Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 10/2024

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Du-Alternative Dust 1.1.1, moderner Ls-Ersatz Lsd 1.1.2, RSS-Feeds in der Konsole lesen mit Russ 0.5.0, mit Sqlitebrowser 3.13.0 DB-Files bearbeiten, Netzsegmente berechnen mit Subnetting 1.0, Mediadaten herunterladen mit Yt-dlp 2024.08.01.

Platzanweiser

Die Du-Alternative Dust 1.1.1 bietet viele interessante Funktionen.

Das GNU-Tool Du ist für viele Anwender das Werkzeug der Wahl, um auf der Konsole den Platzbedarf eines Ordners oder einer Datei zu ermitteln. Bei der Analyse großer Verzeichnisse gerät die Ausgabe allerdings schnell unübersichtlich. Mit dem Rust-basierten Dust steht eine moderne Alternative bereit. Einige Distributionen führen es bereits in ihren Paketquellen. Fehlt das Tool in der von Ihnen genutzten Distribution, greifen Sie einfach auf eines der Binärpakete von Github zurück. Beim Aufruf ohne Parameter ermittelt Dust den Platzbedarf aller Dateien und Unterverzeichnisse im aktuellen Ordner. Die Ausgabe erfolgt strukturiert, wobei das Tool die Verzeichnisobjekte aufsteigend nach Größe sortiert, mit dem Schalter -r kehrt Dust die Reihenfolge um. Am Zeilenanfang gibt es den belegten Platz in Kilo-, Mega- oder Gigabyte aus. Der prozentuale Anteil eines Objekts am Platzverbrauch steht am Zeilenende und lässt sich gegebenenfalls mit -b ausblenden. Interessiert Sie die Anzahl der Dateiobjekte in einem Verzeichnis nicht, fügen Sie außerdem den Schalter -f an. Standardmäßig gibt Dust nur die Verzeichnis- und Dateinamen aus. Benötigen Sie eine Pfadangabe, setzen Sie den Schalter -p. Zur besseren Übersicht gibt Dust immer nur zehn Zeilen am Stück aus. Bei sehr vollen Verzeichnissen fehlen so Einträge. Mit dem Parameter -n legen Sie die Anzahl der ausgegebenen Einträge selbst fest. Wollen Sie nur die Ergebnisse für Dateien sehen, geben Sie den Schalter -F an, für eine reine Verzeichnisausgabe setzen Sie -D. Zum Weiterverarbeiten der Resultate in anderen Programmen fordern Sie mit -j eine Ausgabe im JSON-Format an. Dust ist zwar kein direkter Ersatz für Du, bietet aber viele interessante Funktionen und wird aktiv entwickelt.

Dust 1.1.1

 

Lizenz: Apache 2.0

Quelle: https://github.com/bootandy/Dust

Inhaltsangabe

Als moderne, komfortable Ls-Variante tritt Lsd 1.1.2 an.

Das Rust-basierte Tool Lsd sieht sich als Premium-Alternative zum klassischen GNU-Tool Ls. Sie müssen die Software nicht selbst kompilieren, sondern können auf eines der Binärpakete auf Github zurückgreifen. Um eine möglichst große Kompatibilität mit GNU Ls und somit eine flache Lernkurve zu erzielen, haben die Entwickler die Belegung vieler Kommandozeilenparameter übernommen. So zeigt -a den gesamten Inhalt eines Verzeichnisses an, inklusive der versteckten Dateien. Zur besseren Übersicht nutzt Lsd Objektsymbole vor jedem Eintrag. Da sich die in Remote-Sessions oft nicht darstellen lassen, passen Sie die Anzeige gegebenenfalls mit --icon an. Das Tool sortiert in der Voreinstellung die Ausgabe alphabetisch. Falls Sie eine unsortierte Ausgabe bevorzugen, geben Sie den Schalter -U an. Eine umgekehrte Sortierung liefert dagegen der Schalter -r. Sie haben außerdem die Möglichkeit, mit --sort eine alternative Sortierbasis anzugeben. Als eine solche können beispielsweise Zeitstempel, Größe oder Dateierweiterung dienen. Alternativ nutzen Sie auch die von Ls bekannten Parameter -t, -S und -X. Anders als das GNU-Original beherrscht Lsd mit --tree auch eine Ausgabe in Baumstruktur. Für Entwickler interessant ist die Möglichkeit, mit -g den Git-Status einer Datei oder eines Verzeichnisses anzeigen zu lassen. Sollen Einstellungen permanent aktiv bleiben, hinterlegen Sie sie in der Konfigurationsdatei config.yaml, wo Sie zudem das Farbschema für die farbige Ausgabe anpassen können. Sie hinterlegen das File unter $HOME/.config/lsd/. Eine Beispielkonfiguration sowie weitere Anleitungen stehen auf Github bereit, eine Onlinehilfe ist mit -h verfügbar.

Lsd 1.1.2

 

Lizenz: Apache 2.0

Quelle: https://github.com/lsd-rs/lsd

Nachrichtendienst

Mit Russ 0.5.0 lesen Sie Ihre RSS-Feeds bequem in der Konsole.

Auch wenn die Blütezeit von RSS-Feed vorbei ist, gibt es immer noch viele Webseiten und Frameworks, die diese Technik unterstützen und anbieten. Möchten Sie Ihre RSS-Feeds gern in der Konsole lesen, finden Sie mit dem Rust-basierten Tool Russ einen kompakten Client dafür. Russ sieht sich selbst als lokaler Offline-RSS-Reader. Dazu lädt es die verfolgten RSS-Feeds vollständig in seine lokale SQLite-Datenbank, die es standardmäßig als $HOME/.local/share/russ/feeds.db anlegt. Um einen neuen Feed zu übernehmen, geben Sie ihn Russ beim Aufruf als letzten Parameter mit. Mit dem Unterbefehl read aufgerufen, öffnet der Reader seine Curses-Oberfläche. Sie unterteilt sich in mehrere Bereiche. Links steht die Liste der verwalteten Feeds, rechts sehen Sie alle Beiträge des aktuellen Feeds. Mit den Pfeiltasten navigieren Sie durch die Oberfläche. Welche Funktionen die Tasten im aktiven Fensterbereich haben, sehen Sie in der unteren linken Ecke. So aktualisiert beispielsweise das Tastenkürzel [R]+ in der Feed-Liste den aktuellen Feed. Im Beitragsbereich markiert ein Druck auf dieselbe Taste einen Beitrag als gelesen. Russ blendet den Beitrag anschließend aus. Sie müssen gegebenenfalls mit [A]+ in den Ansichtsmodus wechseln, um gelesene Feeds zu sehen. Die Navigation mithilfe von Tastenkombinationen erinnert etwas an Vim. So gelangen Sie mit [I] in den sogenannten Insert-Modus, der das Hinzufügen weiterer RSS-Feeds erlaubt. Eine ausführliche Beschreibung aller Funktionen finden Sie auf der Github-Seite des Projekts. Russ ist eine relativ junge Software, bisher wurde noch kein offizielles Release veröffentlicht. Sie müssen das Tool also via Git klonen und mit Cargo selbst bauen. Das lohnt sich aber, denn Russ zeigt Potenzial.

Russ 0.5.0

 

Lizenz: AGPL 3.0

Quelle: https://github.com/ckampfe/russ

Teillösung

Mithilfe von Subnetting 1.0 berechnen Sie komfortabel Netzsegmente.

Das Planen und Berechnen von IPv4-Netzsegmenten lässt reichlich Raum für Fehlkalkulationen. Zahlreiche Webseiten nehmen Anwendern diese schwierige Aufgabe gern ab. Doch was tun, wenn gerade kein Internetzugang verfügbar ist? Der Rust-basierte Subnetz-Rechner Subnetting arbeitet lokal und führt Sie mit wenigen interaktiven Fragen zum Ergebnis. Sie müssen das Tool nicht selbst kompilieren, sondern greifen auf eines der Binärpakete bei Github zurück. Eine Konfiguration ist nicht erforderlich, da die Software alle Einstellungen interaktiv abfragt. Beim Aufruf geben Sie das aufzuteilende Netz entweder direkt an oder liefern eine CSV-Datei mit den jeweiligen Daten. Als Notation dient eine IP-Adresse mit CIDR-Nummer (Classless Inter-Domain Routing). Im nächsten Schritt legen Sie fest, wie viele Unternetzsegmente Sie benötigen. Zu guter Letzt definieren Sie, wie viele Hosts sich in jedem Subnetz befinden sollen. Diesen Wert können Sie für jedes Unternetz individuell setzen. Subnetting bestimmt nun für jedes Segment die erste und letzte IP, die Broadcast- und Gateway-Adresse sowie Netzwerkmaske und CIDR-Wert. Außerdem zeigt das Tool, wie viele Hosts das jeweilige Segment maximal aufnehmen kann. Das Ergebnis speichern Sie wahlweise im CSV- oder MD-Format. Mit seiner sehr ausführlichen Ausgabe weiß das noch junge Tool Subnetting zu gefallen. Es bietet Potenzial zu mehr, auch wenn die Dokumentation auf Github sehr sparsam ausfällt.

Subnetting 1.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/LuMarans30/Subnetting-rust/

Datenjongleur

Mit Sqlitebrowser 3.13.0 durchforsten und bearbeiten Sie komfortabel SQLite-Datenbanken.

Als relationale Datenbank spannen viele Projekte das kompakte SQLite ein. Um einen Blick in eine Datenbankdatei zu werfen, verwenden Sie wahlweise den Konsolenclient des DBMS oder greifen auf ein grafisches Tool wie Sqlitebrowser zurück. Viele Distributionen führen das Werkzeug bereits in ihren Paketquellen. Die aktuellste Version müssen Sie jedoch selbst aus den Quellen kompilieren. Nach dem Start öffnet Sqlitebrowser eine übersichtliche grafische Oberfläche, in der Sie wahlweise eine vorhandene Datenbankdatei öffnen oder eine neue Datenbank erzeugen. Die Software unterteilt den Arbeitsbereich in mehrere Reiter, in denen Sie die Datenbankstruktur einsehen, die Tabellen durchsuchen, Pragmas bearbeiten und SQL-Anweisungen ausführen. Im Reiter Datenbankstruktur präsentiert das Tool den Aufbau der Datenbank. Dazu listet es alle enthaltenen Tabellen, Indizes, Views und Trigger auf. Über das Kontextmenü der rechten Maustaste können Sie die einzelnen Objekte auch bearbeiten. Um eigene Abfragen in der Datenbank auszuführen, tragen Sie diese im Reiter SQL ein. Sqlitebrowser bietet außerdem die Möglichkeit, die Datenbank zu komprimieren oder im SQLite3-Format zu speichern. Für die Weiterverarbeitung in Drittprogrammen steht zusätzlich ein Datenexport nach CSV oder JSON sowie als reine SQL-Statements zur Verfügung. Die aktuelle Version der Software korrigiert nicht nur eine Reihe von Fehlern, sondern verbessert auch bestehende Funktionen, darunter den JSON-Export. Sqlitebrowser bietet zudem die Möglichkeiten, Datenbankdateien nur lesend zu öffnen, um versehentliche Veränderungen zu vermeiden. Da kann also nichts schiefgehen.

Sqlitebrowser 3.13.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://sqlitebrowser.org/

Lademeister

Mit Yt-dlp 2024.08.01 laden Sie Medien von Youtube und vielen anderen Plattformen herunter.

Als Multimediaplattform bietet Youtube sowohl lehrreiche als auch skurrile Videos. Wer die Clips nicht online ansehen kann oder gute Beiträge archivieren möchte, der braucht eine Download-Lösung wie das Python-basierte Yt-dlp. Es unterstützt jedoch nicht nur Youtube, sondern Hunderte weitere Portale, darunter auch die ARD-Mediathek, Soundcloud und Media.ccc.de, um nur einige zu nennen. Eine Übersicht aller unterstützten Portale liefert der Aufruf mit dem Parameter --list-extractors. Viele Distributionen liefern bereits eine ältere Version von Yt-dlp mit. Da Medienportale ihre APIs und den Seitenaufbau regelmäßig verändern, empfiehlt es sich jedoch grundsätzlich, die aktuellste Version zu nutzen. Auf Github finden Sie Binärpakete, sodass Sie das Tool nicht selbst kompilieren müssen. Für einen einfachen Download geben Sie beim Aufruf lediglich die URL als Parameter mit. Yt-dlp wählt stets die höchste Auflösung und den besten Codec für die Inhalte. Präferieren Sie einen bestimmten Codec, geben Sie ihn beim Aufruf über den Parameter -f an. Längere Videos unterteilen sich oft in Themenbereiche. Mit dem Parameter --split-chapters speichern Sie die einzelnen Abschnitte in eigenen Dateien. Für größere Downloads übergeben Sie Yt-dlp eine Playlist statt einzelner URLs. Mit dem Parameter -N startet das Tool mehrere Threads, um die Übertragung zu parallelisieren. Standardmäßig legt es jedes Video unter dem Titel ab, den es auf der jeweiligen Plattform trägt. Einen alternativen Namen geben Sie mit -o an. Über sogenannte Output-Templates können Sie bei Bedarf die Struktur der Dateinamen vorgeben, die Yt-dlp nutzen soll. Die Software bietet zahlreiche weitere Funktionen. Eine ausführliche Übersicht und Dokumentation finden Sie auf der Github-Seite des Projekts.

Yt-dlp 2024.08.01

 

Lizenz: Public Domain

Quelle: https://github.com/yt-dlp/yt-dlp

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