Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 08/2019

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Umfassende Werkzeugsammlung Dktools 4.23.0, grafischer CSV-Tabellenbetrachter Gtabview 0.8, Systeminformationen abrufen mit Inxi 3.0.34, dynamische IP-Adressen überwachen mit IP Monitor 0.6.0.

Werkzeugkasten

Die Werkzeugsammlung Dktools 4.23.0 ergänzt die klassischen GNU-Tools sinnvoll.

Die Werkzeugsammlung Dktools des Entwicklers Dirk Krause stellt über 30 verschiedene Tools aus den Bereichen Datei- und Druckerverwaltung, Textverarbeitung, Software-Entwicklung sowie Benutzer- und Datenbankverwaltung bereit. Die Tools finden sich in keinem gängigen Repository, sodass Sie sie in der Regel selbst kompilieren müssen. Für einige Distributionen wie Debian 9 oder Fedora 30 hält die Projektseite auch fertige Binärpakete bereit. Die meisten Tools der Sammlung erkennen Sie am Präfix Dk im Dateinamen. Bei den Helfern für Druckersteuerung und Grafik fehlt dieses Präfix jedoch. Eine Übersicht aller Werkzeuge liefert die Projektseite, die auch eine kurze Beschreibung zu jedem Tool vorhält. Für die meisten Tools gibt es auch eine Manpage. Der Entwickler hat darauf geachtet, dass es bei den verwendeten Parametern keine Überschneidung gibt.

Dk-t2l und Dk-t2h konvertieren einfache Textdateien ins LaTeX- beziehungsweise HTML-Format. Mit Dk-pwgen erzeugen Sie komplexe Passwörter. Dk-eradisk erzeugt Zufallsinhalte, um den Inhalt eines Datenträgers nachhaltig zu löschen. Die Sammlung umfasst außerdem verbesserte Versionen klassischer GNU-Tools, wie etwa Dk-sort, Dk-pwd oder Dk-cat. Sie bieten im Vergleich zu ihren Vorbildern einen reichhaltigeren Funktionsumfang. So beherrscht Dk-cat eine Normalisierung der Zeilenlänge während der Ausgabe. Das kann auch Dk-sort, bietet aber im Gegensatz zu GNU-sort keine Wörterbuchsortierung. Um auf alle Tools einzugehen, fehlt hier der Platz – es empfiehlt sich ein Blick auf die Projektseite.

Dktools 4.23.0

 

Lizenz: BSD

Quelle: https://sourceforge.net/p/dktools/wiki/Home/

Ordnungsamt

CSV-Dateien bringen Sie mit Gtabview 0.8 übersichtlich aufs Display.

Das Python-Skript Gtabview stellt nicht nur eine einfache grafische Oberfläche zur tabellarischen Anzeige von CSV-Dateien bereit, sondern lässt sich auch als Modul in eigene Python-Projekte integrieren. Es erwartet die Eingabedaten im CSV-Format oder als einfachen Text. Das Verarbeiten weiterer Formate wie JSON oder SQLite erfordert zusätzliche Python-Module wie Blaze oder Xlrd. Obwohl das Tool laut Projektseite auch Python 3 unterstützt, funktionierte auf dem Testsystem nur der Python-2-Support.

Um nur einen Blick auf die tabellarischen Daten zu werfen, übergeben Sie Gtabview beim Aufruf die auszugebende Datei als Parameter. Das Tool erkennt die Tabellenstruktur selbstständig und erzeugt die entsprechende Ansicht mit Zeilen- und Spaltenbeschriftung. Bei CSV-Dateien erwartet das Tool Kommas als Feldtrenner, Sie können jedoch über den Parameter -d beim Aufruf auch ein anderes Symbol für diesen Zweck festlegen. Auch die Zeichencodierung ermittelt das Tool meist selbst; exotische Codierungen geben Sie bei Bedarf mit dem Parameter -e vor.

Standardmäßig interpretiert Gtabview die erste Zeile einer Datei immer als Kopfzeile und verwendet sie für die Spaltenbeschriftung. Geben Sie ihm dagegen den Schalter -H mit, verarbeitet es die Kopfzeile als normale Datenzeile. Mit dem Parameter -I können Sie außerdem eine Indexspalte festlegen. Suchen Sie den Wert aus einem bestimmten Feld, springen Sie mittels des Parameters -s direkt nach dem Start in dieses Feld hinein. Mit dem Parameter -t gelingt außerdem die transponierte Anzeige einer Tabelle.

Gtabview 0.8

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/TabViewer/gtabview

Schlaumeier

Mit Inxi 3.0.34 behalten Sie alle wichtigen Systeminformationen im Blick.

Das Perl-Skript Inxi ermittelt wichtige Systeminformationen, wie beispielsweise den verwendeten Prozessor, den verfügbaren Arbeits- und Festplattenspeicher, den aktuellen Kernel, die eingesetzte Benutzeroberfläche sowie die verwendeten Netzwerk- und Grafiktreiber. Die meisten Informationen lassen sich mit einfachen Benutzerrechten abfragen. Als Perl-Skript ist das Tool nach dem Entpacken sofort einsatzbereit, eine umfangreiche Installation entfällt. Eine ausführliche Übersicht aller Parameter bietet die Online-Hilfe, die Sie mit -h aufrufen. Darüber hinaus enthält das Quellarchiv eine umfangreiche Manpage. Standardmäßig bereitet Inxi seine Ausgabe optisch auf, mit den Parametern -c und -C lässt sie sich farblich anpassen. Sie können das Tool außerdem in die Login-Shell oder einen IRC-Client integrieren und so ein umfangreiches Ausgabe-Banner erzeugen.

Ohne Parameter aufgerufen, liefert das Tool nur eine kleine Übersicht der Eckdaten, darunter Prozessortyp, Kernel, Uptime, Arbeitsspeicher, Festplattengröße und Anzahl der Prozesse. Für die Ausgabe aller relevanten Basisinformationen geben Sie Inxi beim Aufruf den Schalter -b mit. Inxi liefert auf Wunsch auch nur bestimmte Informationen: So erhalten Sie beispielsweise bei Angabe des Schalters -D nur Informationen zu den verbauten Festplatten, während -B bei Laptops den aktuellen Batteriestatus zurückmeldet. Mit dem Parameter -m erhalten Sie weitere Informationen zum verbauten Arbeitsspeicher. Inxi greift dazu auf das Werkzeug Dmidecode zurück, das für seine Ausführung administrative Rechte benötigt. Weitere Schalter ermitteln die Distributions-Repository-Daten, den Status eines Software-RAIDs oder die Sensordaten des Mainboards.

Inxi 3.0.34

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/smxi/inxi

Adressprüfer

Dynamisch vergebene IP-Adressen behalten Sie mit IP Monitor 0.6.0 jederzeit im Auge.

Das Java-basierte Werkzeug IP Monitor stellt eine einfache Benutzeroberfläche bereit, die auf Systemen mit dynamisch vergebener IP jederzeit die aktuelle Adresse anzeigt. Dabei aktualisiert es die Anzeige in regelmäßigen Intervallen, deren Länge Sie beliebig festlegen. Laut Projektseite benötigt IP Monitor Java 7 oder höher. Das Quellarchiv enthält Startskripte für Windows, Linux und MacOS, sodass Sie sofort loslegen können. Nach dem Programmstart integriert sich der Monitor dezent in die jeweilige Symbolleiste, sodass Sie sein Fenster jederzeit per Mausklick öffnen. Alle wichtigen Funktionen stehen auch über das Kontextmenü des IP-Monitor-Symbols zur Verfügung. Das Tool bietet außerdem eine Kopierfunktion, um die ermittelte IP-Adresse in die Zwischenablage zu übernehmen. Die Bedienung ist intuitiv, auch wenn eine deutschsprachige Lokalisierung fehlt.

Standardmäßig greift das Tool zum Ermitteln der IP-Adresse auf Checkip.dyndns.org zurück. Damit ein Wechsel der IP-Adresse nicht unbemerkt bleibt, bietet IP Monitor verschiedene Benachrichtigungsmöglichkeiten. So spielt es auf Wunsch eine vorgegebene Audiodatei ab oder öffnet ein Fenster mit frei definierbarem Text, sobald die Adresse wechselt. Für den Einsatz auf entfernten Systemen eignet sich die Benachrichtigung via E-Mail. Zu guter Letzt kann IP Monitor auch einen vorgegebenen Befehl oder ein Skript starten, wenn die Adresse wechselt. Alle Benachrichtigungsmöglichkeiten können Sie individuell anpassen und deren Funktionen über eine Testroutine vor dem eigentlichen Einsatz prüfen. Auf Wunsch führt IP Monitor auch eine Log-Datei, die es täglich rotiert. Wie viele Logs es archiviert, legen Sie in der Konfiguration fest.

IP Monitor 0.6.0

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/pupi1985/IPMonitor/

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