Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 06/2022

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Askii 0.6.0 zeichnet Diagramme in der Konsole, Dog 0.1.0 liefert aussagekräftige DNS-Abfragen, Runp 4.1.0 parallelisiert Aufgaben, Zps 1.2.7 entsorgt Prozessleichen.

Zeichenkünstler

Mit Askii 0.6.0 zeichnen Sie Diagramme in der Konsole.

Zum Erstellen von Ablaufdiagrammen nutzen viele Anwender grafische Tools wie Diagram oder LibreOffice Draw. Diagramme im ASCII-Format sind kaum weniger aussagekräftig, im Editor aber aufwendiger zu erstellen. Das Rust-basierte Tool Askii schafft hier Abhilfe. Es erzeugt Ablaufdiagramme im ASCII-Format, die jeder CLI-Pager anzeigen kann. Sie müssen Askii nicht selbst kompilieren, sondern können auf eines der Binärpakete im Github-Repository zurückgreifen. Beim Aufruf öffnet Askii im Konsolenfenster eine Curses-artige Oberfläche mit einer Menüleiste und einem großen weißen Bereich für das Diagramm. Die Bedienung erfolgt bequem via Maus. Eine Menüleiste stellt Menüpunkte mit relevanten Zeichenelementen wie Box, Linie, Pfeil oder Text bereit. Bei Linien oder Pfeilen können Sie zwischen verschiedenen Abknickwinkeln wählen. Der Menüpunkt Move bietet die Möglichkeit, Elemente eines Diagramms zu markieren und sie dann innerhalb des Diagramms zu verschieben. Über den Menüpunkt Erase entfernen Sie Elemente aus dem Diagramm. Das Menü Edit bietet eine leistungsfähige Undo-Redo-Funktion. Mit der Funktion Trim richten Sie das Diagramm linksbündig aus. Sie speichern das Ergebnis als einfache Textdatei, die sich in jedem Editor betrachten und verändern lässt. Die Dokumentation des Tools fällt eher dürftig aus, hier geht Probieren über Studieren.

Askii 0.6.0

 

Lizenz: Apache 2.0

Quelle: https://github.com/nytopop/askii

DNS-Schnüffler

Mit Dog 0.1.0 erhalten Sie aussagekräftige DNS-Informationen.

Für DNS-Abfragen greifen viele Anwender auf klassische Tools wie Nslookup oder Dig zurück, die aber manchmal neue Funktionen nicht sofort unterstützen. Mit dem Rust-basierten Dog steht nun eine Alternative zur Verfügung. Es fehlt in den Repos der gängigen Distributionen noch, Sie finden aber auf Github Binärpakete. Die Konfiguration erfolgt wie bei anderen DNS-Clients über Kommandozeilenparameter. Für eine schnelle Abfrage geben Sie Dog beim Aufruf eine IP-Adresse oder einen FQDN mit. Es liefert dann neben FQDN und IP auch existierende A- und CNAME-Einträge sowie die Angabe, wie lange der DNS-Resolver diese vorhält. Mit --short schalten Sie auf eine weniger ausführliche Ausgabe um. Einen anderen als den lokal eingetragenen DNS-Server geben Sie mittels -n oder klassisch über @ an. Mit dem Parameter -T erfolgt die Anfrage via TCP statt UDP. Verschlüsselte Anfragen stellen Sie mit -S oder -H, was nicht alle DNS-Systeme akzeptieren. Die Abfrage bestimmter Eintragstypen – Dog kennt 14 davon – geben Sie mit dem Parameter -t vor. Eine Übersicht aller Typen sowie weitere Konfigurationsoptionen finden Sie in der auf Github verlinkten, im Gegensatz zur rudimentären Online-Hilfe (-h) sehr ausführlichen Dokumentation. Zur automatisierten Weiterverarbeitung bietet Dog mit --json auch eine Ausgabe im JSON-Format an.

Dog 0.1.0

 

Lizenz: EUPL

Quelle: https://github.com/ogham/dog

Parallelisierer

Aufgaben parallelisieren Sie unkompliziert mit Runp 4.1.0.

Bei modernen Prozessoren sind heute vier CPU-Kerne Standard, was die parallele Verarbeitung mehrerer Prozesse ermöglicht. Viele Tools unterstützen das jedoch nicht von Haus aus. Das Go-basierte Tool Runp ermöglicht trotzdem eine Parallelisierung. Wollen Sie es nicht selbst kompilieren, greifen Sie auf eines der Binärpakete aus dem Github-Repository zurück. Alle notwendigen Einstellungen übergeben Sie via Kommandozeilenparameter. Runp arbeitet quasi als Wrapper, dem Sie via Pipe ein Programm samt Parametern zur Ausführung übergeben. Hinter -p nennen Sie bei Bedarf einen Präfix für das auszuführende Programm, hinter -s einen Suffix, der beispielsweise weitere Parameter für das Programm enthält. Runp startet standardmäßig bis zu zehn Prozesse des auszuführenden Programms, mit dem Parameter -g lässt sich das anpassen. Die zu verarbeitenden Daten übergeben Sie via Standardeingabe, wobei Runp keine eigene Aufteilung der Daten vornimmt, sondern die übergebene beibehält. Liefern Sie also nur zwei Datensätze oder Dateien, startet das Tool das verarbeitende Programm auch nur zwei Mal. Mit dieser Arbeitsweise eignet sich Runp bestens für das Verarbeiten großer Datenmengen. Der Schalter -n sorgt dafür, dass es die Umgebungseinstellungen der Standard-Shell ignoriert. Eine Dokumentation liefert das Runp-Binärpaket nicht mit, lediglich eine Online-Hilfe steht mit -h zur Verfügung. Die Github-Seite bietet darüber hinaus noch einige Anwendungsbeispiele.

Runp 4.1.0

 

Lizenz: Freeware

Quelle: https://github.com/jreisinger/runp

Prozessbestatter

Mit Zps 1.2.7 eliminieren Sie lästige Prozessleichen.

Stürzt ein Programm ab oder brechen Sie es ab, kann es vorkommen, dass dessen Unterprozesse im System erhalten bleiben. Als sogenannte Zombies binden sie zwar in der Regel keine Systemressourcen, erscheinen aber weiterhin mit ihrer PID in der Prozessliste. Das Beseitigen solcher Untoter erfordert einen Spezialisten wie Zps. In den Repositories gängiger Distributionen fehlt das Tool noch, sodass Sie es selbst kompilieren oder auf das Binary auf Github zurückgreifen müssen. Neben der ausführbaren Datei enthält das Binärpaket eine Manpage und einen Launcher für die GUI. Rufen Sie Zps ohne weitere Parameter auf, gibt es lediglich eine Übersicht aller Systemprozesse aus, in der es Zombies rot hervorhebt. Mit -l zeigt es ausschließlich die Zombie-Prozesse an, mit -r entsorgt es sie. Dabei gibt es deren Metadaten aus, wie Name, ID und Status. Eine Statuszeile mit der Anzahl der eliminierten Prozesse und der benötigten Zeit schließt die Ausgabe ab. Der Parameter -x kombiniert die Funktionen von -l und -r: Zps listet alle Zombies auf und eliminiert sie sofort. Über den Schalter -p starten Sie das Tool im interaktiven Modus und können dann wählen, welche Zombies Sie terminieren möchten. Der Parameter -s bietet sich für die Integration in eigene Skripte an, in denen keine Ausgabe benötigt wird. Mit -h liefert Zps eine Beschreibung aller Parameter, detailliertere Informationen mit Beispielen finden Sie auf der Github-Seite. (jlu)

Zps 1.2.7

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/orhun/zps

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