Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist bei der Kernel-Entwicklung explizit erlaubt – das Linus Torvalds im Rahmen einer Diskussion noch einmal klargestellt. Für KI-Kritiker findet er darin zudem drastische Worte.
Vorausgegangen war eine Diskussion um das KI-Tool Sashiko. Das agentische System von Google unterzieht den Linux Kernel einem Code-Review und deckte bereits einige Fehler beziehungsweise Probleme auf. Während der Diskussion kam erneut die Frage auf, ob ein Einsatz von LLMs bei der Kernel-Entwicklung generell ausgeschlossen werden sollte. Genau an dieser Stelle schritt Linus Torvalds mit einer Klarstellung ein.
Der Linux-Vater sieht KI-Tools wie andere nützliche Entwicklerwerkzeuge und erlaubt explizit ihren Einsatz: „Ich habe gemerkt, dass einige Leute KI wirklich nicht mögen, aber in diesem Fall werde ich als Top-Level-Maintainer ein Machtwort sprechen.“
Es gäbe zwar offene Fragen rund um die KI, wie etwa nach deren Wirtschaftlichkeit. Torvalds gibt zudem zu, dass sie manchmal ziemlich quälende Werkzeuge sein können – sowohl im Hinblick auf die Arbeit, die auf Maintainer zukommt als auch schlicht vom Standpunkt „sie findet peinliche Bugs“. Die Lösung sei jedoch nicht, „den Kopf in den Sand zu stecken und laut ‚La, La, La, ich kann dich nicht hören‘ zu singen, wie es manche Leute machen“. Die Lösung sei vielmehr sicherzustellen, dass diese LLM-Werkzeuge die Maintainer unterstützen, anstatt sie zu behindern.
Die Kernel-Entwickler würden niemanden zum Einsatz der Werkzeuge zwingen. Er selbst werde aber „laut die Leute ignorieren, die gegen die Nutzer dieser Tools wettern. Und nein, KI ist nicht perfekt. Aber gut Gott, wer auf die Probleme von KI zeigt, hätte besser gleichzeitig in den Spiegel schauen und auf sich selbst zeigen sollen.“
Abschließend weist Torvalds noch darauf hin, dass der Fokus des Projekts auf der Technik liegt. Es sei kein Projekt für soziale Aktivisten („Social Warrior“). Die Kernel-Community hätte den Open-Source-Weg eingeschlagen, weil es zu besserer Technik führe, nicht aus religiösen Gründen. Entscheidungen würden primär im Hinblick auf technische Vorteile getroffen, ohne Angst vor neuen Werkzeugen. „Linux ist keines dieser Anti-KI-Projekte, und wer damit nicht klarkommt, der kann das ‚Open-Source-Ding‘ machen und den Kernel forken.“





