Mit HttpdirFS 1.2.3 bindet URLs wie Laufwerke ein, Procs 0.11.10 zeigt übersichtlich die aktuellen Prozesse, Pyspread 2.0.1 hilft beim Bearbeiten von CSV-Tabellen, Ruplacer 0.6.2 erleichtert das Suchen und Ersetzen in vielen Dateien.
Datenmanager
Mit HttpdirFS 1.2.3 binden Sie URLs wie Laufwerke ein.
Manchmal wäre es praktisch, eine URL mit vielen Dateien einfach als Mountpoint ins Dateisystem einzuhängen. HttpdirFS macht das möglich. Einige Distributionen haben bereits eine ältere Version des Tools im Repository, die aktuelle kompilieren Sie bei Bedarf aus den Quellen. Dann profitieren Sie von verbessertem Logging und einer besseren Debug-Ausgabe sowie einem Single File Mode, mit dem Sie einzelne Dateien in ein virtuelles Verzeichnis einhängen. Da Httpdirfs im Hintergrund die Fuse-Bibliotheken nutzt, müssen zum Kompilieren die entsprechenden Entwicklungsbibliotheken im System vorhanden sein. Der Einsatz von HTTPS erfordert außerdem die SSL-Bibliotheken. Der Compiler-Lauf dauert dann nur wenige Augenblicke.
Um mit dem Programm Daten einzubinden, geben Sie die jeweilige URL und den gewünschten Mountpoint beim Aufruf als Parameter an. Da eine solche Aktion administrative Rechte erfordert, rufen Sie das Tool mit Sudo auf. Für die Fehleranalyse hilft es, den Prozess mit -f im Vordergrund zu halten. Erfordert die URL ein Authentifizieren, übergeben Sie mit den Optionen -u und -p Benutzernamen und Passwort. Nutzen Sie einen Proxy-Dienst, geben Sie mit -P dessen Adresse an. Zum Zwischenspeichern der Daten geben Sie dem Aufruf --cache und --cache-location mit.
Zum eigentlichen Verbindungsaufbau nutzt das Programm die Curl-Bibliotheken, während es für die Arbeit in Verzeichnissen auf Fuse zurückgreift. Beim Aufruf dürfen Sie daher mit -o weitere Fuse-spezifische Parameter setzen. Hierzu zählen etwa Einstellungen wie allow_other oder sync_read. Standardmäßig erfolgt der Lesezugriff asynchron. Die Online-Hilfe (-h) liefert eine Übersicht über alle verfügbaren Parameter. Weitere Anwendungsbeispiele finden Sie auf der Github-Seite. Im Test ließen sich je nach Konfiguration des jeweiligen Webservers nicht alle URLs einhängen.
Prozessbeobachter
Mit der Ps-Alternative Procs 0.11.10 haben Sie Prozesse immer im Blick.
Das GNU-Programm Ps gibt Ihnen in der Konsole eine Übersicht über alle laufenden Prozesse. Kombiniert mit Tools wie Grep oder Awk grenzen Sie die Ausgabe auf bestimmte Daten ein. Mit Procs gesellt sich nun ein weiteres Hilfsmittel dazu. Im Gegensatz zu Ps bereitet es die Ausgabe optisch auf und bietet außerdem direkt Möglichkeiten zum Filtern. Sie brauchen das Rust-basierte Tool nicht selbst zu kompilieren, sondern greifen bei Bedarf auf fertige Binärpakete im Github-Repository zurück.
Starten Sie Procs ohne Parameter, zeigt es wie Ps eine Liste aller laufenden Prozesse nach ID sortiert. Die Ausgabe erfolgt über den Pager Less, was es ermöglicht, in der Ausgabe zu suchen und zu navigieren. Außer Namen und ID enthält die Liste außerdem die Eigentümer der Prozesse, den belegten Arbeitsspeicher, die CPU-Last sowie den Namen der TTY-Schnittstelle, falls genutzt. War die Standardausgabe von Procs bis Version 0.10 sehr ausführlich, ist es bei den aktuelleren Versionen in vielen Fällen notwendig, diese in der Konfiguration erst anzupassen. Die Konfiguration liegt als YAML-Format in .config/procs/config.toml im Home-Verzeichnis. Rufen Sie Procs mit --config auf, liefert es eine Beispielkonfiguration, die sich als Vorlage eignet. Hier geben Sie bei Bedarf zusätzliche Spalten an, etwa für TCP- und UDP-Ports eines Prozesses, den Lese-Schreib-Durchsatz oder den Namen eines Docker-Containers.
Eine Übersicht über alle Spalten, Farbschemata und Optionen zum Sortieren entnehmen Sie der Dokumentation auf der Github-Seite. Mit dem Parameter -t gibt das Programm die Daten als Baumstruktur aus. Benötigen Sie eine permanent aktualisierte Ausgabe, geben Sie Procs den Parameter -w mit, der eine Watch-ähnliche Funktion bietet. Alles in allem erweist sich das Programm als würdige Alternative zu Ps und ersetzt damit eine Reihe von Pipe-Konstrukten. Das optimale Anpassen der Ausgabe benötigt etwas Zeit, die Sie sich aber nehmen sollten.
Zellenwärter
Mit Pyspread 2.0.1 bearbeiten Sie komfortabel CSV-Tabellen.
Wer von Tabellenkalkulationen spricht, hat meist die großen Tools wie LibreOffice, Planmaker oder Gnumeric im Sinn. Etwas weniger Ressourcen verbraucht Pyspread, dass aber trotzdem eine grafische Oberfläche und nützliche Funktionen mitbringt. Ältere Versionen der Software sind in manchen Repositories bereits enthalten. Wollen Sie die aktuelle Version testen, ziehen Sie diese von der Projektseite und installieren sie mit Pip. In jedem Fall setzt das Programm Python 3 voraus.
Nach dem Start begrüßt Pyspread Sie mit einer übersichtlichen Oberfläche, die den Vergleich zu großen Kollegen nicht zu scheuen braucht. Sie haben die Wahl, Dateien im Pyspread-Format mit der Endung .pysu zu öffnen oder CSV-Dateien zu importieren. Als Formate für die Ausgabe stehen ebenfalls nur die beiden genannten bereit. Mit .pys bietet Pyspread zusätzlich eine komprimierte Variante an. Den Inhalt nicht UTF-8-konformer CSV-Dateien konnte Pyspread im Test nicht verarbeiten. Einmal geladen, bearbeiten Sie wie gewohnt Zellen, fügen Zeilen und Spalten ein oder löschen diese. Um einzelne Zellen vor dem Bearbeiten zu schützen, sperren Sie sie über das Schlosssymbol. Allerdings ist diese Sperre später nicht direkt ersichtlich.
Wie bei den bekannten Office-Programmen lässt sich das Erscheinungsbild der Tabelle durch Anpassen der Randbreite, mit anderen Schriftarten und durch Ausrichtung des Inhalts in der Zelle anpassen. Außerdem dürfen Sie in den Zellen Python-Code verwenden, etwa zum Berechnen von Werten. Detaillierte Informationen dazu finden Sie in der ausführlichen Dokumentation auf der Projektseite. An den Komfort eines LibreOffice Calc, durch Drag & Drop einfache Berechnungen zusammenzustellen, kommt Pyspread freilich nicht heran. Trotzdem eignet es sich für alle, die schnell eine CSV-Datei bearbeiten oder in ihren Tabellen Python-Code zum Berechnen verwenden wollen.
Datenspürhund
Mit Ruplacer 0.6.2 suchen und ersetzen Sie Textstellen schnell und effizient.
Wer ohne Editor in einer Datei nach einem Textmuster sucht und es ersetzen möchte, greift meist zu Sed. Dessen recht umfangreiche Syntax fällt aber teils sehr komplex aus. Wer sich da nicht einarbeiten will, dem bietet das in Rust implementierte Tool Ruplacer eine Alternative. Sie brauchen das Programm nicht selbst zu kompilieren, sondern greifen bei Bedarf auf Binärpakete aus dem Github-Repository zurück. Insgesamt findet sich zu dem Tool allerdings kaum Dokumentation, lediglich eine einfache Online-Hilfe steht mit -h bereit. Die Github-Seite steuert nur einige Anwendungsbeispiele bei.
Die Konfiguration erfolgt via Parameter auf der Kommandozeile. Um ein Muster in mehreren Dateien zu ersetzen, genügt es, die Strings für die Suche und den Ersatz beim Aufruf anzugeben. Das Tool arbeitet daraufhin alle Dateien im aktuellen Verzeichnis ab. Alternativ geben Sie als letzten Parameter ein anderes Arbeitsverzeichnis an. Ruplacer gibt nun für alle Dateien die originale und die geänderte Stelle aus. Änderungen nimmt es noch nicht vor, es handelt sich viel mehr um einen Testlauf. Auf diese Weise prüfen Sie die Zuverlässigkeit und Treffsicherheit des Tools. Erst wenn Sie beim Aufruf den Parameter --go mitgeben, führt das Programm die Änderungen tatsächlich aus.
Dabei durchläuft Ruplacer rekursiv den gesamten Verzeichnisbaum ab der Stelle, die Sie angegeben haben, ignoriert aber verdeckte und in .gitignore enthaltene Dateien. Wollen Sie diese ebenfalls bearbeiten, geben Sie --hidden und --ignored an. Als Muster für Quelle und Ziel kommen reguläre Ausdrücke infrage. Wollen Sie diese nicht nutzen, deaktivieren Sie den Einsatz explizit mit dem Parameter --no-regex. Standardmäßig bereitet Ruplacer die Ausgabe automatisch farblich auf. Mit --color steuern Sie dieses Verhalten. Wollen Sie beim Durchsuchen eines Verzeichnisses nur Dateien eines bestimmten Typs berücksichtigen, geben Sie ihn mit -t an. Umgekehrt funktioniert der Parameter -T, der Dateien eines Typs explizit ausschließt.
Alles in allem bietet Ruplacer eine praktische Alternative zum Klassiker Sed. Das Bedienkonzept ist zwar einfach, die Dokumentation erscheint aber etwas spärlich. (agr)








