Strukturierte Datenausgabe mit Datamash 1.3, Ad-hoc-Datentausch mit Nitroshare 0.3.4, schnelle universelle Textsuche mit Ucg 0.0.3, komfortables Backup auf Wechselmedien mit Ukopp 6.6.
Kosmetiker
Mit Datamash 1.3 verarbeiten Sie alle Konsolenausgaben formatiert.
Die meisten Konsolenprogramme geben ihr Ergebnis als einfachen Text in die Standardausgabe aus. Um die Daten zu analysieren oder weiterzuverarbeiten, musste man bisher auf komplexe Awk-, Cut- oder Grep-Abfragen zurückgreifen und diese in eigenen Skripten geschickt kombinieren. Einfacher klappt das mit Datamash: Mit dem Tool wickeln Sie einfache Textauswertungen sogar per Einzeiler ab. Dazu übertragen Sie die zu verarbeitenden Daten über die Standardeingabe an Datamash, wobei Sie Operationsbefehle als Aufrufparameter übergeben.
So beschränken Sie beispielsweise mit crosstab oder groupby die Verarbeitung auf bestimmte Spalten oder Felder der Eingabedaten, wobei Sie auch die zugehörige Spaltennummer als Parameter übergeben. Mit Funktionen wie transpose oder reverse modifizieren Sie die Anordnung von Spalten und Feldern in einer Textausgabe. Daneben stehen verschiedene statistische, numerische und Textfunktionen zur Verfügung. So runden Sie via round den Wert eines numerischen Felds auf. Mit sort, gegebenenfalls kombiniert mit ignore-case, bringen Sie die Ausgabe in die gewünschte Reihenfolge. Kopfzeilen für eine übersichtliche Ausgabe setzen Sie über den Parameter header. Standardmäßig erwartet Datamash Tabulatoren als Feldtrenner. Das lässt sich mit dem Parameter field-separator ändern.
Eine Übersicht über aller Aufrufparameter lesen Sie auf der Manpage oder in der ausführlichen Dokumentation auf der Webseite nach. Sie finden Datamash in Repositories der meisten Distributionen; die aktuellste Version müssen Sie jedoch aus den Quellen kompilieren.
Datenschubser
Mit der P2P-Lösung Nitroshare 0.3.4 übertragen Sie in lokalen Netzen unkompliziert Dateien.
Das File-Sharing-Werkzeug Nitroshare bietet einen einfachen Weg, um Daten ad hoc zwischen Rechnern mit unterschiedlichen Betriebssystemen auszutauschen. Die einfache P2P-Lösung mit Qt5-basierter grafischer Benutzeroberfläche kommt ohne zentralen Server aus. Auf der Projektseite finden Sie Binärpakete für Windows und Mac OS X sowie den Quellcode für den Einsatz unter Linux; etliche aktuelle Distributionen führen das Tool im Repository.
Nach dem Start integriert sich Nitroshare in Form eines Icons in den System-Tray. Über dessen Kontextmenü greifen Sie auf die einzelnen Funktionen zu. Markieren Sie etwa Dateien oder komplette Verzeichnisse zur Übertragung, sucht das Tool im LAN nach weiteren aktiven Nitroshare-Clients und listet gefundene Systeme mit Rechnernamen und Betriebsystemversion auf. Sie wählen nur noch den passenden Zielrechner aus und starten die Übertragung. Dabei müssen Sie allerdings selbst sicherstellen, dass sich hinter dem gewählten System auch wirklich das gewünschte Ziel verbirgt – Nitroshare selbst führt keine Authentifizierung durch. Den Status der Datenübertragung signalisiert Nitroshare in einem eigenen Statusfenster, eingehende Dateien legt es im Download-Verzeichnis des Anwenders ab.
Standardmäßig erfolgt die Datenübertragung unverschlüsselt, auf Wunsch auch verschlüsselt via TLS. Sie hinterlegen dazu Ihr Zertifikat und den privaten Schlüssel samt Passwort in der Nitroshare-Konfiguration. Dazu müssen Sie beide jedoch von Hand mit OpenSSL erzeugen – im Github-Wiki von Nitroshare findet sich ein entsprechendes Konfigurationsbeispiel. Die Datenübertragung erfolgt via TCP/IP, wobei das Tool eingehende Verbindungen auf Port 40818 erwartet. Die Suche nach neuen Nitroshare-Clients erfolgt über Broadcast auf Port 40816. Damit ist Nitroshare eine interessante Alternative, um im lokalen Netzwerk Dateien auszutauschen.
Schnüffelnase
Das Durchstöbern großer Textarchive geht mit Ucg 0.3.3 schnell von der Hand.
Die Suche nach bestimmten Ausdrücken in großen Text- oder Quellcode-Verzeichnissen artet mit Grep schnell zum Geduldsspiel aus. Hier springt Universal Code Grep oder kurz Ucg in die Bresche, das Sie wie Grep über Kommandozeilenparameter steuern. Die Entwickler haben das Tool in C++ 11 implementiert, um die Geschwindigkeitsvorteile von dessen Parallelisierungsfunktionen nutzen zu können. Für eine Parallelverarbeitung geben Sie beim Aufruf mit dem Parameter -j die Anzahl der Prozesse vor, die Ucg zur Suche starten soll. Dank Verwendung der PCRE-Bibliotheken beherrscht das Tool auch den Umgang mit regulären Ausdrücken.
Für eine einfache Suche geben Sie beim Aufruf das gewünschte Suchmuster sowie das zu durchsuchende Verzeichnis als Parameter an. Ucg berücksichtigt dabei die Schreibweise des Suchmusters, sofern Sie das nicht über --ignore-case deaktivieren. Bei der Regex-Suche schränken Sie die Trefferausgabe mit --word-regexp auf ganze Wörter ein. Bei der Suche nach Ziffern interpretiert Ucg diese standardmäßig numerisch. Um sie als Zeichenkette zu verarbeiten, geben Sie den Parameter --literal an. Mit --no-recurse unterbinden Sie das rekursive Durchsuchen eines Verzeichnisbaums, über --ignore-dir schließen Sie einzelne Unterverzeichnisse von der Suche aus. Außerdem lässt sich die Suche auf bestimmte Dateitypen beschränken, etwa anhand der Dateierweiterungen. Entsprechende Beschreibungen und Anwendungsbeispiele finden Sie im Bereich ReadMe der Projektseite.
Datenschützer
Das grafische Werkzeug Ukopp 6.6 macht Datensicherungen zum Kinderspiel.
Das Archivieren von Dateien oder Verzeichnissen auf Wechselmedien und USB-Sticks geht mit dem grafischen Werkzeug Ukopp schnell von der Hand, das Sie dazu mit Root-Rechten aufrufen. In der kompakten Oberfläche finden sich alle wichtigen Bedienelemente am oberen Fensterrand; ein Statusbereich gibt Auskunft über die aktuell laufenden Sicherungsjobs. Eine als Job abgelegte Sicherung lässt sich immer wieder mit denselben Einstellungen ausführen.
Standardmäßig sichert Ukopp bei jedem Durchlauf eines Jobs nur die geänderten Verzeichnisse und Dateien, wobei es auf dem Sicherungsmedium bereits vorhandene Dateien aktualisiert und aus dem Ursprungsverzeichnis entfernte Files aus dem Backup löscht. Sie dürfen aber für jeden Job individuell vorgeben, ob und wie viele ältere Versionen einer Datei Ukopp für wie lange vorhalten soll. Das Tool übernimmt bei der Sicherung neben der Verzeichnisstruktur der Quelle auch Metadaten wie Ausführungs- und Zugriffsrechte ins Backup. Da es die gesicherten Daten weder komprimiert noch verschlüsselt, können Sie jederzeit auch manuell auf die Backups zugreifen.
Auf Wunsch nimmt Ukopp nach Abschluss der Sicherung eine Konsistenzprüfung der gesicherten Dateien vor, wofür drei Modi zur Auswahl stehen: Während das Tool bei full und incremental nur die Lesbarkeit der gesicherten Datei prüft, vergleicht es mit compare auch den Inhalt von Quell- und Archivdatei. Daneben bietet Ukopp auch eine Grace-Funktion, die das versehentliche Löschen von archivierten Dateien verhindern soll, auch wenn das im Sicherungsjob gesetzte Retention-Intervall ein früheres Löschen vorsieht. Mit dem Parameter --nogui unterstützt Ukopp auch eine Art Batch-Modus ohne grafische Benutzeroberfläche, wofür Sie den Pfad der Job-Datei mit übergeben – ideal für die Integration in eigene Skripte. Sie müssen Ukopp mit Root-Rechten ausführen.








