Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 05/2019

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

DNS-Lookups in Graphviz darstellen mit Dothost 0.2, TCP-Ports unkompliziert umleiten mit Redir 3.3, Pager Slit 1.2.0 kombiniert Less, More und Most, Trdsql 0.5.0 wertet CSV/JSON-Dateien mit SQL-Queries aus

Visionär

Dothost 0.2 zeigt in Form einer Grafik, wie Ihr PC DNS-Daten erhält.

Wollen Sie wissen, welcher Hostname hinter einer IP-Adresse oder welche IP-Adresse hinter einem Hostnamen steckt, dann machen Sie mit Tools wie Host oder Dig eine DNS-Abfrage. Mit dem Python-Tool Dothost steht nun ein kleines Skript für solche Abfragen bereit, das das Ergebnis als Graphviz-Konfiguration erzeugt. Diese Ausgabe leiten Sie direkt an Tools wie Graph-easy weiter, das die Zusammenhänge zwischen IP-Adresse und FQDN grafisch aufbereitet. Bei Bedarf leiten Sie das Ergebnis in eine Datei um, die Sie später maschinell verarbeiten.

Dothost setzt für seine Arbeit Python 3.2 oder neuer voraus. Sie dürfen beim Aufruf mehrere IP-Adressen oder Hostnamen übergeben. Das Tool stellt die Beziehung zwischen Hostnamen und IP-Adressen als Diggraph-Konfiguration dar. Schriftgröße sowie Dicke von Rahmen und Linien sind fest im Python-Code hinterlegt. Zum Ermitteln der Adressen greift der Entwickler auf die Python-Funktion gethostbyaddr zurück. So ermittelt die Software sowohl die IPv4- als auch die IPv6-Adressen des jeweiligen Hosts. Für den DNS-Server kommt der im System hinterlegte Eintrag zum Einsatz. Dothost eignet sich auch dazu, das eigene Netzwerk zu kartografieren, sofern Sie einen DNS-Server betreiben.

Außer den zu überprüfenden Adressen erwartet das Programm seine Parameter beim Aufruf. Damit benötigt es keine Einarbeitung und lässt sich sofort einsetzen. Die fehlenden Möglichkeiten, das Layout dynamisch anzupassen, trüben den Gesamteindruck etwas.

Dothost 0.2

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/jwilk/dothost

Kettenglied

Mit Redir 3.3 reichen Sie TCP-Verbindungen an andere Rechner weiter.

Selbst im Heimbereich finden sich heutzutage komplexe Netzwerke. Um den Einsatz von Diensten übergreifend transparent zu gestalten, greifen viele Anwender auf Tools wie Redir zurück: Es bietet die Möglichkeit, TCP-basierte Verbindungen weiterzureichen, und besticht durch eine einfache Konfiguration. Da es in den Repositories der gängigen Distributionen fehlt, müssen Sie es aus den Quellen kompilieren. Zum Einrichten einer einfachen Weiterleitung geben Sie beim Aufruf den Port an, auf dem die Software eingehende Verbindungen annimmt, gefolgt von IP-Adresse und Port des Ziels, an das Sie die Daten weiterreichen möchten. Um die Software auf einem privilegierten Port unterhalb von 1024 zu betreiben, starten Sie das Programm mit Admin-Rechten. Standardmäßig lauscht Redir auf allen Schnittstellen. Mit dem Parameter -p arbeitet es als transparenter Proxy; binden Sie das Tool mit dem Parameter -b an eine bestimmte Schnittstelle, klappt das nicht.

Zur Analyse von Problemen bietet Redir mehrere Log-Modi, die Sie mit dem Parameter -l festlegen. Mit -s übergeben Sie die Daten an den Syslog-Dienst. Möchten Sie den Datendurchsatz des Tools einschränken, legen Sie mit -m die maximale Bandbreite fest und passen mit -z die Größe des Datenpuffers (Vorgabe: 4 KByte) an. Das Tool eignet sich für den Standalone-Modus, kooperiert aber auch mit Systemd oder Super-Diensten wie Inetd oder Xinetd. Laufen mehrere Redir-Instanzen, können Sie jeder beim Aufruf mit dem Parameter -I einen eindeutigen Namen zuweisen, der das Auffinden in der Prozessliste erleichtert. Der Quellcode enthält eine README-Datei und eine Manpage, die alle wesentlichen Funktionen anhand einfacher Beispiele erläutern. Weitere Informationen liefert bei Bedarf die Github-Seite des Projekts.

Redir 3.3

 

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://github.com/troglobit/redir

Pager-Alternative

Der alternative Pager Slit 1.2.0 bietet nützliche Zusatzfunktionen.

Zur Anzeige von Textdateien nutzen viele Anwender die klassischen Tools wie Less oder More. Die zeigen den Inhalt zwar einwandfrei an, unterstützen aber nicht beim Aufbereiten der Inhalte. Hier springt das in Go implementierte Slit in die Bresche, das vor allem durch Geschwindigkeit punktet: Es umgeht die Buffer-Funktionen des jeweiligen Terminals. Genau wie andere Pager zeigt Slit immer nur den Inhalt einer Datei an oder gibt Daten aus, die es über die Standardeingabe erhält. Dazu benötigt es keinerlei Konfiguration. Zum Anzeigen einer Datei übergeben Sie Slit deren Namen beim Start als Parameter.

Standardmäßig zeigt das Programm den Inhalt ohne Umbrüche an. Etwas einfacher liest sich der Text, wenn Sie mit [W]+ den automatischen Zeilenumbruch aktivieren. Die Suche im Inhalt erfolgt wie gewohnt über [Umschalt]+[**7**]; mit [N] und [Umschalt]+[N] navigieren Sie durch die Treffer. Bei der Eingabe des Suchmusters wählen Sie zwischen einer einfachen, schreibweisenabhängigen Suche sowie einer mit regulären Ausdrücken. Eine schreibweisenunabhängige Suche gelingt nur per Regex.

Zur besseren Übersicht innerhalb des Inhalts unterstützt Slit die Definition von Filtern, die Sie über [Umschalt]+[**6**] festlegen. Besonders bei Log-Dateien erweist sich diese Funktion als vorteilhaft. Mit [+]+ fügen Sie dem Filter weitere Muster hinzu, mit [-] filtern Sie bestimmte Muster aus den Treffern heraus. Durch geschicktes Kombinieren der Filter begrenzen Sie so die Anzeige auf die wesentlichen Inhalte. Mit [Umschalt]+[**0**] löschen Sie alle definierten Filter. Eine Beschreibung und Beispiele finden Sie auf der Github-Seite des Projekts. Hier stehen außerdem fertige Binärpakete für alle wichtigen Betriebssysteme und Plattformen bereit.

Slit 1.2.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/tigrawap/slit

SQL-Abfragen

Über Trdsql 0.5.0 nehmen Sie SQL-Abfragen auf CSV-Dateien vor.

Speziell Datenbank-Entwickler würden gerne auch in CSV- oder JSON-Dateien mit einfachen SQL-Statements nach Inhalten suchen. Das Go-basierte Werkzeug Trdsql ermöglicht genau das. Sie brauchen das Tool nicht selbst zu kompilieren, die Github-Seite stellt Binärpakete für alle gängigen Plattformen bereit.

Für eine einfache Abfrage rufen Sie Trdsql mit dem gewünschten Statement auf, wobei Sie die zu bearbeitende Datei als Tabelle im Statement angeben. Das komplette Statement setzen Sie in Anführungszeichen, da die Software sonst nicht mit dem Verarbeiten der weiteren Parameter zurechtkommt. Um mehrere Statements auf einer CSV-Datei auszuführen, übergeben Sie diese mit dem Parameter -q in einer Datei, wobei jede Zeile genau ein Statement enthält. Um mehrere CSV-Dateien gleichen Inhalts in einem Aufruf auszuwerten, setzen Sie als Tabelle einen Wildcard der Dateinamen. Die Software arbeitet die Dateien dann sequentiell ab. Auch mit Gzip komprimierte Dateien stellen für Trdsql kein Problem dar.

Standardmäßig erwartet das Tool eingehende Daten im CSV-Format, wobei das Komma als Feldtrenner dient; mit dem Parameter -id geben Sie eine Alternative vor. Besitzt eine Datei keine Kopfzeile, starten Sie mit -ih das Auswerten direkt in der ersten Zeile. Das Ergebnis gibt das Trdsql wieder als CSV aus; mit -ojson, -oltsv, -oat, -omd oder -ovf nutzen Sie alternative Formate. Bei Bedarf kann das Programm auch auf Datenbank-Systeme wie SQLite, MySQL und PostgreSQL zugreifen. Das eröffnet die Möglichkeit, kombinierte Abfragen über CSV-Dateien und Datenbanken vorzunehmen oder in einer Auswertung zu verknüpfen. (agr)

Trdsql 0.5.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/noborus/trdsql

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