In einem kleinen Strategiespiel von Graeme Borland ist man ein König. Und fällt wichtige Entscheidungen. Etwa ob man der Großmutter aus dem Dorf eine Goldmünze für die Zeitung leiht. Dies will wohlüberlegt sein, denn nur erfolgreichen Königen winkt die Aufnahme in den Counsil of Kings.
Sort the Court setzt den Spieler auf den schmucken Thron eines kleinen Königreiches in einem weit entfernten Märchenland. Immer wieder betritt einer der Untertanen den Saal und stellt dem Spieler eine Frage. Diese kann der Spieler jeweils mit Ja oder Nein beantworten. Das wiederum erfordert mehr Gehirnschmalz, als man zunächst erwarten würde.

In Sort the Court muss man einfach nur die jeweils gestellte Frage mit einem Klick auf Y bestätigen oder mit N verneinen.
Geld oder Leben?
Jede Entscheidung des Spielers hat mitunter drastische Auswirkungen – entweder für die Bewohner des Königreiches oder aber die Schatzkammer. So bittet etwa der Fischer um ein Darlehn für ein größeres Boot. Gewährt man ihm dies, schrumpft zwar der Goldvorrat, man erhöht jedoch gleichzeitig das Glücksgefühl der Untertanen. Andererseits fehlt somit aber auch eventuell Geld für den Ausbau der Stadt. Das könnte wiederum eine magische Kiste namens Chester liefern, die aber im Gegenzug ein paar Einwohner fressen möchte.
Nur glückliche Untertanen bleiben im Königreich wohnen. Das wiederum sollte möglichst schnell wachsen: Schließlich versprechen mehr Einwohner nicht nur mehr Wohlstand, es winkt auch die Aufnahme in den prestigeträchtigen Counsil of Kings. Wie viele Untertanen gerade im Königreich leben, wie glücklich sie sind und wie viel Gold gerade in der Schatzkammer lagert, kann der Spieler links unten in der Bildschirmecke ablesen. Das Glücksgefühl repräsentiert dabei ebenfalls ein Punktwert: Je höher er ist, desto wohler fühlen sich die Einwohner.
Arbeit oder Spaß?
Eine Entscheidung hat nicht nur direkte, sondern mitunter sogar langfristige Auswirkungen. Lässt man etwa den Zirkus in die Stadt, sorgt er an gleich mehreren Tagen hintereinander für ordentlich steigendes Glück. Eine herzlich willkommen geheißene Hexe könnte später noch nützlich sein – ebenso ein für wenige Goldtaler reparierter Roboter.
Nach einigen Entscheidungen neigt sich irgendwann der Tag dem Ende entgegen. Vor dem Zubettgehen rechnet das Spiel ab. Im Idealfall gab es keine Auswanderer, das Glück stieg und die Kasse weist einen Überschuss aus. Abhängig von den getroffenen Entscheidungen gibt es zudem noch weitere gute oder schlechte Ereignisse. So liefert etwa eine eröffnete Taverne zusätzliche Steuern und gute Laune. Mit Sonnenaufgang gehen die Audienzen schließlich wieder von vorne los.

… anschließend wird abgerechnet. Hier ist die Einwohnerzahl um 3 gesunken, das Königreich somit etwas gesrumpft.
Zahlen oder nicht?
Graeme Borland stellt sein kleines Spiel kostenlos auf Itch.io bereit [1]. Dort kann man Sort the Court direkt im Browser spielen. Wer es für Linux herunterladen möchte, klickt zunächst im Bereich Download auf Download now. Der Entwickler bittet jetzt um eine kleine Spende. Wer diese ausschlagen möchte, klickt auf den Link No thanks, just take me to the downloads. Auf der neuen Seite lädt man sich das ZIP-Archiv für Linux herunter, entpackt es auf der Festplatte, macht das Programm SortTheCourt.x86 ausführbar und startet es. Sort the Court liegt ausschließlich als 32-Bit-Programm vor.

Im Hintergrund sieht man das Königreich langsam wachsen. Mit der Aufnahme von Flüchtlingen könnte man das Wachstum beschleunigen. Zumindest theoretisch …
Fazit
In Sort the Court muss man lediglich auf Ja oder Nein klicken. Graeme Borland schafft es jedoch durch verhängnisvolle Fragen, kuriose Charaktere und witzige Situationen den Spieler an den Bildschirm zu fesseln. Ständig muss man seine Entscheidungen abwägen und dabei auch in die Zukunft denken: Soll man wirklich ein paar Einwohner für einen Sack Geld opfern? Soll man die Flüchtlinge in die Stadt lassen? Und kann man dem netten kleinen roten Kerl mit den Hörnern auf dem Kopf wirklich trauen?

Immer wieder gibt es auch unmoralische Angebote. Soll man Chester gegen Barzahlung ein paar Einwohner essen lassen?
Im Laufe des Spiels entwickelt sich sogar so etwas wie eine individuelle Geschichte: Lässt man etwa Madame Abeille in die Stadt, muss man sich zukünftig immer wieder mit ihren Eskapaden herumschlagen. Hat man jedoch einmal sein Königreich ausgebaut, sackt die Motivation stark in den Keller. Nach spätestens einer Stunde ist das Spielprinzip abgenutzt. Nichtsdestotrotz ist Sort the Court ein witziger Zeitvertreib, der obendrein noch komplett kostenlos ist. Das Anspielen lohnt sich. Wer Gefallen am Königsspiel findet, sollte dem Entwickler zudem ein paar Euro zukommen lassen.
Sort the Court
| Bezugsquelle: | https://graebor.itch.io/sort-the-court |
| Entwickler: | Graeme Borland |
| Lizenz: | Eigene / Closed Source |
| Preis: | Kostenlos |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
https://graebor.itch.io/sort-the-court








