Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 09/2019

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Bats 1.0.1 testet Shell-Skripte automatisiert, Duply 2.2 vereinfacht Backups mit Duplicity, Homebank 5.2.7 bilanziert die persönlichen Finanzen, Mugshot 0.4.2 pimpt die Benutzerverwaltung.

Skript-TÜV

Das Framework Bats 1.0.1 ermöglicht das automatisierte Testen von Shell-Skripts.

Beim Schreiben von Shell-Skripts stellt sich immer die Frage, ob sich das Tool auch wie geplant verhält und zuverlässig den gewünschten Rückgabewert liefert. Mit dem Bash Automated Testing System oder kurz Bats automatisieren Sie die entsprechende Prüfung und können so nach jeder Änderung den Code standardisiert testen. Dazu stellt Bats eine Art Rahmenwerk bereit, mit dem Sie verschiedene Testfälle konstruieren. Dabei geben Sie für jeden Testfall die Aufrufparameter des zu testenden Programms und die erwarteten Rückgabewerte an.

Bats ruft das Programm mit den festgelegten Parametern auf und ermittelt anhand des Rückgabewerts, ob der Test erfolgreich war. Der Aufbau eines Testskripts ähnelt stark dem eines Shell-Skripts. Allerdings weicht die Bats-Syntax etwas von jener der Bash ab. Als Shebang-Wert in der ersten Zeile setzen Sie bei Testskripts den Bats-Interpreter. Die Testskripte dürfen mehrere Testszenarien enthalten und können auch mehrere Skripts in einem Durchlauf testen. Bats führt jeden Test isoliert aus und arbeitet die Aufrufe sequenziell ab. Das Ergebnis gibt es auf der Konsole aus, wobei erfolgreiche Tests in grüner und fehlgeschlagene in roter Schrift und mit einem X gekennzeichnet erscheinen.

Daneben liefert Bats beim Aufruf mit dem Schalter -t auch eine Ausgabe im sogenannten TAP-Format, die sich in eine Datei umlenken lässt. Mit dem Parameter -n legen Sie fest, wie oft Bats ein Testszenario abarbeitet; in der Vorgabe beschränkt es sich auf einen Durchlauf. Dank Installationsskript klappt das Einrichten der aktuellen Version aus den Quellen im Handumdrehen, wobei je eine Manpage für den Programmaufruf und für die Konfiguration von Bats entsteht. Weitere Informationen finden Sie auf der Github-Seite des Tools.

Bats 1.0.1

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/bats-core/bats-core/

Restaurator

Der Wrapper Duply 2.2 vereinfacht Datensicherungen mit Duplicity.

Wiewohl sehr leistungsfähig, glänzt das Datensicherungswerkzeug Duplicity nicht eben mit intuitiver Bedienung. Hier springt Duply in die Bresche, mit dem Sie Sicherungsprofile verwalten und die Backups bequem vornehmen. Dazu müssen Duply und Duplicity gemeinsam über den Systempfad zu erreichen sein. Die Backup-Konfigurationen verwaltet Duply als Profile mit jeweils eindeutigem Namen, den Sie dem Tool bei jedem Aufruf mitgeben müssen. Ein Standardprofil unterstützt das Tool nicht.

Mit dem Aufruf duply Profil create erzeugen Sie ein neues Profil, wobei in ~/.duply/ ein Unterverzeichnis mit dem Profilnamen entsteht. Dort liegen eine Konfigurations- und eine Ausschlussdatei, die Sie im nächsten Schritt an Ihre Wünsche anpassen. In der Konfiguration geben Sie das Quell- und Zielverzeichnis für das Backup an. Für verschlüsselte Backups tragen Sie außerdem die Schlüssel-ID und das verwendete Passwort ein, ansonsten definieren Sie die Schlüssel-ID als disabled. Weitere Parameter geben unter anderem die Größe der Backup-Archive, die Anzahl der Vollsicherungen und das maximale Alter für Backups vor. Haben Sie die Konfiguration erledigt, starten Sie mit dem Aufruf duply Profil den Sicherungslauf.

Mit duply Profil status listet das Tool alle verfügbaren Backup-Instanzen eines Profils auf. Obsolete und abgelaufene Sicherungen entfernen Sie mit dem Schalter purge. Zum Wiederherstellen einer Sicherung verwenden Sie restore gefolgt vom Zielverzeichnis. Einzelne Dateien spielen Sie mit dem Schalter fetch zurück. Standardmäßig stellt Duply das letzte Backup wieder her, das können Sie aber ändern. Die einfache Online-Hilfe zu Duply fördert der Schalter usage zutage; weiterführende Informationen finden Sie auf der Projektseite.

Duply 2.2

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://duply.net/

Finanzprofi

Mit der Finanzverwaltung Homebank 5.2.7 behalten Sie Ihr Budget im Griff.

Trotz des Namens handelt es sich bei Homebank lediglich um ein Finanzplanungswerkzeug, das keine Online-Funktionen besitzt, um mit dem Zahlungsinstitut Ihrer Wahl zu interagieren. Es ermöglicht aber das Verwalten mehrerer Konten samt Ein- und Ausgängen sowie das Einordnen aller Zahlungen in Kategorien. Der Datenaustausch mit Homebanking-Lösungen erfolgt durch den Import von Daten in den Formaten CSV, QIF, QFX oder OFX. Speichern lassen sich die Daten jedoch nur im nativen Format XHB sowie als CSV und QIF.

Sie können jedem verwalteten Konto einen individuellen Typ zuordnen, wie etwa Bank, Bargeld, Kreditkarte, Aktiva oder Passiva. Über eine Liste aller Zahlungsempfänger lassen sich Überweisungen schnell erstellen. Dabei legen Sie über das Menü Geplant |Vorlage Blaupausen für anstehende Überweisungen an und definieren wiederkehrende Zahlungen. Zum thematischen Einsortieren der Transaktionen stellt Homebank gut zwei Dutzend vordefinierte Kategorien bereit, von denen einige bereits Unterkategorien enthalten. Zudem lässt sich die Liste mit eigenen Rubriken erweitern. Eine saubere Zuordnung der Transaktionen erleichtert das Erstellen von Statistiken oder Auswertungen, etwa nach Zeitraum, Kontotyp oder Zahlungsempfänger. Für Fahrtkosten stellt Homebank sogar eine eigene Berichtsgruppe bereit. Beim Ausgeben von Auswertungen haben Sie die Wahl zwischen einer tabellarischen Übersicht und der Anzeige als Grafik oder Diagramm. Das erleichtert insbesondere das Aufspüren versteckter Ausgaben. Das Ergebnis lässt sich zudem in die Zwischenablage übertragen oder im CSV-Format exportieren.

Alles in allem wirkt Homebank gut strukturiert; im Hauptfenster sehen Sie mit einem Blick, für welche Konten welche Zahlungen anstehen. Mangels einer Authentifizierungsfunktion eignet sich die Software aber eher für den rein privaten Einsatz

Homebank 5.2.7

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://homebank.free.fr/en/index.php

Steckbrief

Das pfiffige Mugshot 0.4.2 bohrt die dröge Linux-Benutzerverwaltung auf.

Lagen früher alle wichtigen Benutzerdaten in der Datei/etc/passwd, gibt es mittlerweile zahlreiche Client-Anwendungen, die alle ihre eigene Benutzerdatenbank pflegen. Das intuitiv bedienbare Tool Mugshot sorgt dafür, dass Sie bei einer Änderung Ihrer E-Mail-Adresse oder Telefonnummer nicht Dutzende von Programmen korrigieren müssen. Das Python-Skript öffnet ein rudimentäres Fenster, das basierend auf der /etc/passwd alle bereits bekannten Daten des Anwenders enthält. Es verwaltet neben dem Benutzernamen auch die Initialen, Telefon- und Faxnummer, die E-Mail-Adresse sowie ein Profilbild. Die Informationen entnimmt Mugshot dem Kommentarfeld des entsprechenden /etc/passwd-Eintrags, wo es sie auch wieder ablegt. Das Profilbild landet in der Datei ~/.face; aufnehmen lässt es sich bei Bedarf über eine von den Gstreamer-Bibliotheken unterstützte Webcam. Bevor Mugshot angepasste Daten speichert, muss der Anwender sich noch mit seinem Benutzerpasswort authentifizieren. Da alle erfassten Informationen in der /etc/passwd landen, stehen sie auch Programmen wie Finger, Abiword, Gnumeric und LibreOffice und, im Fall des Profilbilds, auch Pidgin zur Verfügung. Das Wiki im Github-Repository des Tools hält eine rudimentäre Installationsanleitung bereit. (jlu)

Mugshot 0.4.2

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/bluesabre/mugshot

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