Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 11/2018

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

FPing 4.1 testet flexibel Hosts und Netze auf Erreichbarkeit, Hashrat 1.9 erzeugt komfortabel Prüfsummen, Natrix 2.3 berechnet Netzwerk-Segmente, der schlanke Editor Tea 46.2.0 unterstützt viele Formate

Host-Checker

Mit Fping 4.1 testen Sie flexibel und bei Bedarf im Batch Hosts und Netze auf Erreichbarkeit.

Viele Anwender nutzen das klassische GNU-Tool Ping, um zu ermitteln, ob ein entferntes System aktiv ist. Mit Fping steht eine leistungsfähigere Alternative bereit. Ebenso wie der Klassiker nutzt dieses das ICMP-Protokoll, um die entfernten Systeme zu testen und Antwortzeiten zu ermitteln. Da die Software zum Aufbau der Verbindung jedoch Raw-Sockets verwendet, sind Administratorrechte für den Einsatz erforderlich.

Im Gegensatz zu Ping ist es möglich, mehrere entfernte Systeme gleichzeitig zu prüfen. Wollen Sie die Liste der Hosts nicht von Hand beim Aufruf übergeben, verweisen Sie mit -f auf eine Datei mit den Adressen. Das bietet sich an, wenn Sie den Vorgang automatisieren oder in Skripte integrieren möchten.

In der Datei darf jede Zeile nur eine Adresse enthalten. Sie dürfen dabei sowohl die IP-Adresse wie den vollen Domain-Namen angeben. Nutzen Sie beim Aufruf -d als Parameter, prüft das Tool via Reverse-Lookup, ob IP-Adresse und Name zusammenpassen.

Neben den Adressen einzelner Systeme prüft die Software über -g ein Segment samt Netzmaske. Es bietet sich an, den Parameter -g mit -a und -q zu kombinieren. Sie sehen in diesem Fall nur die aktiven Systeme, jedoch keine Fehlermeldungen wegen Hosts, die nicht zu erreichen sind.

Die Größe der versendeten ICMP-Pakete beträgt standardmäßig 56 Byte. Über -b variieren Sie den Wert. Die Bandbreite reicht dabei von 12 Byte bis 64 KByte. Geben Sie mehrere Ziele an, wartet Fping nach dem Senden eines ICMP-Pakets nicht auf die Antwort, sondern versendet sofort das Paket für den nächsten Host.

Standardmäßig versucht es drei Mal ein System zu erreichen. Mit -r schrauben Sie die Anzahl der Versuche nach oben. Wer detaillierte Informationen möchte, gibt dem Programm -s mit.

Ältere Versionen der Software finden sich in den Repositories der meisten gängigen Distributionen. Bei älteren Versionen stellt Fping außerdem je eine Binärdatei für IPv4 und IPv6 bereit. Die aktuelle Version enthält nur noch eine Datei, bei der Sie über -4 oder -6 das Protokoll festlegen.

Fping 4.1

 

Lizenz: BSD

Quelle: http://fping.org

Datei-Prüfer

Mit Hashrat 1.9 komfortabel Prüfsummen erzeugen, Dubletten identifizieren und Dateien auf Veränderungen checken.

Um festzustellen, ob sich Dateien verändert haben, greifen viele Anwender auf Prüfsummen zurück. Gängige Distributionen stellen daher für jeden gängigen Algorithmus die passenden Tools bereit. In der Regel unterscheiden sich diese jedoch erheblich in Bezug auf Bedienung und Parameter. Hier schafft Hashrat Abhilfe.

Das Tool unterstützt alle gängigen Verfahren wie MD5 und die SHA-Familie sowie darüber hinaus weniger bekannte wie Whirlpool oder JP. Das Programm stellt für alle Algorithmen einheitliche Parameter bereit, sodass es leicht ist, sich die Syntax zu merken. Eine Konfigurationsdatei kennt das Programm nicht, alle Anpassungen nehmen Sie beim Aufruf via Parameter vor.

Mit -md5 legen Sie etwa den gleichnamigen Algorithmus fest. Brauchen Sie die Ausgabe in oktaler statt hexadezimaler Schreibweise, geben Sie -8 an. Die hexadezimale Ausgabe in Großbuchstaben erhalten Sie über -H.

Um die Prüfsumme einer Datei zu ermitteln, geben Sie diese beim Aufruf als Argument an. Geben Sie keinen anderen Algorithmus vor, greift das Tool auf MD5 zurück. Neben der Prüfsumme gibt das Programm Metadaten wie Zugriffs- und Eigentumsrechte und die Zeitstempel der jeweiligen Datei aus. Die Anzahl der belegten Inodes im Dateisystem und die Dateigröße gehört ebenfalls zur Ausgabe.

Um Prüfsummen für alle Dateien eines Verzeichnisses zu ermitteln, übergeben Sie statt des Dateinamens das Wildcard-Symbol. In Kombination mit -r bezieht das Tool die Unterverzeichnisse mit ein. Zum Archivieren oder Nachbearbeiten lenken Sie das Ergebnis in eine Datei um. Mit dem Parameter -cf übergeben Sie zum späteren Zeitpunkt die archivierte Ausgabe wieder an die Software und prüfen so, welche Dateien sich verändert haben.

Möchten Sie nur ausführbare Dateien kontrollieren, nutzen Sie den Parameter -exec. Wer nach doppelten Dateien suchen möchte, verwendet -dups. Um bestimmte Dateien auszunehmen, geben Sie diese mit -X an. Besonders interessant ist der Parameter -net. Mit ihm übergeben Sie die URL einer entfernten Datei, die Sie prüfen möchten. Neben dem Protokoll HTTP unterstützt die Software den Zugriff via SSH. Eine Übersicht über alle Parameter liefert die Hilfe. In der Manpage finden Sie außerdem einige Beispiele.

Hashrat 1.9

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.cjpaget.co.uk/Code/Hashrat/

Zahlen-Jongleur

Mit Natrix 2.3 berechnen Sie Segmente für ein Netzwerk, um dieses in sinnvolle Einheiten aufzuteilen.

Mit dem Einzug des Internet of Things gewinnt das heimische Netzwerk an Komplexität. Da viele Hersteller von IoT-Geräten es mit der Sicherheit nicht so genau nehmen, sperrt mancher diese in ein eigenes Netz. Das Tool Natrix-calc hilft dabei, diese Segmente zu planen und zu berechnen.

Das Programm verfügt über eine übersichtliche Qt-basierte Oberfläche, die besonders durch einfache Bedienung punktet. Fertige Binärpakete finden sich auf der Projektseite nicht; bei Bedarf kompilieren Sie das Tool selbst aus den Quellen. Eine Konfiguration ist nicht erforderlich. Nach dem Übersetzen ist das Tool sofort einsatzbereit.

Die Software braucht keine Parameter. Sie geben die IP-Adresse und die gewünschte Netzwerkmaske an. Das Programm berechnet dann den Bereich der Adressen, die Bit-Maske und die Anzahl der möglichen Rechner für das Segment. Außerdem bestimmt sie Broadcast- und Gateway-Adresse sowie die Netzwerkklasse.

Statt einer IP-Adresse dürfen Sie ein Netzwerk angeben, das Sie über die gewählte Maske in Segmente unterteilen. Die Software gibt seine Ergebnisse zusätzlich in dezimaler und hexadezimaler Form aus. Standardmäßig verarbeitet sie IPv4-Adressen. Über einen Schalter im Pull-Down-Menü Settings wechseln Sie in den Modus für IPv6.

Sie dürfen dabei eine optimierte IPv6-Adresse als Berechnungsgrundlage angeben. Das Programm ermittelt die vollständige Adresse selbstständig. Als besondere Zugabe bietet es einen Modus zum Umrechnen, mit dessen Hilfe Sie zwischen binärer, dezimaler und hexadezimaler Anzeige umschalten oder Speicher in Byte, Kilo-, Mega-, Giga- oder Terabyte umrechnen.

Bei Bedarf speichern Sie die Ausgabe in einer Textdatei. Ideal, um die Daten später zu kontrollieren oder zu archivieren sowie in anderen Programmen zu verarbeiten. Da die Bedienung intuitiv und die Schalter begrenzt sind, liegt dem Tool keine Manpage bei. Obwohl die Arbeit an der Software in den letzten Jahren etwas stagnierte, bietet es alle wichtigen Funktionen und besticht durch das klare Konzept.

Natrix 2.3

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://sourceforge.net/projects/natrix/

Text-Künstler

Der Editor Tea 46.2.0 importiert eine Vielzahl von Formaten und unterstützt zahlreiche Skript- und Programmiersprachen.

An Editoren besteht unter Linux kein Mangel. Die Palette reicht von einfachen Tools bis hin zu komplexen Programmen mit Plugins. Der Editor Tea verbirgt hinter einer schlichten Oberfläche ein umfangreiches Sortiment an Funktionen.

Ältere Versionen sind in den Repositories der gängigen Distributionen enthalten. Da die Arbeit jedoch intensiv voranschreitet, liegt die neueste Version in der Regel nur als Quellcode vor. Das Programm besticht durch eine strukturierte Qt-basierte Oberfläche. Auf der Projektseite finden Sie zusätzlich eine Gtk-Version, die aber veraltet ist und keine Updates erhält.

Neben klassischen Textdateien unterstützt die Software verschiedene Dateiformate von Textverarbeitungen wie Open Document Text oder das KWord-Format. Mit dem StarOffice-Formt sxw sowie mit RTF kommt sie ebenfalls zurecht. Sie speichert Dateien jedoch immer nur als einfachen Text, wobei Sie die Kodierung anpassen dürfen.

Für Programmierer ist besonders das umfangreiche Syntax-Highlighting interessant: Tea unterstützt über 40 Programmier- und Satzsprachen. Die Palette reicht von Assembler und Basic über HTML und TeX bis hin zu Visual Basic Script und XML. Einige populäre Sprachen wie Go oder Rust fehlen jedoch noch im Sortiment.

Im Bereich Functions stellt das Tool ein großes Sortiment an Funktionen zur Analyse, zum Sortieren oder Filtern von Texten bereit. Einige Funktionen wie die Rechtschreibkontrolle setzen jedoch externe Tools wie Aspell voraus.

Das Layout der Benutzeroberfläche weicht etwas vom gängigen Standard ab: Wie gewohnt ist es möglich, mehrere Dateien gleichzeitig zu öffnen, die der Editor in Reitern bereitstellt. Am rechten Fensterrand stellt er weitere Reiter bereit, die einen schnellen Wechsel zwischen Bearbeiten, integriertem Dateimanager, Konfiguration, Kalender und Online-Hilfe ermöglichen.

Abhängig davon, welchen Modus Sie gerade nutzen, passt Tea die Pull-Down-Menüs an. So steht im Dateimanager das Menü Fm mit vielen passenden Funktion bereit. Als leistungsfähiger Editor bietet das Tool ein IDE-Menü, über das Sie Dateien direkt kompilieren und ausführen. In einem Kurztest hat dies jedoch nicht funktioniert.

Die integrierte Hilfe erklärt alle Funktionen ausführlich, lediglich die Webseite ist etwas unübersichtlich. Neue Versionen erscheinen in regelmäßigen Intervallen und sind bei einer Archiv-Größe von unter 500 KByte schnell heruntergeladen. (agr)

Tea 46.2.0

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://tea.ourproject.org

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