Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 02/2023

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Fgallery 1.9 erzeugt statische Bildgalerien, einfache Shell Fish 3.5.1, Gron 0.7.1 verarbeitet JSON-Dateien, Systemauslastung im Blick mit Monitorix 3.15.0.

Bilderwand

Mit Fgallery 1.9 erzeugen Sie unkompliziert statische Bildgalerien fürs Web.

Wer seine Fotos und Bilder digital archiviert, möchte sie oft auch gern online präsentieren. Viele Galerien basieren jedoch auf einem PHP- oder Python-Framework und setzen ein Datenbank-Backend voraus. Nicht so das Perl-basierte Fgallery: Es erzeugt aus einer Bildersammlung eine simple, statische Webgalerie; eine Datenbank ist nicht erforderlich. Dadurch fällt der Ressourcenbedarf sehr gering aus. Damit eignet sich das Tool für den Einsatz auf SoCs oder günstigen vServern. Zur Navigation bindet Fgallery Java-basierte Steuerelemente in die jeweiligen Seiten ein.

Zum Erzeugen einer neuen Galerie geben Sie beim Aufruf das Quellverzeichnis mit den Bildern sowie das Zielverzeichnis für die Galerie an. Außerdem vergeben Sie einen Namen für die Galerie. Beim Anlegen richtet Fgallery die Bilder einheitlich aus und sortiert sie bei der Anordnung nach dem jeweiligen Zeitstempel. Zudem erzeugt es passend skalierte Vorschaubilder, standardmäßig in 90-prozentiger Qualität. Mit dem Parameter --quality können Sie eine andere Qualität vorgeben. Bei Porträts lässt sich mit -f das Vorschaubild auf das jeweilige Gesicht zuschneiden. Auf leistungsfähigen Rechnern können Sie mit -j die Verarbeitung parallelisieren. Das Zielverzeichnis müssen Sie abschließend nur noch ins Dokumentenverzeichnis des Webservers übertragen.

Fgallery liefert im Verzeichnis view/ ein eigenes Standarddesign für die Galerie mit. Es umfasst neben CSS-Einstellungen auch die Javascript-Elemente für die Navigation in der Galerie und lässt sich als Vorlage für eigene Layouts nutzen. Die aktuelle Version von Fgallery kommt mit UTF-8 und Leerzeichen in der Kommandozeile besser zurecht. Daneben unterstützt sie die neueste Version von 7-Zip und verarbeitet Graustufenbilder besser.

Fgallery 1.9

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://www.thregr.org/~wavexx/software/fgallery/

Muschelersatz

Die alternative Shell Fish 3.5.1 wartet mit vielen Komfortfunktionen auf.

Die Arbeit in der Konsole setzt eine leistungsfähige Shell voraus. Neben den Platzhirschen Bash und Zsh steht mit der Friendly Interactive Shell, kurz Fish, eine weitere Alternative zur Verfügung. Die Fish setzt sich zum Ziel, eine einfache und übersichtliche Bedienung zu ermöglichen. Dazu stellt sie zahlreiche nützliche Funktionen bereit. Während sich ältere Versionen der Shell in den Repos vieler Distributionen finden, müssen Sie das aktuelle Release selbst kompilieren.

Die Fish wirkt auf den ersten Blick wie jede andere Shell, der Unterschied zu anderen Kommandozeileninterpretern zeigt sich jedoch spätestens bei der ersten Eingabe: Die Fish bietet standardmäßig eine sehr leistungsfähige Autovervollständigung samt integriertem Syntax-Highlighting. Unvollständige Befehle hebt sie während der Eingabe rot hervor, die Vervollständigung leiten Sie wie gewohnt durch einen Druck auf die Tabulatortaste ein. Die Fish schlägt selbstständig eine Liste von Befehlen vor, auf die das eingegebene Muster zutrifft. Sie können innerhalb der Liste navigieren und das gewünschte Programm auswählen. Die Autovervollständigung greift bei einigen Befehlen auch bei der Parameterangabe, beispielsweise bei find. Dabei benutzt die Fish eine Autosuggestions-Funktion, die bei den Vervollständigungsvorschlägen auch auf die Befehlshistorie zurückgreift.

Wie die Bash ermöglicht auch die Fish ein Shell-Skripting. Die verwendete Syntax weicht allerdings bei Funktionen, Schleifen oder Verzweigungen von der gängigen Bash-Syntax ab. Hilfe finden Sie auf der Projektseite, auf Github oder in der mitgelieferten Manpage. Die Fish legt ihre Konfiguration im Verzeichnis $HOME/.config/fish/ ab. Hier können Sie auch eigene Vervollständigungskonfigurationen oder zusätzliche Funktionen ergänzen.

Fish 3.5.1

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://github.com/fish-shell/fish-shell

Formwandler

JSON-Dateien lassen sich mit Gron 0.7.1 zur Weiterverarbeitung aufbereiten.

Die Javascript Object Notation JSON hat sich in den letzten Jahren als Allzweckformat für Konfigurationen und Datenaustausch etabliert. Mit klassischen GNU-Werkzeugen ist das Aufbereiten von JSON-Dateien zur Weiterverarbeitung jedoch schwierig. Hier springt das Go-Programm Gron in die Bresche. Es wandelt JSON-Dateien in ein zeilenbasiertes Format um, was die Weiterverarbeitung erleichtert. Manche Distributionen bringen ältere Versionen des Tools mit, Binärpakete der aktuellen Version stehen auf Github bereit. Wer die 32-Bit-Variante von Pi OS verwendet, geht dabei allerdings leer aus.

Sie steuern Gron komplett über Aufrufparameter. Für eine einfache Umwandlung geben Sie dem Programm lediglich den Namen der zu verarbeitenden Datei mit. Stattdessen können Sie Gron aber auch per Weiterleitung über die Standardeingabe mit JSON-Inhalten beschicken. Selbst die Angabe einer URL und damit das direkte Verarbeiten beim Herunterladen ist möglich. Da Gron das Ablegen der Inhalte in eine Datei nicht unterstützt, müssen Sie seine Ausgabe zum Speichern in jedem Fall umlenken. Das Tool bereitet seinen Output durch Highlighting optisch auf, was zwar die Lesbarkeit verbessert, bei der Umleitung in eine Datei jedoch stören kann. Mit -m erzwingen Sie dann eine monochrome Ausgabe. Zudem sortiert Gron den Output alphabetisch. Für eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit deaktivieren Sie das mit --no-sort.

Bei einer URL als Eingabequelle kann die Überprüfung des TLS-Zertifikats problematisch sein. Geben Sie beim Aufruf den Parameter -k mit, überspringt Gron die Prüfung und startet sofort mit dem Verarbeiten der Daten. Interessant ist auch der Parameter -u, mit dem Sie die Ausgabe eines Gron-Durchlaufs wieder in eine gewöhnliche JSON-Datei umwandeln.

Gron 0.7.1

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/tomnomnom/gron

Überwacher

Mit Monitorix 3.15.0 behalten Sie die Auslastung des Systems langfristig im Blick.

Lastparameter wie Speicherverbrauch, Datendurchsatz oder CPU-Nutzung erfassen Konsolenprogramme wie Netstat oder Htop nur als Momentaufnahme. Wer alle Daten bequem im Webbrowser betrachten möchte und dabei die Auslastung über einen gewissen Zeitraum erfassen will, für den ist das Perl-basierte Monitorix genau das Richtige. Es erfasst zahlreiche Systemdaten wie Plattenzugriffe, Netzwerkverkehr, Anzahl der verbundenen Benutzer oder auch Prozessor- und Speicherauslastung. Ältere Releases des Tools finden sich in den Repositories vieler Distributionen, die aktuelle Version müssen Sie von Hand installieren. Sind alle benötigten Perl-Module vorhanden, genügt dazu ein Make, gefolgt vom verwendeten Init-System. Hier unterstützt Monitorix neben Systemd auch SysV und Upstart.

Vom Systemdienst gestartet, behält es im Hintergrund alle in der Konfigurationsdatei /etc/montorix/monitorix.conf angegebenen Dienste im Auge. Standardmäßig kann Monitorix über 60 verschiedene Aspekte des Systems im Auge erfassen, darunter auch Daten von Diensten wie Fail2ban, Postgres oder Squid. Die gesammelten Daten legt es als RRD-Datei im Verzeichnis /var/lib/monitorix/ ab. Das ermöglicht zeitabhängige Auswertungen, etwa für komplette Wochen oder Monate. Für den bequemen Webzugriff bringt Monitorix eine eigene Engine mit, die an der Loopback-Schnittstelle auf Port 8080 lauscht. In der Konfiguration können Sie mit den Parametern host und port eine andere Schnittstelle festlegen. Die Konfigurationsdatei bietet darüber hinaus zahlreiche weitere Einstellungsmöglichkeiten. Informationen dazu liefern Manpage und Projektseite. Die aktuelle Version korrigiert eine Reihe von Fehlern und bringt verbesserte Lock-Optionen für den Zugriff auf RRD-Dateien mit.

Monitorix 3.15.0

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://github.com/mikaku/Monitorix

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDF
LinuxUser 02/2023 KAUFEN
EINZELNE AUSGABE
ABONNEMENTS
TABLET & SMARTPHONE APPS
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:

Hinweis: Dieser Artikel ist älter als ein Jahr, enthaltene Informationen sind möglicherweise veraltet.

0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben