Was für ein Zufall: In einem mittelalterlichen Königreich ist gerade der Thron frei geworden. Der neue König muss lediglich ein paar kleinere Entscheidungen treffen. Der Arbeitsalltag ist somit recht simpel. Hätten da nicht die kleinen Entscheidungen große Auswirkungen.
Im Strategiespiel Reigns schlüpft der Spieler in die Rolle des Königs. Als eben dieser muss er immer wieder wichtige Entscheidungen treffen. Dazu legt ihm das Spiel eine Karte vor, die eine Situation beschreibt. So ist beispielsweise im Jahr 653 vergifteter Roggen im Umlauf. Indem der Spieler die Karte mit der Maus nach rechts schiebt, lässt er sicherheitshalber die kompletten Getreidevorräte verbrennen. Schiebt er hingegen die Karte nach links, bleibt der Roggen in der Kornkammer. Anschließend dreht das Spiel eine neue Karte mit einer neuen Situation um. Jeder Wischer mit der Maus hat allerdings weitreichende Konsequenzen.
Entschieden!
Zunächst wirkt sich jede Entscheidung auf den Inhalt der Schatzkammer, die Anzahl der Bevölkerung, die Kirchenmitglieder und die Größe des Militärs aus. Verbrennt man etwa den Getreidevorrat, könnte dies bei einer Dürreperiode die Einwohnerzahlen drastisch reduzieren. Im schlimmsten Fall hat der König kein Königreich mehr.
Damit ist das Spiel allerdings nicht beendet: Stirbt der König oder wird er gelyncht, betritt einer ein Nachfolger seinen Thron. Auf diese Weise erhält der Spieler umgehend eine neue Chance. Ziel ist es, möglichst lange durchzuregieren. Ergänzend stellt Reigns drei zusätzliche Aufgaben. So muss man unter anderem mindestens fünf Jahre an der Macht bleiben, irgendwie versuchen, einen Arzt in die Stadt zu locken oder eine Hexe treffen. Im späteren Verlauf kommen zudem spezielle Karten hinzu. Darunter etwa solche, in denen der Teufel auftritt.
Entwickler Nerial verkauft sein Spiel für knapp 4 Euro sowohl auf Steam [2] als auch auf Gog.com [3]. Nur im letztgenannten Online-Shop erhält man eine kopierschutzfreie Version. In jedem Fall liegt das Spiel als 32- und 64-Bit-Programm vor.

Hin und wieder muss man gegen andere Personen kämpfen. Bei jedem Zug hat man dann die Wahl zwischen Angriff und Verteidigung.
Fazit
Reigns ist schnell erlernt: Mit der Maus muss man lediglich eine Karte nach links oder rechts wischen. Dennoch sorgt das Spiel mit Kämpfen, den gestellten Aufgaben und anderen Elementen für erstaunlich viel Abwechslung. Einige Entscheidungen wirken sich erst zu einem späteren Zeitpunkt aus, viele haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Hierdurch muss der Spieler immer wohlüberlegt abwägen, welche Entscheidung für ihn die bessere ist. Teilweise setzt Reigens den Spieler sogar unter Druck, bringt ihn mit skurrilen Situationen zum Lachen oder lässt ihn nur zwischen negativen Alternativen entscheiden.

Wie stark sich eine Entscheidung auswirkt deuten die unterschiedlich großen Punkte am oberen Rand an. Der Steuererlass würde die Anzahl der Einwohner stark, das Militär nur wenig verändern.
Dies alles macht eine Menge Spaß – bis sich die Situationen wiederholen oder zumindest stark ähneln. Des Weiteren führen viele Entscheidungen unvermittelt in den Tod, was einige Spieler frustrieren dürfte. Die verschiedenen Situationen und die gestellten Aufgaben können zudem nicht langfristig über das extrem simple Spielprinzip hinwegtäuschen.
Reigns ist etwas düsterer als der kostenlose und teilweise witzigere Konkurrent Sort the Court [4]. Reigns eignet sich jedoch ideal, um auf der Fahrt mit der U-Bahn seinem virtuellen Königreich einen übereifrigen Missionar aufzudrücken. Langfristig motivieren kann das Strategiespiel jedoch nicht.
Reigns
| Bezugsquelle: | http://nerial.co.uk/reigns/# |
| Entwickler: | Nerial |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 2,99 Euro (Steam und Gog.com) |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution, Prozessor der Klasse Core2Duo mit 1,5 GHz oder besser, mindestens 2 GByte Hauptspeicher |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://nerial.co.uk/reigns/#
[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/474750/Reigns/
[3] Gog.com:
https://www.gog.com/game/reigns
[4] Das Spiel zum Wochenende: Sort the Court, Tim Schürmann: „Ja oder Nein?“, 05.11.2016, LinuxCommunity:
https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-Sort-the-Court/(language)/ger-DE









