Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 05/2020

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Http-file-server 1.5.3 stellt Dateien zum Download bereit, Lshw B.02.19.2 ermittelt Hardware im Rechner, Miller 5.7.0 verarbeitet strukturierten Text, Nixnote2 2.1.5 verwaltet Evernote-Einträge.

Datenverteiler

Mit Http-file-server 1.5.3 stellen Sie Dateien unkompliziert zum Download bereit.

Wer für einfache Downloads keinen großen Webserver einrichten möchte, für den ist der Http-file-server vielleicht das Richtige. Das Go-basierte Tool ist kompakt und benötigt nur wenig Systemressourcen. Binär-Dateien für alle wichtigen Plattformen finden Sie im Github-Repository. Sie passen das Verhalten des Tools über Umgebungsvariablen oder Aufrufparameter an. Beispiele für Einsatz und Konfiguration finden Sie auf der Github-Seite des Projekts.

Ohne Parameter aufgerufen, stellt das Programm den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses auf Port 8080 an jeder Schnittstelle bereit. Einen anderen Port geben Sie beim Start mit dem Parameter -port an. Der Betrieb auf privilegierten Ports unterhalb von 1024 erfordert administrative Rechte. Um den Server nur auf einer Schnittstelle zu betreiben, geben Sie diese mit -addr an. Mit dem Parameter -quiet unterdrücken Sie die Ausgabe von Verbindungs- und Fehlermeldungen auf die Konsole – ideal für den Einsatz als Dienst. Soll Http-file-server mehrere Verzeichnisse bereitstellen, geben Sie diese als letzte Parameter mit vollständigem Pfad an, jeweils durch ein Leerzeichen getrennt. Das erste Verzeichnis interpretiert das Programm immer als Standardverzeichnis, in dem alle eingehenden Verbindungen landen.

Eine Kompressionsfunktion packt auf Wunsch den Inhalt eines Verzeichnisses für den Download als Tarball oder ZIP-Archiv zusammen. Starten Sie Http-file-server mit dem Parameter -uploads, dürfen Anwender Dateien auf den Server übertragen. Dazu benötigt der Benutzer, mit dessen Rechten der Server läuft, im jeweiligen Verzeichnis Schreibrechte. Der Server eignet sich hervorragend für den Einsatz im LAN. Da er aber von Haus aus die Transfers nicht verschlüsselt und es keine Benutzerverwaltung gibt, ist der Einsatz im Internet nicht ratsam.

Http-file-server 1.5.3

 

Lizenz: Freeware

Quelle: https://github.com/sgreben/http-file-server

Röntgengerät

Lshw**B.02.19.2 zeigt, welche Hardware im Rechner verbaut ist.

Der Hardware Lister oder kurz Lshw erspart, für die Antwort auf die Frage nach der verbauten Hardware eines Rechners einen Schraubendreher bemühen zu müssen, insbesondere bei Laptops. Viele Distributionen enthalten eine ältere Version des bewährten Tools. Das aktuelle Release erkennt auch NVMe-Festplatten sowie SD/MMC- und SDIO-Geräte. Die Software lässt sich aus den Quellen schnell kompilieren; für die GTK-basierte Variante brauchen Sie die entsprechenden Bibliotheken.

Die GTK-Oberfläche wertet die Ausgabe von Lshw aus und ordnet die erfassten Daten spaltenweise an. Der Detailgehalt der Spalten steigert sich von links nach rechts. So navigieren Sie sehr komfortabel in den Informationen. Die Ausgabe von Lshw im Terminal ordnet die Informationen dagegen hierarchisch an. Das Tool gibt alle Daten zu Komponenten wie Arbeitspeicher, SCSI-System oder Host-Bridge aus. Benötigen Sie nur bestimmte Informationen, beschränken Sie die Ausgabe mit dem Parameter -class auf bestimmte Gruppen. Mit -numeric gibt Lshw nur die ID von PCI- oder USB-Komponenten aus.

Mit -sanitize anonymisieren Sie die Ausgabe. Dann entfernt Lshw aus der Ausgabe beispielsweise alle Seriennummern. Die Ausgabe erfolgt als reiner Text. Um die Daten später online zu veröffentlichen, erzeugen Sie mit -html eine Web-Ansicht. Zum automatisierten Verarbeiten der Daten wählen Sie besser das JSON- oder XML-Format. Eine kurze Zusammenfassung der sehr umfangreichen Ausgabe erhalten Sie mit -short oder, nach Bus-Systemen geordnet, mit -businfo.

Lshw B.02.19.2

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://ezix.org/project/wiki/HardwareLiSter

Datenmühle

Formatierten Text bearbeiten Sie mit Miller 5.7.0 effizient.

Zum Austausch von Daten haben sich die Formate CSV und JSON als Quasi-Standard etabliert. Um das automatisierte Nachbearbeiten der entsprechenden Daten musste man sich bisher selbst kümmern. Hier erleichtert das Tool Miller, kurz Mlr, die Arbeit. Das Github-Repository stellt Binärdateien für die wichtigsten Plattformen bereit. Miller vereint die Funktionen bewährter Programme wie Cut, Sed oder Join und gibt die bearbeiteten Daten seinerseits im CSV-, TSV- oder JSON-Format aus. Zur formatierten Ausgabe stehen Parameter wie --ixtab oder --ipprint bereit. Mit --headerless-csv-output unterdrücken Sie die Ausgabe der Kopfzeile. Möchten Sie alternative Trennzeichen für die Felder des jeweiligen Formats nutzen, geben Sie diese mit --rs und --fs vor.

Zum Bearbeiten von CSV-Dateien stellt Miller verschiedene Befehle bereit, sogenannte Verbs. Die Palette der über 40 Verbs reicht von GNU-ähnlichen Befehlen wie head oder sort bis zu komplexen Prozeduren wie regularize, filter oder group-by. Mithilfe von Funktionen kombinieren Sie die Inhalte von Spalten. Die Palette der unterstützten Funktionen reicht vom mathematischen Funktionen wie Plus-Minus, Sinus oder Logarithmus bis zum Verarbeiten von Zeichenketten mit Funktionen wie toupper, strlen oder sub. Außerdem stehen boolesche Funktionen bereit. Eine vollständige Übersicht über alle Funktionen liefert unter anderem die Online-Hilfe. Alternativ enthält das Repository eine vollständige Dokumentation. Wer neue Verbs wie remove-empty-columns nicht benötigt, greift auf die Version im Distributions-Repository zurück.

Miller 5.7.0

 

Lizenz: BSD

Quelle: https://github.com/johnkerl/miller

Notizbuch

Mit Nixnote2 2.1.5 verwalten Sie Evernote-Einträge.

Mit Evernote lassen sich Notizen oder Aufgaben zentral verwalten. Wer das nicht im Webbrowser erledigen will, greift zum leistungsfähigen lokalen Client Nixnote2. Manche Distributionen führen ältere Versionen des Tools in ihren Repos; die aktuelle Version kompilieren Sie aus den Quellen. Nach dem Start sehen Sie eine übersichtliche Qt5-basierte Oberfläche. Am linken Rand befindet sich ein Bereich für die Navigation in den Einträgen. Hier wählen Sie zwischen verschiedenen Notizbücher oder durchsuchen die Notizen nach bestimmten Tags. Den restlichen Bereich teilen sich die Notizliste und der Notiztext. Letzterer zeigt den Inhalt der aktuell ausgewählten Notiz. Darüber hinaus integriert sich das Programm als Symbol in den jeweiligen System-Tray. Über diesen Mechanismus legen Sie schnell neue Notizen an oder öffnen das Anwendungsfenster.

Zum Erstellen einer Notiz wählen Sie ein Notizbuch aus und klicken auf den Menüpunkt New Note. Jede Notiz erhält einen Titel und ist mit Erstellungsdatum und Datum der letzten Änderung im jeweiligen Notizbuch abgelegt. Darüber hinaus dürfen Sie einer Notiz eine URL zu ordnen und sie zur besseren Organisation mit verschiedenen Tags versehen. Das Textfeld bietet die Funktionen einer einfachen Textverarbeitung. Neben Art und Größe der Schrift stehen verschiedene Effekt wie Fettung, Aufzählungen und Einrückung bereit. Eine Tabelle dürfen Sie ebenfalls einfügen.

Haben Sie in der Konfiguration einen Mailserver angegeben, lassen sich die Notizen versenden. Haben Sie dort auch ein Evernote-Konto hinterlegt, kann der Client die Einträge mit dem Evernote-Server abgleichen. In der Konfiguration definieren Sie außerdem Programme, die das Tool beim Öffnen und Speichern einer Notiz ausführt. Nixnote2 bietet außerdem die Option, Notizen als PDF-Datei zu exportieren. Beim Import liest es dagegen nur das eigene Format.

Nixnote2 2.1.5

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://github.com/robert7/nixnote2

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