller Browser mit geschlossenen Sicherheitslücken zum Einsatz kommt. Tails 7.8 nutzt den Tor Browser 15.0.14, der wiederum auf Firefox ESR 140.11 basiert.
Die Thunderbird-Entwickler orientieren sich allerdings ebenfalls an der Firefox-Roadmap. Dies hatte in der Vergangenheit meist zur Folge, dass eine neue Thunderbird-Version immer kurz nach dem Erscheinen der neuen Tails-Version herauskam – das dann aber noch die alte Thunderbird-Fassung mitbrachte.
Das Tails-Team umgeht dieses Problem, indem es Thunderbird nicht mehr vorinstalliert. Wer den E-Mail-Client benötigt, muss die Einstellungen für den Persistant Storage öffnen, einen solchen gegebenenfalls erstellen, das Additional Software Feature anknipsen und dann den „Thunderbird Email Client“ aktivieren.
Des Weiteren schließt Tails 7.8 mehrere Sicherheitslücken. Darunter fallen insbesondere die Fragnesia und Dirty Frag genannten Lücken, über die Angreifer Root-Rechte erlangen können. Um das zu verhindern, blockt Tails die Kernel-Module esp4, esp6 und rxrpc.





