Die Distribution weist Nutzer jetzt eindringlicher auf neue Updates hin, ein neues Werkzeug benennt mehrere Dateien auf einmal um, die Notizverwaltung wechselt und zahlreiche Anwendungen bieten kleine Verbesserungen. Als Basis dient weiterhin Ubuntu 20.04.
Anhand von Nutzungsdaten der Suchmaschine Yahoo! stellte das Linux-Mint-Team bereits im Februar fest, dass offenbar viele Nutzer ihr System nicht regelmäßig aktualisieren und sich sogar bereits längst eingestellte Versionen noch im Einsatz befinden. Die Entwickler richteten daher zunächst über ihr Blog einen eindringlichen Appell an ihre Nutzer und begannen gleichzeitig die Benachrichtigungsfunktion in Linux Mint umzubauen.
Vereinfachte Updates
Die Ergebnisse sind jetzt in Linux Mint 20.2 eingeflossen. Sobald eine Aktualisierung vorliegt, ändert sich nicht mehr nur das Symbol der Aktualisierungsverwaltung in der Leiste am unteren Bildschirmrand. Ergänzend erscheint jetzt auch eine entsprechende Benachrichtigung. Sie weist den Nutzer darauf hin, wie lange bereits die Aktualisierungen auf ihre Installation warten und bietet gleichzeitig an, zukünftig Aktualisierungen automatisch einzuspielen.
Die Benachrichtigung bekommt erst zu Gesicht, wer die Updates sieben Tage lang ignoriert hat. Klickt man die Benachrichtigung zudem weg, erscheint sie erst nach zwei Tagen erneut. Die Aktualisierungsverwaltung kennt zudem noch eine Schonfrist (Grace Period): Nach dem Einspielen von Updates erscheint 30 Tage lang keine Nachricht mehr. Mit diesem komplexen Verhalten wollen die Linux-Mint-Entwickler die Nutzer nicht zu sehr mit den Meldungen nerven, umgekehrt aber genügend Druck ausüben, die Update einzuspielen. Alle genannten Intervalle lassen sich in den Einstellungen regeln.
Des Weiteren kümmert sich die Aktualisierungsverwaltung jetzt auch um automatische Flatpak-Updates, die entsprechende Option steckte in vorherigen Mint-Versionen in den „Startup Applications“-Einstellungen. Knipst man die automatischen Flatpak-Updates an, entfernt Linux Mint auch ungenutzte Flatpak-Runtimes. Auf Laptops spielt die Aktualisierungsverwaltung die Flatpak-Updates nur dann ein, wenn dieser nicht aus der Batterie seinen Strom bezieht.
Neues in den Anwendungen
Das Tool Bulky benennt Dateinamen nach einem vorgegebenen Schema automatisch um. Die Anwendung Sticky Notes ersetzt das alte Gnotes. Im Gegensatz zum Vorgänger kann Sticky Notes die Notizen auch auf den Bildschirm pappen, die Texte einfärben und Backups erstellen. Die Filesharing-App Warpinator erlaubt die Wahl der Netzwerkschnittstelle und komprimiert auf Wunsch die zu übertragenden Daten.
Bei den hauseigenen XApps kann der Bildbetrachter jetzt SVGZ-Dateien lesen, während der Texteditor neue Hervorhebungen für verschiedene Whitespaces kennt. Das Applet, mit dem sich auf Laptops zwischen Intel- und Nvidia-Grafichip umschalten lässt, kann jetzt auch mit AMD-Chips umgehen.
Abschließend hat das Mint-Team zahlreiche Softwarepakete aktualisiert. So liegt die HPLIP in Version 3.21.2 vor. Unter der Haube basiert Linux Mint weiterhin auf Ubuntu 20.04, wobei der Linux-Kernel 5.4 zum Einsatz kommt.
Änderungen in den Editionen
Die Mate-Edition verwendet Mate 1.24, die Xfce-Edition hingegen Xfce 4.16. Letztgenannte Version bietet vor allem eine leicht überarbeitete Optik.
Die Cinnamon-Edition nutzt die Desktop-Umgebung Cinnamon 5.0. In ihr wartet der Dateimanager Nemo mit einer überarbeiteten Suchfunktion auf, die unter anderem den Dateifilter mit der Inhaltssuche verbinden kann. Sobald Cinnamon 5.0 plötzlich zu viel Hauptspeicher belegt, startet es sich sicherheitshalber neu. Dies soll verhindern, dass ein unerkanntes Speicherleck zu einem Absturz führt.
Die Aktualisierungsverwaltung bringt ab sofort auch die sogenannten Spices auf den neuesten Stand. Unter diesem Begriff fasst das Cinnamon-Team Erweiterung, Themes, Applets und Desklets für ihre Desktop-Umgebung zusammen. Auf Wunsch hält Linux Mint die Spices auch automatisch auf dem neuesten Stand. Als weitere Hilfe kommt das Kommandozeilenwerkzeug „cinnamon-spice-updater“ hinzu, das Spice-Updates anzeigen und anwenden kann. Python-3-Programmierer erhalten ein Modul, das ebenfalls Spices aktualisiert.
Sämtliche Neuerungen listen die jeweiligen Release Notes für die Cinnamon-, Mate– und Xfce-Edition auf.





