Kompakter Webserver Alaya 3.2, Data-Grid-Software Dagri 1.6, Passwort-Migrator Pass-import 3.0, SQLite-Importer Sqlitebiter 0.32.1.
Seitenschubser
Der kompakte Webserver Alaya 3.2 schont die Systemressourcen.
Als schlanker Webserver für das LAN eignet sich Alaya, das Sie mangels verfügbarer Pakete allerdings aus den Quellen kompilieren müssen. Nach der Installation läuft Alaya standardmäßig in einer Chroot-Umgebung, die Sie beim Start vorgeben. Die Konfiguration erfolgt wahlweise via Aufrufparameter oder über die Konfigurationsdatei /etc/alaya.conf, für die das Quellarchiv ein Beispiel enthält. Den Zugriff auf Dateien oder CGI-Skripte außerhalb der Chroot-Umgebung richten Sie über virtuelle Pfade ein. Der Zugang auf den Server lässt sich über die integrierte Benutzerverwaltung beschränken. Alaya bietet Schnittstellen zur lokalen Benutzerverwaltung via PAM, Passwd oder Shadow.
Die verwendete Authentifizierungsmethode geben Sie mit -A vor oder tragen sie in die Konfigurationsdatei ein. Dort hinterlegen Sie auch die Schlüssel für die HTTPS-Verschlüsselung. Neben SSL unterstützt Alaya TLS bis zur Version 1.2. In der Konfiguration legen Sie über Allow- und Deny-Einträge fest, welche Anwender generell auf den Webserver zugreifen dürfen. Mittels sogenannter Events geben Sie außerdem vor, wie Alaya auf bestimmte Clients, HTTP-Header oder Verbindungsmethoden reagieren soll. So lässt sich etwa ein Skript ausführen, sobald sich ein bestimmter Benutzer mit Alaya verbindet. Die Beispielkonfiguration liefert eine rudimentäre Dokumentation zu allen Event-Typen inklusive eines Anwendungsbeispiels.
Je nach Art der Kompilierung bietet Alaya auch einen rudimentären Proxy-Dienst auf SOCKS-4-Basis. Während der Server selbst bereits IPv6 unterstützt, steht die Proxy-Funktion nur für IPv4 zur Verfügung. Daneben unterstützt Alaya WebDAV, es gibt dabei jedoch Probleme mit Windows-Clients.
Tabellenbauer
Mithilfe von Dagri 1.6 lassen sich Daten einfach tabellarisch verwalten.
Sie brauchen nicht unbedingt ein ressourcenfressendes Spreadsheet, um Informationen in einer Tabellenstruktur zu verwalten: Mit Dagri steht dafür ein einfaches, schlankes Tool zur Verfügung. Dessen Entwickler sehen es allerdings eher als Data-Grid-Lösung, weswegen es nur die wichtigsten Kalkulationsfunktionen bietet, wie etwa das Summieren von Spalten und Zeilen. Als Tcl/Tk-Skript ist Dagri sofort einsatzbereit, lediglich SQLite 3 muss zum Einrichten der Dagri-Datenbank im System vorhanden sein.
Beim Start öffnet das Tool eine übersichtliche Oberfläche mit einem Überschrifts- und einem Datenfeld. Hier fügen Sie nach Bedarf weitere Zeilen und Spalten hinzu und befüllen sie mit Daten. So bauen Sie mit wenigen Handgriffen eine komplexe Gitterstruktur auf. Symbolleisten am linken und oberen Fensterrand gewähren schnellen Zugriff auf alle Funktionen. Die Gitterstrukturen lassen sich in der Arbeitsoberfläche beliebig positionieren, darin markierte Inhalte verschieben Sie mit wenigen Mausklicks. Die Breite eine Felds hängt von dessen Typ ab. Datenfelder sind standardmäßig nur 12 Zeichen breit, Überschriften können bis zu 40 Zeichen enthalten. In den Einstellungen passen Sie diese Werte je nach Bedarf an, wählen eine Schriftart und stellen die Anzeige auf eine deutsche Lokalisierung um.
Zum Weiterverarbeiten der Daten exportieren Sie sie in die Formate CSV, HTML oder XML. Beim Import unterstützt Dagri nur SQLite, das native Speicherformat ist eine SQLite-3-Datenbankdatei. Die Dokumentation von Dagri fällt recht mager aus: Eine rudimentäre Online-Hilfe verweist lediglich auf die wichtigsten Tastenkürzel, eine Manpage fehlt.
Schlüsseldienst
Das Python-Tool Pass-import 3.0 unterstützt Sie beim Migrieren von Credentials.
Der Konsolen-Passwortmanager Pass erfreut sich großer Beliebtheit. Beim Aufsetzen steht man jedoch vor der mühseligen Aufgabe, alle Passwörter übertragen zu müssen. Hier kommt die in Python implementierte Erweiterung Pass-import ins Spiel: Damit lassen sich Passwörter aus drei Dutzend verschiedenen Programmen übernehmen, etwa aus diversen KeePass-Derivaten, Chrome, Firefox oder dem NetworkManager. Beim Import versteht Pass-import CSV, JSON, XML sowie einige proprietäre Formate wie KDBX (KeePass) und Keychain (Apple). Eine Liste aller unterstützten Programme finden Sie auf der Github-Seite der Erweiterung.
Pass-import integriert sich als Unterbefehl in die Pass-Struktur. Mit pass import Datei übernehmen Sie exportierte Daten, wobei das Tool Format und Quellprogramm selbstständig erkennt. Es überschreibt existierende Passwörter nur dann, wenn Sie das mit dem Parameter -f erzwingen. Mit -C konvertiert Pass-import ungültige Zeichen im Pfadnamen eigenständig. Eine Übersicht aller Funktionen bietet die Manpage. Das mitgelieferte Tool Pimport konvertiert Passwortdateien ins KDBX- oder CSV-Format. Eine entsprechende Anleitung mit Beispielen liefert die zugehörige Manpage.
Datensauger
Mit Sqlitebiter 0.32.1 übertragen Sie Daten in eine SQLite-Datenbank.
Mit Sqlitebiter übernehmen Sie tabellarisch strukturierte Inhalte in eine SQLite-Datenbank; zu den unterstützten Quellformaten zählen Excel, Markdown, LTSV, CSV, JSON und Google Sheets. Sie konfigurieren Sqlitebiter über Aufrufparameter, wobei es zwischen Optionen, Unterbefehlen und Argumenten unterscheidet. Mit Optionen legen Sie fest, ob die Daten an eine bestehende Datenbank angefügt werden sollen, ob der Datentyp der Spalte anhand der Kopfzeile ermittelt wird, oder für welche Spalten das Tool Indizes erzeugt. Über Unterbefehle geben Sie die Datenquelle an, etwa eine Datei (file), eine Pipe (stdin), Google Sheets (gs) oder eine Seite im Netz (url).
Das Quellformat definieren Sie bei file und url mittels des Arguments -f, --encoding legt die Kodierung fest. Beim Unterbefehl url können Sie einen Proxy angeben. Mit dem Argument -r haben Sie bei file die Möglichkeit, komplette Verzeichnisse in die Datenbank zu übernehmen. Mit den Argumenten --exclude und --pattern beschränken Sie die Verarbeitung auf bestimmte Dateinamen oder -typen. Über den Unterbefehl configure setzen Sie das Standard-Encoding und gegebenenfalls einen HTTP-Proxy. Mit dem Unterbefehl completion erzeugt Sqlitebiter eine Autocompletion-Konfiguration für die Profildateien der Bash oder der Zsh.








